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TV Programm für MDR Sachsen am 05.07.2026

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Unser Dorf hat Wochenende 19:50

Unser Dorf hat Wochenende: Dorf-Tour - Die Selbstvermarkter

Dokumentation

In dieser Folge besuchen wir Selbstvermarkter auf dem Lande, wie Bauer Hauser in Atzendorf. Das Dorf liegt in Sachsen-Anhalt, im Salzlandkreis und gehört zu Staßfurt. Entstanden ist der Hof Anfang der 1990er Jahre aus der LPG Atzendorf. Sebastian Hauser kommt aus Bayern, seine Frau Jana aus dem Erzgebirge. Der Hof hat sich auf Kartoffeln spezialisiert und darauf, ein offener Hof zu sein. So gibt es auch Gehege mit Tieren, eine Art Streichelzoo. Hier leben Ziegen, ein Esel, ein Pferd und Sika-Wild. Das sind Wildtiere aus Asien, die unseren Rehen ähneln, aber zahm und zutraulich sind, die Lieblinge der Kinder. Oft kommen Kindergartengruppen oder Schulklassen zu den Hausers, aber vor allem die Kunden des Hofladens. Angeboten wird, was der Bauer selbst produziert und Obst, Gemüse und allerhand andere Produkte aus der Region: Eier, Wurst, Käse, Marmelade, Honig. Eigene Futterkartoffeln oder Futterweizen werden auch in großen Säcken verkauft. Im Hofcafé gibt es zudem immer frische Kuchen und Gerichte, die fast alle selbst zubereitet werden. Das Wichtigste ist freilich die Ernte, die gerade begonnen hat. Ein riesiger High-Tech Kartoffelroder bringt sie ein. Die große Lagerhalle hat der Bauer vor gut 10 Jahren für viel Geld errichtet. Hier herrschen bei absoluter Dunkelheit konstant 4 Grad Celsius und eine gleichbleibende Luftfeuchtigkeit. Gelagert werden bis zu 2.800 Tonnen Kartoffeln in riesigen Kisten. Alles bereits sortiert, für Groß- und Einzelhandel, für Restaurants, für Supermärkte, als spezielle Backkartoffeln und natürlich für den eigenen Hofladen. Wir schauen uns nicht nur auf dem Hof von Bauer Hauser um, sondern zeigen auch in anderen Regionen Mitteldeutschlands funktionierende Konzepte von Selbstvermarktern.

Unsere Wälder 20:15

Unsere Wälder: Mut zur Lücke

Tiere

Wir alle lieben sie: unsere Wälder. Sie sind wahre Multitalente: Orte der Erholung und Inspiration, Holzlieferanten und Trinkwasserspeicher, sie regulieren das Klima, sind die Heimat tausender Pflanzen- und Tierarten und einfach nur schön und lebendig. Aber sind dichte Wälder tatsächlich "wilde Natur", Hotspots der Artenvielfalt? In Folge 2 seiner dreiteiligen Dokumentation "Unsere Wälder" begibt sich Naturfilmer Jan Haft erneut auf Spurensuche. In seinem persönlich erzählten Film stellt er die Frage, wie ein Wald aussehen sollte, in dem möglichst viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten leben. Alle unsere heimischen Wälder haben wir Menschen geprägt. Insbesondere Fichtenmonokulturen sind durch Borkenkäfer, Stürme und hohe Temperaturen geschwächt und liegen großflächig am Boden. Was für viele wie ein Desaster wirkt, ist für die Wälder tatsächlich ein Glücksfall. Vom Aussterben bedrohte Arten tauchen wie aus dem Nichts wieder auf: Luchse, Auerhühner, verschollen geglaubte Käfer und viele andere Arten vermehren sich sprunghaft. Andere, wie der Wolf, kehren zurück. Warum aber muss ein Wald erst sterben, damit sich die Natur erholen kann, damit Haselhuhn und Rothirsch und Auerhuhn zurückkehren? Mit seltenen wie fantastischen Naturaufnahmen plädiert Jan Haft in seinem Film für Wälder mit einem Mosaik aus dichtem und offenen Baumbewuchs. Es ist das Licht der Sonne, das aus einem dunklen grünen Kosmos ein Paradies macht. Die Liste der Arten, die von diesem Wandel profitieren, ist lang.

Unsere Wälder 21:00

Unsere Wälder: Zurück in die Zukunft

Tiere

Unsere Wälder verändern sich. Seit vielen Jahren setzen ihnen Stürme, Trockenheit, Brände und Borkenkäfer zu. Binnen kurzer Zeit wird so zerstört, was über Jahrhunderte gewachsen ist. Bedeutet das, das Ende für unsere Wälder und ihre Bewohner? "Unordnung" im Wald - durch Windbruch oder Brände herumliegendes Totholz - irritiert uns. Genau darin aber liegt eine Chance für die Natur. Es ist verblüffend und scheint wie ein Widerspruch: Nach einem Waldbrand oder einem Massenbefall durch Borkenkäfer erholen sich selbst stark geschädigte Wälder. Denn "Katastrophen" sind Teil eines natürlichen Kreislaufs, der Platz für frisches Grün schafft. In der letzten Folge seiner dreiteiligen Serie "Unsere Wälder" berichtet Naturfilmer Jan Haft, wie sich aus vermeintlicher Zerstörung und einem Blick in die Vergangenheit Konzepte für die Wälder der Zukunft entwickeln lassen. Allen voran die Waldweide, eine uralte Form der Landnutzung. Der Film ist ein Plädoyer für die Rückkehr der großen Pflanzenfresser wie Wisent, wilde Pferde oder Rinder. Sie schaffen wichtige Voraussetzungen, damit unsere Wälder für die Zukunft gut gerüstet sind und sorgen dafür, dass Lichtungen entstehen und die Artenvielfalt sprunghaft ansteigt. Auch in der letzten Folge des Dreiteilers ist der Wald erneut die Bühne für die großen und kleinen Dramen der Natur: Wir sind hautnah dabei, wenn eine Rehmutter Zwillinge zur Welt bringt, werden Zeuge dramatischer Brände, beobachten Hornissen bei der Jagd und sind dabei, wenn sich der Wald nach vermeintlicher Zerstörung regeneriert und artenreicher als je zuvor emporwächst.

