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Deutschland 2026. Was beschäftigt uns? Was bewegt uns? Was fordert uns heraus, was hält uns zusammen? Jetzt. In diesem Moment. Kita fällt aus! Was jetzt? In dieser Folge geht es um die Betreuungssituation in Deutschland - und um die Menschen, die sie tagtäglich erleben. Um Eltern und Fachkräfte, die zwischen Betreuungsausfällen, steigenden Kosten und beruflichen Erwartungen an ihre Grenzen stoßen. Katharina Georges, 36, arbeitet als Heilerziehungspflegerin und stellvertretende Leiterin einer Kita in Neuss-Holzheim in NRW. Sie liebt ihren Beruf, doch Personalmangel, hohe Bürokratie und Überlastung prägen ihren Alltag. "Man will den Kindern unbedingt gerecht werden, aber schafft es nicht. Dann gehe ich mit einem unguten Bauchgefühl nach Hause". Katharina arbeitet Vollzeit, pendelt täglich mehrere Stunden und fragt sich, wie lange dieses System tragfähig bleibt. Auch für Eltern wird Betreuung immer unsicherer. Denis Leimpek, 40, lebt mit seiner Familie im hessischen Allendorf (Lumda). Er arbeitet im Homeoffice, seine Frau im Kundenservice. Fällt die Kita-Betreuung aus, muss die Familie improvisieren - zwischen Videokonferenzen, Abholzeiten und Kinderbetreuung. Oft springen Freunde oder Bekannte ein. Sein Arbeitgeber zeigt nur begrenztes Verständnis. Daniel wünscht sich verlässlichere Betreuung, bessere Kommunikation und mehr Flexibilität für berufstätige Eltern. "Das Verständnis vom Arbeitgeber ist irgendwann begrenzt. Wir sind auf dem besten Wege, kinderunfreundlich zu werden." Isabell Sacharek, 35, aus March bei Freiburg ist ausgebildete Sozialarbeiterin und Mutter zweier Kinder. Eigentlich wollte sie nach der Elternzeit zurück in ihren Beruf. Doch steigende Kita-Gebühren haben dazu geführt, dass sich Teilzeitarbeit für sie finanziell nicht mehr lohnt. "Hohe Kita-Gebühren bedeuten Frauen, die zu Hause bleiben". Die Situation belastet ihren Alltag, ihren Selbstwert und ihre Zukunftsplanung. Im Austausch mit anderen Müttern wird deutlich, wie sehr die Kita-Krise Lebensentwürfe verändert - und wie sehr Deutschland auf Fachkräfte wie Isabell angewiesen ist.
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Als Fotografin für die European Pressphoto Agency (EPA) und später Associated Press (AP) wurde Anja Niedringhaus zur Wegbereiterin in einem Beruf, in dem der Frauenanteil bis heute verschwindend gering ist. Den Begriff "Kriegsfotografin" lehnte sie für sich ab, richtete stattdessen ihren Blick auf die Folgen für die Menschen und suchte selbst im schlimmsten Grauen nach Inseln der Humanität. Hierfür wurde sie mit der höchsten journalistischen Auszeichnung, dem Pulitzerpreis, geehrt. Obwohl ihre Ermordung 2014 weltweit für Entsetzen sorgte, wurde sie von den Ermittlern in Ost und West als Spontantat eines islamistischen Einzeltäters rasch ad acta gelegt. Der Film widerlegt diese Sichtweise und benennt die politischen wie personellen Hintergründe. Sowohl das zeitlose Werk als auch der der tragische Tod von Anja Niedringhaus sind ein dringlicher Apell für Frieden, der heute aktueller ist denn je.