22:00
Seit Jahrhunderten verändert und prägt die Friedrich-Schiller-Universität die Stadt Jena in Thüringen - mit ihren Studenten, Forschenden, innovativen Projekten und Gebäudekomplexen. Dazu läuft an der Universität seit sechs Jahren eines der größten interdisziplinären Forschungsprojekte Europas. Daran sind europaweit fast 20 Institutionen und Forschungseinrichtungen beteiligt. Die Wissenschaftler beschäftigen sich mit den Anfängen der Universität, ihrem Einfluss auf die Entwicklung Jenas und gleichzeitig mit der Wirksamkeit ihrer wissenschaftlichen Methoden. Im 16. Jahrhundert war Jena ein kleines Weinbauernstädtchen. Bis die Universität kam, mit Professoren, Studenten aus ganz Europa. Das Handwerk blühte auf und aus dem Städtchen wurde eine Stadt, deren Herzstück die Universität war und bis heute ist. Die Jenaer Universität ist auf dem Weg eine Exzellenz-Universität zu werden. Zwei Exzellenzcluster hat sie bereits: "Balance of the Microverse" will mikrobielle Gemeinschaften verstehen, hier geht es zum Beispiel um Antibiotikaresistenzen. Das andere Cluster, "Practices and Dynamics of Social Imagining", beschäftigt sich mit dem, was eine Gesellschaft im Innersten zusammenhält: gemeinsam geteilte Vorstellungen, Narrative, Weltbilder und Zukunftsentwürfe. Der Film gibt Einblick in diese Forschungsprojekte und zeigt, welchen Einfluss die Universität auf Jena hatte und hat, erzählt von der wahrscheinlich ältesten protestantischen Universität als "Hidden Champion" in der europäischen Universitätslandschaft.
22:30
Immer mehr Menschen leiden an Allergien. Bis 2050 könnten 50% der Europäer betroffen sein. Warum aber nehmen Allergien so dramatisch zu? Die Wissenschaftsjournalistin Lena Ganschow befragt Forschende in Augsburg, Berlin und Leipzig und Betroffene: eine Steuerberaterin, die dank einer neuen Therapie zum ersten Mal Erleichterung erlebt. Einen Landwirt mit Heuschnupfen und Rinderhaarallergie und eine junge Frau mit einer Nahrungsmittelallergie, die nur noch isst, was sie selbst gekocht hat. Für viele sind es die schönsten Monate des Jahres, wenn draußen alles blüht und duftet. Uns zieht es ins Freie, um die Natur zu genießen. Millionen Menschen erleben dann allerdings die für sie quälendste Phase des Jahres: Sie leiden unter einer Pollenallergie, an Heuschnupfen. Allergien gehören heute weltweit zu den häufigsten Krankheiten, die Zahl der Betroffenen steigt. In Deutschland sind es mehr als 30 Millionen Menschen. Bis 2050 könnte die Hälfte der Bevölkerung in Europa an allergischen Erkrankungen leiden, jeder Zweite in Deutschland. Warum aber nehmen Allergien so dramatisch zu? Welche Rolle spielen Umwelt, Klimawandel, Ernährung und Lebensstil? Wie ist der aktuelle Stand der Forschung? Die Wissenschaftsjournalistin und studierte Biologin Lena Ganschow geht diesen Fragen nach. Für das ARD WISSEN-Format "Auf Spurensuche" tauscht sie sich mit Betroffenen aus. Sie trifft eine Steuerberaterin, die an mehreren Allergien und an Neurodermitis leidet, viele Behandlungen ohne Erfolg hinter sich hat und jetzt dank einer neuen Therapie zum ersten Mal Erleichterung erlebt. Sie besucht einen Landwirt mit Heuschnupfen und einer Rinderhaarallergie, der sein Unternehmen allergiebedingt umstrukturieren musste, außerdem eine junge Frau mit einer Nahrungsmittelallergie, die nur noch isst, was sie selbst gekocht hat. Keine Restaurantbesuche, auch Einladungen zum Essen bei Freunden schlägt sie aus. Zu groß ist die Angst vor einem allergischen Schock. Der Film thematisiert vor allem Pollenallergie (Heuschnupfen) und Lebensmittelallergien. Lena Ganschow befragt dafür zwei der renommiertesten Allergieforschenden in Deutschland: Prof. Claudia Traidl-Hoffmann, Universitätsprofessorin für Umweltmedizin an der Universität Augsburg sowie Direktorin des Instituts für Umweltmedizin beim Helmholtz Zentrum München und Prof. Torsten Zuberbier, Direktor des Instituts für Allergieforschung an der Charité Berlin, Präsident des Global Allergy and Asthma Excellence Network sowie Vorsitzender der Europäischen Stiftung für Allergieforschung ECARF. Zuberbier und sein Team untersuchen das Darm-Mikrobiom, um zu verstehen, wie moderne Lebensweise und Ernährung mit der Entstehung von Allergien zusammenhängen. Traidl-Hoffmann erforscht, welche Folgen der Klimawandel auf Pollen und damit auf die Pollenallergie hat. Zu Pollen wird auch in Leipzig geforscht. Lena Ganschow steigt mit Dr. Susanne Dunker auf das Dach der Uniklinik. Dort befindet sich eine Pollenfalle, deren Inhalt im Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung untersucht wird. Dieser Film zeigt: Allergien sind Ausdruck eines tiefgreifenden Zusammenspiels von Immunsystem, Umwelt, Klima, Lebensstil und moderner Zivilisation. Mit besserer Aufklärung, intelligenter Prävention, neuen Diagnose-Tools und innovativen Therapien gibt es reale Chancen, die Volkskrankheit Allergie in Zukunft besser in den Griff zu bekommen.
23:15
Klirrende Kälte, brüllende Hitze, plötzliche Wetterumschwünge - Extremwetterlagen nehmen zu. Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen reagieren besonders empfindlich auf das Wetter. Für einige Erkrankungen, wie z. B. Migräne, sind die Zusammenhänge bisher nicht endgültig geklärt - trotz Millionen Migränepatienten, die von negativen Auswirkungen des Wetters berichten. Welchen Einfluss hat das Wetter tatsächlich auf unsere Gesundheit? ARD Wissen Reporterin Lena Ganschow sucht nach Antworten. Mehr als 40 Prozent der Todesfälle in Deutschland gingen laut "Bundeszentrale für politische Bildung" im Jahr 2020 auf Atemwegs- und Herz-/Kreislauf-Erkrankungen zurück. Hitzewellen im Sommer und Kälteeinbrüche im Winter stellen schon gesunde Körper vor besondere Herausforderungen - für Menschen mit Vorerkrankungen wie Arteriosklerose, Bluthochdruck oder COPD können sie lebensbedrohlich sein. Viele Betroffene gelten als besonders wetterempfindlich. Betroffene von Migräne bringen ihre Beschwerden immer wieder mit dem Wetter in Verbindung. In der Forschung ist man sich über Zusammenhänge noch unsicher. Lena Ganschow spricht mit Sarah, einer Migräne-Patientin aus Wiesbaden. Diese hat ihre Wohnung zur Linderung ihrer Symptome "wettersicher" gemacht. Aber spielt das Wetter wirklich eine Rolle bei Migräne? Lena geht auf Spurensuche - die Lösung des Rätsels führt sie bis nach Japan.