MDR aktuell 21:45

MDR aktuell

Nachrichten

anschl.: das MDR-Wetter

Wir Kinder der Mauer 22:00

Wir Kinder der Mauer

Dokumentarfilm

Der Tag des Mauerbaus bestimmt auf lange Zeit das Leben vieler Kinder und Jugendlicher. Mehr noch als die Erwachsenen sind sie dem Geschehen total ausgeliefert, sind ohnmächtig in Bezug auf Politik und familiäre Entscheidungen. 28 Jahre lang sind Mauer und Stacheldraht eine vorgefundene Realität in ihrem Leben. Manche lehnen sich gegen ihren vorgezeichneten Lebensweg auf, andere finden sich mit der Teilung ab, die Familien auseinandergerissen, Menschen entwurzelt und Liebende getrennt hat. Unzählige junge Ostdeutsche haben Verwandte im Westen, aber mehr als gelegentliche Westpakete und hin und wieder ein Besuch sind über Jahrzehnte nicht denkbar, die Lebenswelten entwickeln sich auseinander. Aber auch immerhin 1,25 Millionen Menschen verlassen das Land zwischen Elbe und Oder nach dem Mauerbau für immer. Manche sind kaum 18 Jahre alt und riskieren ihr Leben dabei. In ganz Westdeutschland von Sylt bis zum Starnberger See wachsen deshalb Kinder auf, deren Familien ostdeutsche Wurzeln haben. Und auch in umgekehrter Richtung beeinflussen familiäre Entscheidungen das Leben der Kinder: Pro Jahr gehen auch immerhin noch über 1.000 Westdeutsche in die DDR, um dort dauerhaft zu leben, viele mit ihren Familien. Da ist etwa der Hamburger Peter Drauschke, der zwei Jahre nach dem Mauerbau mit 18 Jahren mit seinem Freund Erwin freiwillig von der Bundesrepublik in die DDR geht, weil beide an den Sozialismus glauben. Die Realität zerstört ihre Illusionen: Erwin begeht Selbstmord, Peter wird nach einem gescheiterten Fluchtversuch verhaftet. Noch heute ist der ehemalige FDJ-Funktionär, der wieder in Hamburg lebt, traumatisiert. Wir lernen Antje Korte-Böger aus Siegburg in Nordrhein-Westfalen kennen, die ihren Vater in jungen Jahren zur Leipziger Messe begleitet. Sie fühlt früh den Zwiespalt zwischen dem "reichen" Westen und dem "armen" Osten, besonders bei den Verwandtschaftsbesuchen aus Ostdeutschland. Wir erzählen die aufwühlende Lebensgeschichte der Ost-Berlinerin Liane Weinstein, die im Alter von drei Monaten von ihren Eltern getrennt wird. Der Versuch, sie durch einen Tunnel nach West-Berlin zu holen, scheitert. Sie wächst bei den Großeltern in Ost-Berlin auf. Als sie mit zwölf Jahren endlich ausreisen darf, sind ihre Eltern geschieden, das Verhältnis zu beiden belastet. Da ist die Münchnerin Katrin Eder, die Mitte der siebziger Jahre aus ihrem wohlhabenden Elternhaus ausbricht und über West-Berlin in die DDR zieht und dort heiratet. Für unseren Film trifft sie sich am Starnberger See mit Jutta Speidel, ihrer Freundin aus Kindertagen, die im Westen Erfolge als Schauspielerin feiert. Sie und ein gutes Dutzend weiterer Menschen erzählen uns ihre außergewöhnliche Geschichte, teilweise zum ersten Mal. Sie nehmen uns mit auf eine intensive Reise in die Vergangenheit, die in der Gegenwart nicht zu Ende ist.

Kinder der Flucht 23:30

Kinder der Flucht

Dokumentation

Sie gehören zu den letzten noch lebenden Zeitzeugen von Flucht, Vertreibung und Deportation am Ende des Zweiten Weltkrieges. Heute sind sie weit mehr als 80 Jahre alt; damals waren sie Kinder. Noch nie haben sie in der Öffentlichkeit so emotional und schonungslos über ihre traumatischen Erlebnisse am Kriegsende und in den frühen Nachkriegsjahren berichtet. Verlaust und halbverhungert campierten sie unter freiem Himmel in den Trümmern der Großstädte oder entlang der Bahnlinien. Manche verloren ihre Eltern und irrten als Waisen umher. Manche entkamen selbst nur knapp dem Tod - durch Glück, Zufall oder eine unverhofft helfende Hand. Alle sind durch die Ereignisse gezeichnet für ihr ganzes Leben. Kaum ein Gespräch über die Ereignisse, in dem nicht geweint wird. Kaum ein Interview, in dem nicht das Wort Vergewaltigung fällt. In den Kindern, die jetzt vor dem Krieg in der Ukraine fliehen, erkennen sie sich selbst wieder. Es werden schreckliche Erinnerungen wachgerufen.