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TV Programm für HR Fernsehen am 07.04.2026

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Y-History 22:00

Y-History: Die Syphilis ist zuürck

Zeitgeschichte

Die Geschlechtskrankheit Syphilis ist mehr als eine Diagnose - sie ist ein gesellschaftliches Urteil. Dieser Film erzählt von dieser gefährlichen Krankheit, die Leid, Lust und Scham seit Jahrhunderten miteinander verknüpft und aktuell wieder auf dem Vormarsch ist. Der Film verbindet persönliche Schicksale mit Medizingeschichte und Gegenwart und zeigt, warum Syphilis bis heute beschämt - und warum wir anfangen müssen, offen darüber zu sprechen. Reporterin Helena Brinkmann trifft Ben, der sich kürzlich mit Syphilis infiziert hat und ihr erzählt, was die Diagnose bei ihm ausgelöst hat, wie seine Ärzte reagierten und warum er trotz seiner Offenheit anonym bleiben möchte. Denn die Kranken sind immer noch stigmatisiert, obwohl Syphilis heute mit Antibiotikum geheilt werden kann. Im Infektiologikum Frankfurt begleitet sie Dr. Thomas Lutz durch den medizinischen Alltag und trifft einen Patienten, der sich testen lässt. Der Blick zurück zeigt, wie anders die Krankheit früher behandelt wurde: Im historischen Labor von Paul Ehrlich wird deutlich, welche Zeitenwende der medizinische Durchbruch des 19. Jahrhunderts bedeutete. Historiker Eduard Winter führt durch den Narrenturm in Wien und macht sichtbar, wie Syphilis über Jahrhunderte Angst, Stigmatisierung und brutale Behandlungen nach sich zog - festgehalten in Moulagen und originalen Krankenakten. Doch die Krankheit war nie nur medizinisch, sondern immer auch politisch: Mit Angelika Börner spricht sie über ihre traumatischen Erfahrungen in einer sogenannten "Tripperburg" der DDR, in der sie als Jugendliche im Namen der Medizin eingesperrt und misshandelt wurde. Medizin-Influencerin Sri erklärt, warum sexuell übertragbare Krankheiten online kaum vorkommen und warum Aufklärung in queeren Communities oft weiter ist als anderswo.

Danach

Im Visier der Grauen Wölfe 22:30

Im Visier der Grauen Wölfe: Wie türkischstämmige Rechtsextreme die deutsche Gesellschaft unterwandern

Politik

Der sogenannte "Wolfsgruß", den der türkische Nationalspieler Merih Demiral während der EM 2024 zum Sieg seiner Mannschaft mit vielen Fans auf dem Spielfeld zeigte, erregte europaweit Aufsehen - und lenkte den Blick auf eine bislang unterschätzte Gefahr: Die "Grauen Wölfe", eine ultranationalistische, rassistische und gewaltbereite türkische Bewegung, die sich in Deutschland zunehmend ausbreitet. Die Autoren Jan-Philipp Scholz, Yagmur Ekim Çay und Annkathrin Weis dringen tief ein in die Strukturen der Bewegung: Es gelingt ihnen, neue, potenziell kriminelle Strukturen aufzudecken, sie zeigen Verbindungen in die organisierte Kriminalität auf und sprechen mit Aussteigern, Experten und Betroffenen. Sie treffen auf Personen, die offen drohen, ihre Feinde "umzubringen". Als "Feinde" gelten dabei Kurden, Aleviten, Feministinnen, Juden sowie Homosexuelle und Andersdenkende. Hunderte politische Anschläge werden den türkischen Rechtsextremisten zugerechnet. Die "Grauen Wölfe" werben in Deutschland besonders um Kinder und Jugendliche. Das ARD-Team enttarnt Sportvereine, Schulen und Ortsvereine der "Grauen Wölfe" und zeigt zahlreiche Fälle auf, in denen deutsche Lokalpolitiker Verbindungen zu Ortsvereinen der Grauen Wölfe unterhalten. Dabei ist die Bewegung längst kein Randphänomen mehr, im Gegenteil: Deutschland ist ein zentraler Standort der Grauen Wölfe in Europa. Mit ca. 12.900 Anhängern zählen sie zu den größten rechtsextremen Bewegungen in Deutschland, die Dachverbände haben ihren Sitz in Frankfurt, Köln und Ludwigshafen. Die Organisation steht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes und ist als rechtsextremistisch eingestuft. Ein Verbot wurde politisch immer wieder diskutiert, ist aber bislang nicht umgesetzt. Die Dokumentation zeigt auf, wie unter dem Deckmantel von "Kultur", "Sport" und "Religion" die "Grauen Wölfe" die Gesellschaft in Deutschland unterwandern. Über die Sozialen Medien und auf zahlreichen Veranstaltungen werden besonders junge Menschen indoktriniert. Die Ideologie der "Grauen Wölfe" basiert auf der Vorstellung türkischer Überlegenheit, religiösem Konservatismus und einem autoritären Gesellschaftsbild. Ihre Wolfssymbolik stammt noch aus vorislamischer Zeit. Die faschistische Bewegung ist eng mit der rechtsextremen MHP-Partei verbunden, die derzeit mit der AKP unter Präsident Erdogan koaliert.

Wie die Liebe geht 23:15

Wie die Liebe geht

Dokumentation

Drei Paare - sieben Jahre. Sarah und Patty aus Waltrop bei Dortmund, Mirko und Nicola aus Bremen und Benni und Nici aus Berlin lassen sich vom großen Ja-Wort durch Höhepunkte, Krisen, Trennungen und Wiederannäherungen, sowie einen mitten ins Leben hauenden Schicksalsschlag bis ins "verflixte siebte Jahr" als Paar dokumentarisch begleiten. Das Frauenpaar aus dem Ruhrgebiet macht sich auf den schwierigen Weg der Familiengründung, um dann, wenn es sein Ziel mit Wunschkind, Reihenhaus und zwei Hunden endlich erreicht hat, in eine ungeahnte Krise zu stürzen. Malermeister Mirko und seine Power-Freundin Nicola erweitern ihr Patchwork-Familienmodell gleich zu Beginn mit einem Baby, um dann zu merken, dass der neue Alltag für die zwei eine zu große Herausforderung darstellt. Der sensible Benni und sein Fels in der Brandung, Nici, meistern das zweifache Elternwerden nebst zu schreibender Doktorarbeit in Coronazeiten, sie lösen aufkommende Paarkonflikte. Eines Tages aber ändert sich auf einen Schlag alles, und das Leben der Familie ist auf den Kopf gestellt. Nah dran und empathisch begleiten die preisgekrönten Dokumentar-Filmerinnen Judith Keil und Antje Kruska die drei Paare über sieben Jahre, durch Höhen und Tiefen des Lebens und der Liebe, die sich am Ende für alle tiefgreifend verändert hat, aber dennoch auf jeweils ganz eigene Weise überlebt und weiter Bestand hält.