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Am Freitagabend vor Weihnachten ist ein angesagtes Londoner Luxusrestaurant total ausgebucht. Chefkoch Andy Jones und seine Mitarbeiter stehen wie so oft unter Strom. Ein Inspektor der Gesundheitsbehörde, problematische Gäste und eine Ladung verdorbener Fisch sorgen für zusätzliche Anspannung in der Küche. Zu allem Überfluss taucht auch noch Andys alter Mentor mit einer berüchtigten Restaurantkritikerin auf. Unter Hochdruck versucht der Kochkünstler alle Probleme zu meistern. Spannend wie ein Krimi wirkt der Film, der hyperrealistisch den Alltag in einer Sterne-Küche zeigt. Scheinbar lässig und in einer einzigen Einstellung gedreht, entwickelt das adrenalingeladene Kitchen-Thriller eine enorme Sogkraft. Gleichzeitig gelingt es Regisseur Philip Barantini mit großer Einfühlsamkeit, dass sich das Publikum in die persönlichen Dramen jedes Einzelnen versetzen kann. Völlig zurecht erhielt Stephen Graham ("Venom: Let There Be Carnage"), der als überreizter Küchenchef brilliert, eine Nominierung für den BAFTA Award.
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Die queere Studienanfängerin Alex Dall tritt dem Ruderteam ihrer Universität bei und begibt sich auf eine obsessive physische und psychische Reise, um es in das Spitzenboot zu schaffen. Koste es, was es wolle.
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1 Silberner Bär, Berlin 1 Deutscher Filmpreis Wismar im 19. Jahrhundert: Jonathan Harker wird nach Transsilvanien geschickt, um mit einem gewissen Graf Dracula den Kaufvertrag für ein Wismarer Haus abzuschließen. Dort angekommen erwartet ihn das pure Grauen... Werner Herzogs Neuinterpretation von Friedrich Wilhelm Murnaus expressionistischem Klassiker ist um einiges pessimistischer als die Vorlage. Klaus Kinski fasziniert in der Rolle des leidenden Grafen Dracula und wurde für seine Darstellung mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet. Die Ausstattung wurde mit einem Silbernen Bären gewürdigt.
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Nominiert für die Goldene Palme, Cannes Ein Polizist beginnt ein Verhältnis mit einer kleinen Gaunerin, die zur Bande seines kriminellen Bruders gehört. Gleichzeitig lernt er deren lesbische Freundin, eine sensible Philosophie-Professorin, kennen. Als das Mädchen nach einem mißlungenen Coup untertaucht und verschwindet, versuchen beide, damit fertigzuwerden. Während der Polizist zu altem Diensteifer zurückfindet, zerbricht die Frau an der verlorenen Liebe. André Téchiné, seit bald 25 Jahren einer der profiliertesten französischen Filmemacher, versammelt einmal mehr ein fabelhaftes Ensemble (u. a. Catherine Deneuve und Daniel Auteuil) um sich, um mit diesem grimmigen Film Noir in menschliche Niederungen hinabzusteigen. Sein sehr komplex erzählter Film lotet die Welt der Diebe und Polizisten aus, in der Selbstlosigkeit und Liebe nur ins Verderben führen.