23:00
Es ist ein eisiger Rosenmontag-Morgen 2021, als gegen 5 Uhr früh bei der Polizei in Fulda ein Notruf eingeht. Eine Anwohnerin berichtet von Schüssen. Christoph Seibert, Leiter der Kriminalpolizei Fulda, macht sich mit seinem Team sofort auf den Weg. Die Straßen sind schneebedeckt. Im Klosterwiesenweg finden die Beamten Abdulaziz D. tot in seinem Auto. Im Kopf des 41-jährigen Familienvaters entdecken sie ein Einschussloch. Die Lage ist unklar: War es Suizid oder Mord? Schusswaffenexperten des Landeskriminalamtes in Wiesbaden sowie KollegInnen der Spurensicherung und Rechtsmedizin rücken an. Eine aufwendige kriminaltechnische Untersuchung am Tatort beginnt: Schmauchspuren und Reifenabdrücke im Schnee werden genommen, nach weiteren Patronenhülsen und Einschusslöchern gesucht. Es wird nicht einfach für die Beamten der Spurensicherung. Der Tatort ist eine öffentliche Straße, auf der unzählige Spuren von Personen und Fahrzeugen vorhanden sind. Auch Zeugen gibt es nicht. Die forensische Untersuchung ergibt, dass Abdulaziz D. durch das geschlossene Fenster seines Autos erschossen wurde, als er gerade den Motor startete, um sich auf den Weg zu seiner Arbeitsstelle zu machen. Er war angeschnallt, völlig wehrlos und von den Schüssen überrascht. Der vorsitzende Richter wird in seiner Urteilsbegründung später von einer "kaltblütigen Hinrichtung" sprechen. Wer könnte ein Motiv für die Tat gehabt haben? Der fünffache Familienvater war beliebt in der Gegend. Die Beamten tappen im Dunklen. Nach zwei Tagen bekommen die Ermittler einen wichtigen Hinweis vom Bruder des Getöteten. Der beste Freund des Opfers, der mit ihm 2015 aus Syrien geflohen war, gerät ins Visier.
23:30
Um einen Doppelmord aufzuklären, wird Maria Wern nach Stockholm geschickt. Dort soll sie mit ihrem Kollegen Petter Torwalds herausfinden, warum ein Paar, das eine Biofarm auf Gotland betrieb, sterben musste: Sie wurde mitten in der Hauptstadt erschossen, er in ihrem abgelegenen Wohnhaus auf der Ostseeinsel. Ins Visier des Ermittlerduos gerät ein ehemaliger Geschäftspartner, mit dem die ermordete Minna ein folgenreiches Verhältnis hatte. Der verheiratete Claes Gunnar Andersson macht um die Affäre kein Geheimnis, verschweigt aber ein heimliches Treffen kurz vor der Tat. Weitere Indizien belasten ihn, ein Motiv gibt es jedoch nicht. Hinweise vermutet Maria in einem Briefumschlag, den Minna in der Tatnacht bei sich trug und der seither verschwunden ist. Dass in dem Puzzle ein wichtiges Teil fehlt, um die Wahrheit herauszufinden, lässt Maria keine Ruhe. Während Kollege Torwalds wie gewohnt Feierabend macht, setzt sie, alleine auf den nächtlichen Straßen unterwegs, ihre Ermittlungen fort. Aus Minnas Terminkalender ergibt sich eine Spur, die zur Niederlassung eines internationalen Food- und Pharmakonzerns führt. Ihrer Intuition folgend, beginnt Maria sich dort umzuschauen - ohne zu merken, dass ihr jemand folgt. Schon bald gerät die mutige Ermittlerin selbst in Gefahr.