22:50
Kommissar Wisting (Sven Nordin) trauert um eine Beamtin, die bei der Flucht des Serienmörders Kerr (Odin Waage) ums Leben gekommen ist. Nun gerät der Einsatzleiter von der Osloer Spezialeinheit für ungelöste Fälle, der selbstbewusste Adrian Stiller (Kyrre Hellum), bei seinen Larviker Kollegen in die Schusslinie. Hat er Kerr womöglich absichtlich laufen lassen, damit dieser die Polizei zu seinem phantomhaften Komplizen führt? Da von dem Flüchtigen jede Spur fehlt, konzentrieren sich die Ermittler auf den "Anderen", wie die Medien den unbekannten Helfer nennen. Wisting und Stiller versuchen die Spur bei Kerrs Geliebten Mona (Kjærsti Odden Skjeldal) aufzunehmen. Ihren Beteuerungen, nichts mit Kerrs Untertauchen zu tun zu haben, schenken die Ermittler wenig Glauben. So raffiniert wie der Fluchtplan erscheint, ist die Verfolgung darin bedacht! Unterdessen erkennt Wistings Tochter Line (Thea Green Lundberg), die über Kerr eine Filmdokumentation dreht, dass sie - ohne etwas zu ahnen - benutzt wurde. Sowohl die Polizei als auch die Journalistin versuchen, bei dem Katz-und-Maus-Spiel die Rollen umzukehren.
23:35
Die ARD Crime Time beleuchtet in ihrer neuen Staffel den rätselhaften Mord an Hans Plüschke, einem ehemaligen Bundesgrenzschützer, der 1998 durch einen gezielten Kopfschuss getötet wurde. Der Fall wurde nie aufgeklärt. Die Vorgeschichte dieses Cold Case führt zurück in die Zeit des Kalten Krieges, als Plüschke 1962 bei einem Feuergefecht an der innerdeutschen Grenze den NVA-Hauptmann Rudi Arnstadt erschoss. Die Staffel geht der Frage nach, ob Plüschkes Tod 1998 die späte Rache eines Stasi-Netzwerks oder das Ergebnis eines Raubmordes war. Am 14. August 1962 kommt es im Fulda Gap, einer strategisch wichtigen Schwachstelle, an der die NATO einen Einmarsch des Warschauer Paktes fürchtete, zu einem Feuergefecht. Dabei erschießt der Bundesgrenzschützer Hans Plüschke den NVA-Hauptmann Rudi Arnstadt. Während der Westen den Vorfall als Notwehr einstuft, erhebt die DDR schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung, vermutet ein Mordkomplott und schwört Rache. Rudi Arnstadt wird zum Volkshelden stilisiert. Der Fall hätte fast den Dritten Weltkrieg ausgelöst. Knapp drei Jahrzehnte später fällt die Mauer. Hans Plüschkes Identität bleibt aus Sicherheitsgründen all die Jahre geheim, bis er 1997 in einem Interview mit der Hessenschau zugibt, der Schütze gewesen zu sein. Sieben Monate später, am 15. März 1998, wird Plüschke tot aufgefunden - ein Schuss durch das rechte Auge, exakt an der Stelle, an der er Arnstadt einst traf. Der Fall Hans Plüschke beleuchtet nicht nur ein tragisches Einzelschicksal, sondern auch die anhaltende Spannung zwischen Ost und West, die sich tief in das kollektive Gedächtnis der Region eingegraben hat. Die Dokumentation zeigt, wie Vergangenheit und Gegenwart in einem ungelösten Mordfall aufeinandertreffen.