21:45
Vor sechs Jahren verschwanden die dreijährige Viktoria Reiter und ihr Vater Julian spurlos. Als die Ermittlungen nach einem Jahr ohne Ergebnisse blieben, wurde der Fall mit Verdacht auf erweiterten Suizid zu den Altfällen gelegt. Doch Viktorias Mutter, Anna Reiter (Maren Eggert), zweifelt an dieser Theorie - und sucht Jahre später noch unermüdlich nach ihrem Kind. Auch Maryam Azadi (Melika Foroutan), die damals als Kommissarin bei der Vermisstenstelle ermittelt hat, lässt der mysteriöse Fall nicht los. Als Anna in ihrer Verzweiflung einen Aufruf auf Social Media startet und eine Belohnung für jeden noch so kleinen Hinweis auf Viktorias Verbleib in Aussicht stellt, überschlagen sich die Ereignisse: Ein obdachloser Mann behauptet, Viktoria lebe noch und bittet Anna um ein Treffen. Kurz darauf verschwindet auch Anna - und wird zur Hauptverdächtigen in einem Mordfall. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Hamza Kulina (Edin Hasanovic), der sich zeitgleich durch eine interne Ermittlung schlägt, nimmt Maryam die Ermittlungen auf.
23:15
Sheila Webb rennt Lieutenant Colin Race buchstäblich in die Arme, als er durch eine beschauliche Straße in Dover spaziert. Sie hat gerade eine Leiche gefunden, im Wohnzimmer von Miss Pebmarsh, einer älteren blinden Dame. Niemand weiß, wer der Ermordete ist oder woher die vier Uhren stammen, die im Wohnzimmer stehen und eine falsche Uhrzeit anzeigen. Colin Race ist zudem auf der Suche nach einem Spion, der wichtige Papiere in seinen Besitz gebracht hat und diese vermutlich nach Deutschland transportieren wird. Die Marine, der britische Geheimdienst MI6 und die örtliche Polizei arbeiten in diesem Fall eng zusammen - mittendrin auch Hercule Poirot, der von Colin Race zurate gezogen wird.
00:45
Leroy Logan ist zwar in Großbritannien geboren und aufgewachsen, doch sein Vater Kenneth kam einst als Immigrant aus Jamaika in das Land. Um seinen Sohn eine gute Ausbildung zu ermöglichen, schickte er ihn auf eine Privatschule. Besonders verabscheut Kenneth in diesem fremden Land die weißen Männer in Uniform, die Menschen wie ihn regelmäßig belästigen. In diesem Glauben wächst Leroy auf. Er hat miterlebt, wie sein Vater ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, nachdem er von zwei fremdenfeindlichen Polizisten falsch beschuldigt und geschlagen wurde, alles eines Parktickets wegen. Auch er selbst hat eigene schlechte Erfahrungen mit der Polizei gemacht. Sein Vater warnt ihn eindringlich, er solle jeglichen Umgang mit der Polizei vermeiden und nichts tun, was diese auf ihn aufmerksam machen könnte. Jahre später arbeitet Leroy als Forensiker. Leroys Kumpel Ed, ein Polizist, ermutigt ihn, sich der Metropolitan Police anzuschließen und bietet ihm an, ihn mal auf Streife mitzunehmen. Nach diesem Eindruck vom Leben der Polizei, kommt es in ihm zu einem Umdenken. Trotz seiner eigenen Erlebnisse seiner Kindheit, des erbitterten Widerstandes seines Vaters und der skeptischen Haltung seines Freundes Leee John gegenüber seinen Plänen, beschließt er im Jahr 1983, sich bei der London Metropolitan Police Force zu bewerben. Im Vorstellungsgespräch macht er der Kommission gegenüber deutlich, dass er sich für den Job bewirbt, um das Verhältnis zwischen den Ethnien zu verbessern. Er will so etwas wie eine Brücke zu seiner jamaikanischen Community sein. Während des sechswöchigen Trainingslehrgangs an der Academy ist er der einzige schwarze Anwärter und macht gleich zu Beginn klar, er sei nicht dort, um Freunde zu finden, sondern die Polizei von innen heraus zu verändern. Einige der anderen Polizeianwärter hören Songs von Marvin Gayes wie 'Got to Give It Up', mögen sogar seinen Humor, und die schriftlichen Prüfungen legt er mit Bravour ab. Erste Zweifel kommen Leroy, als er sich in voller Uniform und mit Bobby-Hut selbst im Spiegel sieht. Im späteren Einsatz lässt man ihn seine Außenseiterrolle und den institutionellen Rassismus spüren, als man ihn alleine einen Flüchtigen verfolgen lässt, und seine weißen Kollegen seine Bitte nach Unterstützung einfach ignorieren. Leroy kommen Zweifel, ob es die richtige Entscheidung war, als erster Schwarzer zur Metropolitan Police zu gehen.
