12:30
"Wir galten als Utopisten, als Spinner!" sagt Rolf Böhm, der berühmte Kartograph der Sächsischen Schweiz. Kevin Richter, heute 24 Jahre und einst jüngster Dampflokführer Deutschlands, meint: "Man muss bekloppt sein, wenn man sowas macht." Richard,12, erklärt Gästen die Funktionsweise einer Dampflok. "Wer zweifelt, der hat hier auf unserem Bahnhof keinen Platz ...", so Doreen Klotzsche, die Vereinschefin. Sie alle sind der Schwarzbachbahn e. V. - und haben ein Ziel: ehrenamtlich eine verlorene, ja geklaute Eisenbahnstrecke wiederaufzubauen, die einzige Schmalspurstrecke, die die Sächsische Schweiz je hatte. 1951 wird in der Nähe von Bad Schandau eine 12 Kilometer lange Schmalspurbahnstrecke stillgelegt. Seit 1897 hatte es sie die Strecke zwischen Hohnstein und Kohlmühle gegeben. Aber nicht nur das: Alles verschwindet, die Gleise, die Schwellen, sogar der Schotter. Keiner weiß wohin. Erst viel später wird klar, das Material nach Ost-Berlin gegangen, in die damalige Hauptstadt der DDR. Die Region trauert, protestiert, aber das nützt nichts. Eine der schönsten Schmalspurbahnstrecken Deutschlands durchs Schwarzbachtal verschwindet de facto von der Landkarte. Vier Jahrzehnte später verbünden sich in der Aufbruchzeit der 1990er Jahre Eisenbahnenthusiasten aus der Sächsischen Schweiz und nehmen sich ein schier aussichtloses Projekt vor: Den Wiederaufbau der Schwarzbachbahn. "Wir wurden müde belächelt", sagt Thomas Irrgang, heute im Vorstand. Niemand in der Region glaubt, dass das was wird. Es sollte anders kommen: Heute treffen sich die Schwarzbachbahner regelmäßig in Lohsdorf, einem idyllisch gelegenen Dörfchen am Rande des Nationalparks Sächsische Schweiz. Der Verein hat sich dort einen Ort geschaffen wie aus dem Lehrbuch der Eisenbahnromantik: einen Heimatbahnhof, mit originalem Wartehäuschen und Bahnhofstoiletten, Lokschuppen, Werkstätten, dazu Pack- und Personenwagen liebevoll rekonstruiert im Design der 1920er Jahre, einer Diesellok, die aus dem Nachlass des berühmten Stahlwerks Maxhütte in Unterwellenborn aus Thüringen kommt und mit einer selbst sanierten, eigenen Dampflok, der - heute legendären - IV K, eine der meistgebauten Schmalspurbahnlokomotive in Deutschlands. "Die geklaute Eisenbahn" erzählt von einem außergewöhnlichen Verein, von Eigeninitiative, Durchhaltevermögen, Kompetenz, Leistungsfähigkeit, von Sinn und Zusammenhalt. Dieser Film erzählt davon, was möglich ist, wenn sich Menschen unterschiedlichster sozialer Prägungen hinter einem Ziel vereinen.
13:15
In Englands Süden führt der Pilgrims' Way von Winchester nach Canterbury. Ein Verbrechen machte die Stadt zu einem bedeutenden Wallfahrtsort: 1170 ermordeten hier Gefolgsleute des Königs den Erzbischof Thomas Becket. Der Mord erschütterte die Christenheit und ließ Gläubige aus ganz Europa zu seinem Schrein pilgern. Jahrhunderte später zieht es immer mehr moderne Pilger auf den Pilgrims' Way. Ihre Motive sind vielfältig - für manche ist es der Glaube, andere suchen ein Abenteuer, das Naturerlebnis oder sich selbst. Der Pilgerweg verlässt Winchester entlang der River Itchen. Kreideflüsse wie dieser existieren fast nur in England. Für die Fliegenfischerin Marina Gibson ist es etwas ganz Besonderes, hier die wilde Bachforelle zu fischen. Der Flusswächter Simon Ffennell hat sich den Erhalt dieses einzigartigen Ökosystems zur Lebensaufgabe gemacht. In der grünen Hügellandschaft Surreys entdecken Pilger entlang des Weges jahrhundertealte Eiben. Einst war ihr Holz sehr begehrt in England, der Heimat des Langbogens. In dieser Tradition fertigt Nick McMillen auch heute noch kunstvolle Bögen. In der Grafschaft Kent kehren Pilger in eine der schönsten mittelalterlichen Anlagen Englands ein: Seit dem 13. Jahrhundert empfängt ein Karmeliterorden in Aylesford Priory Reisende. Jeder ist willkommen. In Hothfield Heathlands helfen zottelige Rinder, eine der letzten Heidelandschaften Kents zu erhalten - allein mit ihrem Appetit. Am Ziel ihrer Reise empfängt Emma Pennington Pilger in der prächtigen gotischen Kathedrale von Canterbury und segnet sie mit persönlichen Worten.
