20:15
Der Ratgeber widmet sich verschiedenen Gesundheitsthemen. Hierzu werden Mediziner im Studio befragt und Beiträge aus Kliniken und Arztpraxen gezeigt. Auch Betroffene kommen zu Wort.
21:15
Von der Kittelschürze bis zum Rock-Konzert - so kontrastreich kann Kultur in Mittel- und Ostdeutschland sein. Die sehr unterhaltsam gestalteten Beiträge haben die Kunstwelt ebenso zum Thema wie deren Skandale.
21:45
anschl.: das MDR-Wetter
22:10
Denn Rebecca wächst unter schwierigen Bedingungen auf. Sie verliert früh ihre Mutter und nach und nach auch den Rest ihrer Familie, kommt in eine Pflegefamilie, in der sie Gewalt erlebt. Lange bleibt ihre Situation im Verborgenen, bis ein Lehrer und eine Schulsozialarbeiterin eingreifen, sie aus der Pflegefamilie herausholen und im Kinderheim unterbringen. Inmitten dieser Unruhe findet Rebecca früh einen Anker in der Kirche. Einer ihrer kostbarsten Besitztümer ist eine Kinderbibel, die sie bei jedem ihrer Umzüge mit sich nimmt. Der Film begleitet die heute 34-Jährige in ihrem privaten und beruflichen Alltag, erlebt sie zwischen Verantwortung und Selbstbehauptung. In ihrer Gemeinde entwickelt sie neue, niedrigschwellige Angebote, sucht den direkten Kontakt zu Menschen im Stadtteil und versucht, traditionelle Strukturen aufzubrechen. Gleichzeitig bewegt sie sich in einem System mit festen Rollen und Erwartungen, in das sie nicht immer ganz reinzupassen scheint. Das Gefühl, eine Außenseiterin zu sein, lässt Rebecca nie ganz los. Immer wieder öffnet sich der Blick zurück: beim Durchsehen alter Kinderfotos, die Erinnerungen wachrufen. Bei der Rückkehr an den Ort, an dem sie als Kind mit ihrer Mutter gelebt hat. Ein Wiedersehen mit den Menschen, die ihr als Kind geholfen und damit entscheidende Weichen in ihrem Leben gestellt haben. Und in vertrauten Momenten mit ihrer besten Freundin aus dem Kinderheim, mit der sie bis heute eng verbunden ist. Ein Film über eine Frau, die sich allen Widerständen zum Trotz ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben aufgebaut hat - und sich trotzdem immer wieder fragen muss, wo sie wirklich hingehört.
22:40
Ariana ist neu in Allstedt! Die Autorin wurde als Stadtschreiberin engagiert - anlässlich des Gedenkens an Thomas Müntzer und den Bauerkrieg vor 500 Jahren. Im Ort ist sie ständig auf Achse, sucht nach Stories und Legenden, rund um den berühmt-berüchtigten Reformator, der in Allstedt predigte - auf Deutsch! In der Kirche wird sie fündig: Arianas erste Geschichte handelt von einer Kirchenmaus, die eine geweihte Hostie klaut und auffrisst. Sie lässt sich vom Originalschauplatz inspirieren: "Müntzer hat als Prediger formale Vorgaben der Kirche ignoriert und dabei die Hostie aus den Augen verloren." Ihre Texte liest sie öffentlich vor, und Thomas Müntzer erwacht zum Leben. Der Prediger Müntzer wird heute komplex diskutiert. Bauerversteher oder theologischer Fanatiker? Was ist geblieben von ihm, der die Sprengkraft der Reformation erkannte, Luthers Lehre jedoch widersprach, indem er im Namen Gottes gleiches Recht für alle forderte und die Vorteilsnahme der Obrigkeit strikt ablehnte? Claudia Gerster ist Bäuerin aus Leidenschaft. Modern, biologisch, solidarisch bewirtschaften sie und ihr Mann einen Bauernhof in Balgstädt. Sie achtet auf das Wohlergehen ihrer Tiere, ebenso wie auf die Instanthaltung der Äcker. "Um Thomas Müntzer kommen wir gar nicht drumherum, unser Essen heute ist und bleibt politisch!" Claudia engagiert sich "auch laut" und sorgt für mehr Sichtbarkeit der Bauern neben den Großkonzernen. Der Widerstand gegen die Unterdrückung und Ausbeutung der Untertanen eskalierte vor 500 Jahren im deutschen Bauernkrieg mit Tausenden von getöteten Bauern. Thomas Müntzers Vorstellungen einer gerechten Weltordnung waren vorerst gescheitert. Die Wertschätzung aller Menschen bildet das Fundament einer modernen, demokratischen Gesellschaft. Mit dieser "Theorie" kommt Fotograf Matthias Ritzmann auf die Idee, den Bürgerinnen und Bürgern von Allstedt ein Gesicht zu geben. Sein Projekt, beauftragt durch die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt, sorgt für Staunen. Riesengroße Portraits prangen an Häusern und Straßenzügen der Stadt. "Ein soziologisch spannendes Projekt, das etwas auslöst." Matthias erlebt, wie die Menschen, die ihr Gesicht zeigen, miteinander ins Gespräch kommen.
23:10
Bachs "kleine" Messen werden selten aufgeführt. Dabei legen sie beredtes Zeugnis über die Meisterschaft des Komponisten ab. Die besten Arien und Chöre aus seinem bis dato Geschaffenem hat er in diesen kurzen Messvertonungen kunstvoll neu zusammengesetzt. Rademann und sein junges Stuttgarter Ensemble bieten eine frische und zupackende Interpretation dieser "Greatest Hits". Ein Höhepunkt der Thüringer Bach-Wochen 2026 ist das Arnstädter Gastspiel des Jungen Stuttgarter Bach-Ensembles. Aus der ganzen Welt kommen die jungen Musikerinnen und Musiker zur Internationalen Bachakademie Stuttgart zusammen. Mit Hans-Christoph Rademann tritt einer der besten deutschen Chordirigenten und ein Spezialist für Renaissance- und Barockmusik ans Pult. Im Konzert stehen die Lutherischen Messen von Bach im Mittelpunkt. Die in den späten 1730er Jahren zusammengestellten kleineren Messen BWV 233-236 waren Teil von Bachs Bemühen, herausragende Einzelsätzen seines Kantatenwerks durch Umarbeitung neu zu arrangieren und unabhängig vom Zyklus des Kirchenjahres dauerhaft zu etablieren - also eine Art "Best-Of"-Zusammenstellung des Meisters selbst. Aufgrund ihrer knappen Arrangements waren sie auch für den Leipziger Gottesdienst geeignet.