02:05
Alex Wheatle hat seine Kindheit überwiegend in einem weißen Pflegeheim verbracht. Aufgewachsen in Brixton, das zu dieser Zeit einem Pulverfass gleicht, wird er nach drei Tagen andauernden Unruhen im April 1981 verhaftet. Im Gefängnis erfährt er zum ersten Mal in seinem Leben etwas wie ein Gemeinschaftsgefühl und entdeckt seine Leidenschaft für Musik. Dieser Ort eröffnet Alex ungeahnte Möglichkeiten - von dem Mitgefangenen Simeon wird er dazu angehalten, seinen Horizont zu erweitern. Der junge Mann entdeckt seine Liebe zur Literatur, konfrontiert sich mit seiner Vergangenheit und entdeckt für sich einen Weg zur Heilung.
03:10
Der 12-jährige Kingsley ist von Astronauten und Raketen fasziniert, erscheint aber sonst völlig 'normal'. Weil er im Unterricht gestört hat, schickt der Lehrer ihn zum Schulleiter. Der stuft ihn im Vergleich zu seinen Klassenkameraden als unterlegen ein und empfiehlt Kingsleys Eltern, ihn auf eine 'spezielle' Schule für Menschen mit 'besonderen Bedürfnissen' zu schicken. Dort würde ihr Sohn auch vom Sonderunterricht profitieren. Kingsleys Mutter Agnes hält dies für eine gute Idee, da sie selbst Probleme mit ihrem Sohn hat. So fährt Kingsley fortan täglich mit dem Bus zu einer Schule für Lernbehinderte, wo das, was man als 'Klasse' bezeichnet, eher einer Art Tagesbetreuung gleichkommt, bei der die Lehrer Gitarre spielen und gemeinsam mit den Kindern singen. Was Kingsley schnell bewusst ist, wird auch seiner Mutter langsam klar: er ist Opfer der britischen inoffiziellen Segregationspolitik.
04:15
Der Mord an einem angesehenen schwarzen Bandleader in den Docks führt Murdoch in die Hinterhofwelt der Speakeasies und der progressiven Ragtime-Musik. Als er den Manager der Docks, Mickey O'Shea (Jon Llyr), befragt, stößt er auch auf brutalen Rassismus. Er befragt die Witwe des Opfers, Chloe Peters (Miranda Edwards), sowie die Musikerkollegen Ozzy Hughes (Clé Bennett), Jeremy Hardy (Dalmar Abuzeid), Hattie Carter (Tenika Davis) und Buddy Duncan (Ronnie Rowe). Als Murdoch herausfindet, dass der Bandleader gerne zockte und sein sauberes Gospel-Ensemble nicht nur um Zuhörer kämpfte, sondern nachts auch moderne Musik spielte, wird der Fall noch komplizierter. Aber es ist Dr. Grace's (Georgina Reilly) Entdeckung einer seltsam geformten, stumpfen Kopfwunde, in Kombination mit Murdoch's Verdacht über die dunkle Vergangenheit des Musikers und das Auftauchen einer mysteriösen Amerikanerin, die letztendlich die Antwort auf die Frage nach dem Mörder des Musikers liefern könnten.