13:58
Hinter den Kulissen geht es wieder heiß her. Denn diese Nachrichtensendung berichtet nicht nur über das Aktuellste aus aller Welt, sondern auch über regionale Themen des MDR-Gebiets.
14:00
Egal wie das Wochenendprogramm ausgesehen hat, verpasst haben die Zuschauer nichts. Denn hier gibt es nochmal die spannendsten und interessantesten Szenen aus dem Sport zu sehen.
15:30
Hinter den Kulissen geht es wieder heiß her. Denn diese Nachrichtensendung berichtet nicht nur über das Aktuellste aus aller Welt, sondern auch über regionale Themen des MDR-Gebiets.
16:35
Aktueller Sport vom Tage
18:05
Nach dem Arbeitsleben freuen sich viele auf die Ruhe danach. Aber was, wenn man nicht in Ruhe altern will? Wir zeigen Menschen, die Lust haben, weiterzuarbeiten, noch mal Neues zu wagen und Unruhe in ihr Leben lassen. Mit 82 Jahren betreibt Achim Wenning immer noch seine "Leutzscher Bierstube". Kochen, Kellnern, Geschäftsführung: Das alles macht er fast allein. Ein Jahr noch läuft sein Pachtvertrag, einen Nachfolger gibt es nicht. Für Wenning ist klar: Solange es geht, bleibt er hinterm Tresen.
18:20
Wer ist der Mann, der auf einem Klettergipfel hoch über dem Kurort Rathen an einem Sonntagmorgen Trompete spielt? Wie und wo entstehen die beeindruckenden Zeitraffer-Videos von den wabernden Nebeln im Elbtal, mit denen die Fotografen der "Stativ-Karawane" tausendfach ihr Publikum erfreuen? Kann man über den Sandsteinfelsen fliegen? Wann und warum hatte Bergsteigerlegende Bernd Arnold mal so richtig Angst? Und was macht Schauspieler Tom Pauls in seinem Lieblingsgebirge, wenn er mal nicht auf der Theaterbühne steht? All diesen Fragen geht das "Biwak"-Team nach. "Wir haben eine tolle Mischung aus spannenden Aktionen mit Adrenalin-Potential und beschaulich-genussvollen Geschichten gefunden", verspricht Thorsten Kutschke, der bei den Dreharbeiten selbst oft feuchte Hände hatte: Vor allem beim Filmdreh an einem gefürchteten Kletterweg mit dem bezeichnenden Namen "Der Lohn der Angst". "Biwak - Traumtouren in der Sächsischen Schweiz" sind eine bildgewaltige Liebeserklärung an das wundersame Elbsandsteingebirge.
18:45
"In meinem Dorf gibt es keine Kirchturmuhr mehr. Sie ist abgefallen. Wohl weil der Turm sich neigt. Fast wie in Pisa... Das kann so nicht bleiben", sagt Paul Winkler - ein junger Mann aus dem 120-Seelen-Ort Lössen in Sachsen-Anhalt. Paul Winkler ist ein Zugezogener. Er kam als Kind. Heute ist er 32. Obwohl er kein Kirchgemeindemitglied ist, kümmert er sich wie kein anderer um das marode Gotteshaus des Dorfes. Aktuell repariert er - als gelernter Tischler - die alten Kirchenfenster. Noch wichtiger ist ihm die abgefallene Kirchturmuhr. Sie war ein Wahrzeichen. Deshalb sammelt Paul Winkler seit zehn Jahren Spenden für eine neue Uhr. Er sucht unermüdlich nach Sponsoren und organisiert Arbeitseinsätze und Dorffeste. 11.000 Euro müssen zusammenkommen. Im Sommer (2o26) soll die neue Kirchturmuhr eingebaut werden - elektronisch gesteuert, aber mit einem Schlagwerk wie früher. "Darauf freue ich mich am meisten, ich wohne direkt neben der Kirche. Wenn die Uhr morgens vier schlägt, drehe ich mich im Bett noch mal um und weiß, ich kann noch weiterschlafen."
18:50
Die Wetterschau für Mitteldeutschland
18:54
Herr Fuchs ist dabei, seinen Bau neu anzustreichen. Frau Elster, die ihm helfen will, bekommt einen Topf mit Farbe auf dem "Pflaumenmus" steht. Herr Fuchs streitet, aber es stellt sich doch heraus, Herr Fuchs hat sich geirrt.
19:00
In Sachsen-Anhalt kommt nicht so schnell Langeweile auf. Dies verdeutlichen die Beiträge aus den Rubriken "Wir für Sie", "Sportevent der Woche" oder auch die "Freizeitchecker".
