21:00
In dieser Folge halten gleich vier Einsätze die Bergwachten Ramsau und Grainau in Atem. Ein junger Bergsteiger wird seit zehn Tagen vermisst. Sein letzter bekannter Aufenthaltsort: das Höllental auf dem Weg zur Zugspitze. Die Bergwacht Grainau startet eine erneute Suchaktion - inmitten von Altschneefeldern und steinschlaggefährdeten Felshängen. Ein weiteres Team der Bergwacht Grainau ist in Alarmbereitschaft: Ein Wanderer ist am Stangensteig gestürzt. Da der Rettungshubschrauber nicht sofort verfügbar ist, machen sich Theresa Paule und Hans-Jörg Zimmermann zu Fuß auf den Weg, um dem Verletzten so schnell wie möglich zu helfen. Währenddessen geht ein weiterer Notruf ein: Die Kollegen der Wasserwacht am Eibsee brauchen dringend Unterstützung. Ein junger Mann hat sich bei einem Sprung ins Wasser schwer verletzt. Im Einsatzgebiet der Bergwacht Ramsau endet der Wanderausflug zweier Schwestern beim Abstieg abrupt, als eine der beiden Frauen auf der Geröllpiste ausrutscht und sich schwer am Knöchel verletzt. Der Rettungshubschrauber Christoph 14 und das Team um Einsatzleiter Lukas Wurm kommen zu Hilfe.
21:45
anschl.: das MDR-Wetter
22:10
Die junge US-Amerikanerin Lauren Leiderman lebt gemeinsam mit ihrem Mann und zwei Kindern seit 2019 in Görlitz. Sie hat es geschafft, eine ganze Stadt in Bewegung zu bringen. Wie ist ihr das gelungen? Was hat sie getan? Sie forschte zur jüdischen Geschichte. Dabei stieß sie mit Hilfe des Yad Vashem Instituts in Jerusalem auf ein Foto, das eine Lawine ins Rollen brachte. Es zeigt die junge Görlitzerin Eva Goldberg, Susanne Ledermann und Anne Frank. Durch Recherchen beim Holocaust Museum New York entdeckte Lauren Leiderman außerdem das Poesiealbum der kleinen Eva Goldberg. Dieses erzählt die Flucht der damals Neunjährigen aus Görlitz in die USA. Neben vielen Eintragungen von Verwandten und Schulkameradinnen enthält es auch ein Foto und Worte ihrer Freundin Anne Frank. Das Album wurde zum Dreh- und Angelpunkt für Lauren Leidermans weltweite Recherchen. Es gelang ihr, über 120 Nachkommen ausfindig zu machen und diese miteinander zu verbinden - durch soziale Medien und persönliche Treffen anlässlich jüdischer Gedenkwochen, bei Stolpersteinlegungen und Schulprojekten. Alle gemeinsam sind sie nun "The Görlitz Family". Als Lauren Leiderman ihre Recherchen anstellte, konnte sie nicht ahnen, wie schnell und dramatisch sich die Situation in Israel verändern würde. Aktuell erleben die Nachkommen der Görlitzer Juden, dass ihre Häuser von Bomben getroffen werden und sie durch den Krieg im Nahen Osten in ihrer Existenz bedroht sind.
22:55
80 Jahre nach dem Holocaust gibt es immer weniger Zeitzeugen. Wie kann die Erinnerung an die Shoah überleben? Welche Rolle spielt TikTok? Spricht man in Zukunft mit virtuellen Zeitzeugen? Gidon Lev ist Holocaust-Überlebender. Lange konnte der 89-Jährige nicht über seine Kindheit in Theresienstadt sprechen. Heute kämpft er gegen das Vergessen. Mit seiner Lebensgefährtin Julie Grey dreht er Videos für TikTok, in denen er von seiner Vergangenheit erzählt, aber auch fröhlich tanzt, denn Gidon ist ein "hoffnungsvoller Optimist". Holocaust auf TikTok? In Deutschland haben sich jüdische Institutionen und Gedenkstätten mit TikTok Germany zusammengetan, um junge Zielgruppen zu erreichen. In Workshops werden Creator geschult. Eine von ihnen ist Marie Zachger. Die Studentin dreht Kurzvideos über das KZ Neuengamme und die tragischen Geschichten dahinter. Auf junge Menschen, die die Erinnerung weitertragen, setzt auch das Mémorial de la Shoah in Paris. Noch kann die Auschwitz-Überlebende Esther Senot Schülerinnen und Schülern selbst ihre Geschichte erzählen. In Zukunft werden das sogenannte Erinnerungs-Botschafter übernehmen. In Potsdam-Babelsberg wird daran gearbeitet, dass es auch in Zukunft noch Zeitzeugen gibt: virtuelle! Die Firma Volucap filmt Holocaust-Überlebende mit Rundumkameras und erstellt dreidimensionale Avatare von ihnen. Die 94-jährige Ruth Winkelmann ist eine von ihnen. In Frankfurt können Schulklassen virtuelle Zeitzeugen sogar interaktiv befragen. Welche Chancen und Risiken bieten digitale Erinnerung und künstliche Intelligenz? "TWIST" spricht darüber mit Deborah Schnabel von der Bildungsstätte Anne Frank. Sind damit auch Desinformation und Geschichtsverzerrung Tür und Tor geöffnet?
23:25
Wie sieht sie aus - die jüdische Kunst in Europa - gestern und heute? Gibt es das Jüdische in der Kunst? Ist jüdische Identität für Künstler überhaupt wichtig? Bei der Reise durch Europa, nach Paris, Berlin, Rom oder Lodz werden die Lebenswege so unterschiedlicher Maler wie Moritz Daniel Oppenheim, Jankel Adler, Lesser Ury oder Chaim Soutine gezeigt - vom Maler des jüdischen Alltags bis zum Verächter seiner jüdischen Herkunft. Großartig in ihrer Kunst - und ambivalent in ihrem Verhältnis zum Judentum. Und im 20. Jahrhundert Opfer des Holocaust. Und heute? Spielt für jüdische Künstler die Herkunft eine Rolle - in der Kunst, in ihren Themen, in ihren Bildern? Fühlen sie sich genervt von den immer gleichen Fragen? Ja. Nein. Oder JEIN? Eine spannende Spurensuche zu jüdischen Künstlern und ihrer jüdischen Kunst...