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Verbrechen und Kriminalität im real existierenden Sozialismus - das war eigentlich undenkbar! Doch vor fünfzig Jahren flimmerte zum ersten Mal eine Krimi-Reihe in die Wohnzimmer der DDR, die längst zu einer Legende im deutschen Fernsehen geworden ist. 1971 geht der "Polizeiruf 110" auf Sendung, weil Staatschef Erich Honecker "unterhaltsamere und spannendere Programmangebote" fordert. Ein Jahr nach dem "Tatort" wird eine Krimiserie geboren, die anders aber nicht weniger erfolgreich war und ist. Der "Polizeiruf 110" hatte nicht nur die erste Ermittlerin im deutschen Fernsehen, er wollte auch realistischer sein, näher an der Arbeit der Kriminalisten, weniger reißerisch. Die Krimi-Reihe aus dem Osten wurde vielleicht auch deshalb schnell zum Straßenfeger und nach der Wende zur gesamtdeutschen Krimi-Alternative. Selbstverständlich war das nicht! Nach der Wende musste sich der "Polizeiruf 110" behaupten und seinen Platz im gesamtdeutschen Fernseh-Krimi finden. Die DDR ist längst Geschichte, aber ihre legendäre Krimireihe gibt es immer noch! Sonntags, 20:15 Uhr wird das Böse gejagt und die Welt wieder ein bisschen besser! Wer "Polizeiruf 110" wählt, bekommt ausgeschlafene Kommissare und spannende Fälle. Inzwischen gibt es fast 400 Folgen, ermittelten 50 Kommissarinnen und Kommissare. Einige sind inzwischen selbst Legenden. Und so gibt es zum 50. Jubiläum des "Polizeiruf 110" nicht nur ein Wiedersehen mit den Kommissaren Fuchs und Beck, mit Oberleutnant Thomas Grawe, dem "Schimanski des Ostens" und mit Polizeihauptmeister Horst Krause. Wir schauen auch hinter die Kulissen des neuen "Polizeiruf 110" aus Halle und treffen mit Charly Hübner, Anneke Kim Sarnau, Claudia Michelsen, Maria Simon, Edgar Selge, Michaela May, Jaecki Schwarz, Ben Becker und Andreas Schmidt-Schaller viele bekannte "Polizeiruf"-Gesichter.
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So hat sich Kommissar Thanner die Arbeit in Berlin nicht vorgestellt. Von Duisburg an die Spree versetzt, wo er eine Arbeitsgruppe der Kripo leiten soll, geht es gleich am ersten Tag seiner Ankunft um Leben und Tod. Rechtsradikale Jugendliche haben eine Bank überfallen und die Kunden als Geiseln genommen. Hauptkommissar Fuchs lässt sich gegen die Geiseln austauschen. Die in die Enge getriebenen Jugendlichen schrecken auch vor Mord nicht zurück. Ein Amoklauf beginnt, bei dem Fuchs in Lebensgefahr gerät. Obwohl der frisch aus dem Westen importierte Chef bei seinen Ostkollegen Misstrauen, ja Aggression, auslöst, ist nun Zusammenarbeit gefragt.