19:30
anschl.: das MDR-Wetter
19:50
Für die Sommertour von "Unser Dorf hat Wochenende" geht es fünf Wochen lang auf thematische Dorfreise durch Mitteldeutschland. Zum Schluss des Specials besucht das MDR-Team die Mopedfans in Jahnsdorf im Erzgebirge. Beim "SIM MEET" sind rund 1.000 Simson-Fans dabei. Ob S50, S51, Schwalbe, Star oder Sperber: Auf dem Treffen zeigen die Zweitakt-Fans ihre liebevoll restaurierten, original erhaltenen oder aufwendig umgebauten Maschinen. Junge Simson-Enthusiasten erzählen, warum ihre Mopeds für sie weit mehr als nur ein Fortbewegungsmittel sind. Organisiert wird das Treffen von der 18-jährigen Nelly Tzschentke und ihrer Mutter Romy. Die beiden sind selbst leidenschaftliche Mopedfans und sorgen mit viel Engagement dafür, dass beim Zweirad-Treffen alles rund läuft. "Unser Dorf hat Wochenende" begleitet sie zwischen Benzingesprächen, Motorensound und den vielen kleinen Aufgaben, die hinter einem solchen Treffen stecken.
20:15
Darf es im Kessel mal etwas "Meer" sein? Wolfgang Lippert trifft Stars in Warnemünde, die wie Petra Zieger "unter jeder Muschel waren". Genau so gern wie die DDR-Bürger zogen in der Ferienzeit Musiker, Künstler und Fernsehmacher an die Ostsee. So gab es neben vollen Stränden, maritime Shows und Tourneen in den Konzertmuscheln von Ahlbeck bis Warnemünde. Genau da schaut sich Lippi um, erinnert an die historischen und entdeckt die heutigen Urlaubsquartiere. Er trifft einen Fischer, der keine Fische fängt. Günther Fischer ist mit Tochter Laura und seinem Welthit "Solo Sunny" am Alten Strom an Land gegangen. Die Schwedin Nina Lizell, die zu den Stammgästen in der Kultshow vom ehemaligen Ostseestudio gehört, trifft Gabriele Köbbert. Sie war die Frau des Moderators von "Klock Acht, achtern Strom". An den gebürtigen Warnemünder Horst Köbbert, der auch den Kessel moderierte, wird sogar im Heimatmuseum gedacht. Dazu landeten jede Menge Schlager, Shantys und witziges Seemannsgarn aus dem Adlershofer Archiv an.
22:13
Hinter den Kulissen geht es wieder heiß her. Denn diese Nachrichtensendung berichtet nicht nur über das Aktuellste aus aller Welt, sondern auch über regionale Themen des MDR-Gebiets.
22:15
Auferstanden aus Ruinen erhebt sich Olafs Klub erneut in den Humor-Himmel empor und holt Ostdeutschlands vorzeigbarsten Gastgeber und -nehmer Olaf Schubert zurück an den Tresen der abwegigen Abendunterhaltung. Bei diesem künstlerischen Drahtseilakt unterstützen ihn diesmal Kinderskeptiker Hinnerk Köhn mit einer differenzierten Diskussion über die menschliche Vermehrung, die unfreiwillige Phallusfoto-Millionärin Lara Ermer mit menstruationspolitischer Stilkritik auf sagenhaftem Niveau, Mikro-Immobilienmakler Henning Wexler mit einer erfrischend cholerischen Bewertung des zeitgenössischen Wohnungsmarktes, Gelegenheitsmutter Mareike Richter mit pädagogisch streitbaren Tipps zur ergebnisoffenen Erziehung von männlichem Nachwuchs und der nihilistische Neu-Norweger Nikita Miller mit euphorisierenden Gedanken über das unpraktische Leben in schlechter Gesellschaft.
23:00
Einen Morgen des Grauens erleben die Geschwister Cuyper. Angelina (Julia Akkermans), Marielle (Hadewych Minis) und Cornelis (Thomas Cammaert), Erben eines traditionsreichen Diamantenhandels, finden vor ihren Türen jeweils eine Kiste mit Teilen einer Männerleiche. Kommissar van der Valk (Marc Warren) und sein Team ermitteln schnell die Identität des Opfers: Ahmet Baykam (Anil Aras), ein ehemaliger Diamantenschleifer des Familienunternehmens. Durch seinen kometenhaften Aufstieg und schamlose Affären mit beiden Cuyper-Erbinnen hatte er sich jedoch nicht nur Freunde gemacht. Schon bald geraten sein übergangener Kollege Vito (Simon Manyonda) und der ausgebootete ehemalige Einkäufer der Firma, Jacob (Thom Hoffman) unter Verdacht. Rache und Rivalität bieten sich zwar als mögliche Motive an, scheinen aber nicht den wahren Hintergrund der Tat zu treffen. Vergeblich bittet van der Valk den Psychologen Florian Barby (Leo Staar), der über die intimen Angelegenheiten der Cuyper-Dynastie wie kein Zweiter Bescheid weiß, zu sprechen - Schweigepflicht! Seine Intuition und Kombinationsgabe ermöglichen es dem Ermittler aber schon bald, das zerrüttete Beziehungsgeflecht zu durchschauen und einem dreisten Plan auf die Spur zu kommen.