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Zwischen 2015 und 2018 arbeitete der polnische Hilfspfleger Grzegorz W. als 24-Stunden-Betreuung in 69 deutschen Haushalten. Statt zu pflegen, tötete er: Mit Insulin-Überdosen ermordete er pflegebedürftige Menschen und bestahl sie - Bargeld, Schmuck, sogar Artikel des täglichen Bedarfes wie Klopapier. Die Staatsanwaltschaft München klagte ihn im März 2019 an. Im Oktober 2020 verurteilte das Landgericht München den damals 38-Jährigen wegen dreifachen Mordes und versuchten Mordes zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung. Sein Motiv: Habgier und der Wunsch nach Ruhe. Der Angeklagte hatte keine pflegerische Ausbildung, nur einen Crashkurs absolviert, und war in Polen vorbestraft. Bei den Vermittlungsagenturen in Polen und Deutschland musste er kein Führungszeugnis vorlegen. Dennoch schickte man ihn jahrelang zu Pflegebedürftigen, deren Angehörige glaubten, ihre Eltern und Großeltern seien in guten Händen. Der Fall offenbart ein tiefes strukturelles Problem: In Deutschland leben über fünf Millionen Pflegebedürftige, rund 80 Prozent werden zu Hause betreut. Viele Familien setzen auf osteuropäische Betreuungskräfte, vermittelt über Agenturen. Doch der Pflegemarkt ist unzureichend reguliert: Arbeitszeiten, Qualifikationen und medizinische Handlungen werden kaum kontrolliert, die Agenturen haften nicht. Der Fall Grzegorz W. gilt als einer der erschütterndsten Kriminalfälle der letzten Jahre - und als Mahnmal für ein System, das dringend Reformen braucht.
23:20
In einem Hafenbecken wird die Leiche einer jungen Ausländerin gefunden, die den Ehering einer anderen Frau trägt. Irene Huss' Ermittlungen ergeben, dass die Tote zu einer Gruppe illegaler Arbeiter gehörte und offenbar eine Affäre mit Patrik Högberg hatte, dem wohlhabenden Besitzer eines Schrottplatzes. Als auch Högberg wenig später getötet wird, gibt es einen Zeugen für die Tat. Doch der Mann, ebenfalls ein illegaler Einwanderer, hat panische Angst und taucht unter. Während Irene fieberhaft nach ihm sucht, beginnt auch der Mörder eine Hetzjagd auf den unliebsamen Mitwisser.
00:45
Aus Sorge um ihre verschollene Tochter Fanny reist die Münchner Beamtin Lisbeth überstürzt nach Italien. Erleichtert stellt sie fest, dass die junge Studentin zwar wohlauf ist, zum Entsetzen ihrer Mutter aber den Jurastudenten Luca heiraten will, den Fanny erst sechs Wochen kennt. Die geschiedene Lisbeth ist äußerst skeptisch, und auch bei Lucas wohlhabender Mutter Carla schrillen sämtliche Alarmglocken. Mit geballter mütterlicher Macht wollen beide Frauen die Blitzhochzeit ihrer Kinder verhindern.
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News & Boulevard
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03:00
Tuba arbeitet in der Großküche der JVA. Für die Gefängnisinsassin ist es der erste Ort in ihrem Leben, an dem sie einen geregelten Tagesablauf hat und einer Arbeit nachgeht. Vor dem Knast war Tuba ziellos, lebte in den Tag hinein und wurde kriminell. Die 44jährige hat drei Menschen getötet und wurde wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Die ersten Jahre in Haft hat sie sich ihre Taten nicht eingestanden, heute leugnet Tuba ihr Handeln nicht mehr. Frauen in Gefängnissen sind immer noch deutlich in der Minderheit. Aber es gibt sie: Mörderinnen, Räuberinnen oder weibliche Dealer. Das erste Frauengefängnis in Deutschland wurde 1955 in Frankfurt Preungesheim gegründet. Dort sitzt auch Angel ein. Die 44jährige verbringt bis heute insgesamt 21 Jahre ihres Lebens in Haft. Derzeit verbüßt sie eine Haftstrafe wegen einer schweren Raubstraftat. Dafür hat sie sogar Sicherungsverwahrung erhalten. Ein Urteil, das nur sehr wenig Frauen in Deutschland bekommen. Früher sei sie auch im Knast aggressiv gewesen. Dann habe sie an sich selbst gearbeitet und hofft inzwischen auf eine baldige Entlassung. Alexandra und Melissa sind aufgrund von Drogendelikten im Gefängnis gelandet. Hier lernen sich die beiden bei ihrer Arbeit in der Näherei kennen. Sie knüpfen eine Freundschaft, die ihnen beim Verbüßen ihrer Haftstrafe Halt gibt. Fünf Prozent der Inhaftierten in Deutschland sind Frauen. Im Frauengefängnis Frankfurt Preungesheim sitzen derzeit 260 Insassinnen ihre Strafen ab. Eine Woche lang drehte Autorin Carolin Lemuth in der Justizvollzugsanstalt, traf Inhaftierte und Bedienstete. Sie zeigt, welche Jobs es für die Frauen in der Haftanstalt gibt, welche Perspektiven Sie dadurch erhalten. Und, welche Chancen es auch für Inhaftierte gibt, die viele Jahre hinter Gefängnismauern und Gittern absitzen müssen. Aber sie zeigt auch die andere Seite: Wie gehen die Angestellten im Gefängnis damit um, jeden Tag von Straftäterinnen umgeben zu sein.
03:45
In einem Hafenbecken wird die Leiche einer jungen Ausländerin gefunden, die den Ehering einer anderen Frau trägt. Irene Huss' Ermittlungen ergeben, dass die Tote zu einer Gruppe illegaler Arbeiter gehörte und offenbar eine Affäre mit Patrik Högberg hatte, dem wohlhabenden Besitzer eines Schrottplatzes. Als auch Högberg wenig später getötet wird, gibt es einen Zeugen für die Tat. Doch der Mann, ebenfalls ein illegaler Einwanderer, hat panische Angst und taucht unter. Während Irene fieberhaft nach ihm sucht, beginnt auch der Mörder eine Hetzjagd auf den unliebsamen Mitwisser.