22:00
In den sozialen Medien sind sogenannte "Tradwives" ein großer Hype. Insbesondere auf Plattformen wie TikTok und Instagram trenden Frauen, deren Selbstverwirklichung darin besteht, alles für ihre Männer zu tun: putzen, kochen, backen - und dabei stets sexy auszusehen! Die Frau also wieder hinter dem Herd und der Mann bringt das Geld nach Hause. Kein Wunder, dass dieser Trend großen Widerspruch erzeugt. Reporter Léon Haase fragt sich: "Meinen es die Tradwives mit ihrer Rolle rückwärts ernst und was ist das überhaupt, eine klassische Hausfrau?" Um mehr über diesen Hype zu erfahren, hat Léon die erfolgreiche Influencerin Carolina Tolstik, besser bekannt als xmalischka_, besucht. Carolina lebt auf Mallorca und sagt, ihre Posts seien absichtlich etwas übertrieben und teilweise auch ironisch gemeint und sieht sich selbst als Feministin. Léon möchte verstehen, worauf sich Tradwives da eigentlich zurückbesinnen und hat dafür mit drei Expertinnen gesprochen und spannende Einblicke gewonnen: Evke Rulfes stellt fest, dass Frauen früher den ökonomischen Haushaltsvorstand hatten und erst als sie mit der Romantik alles aus Liebe für den Mann tun sollten, ihre Hausarbeit entwertet wurde. Hedwig Richter sieht im Modell Hausfrau eine ideologische Einigung des Westens im beginnenden Kalten Krieg. Und Jessica Bock berichtet, dass die DDR die Hausfrauen dringend in Arbeit bringen mussten, um die Arbeitskraft der 4 Millionen Menschen zu kompensieren, die bis dahin aus dem Arbeiter- und Bauernstaat geflohen waren.
22:30
In der "Frauensauna" begegnen sich vier Frauen, die ihre Wechseljahre ganz unterschiedlich erleben. Bettina (62) kämpft mit Gewichtszunahme und fragt sich, ob spezielle Ernährung helfen kann. Jacqueline (51) leidet unter Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Haarausfall. Ihre Frauenärztin empfiehlt eine Hormonersatztherapie - doch Jacqueline ist unsicher und sucht Informationen zu Risiken und Nebenwirkungen. Heike (53) spürt erstmals Gelenkschmerzen und will durch gezielte Ernährung und Muskelaufbau fitter werden. Nicole (54) sucht nach neuer Liebe und mehr Selbstbewusstsein. Sie verarbeitet noch immer die Folgen einer Gebärmutterentfernung. Die Doku-Serie begleitet die Frauen auf ihrem Weg - mit ehrlichen Gesprächen, Expertenwissen und Tabu-Themen rund um die Wechseljahre.
23:15
Angetrieben durch den Ausbau der Elektromobilität ist Lithium zu einem Rohstoff mit strategischer Bedeutung geworden. Weltweit ist der Bedarf in den vergangenen Jahren stark gestiegen. "Bis 2030 wird die Nachfrage noch mal um das Fünf- bis Siebenfache wachsen", prognostiziert Michael Schmidt von der Deutschen Rohstoffagentur. Bisher ist man in Europa vollständig auf Lithiumimporte angewiesen. Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 mindestens zehn Prozent des Bedarfs aus eigener Gewinnung zu decken. Zudem will man Lithium hier weiterverarbeiten, Batterien herstellen und das Recycling ankurbeln. Es geht um den Aufbau eines Lithiumkreislaufs in Europa. Kann das funktionieren? Und welche Folgen hätte der Lithiumabbau für die Umwelt? Die Dokumentation sucht Orte auf, an denen sich der Erfolg eines europäischen Lithiumkreislaufs entscheiden könnte: etwa einen Steinbruch im französische Zentralmassiv, wo laut Plänen eines Bergbaukonzerns bald eine der größten Lithiumminen Europas entstehen könnte; oder eine Pilotanlage im Oberrheingraben, wo Lithium nicht aus Gestein, sondern aus heißem Tiefenwasser gefördert wird. Ob in der Raffinerie, in einer Forschungsfabrik für Batteriezellen oder einer Recyclinganlage für Elektroauto-Batterien: An jeder Etappe zeigen sich technologische Herausforderungen für den Aufbau eines Lithiumkreislaufs. Die Dokumentation begleitet Wissenschaftler, die an ressourcenschonenden Methoden der Lithiumgewinnung forschen, und lässt Experten zu Wort kommen, die untersuchen, wie viel Lithium Europa tatsächlich benötigt, um die Verkehrswende zu vollziehen.