22:00
Ein sonniger Nachmittag in Berlin: Auf dem Tempelhofer Feld trifft sich eine kleine Gruppe zum Picknick - oben ohne. Aber nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen. "Brust raus!" ist das Motto. Gleiches Recht für alle, findet Aktivistin Feli und will weibliche Brüste so enttabuisieren. Denn echte nackte Körper im Alltag zu sehen, ist immer noch ein Tabu - während wir in den sozialen Medien und in der Werbung damit zugespamt werden. Wie passt das zusammen? Y-History-Reporterin Lisa Muckelberg will verstehen, warum gerade unter den Jüngeren Nacktsein verpönt ist - während unsere Eltern textilfrei und entspannt am Strand lagen. Deutschland gilt schließlich als Vorreiter der Freikörperkultur. Lisa gräbt im Filmarchiv und sieht, dass es schon in den 1920ern einen echten Kult um Nacktheit gab - der dann in der NS-Zeit politisch instrumentalisiert wurde. In der DDR dagegen war sie eine der wenigen Freiheiten im unfreien System, erzählt Zeitzeugin Jeanette der Reporterin am FKK-Strand. Doch FKK hat ein Nachwuchsproblem, erfährt Lisa beim Besuch eines kleinen hessischen Vereins. Das Durchschnittsalter auf dem Platz liegt bei 66 Jahren, und auf dem eifrig gepflegten Spielplatz haben schon lange keine Kinder mehr gespielt. "Mein Junior würde niemals hierherkommen", erzählt FKK-Camper Stefan: "Wegen der Nacktheit." Woran liegt das? Verbinden wir Nacktheit heute nur noch mit Sexualität? Fühlen wir uns bewertet? Um das herauszufinden, trifft Lisa die spicy Influencerin Susanna. Sie zeigt sich und ihren Körper gern freizügig und hat kein Problem, beim Einkaufen für die nächste sexpositive Party darüber zu sprechen - im Gegenteil. Ein ganz anderer Ansatz als der der Berliner Aktivistinnen: Sie wollen den nackten Körper normalisieren und entsexualisieren. Nicht nur mit dem Oben-Ohne-Picknick - Aktivistin Feli macht auch Fotos von Genitalien und stellt sie aus. Zwischen diesen Fronten versucht Reporterin Lisa nicht nur die großen gesellschaftlichen Fragen zu klären, sondern auch mit ihrer eigenen Nacktheit zurecht zu kommen und an die eigenen Grenzen zu gehen.
22:30
Die Wechseljahre bringen neue Krisen, Herausforderungen und Fragen. Jacqueline sucht nach Alternativen zur Hormonersatztherapie, doch das Rauchen erschwert ihre Entscheidung. Heike steckt in einem emotionalen Tief und hadert mit ihrem Selbstbild - wie kann sie lernen, sich selbst wieder anzunehmen? Themen wie Libido und Sexualität werden zum offenen Gesprächsthema. Nicole entwickelt mehr Selbstvertrauen, lernt ihren Körper mit allen Veränderungen und Narben zu akzeptieren. Ihr Ziel: abnehmen, aber auch Selbstakzeptanz. Bettina kämpft weiterhin mit Stimmungsschwankungen und Gewicht, doch ihr neues Ziel, das Rudern, gibt Kraft. Die zweite Folge zeigt den ehrlichen Umgang der Frauen mit Krisen, Risiken und Tabus der Wechseljahre.
23:15
Nora Kaminski wohnt mit ihrem Praxispartner Dr. Richard Freese wie in gemeinsamen Studientagen unter einem Dach. Eng wird es, als sich Noras inzwischen erwachsener Sohn Kai in der Ärzte-WG einquartiert. Der Jurastudent aus Berlin gibt vor, auf Rügen eine wichtige Hausarbeit fertigstellen zu wollen. Bisher steht allerdings nur der Titel auf dem Deckblatt. Irgendetwas stimmt da nicht. Nora hat aber wenig Zeit, den wahren Grund für Kais überraschenden Besuch herauszufinden, denn sie lernt die Butenschön-Brüder kennen - erst im Dienst, dann privat. Matthias Butenschön hat es Nora angetan: Er ist nicht nur ein attraktiver Mann, sondern auch ein Traumbruder für den motorisch eingeschränkten Robin. Matthias tut alles, damit Robin in seinem Elternhaus leben kann. Dass er selbst dringend Hilfe braucht, möchte sich der stolze Kutterfischer in dritter Generation jedoch nicht eingestehen. Neuen Ärger in der Praxis bekommt Nora wegen einer verärgerten Mutter, von der sie im Internet angeschwärzt wird. Zum Glück kennt Kai ein paar Tricks, um die Anschuldigungen aus der Welt zu schaffen. Gemeinsam mit Sprechstundenassistentin Mandy lässt er sich etwas einfallen, um die Verleumdung zu stoppen. Hilflos dagegen ist Richard, als seine Freundin Joanna ihn zum ersten Mal besucht. Obwohl er es so gerne möchte, will keine echte Romantik aufkommen.