21:45
Wie haben die 1,7 Millionen Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt abgestimmt? Wie sieht der neue Landtag aus? Wer wird Ministerpräsident? Das MDR-Fernsehen wird bis in die Nacht hinein in verschiedenen MDR AKTUELL EXTRA -Sendungen über die Landtagswahl berichten. Felix Seibert-Daiker bringt in der Sendung um 21:45 Uhr die Zuschauer mit Hintergründen und Analysen auf den neuesten Stand. Reporterinnen und Reporter sammeln Stimmen und Reaktionen in Sachsen-Anhalt ein. Jens Hänisch präsentiert mit Hilfe des Meinungsforschungs-instituts Infratest dimap die aktuellen Zahlen zur Stimmung im Land, die Hochrechnungen und Sitzverteilungen. Von unseren Berliner Kollegen werden die bundespolitischen Reaktionen zu den Ergebnissen eingesammelt.
22:45
Als die Mauer fiel, war Demokratie mit Hoffnung verbunden. Heute ist die Stimmung gekippt. Die ehemalige Volkspartei SPD muss im Osten Deutschlands um ihr Überleben kämpfen, und der CDU, Partei des "Einheitskanzlers" Helmut Kohl und der "ostdeutschen" Bundeskanzlerin Angela Merkel, laufen die Wähler in Scharen davon. Die Parteien und mit ihnen die Demokratie sind in der Krise. Was ist geschehen? "Mit der Partei, in die ich 1990 eingetreten bin, hat die heutige CDU nichts mehr zu tun", sagt der langjährige Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz. "Wir waren nicht mutig genug, die Interessen der Ostdeutschen zu vertreten", so formuliert es Stefan Hilsberg für die ostdeutsche SPD. Die Autorin und Journalistin Jana Hensel fasst zusammen: Auch nach der Vereinigung mit den ehemaligen DDR-Blockparteien und den neugegründeten ostdeutschen Parteien im Jahr 1990 sind die Volksparteien des Westens, die CDU und die SPD, immer "vom Westen dominierte Parteien" geblieben, in denen genuin ostdeutsche Interessen nur selten artikuliert wurden. Nur so war es möglich, dass die ehemalige DDR-Staatspartei SED überleben konnte und sich - umbenannt zur PDS - als "Kümmererpartei" der Ostdeutschen etablieren konnte. Seit mehr als 10 Jahren nun ist die AfD in die Lücke gesprungen, die die Volksparteien gelassen haben. Die Dokumentation "Volksparteien ohne Volk" sucht anhand wichtiger Wendepunkte nach den Gründen, warum CDU und SPD das Vertrauen der Wähler in Ostdeutschland in großen Teilen verspielt haben. Dabei zeigt der Blick in die Geschichte erstaunliche Kontinuitäten bis in die Gegenwart: Denn Angst vor Arbeitsplatzverlust und Deindustrialisierung, Angst vor ausufernder Kriminalität und Überfremdung waren bereits in den 90er Jahren Themen, die viele Ostdeutsche bewegten. Damals waren die Parteien nicht präsent genug und es entstanden Zweifel an der Funktionsweise der Parteiendemokratie. Die Herausforderungen der Gegenwart rufen Traumata wach - und die Lösung der Probleme wird von vielen den fernen "Westparteien" nicht zugetraut.
23:45
Am 1. September 2024 hatte Thüringen die Wahl und zum ersten Mal wurde die AfD bei einer Landtagswahl stärkste Kraft. Die CDU gewann Stimmen hinzu, musste sich aber mit dem zweiten Platz begnügen. Die Volkspartei SPD schrumpfte in ihrem Gründungsland auf 6 %. Mit 13% schaffte es das BSW in den Thüringer Landtag. Die Akteure wie auch das Programm der Partei stellten für viele auch an diesem Abend noch eine "Black Box" dar. Das Ergebnis betrachtete die CDU als Regierungsauftrag und begann, mit BSW und SPD zu verhandeln, obwohl dieses Bündnis mit 44 der 88 Stimmen im Landtag keine Mehrheit hat. "Herausfordernd", so nennen alle Beteiligten diesen Prozess. Auch weil die Partner selbst höchst unterschiedlich sind. Um zu einem Koalitionsvertrag zu kommen, mussten sie Verletzungen aus dem Wahlkampf überwinden, über persönliche und politische Schatten springen, die Kritiker und Gegenspieler in den eigenen Parteien überzeugen und vor allem lang und zäh verhandeln. Der Einfluss von Sarah Wagenknecht im BSW hat die Verhandlungen und die Beteiligten über weite Strecken strapaziert. Wenn am 12. Dezember der erste Ministerpräsident einer Brombeerkoalition gewählt wird, dann steckt dahinter eine Geschichte von drei Partnern, die auf dem schwierigen Weg dorthin erst einmal zusammenfinden mussten. Der Film "Der Preis der Macht. Das Ringen um Thüringens Regierung" erzählt diese Geschichte aus nächster Nähe - von der Wahlnacht über Geheimtreffen und erste Annäherungen, gelungene Gespräche, Vertrauensbildung, Enttäuschungen und die intensiven Verhandlungen um wichtige Themen. Die Autorinnen hatten dabei Zugang zu Verhandlungen und Treffen, die üblicherweise hinter den Kulissen stattfinden und der Öffentlichkeit meist verborgen bleiben.