20:15
Mit dem Fall Collien Fernandes hat die Diskussion um sogenannte Deepfakes, also manipulierte Fotos und Videos, an Fahrt gewonnen. Die Schauspielerin beschuldigt ihren Ex-Mann Christian Ulmen, gefälschte Profile mit pornographischen Inhalten über sie erstellt zu haben. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sicher ist: Die moderne Technologie ermöglicht es, einen Menschen täuschend echt nachzuahmen. Solche Fake-Videos überschwemmen die sozialen Plattformen. Ohne ihr Wissen werden Frauen für pornographische Inhalte missbraucht. Auch in anderen Bereichen werden gefälschte Inhalte eingesetzt: Die angebliche Enkelin ruft aus dem Krankenhaus ihre Oma an und bittet sie um Geld. Hinter diesem "Enkeltrick" aber steckt eine gefakte Stimme. Gerade Ältere fallen auf diese Betrugsmasche herein und verlieren ihr Erspartes. Ebenso beim bandenmäßig organisierten Anlagebetrug, bei dem gefälschte Profile mit angesehenen Experten die Verbraucher in eine Falle locken. Obwohl diese Vergehen bekannt sind, werden sie nur selten geahndet. Welche neuen Gesetze sind nötig, und wie kann die rechtliche Lage der Opfer endlich verbessert werden? Wie können wir gegen die digitale Gewalt gezielt vorgehen? Wie können die Bürgerinnen und Bürger sich selbst schützen? Darüber diskutieren folgende Gäste im Studio: - Georg Eisenreich, CSU, Justizminister in Bayern - Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag - Anke Domscheit-Berg, Publizistin und Netzaktivistin - Sarah Pohl, Autorin - Dirk Müller, Börsenexperte
21:15
Die Themen der Sendung:
21:45
Nachrichten - Berichte - Wettervorhersage
22:00
KI-generierte Darstellungen sexualisierter Gewalt an Kindern verbreiten sich online rasant. Mithilfe von frei verfügbaren KI-Modellen entstehen in Sekunden täuschend echte Bilder. Täter trainieren Modelle gezielt mit echter Kinderpornographie und manipulieren harmlose Kinderfotos. Sie tauschen Anleitungen aus und bestärken sich gegenseitig im Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die Bilder sind kein harmloses Spiel: Sie normalisieren Täterverhalten, befeuern die Nachfrage und gefährden Kinder weltweit. Die Dokumentation fragt nach, warum die Herstellung solcher Abbildungen so einfach ist. Was bedeutet diese Entwicklung für die Opfer, die heute längst erwachsen sind? Und wie wappnen sich Ermittlungsbehörden, Strafverfolgerinnen und Strafverfolger und Meldestellen für das technische Wettrüsten mit den Kriminellen?
22:45
Zwanzig Jahre nach seinem ersten großen Erfolgserlebnis mit seinem Freund Sebastian Haag am 7546 Meter hohen Muztagh Ata in China bereitet sich Benedikt Böhm im Sommer 2025 auf seine Expedition dorthin vor. Die Rückkehr an diesen Ort weckt Erinnerungen an die Anfänge zweier junger Alpinisten, die mehr verband als sportlicher Ehrgeiz: eine tiefe Freundschaft, gegenseitiges Vertrauen und der gemeinsame Drang, Grenzen zu überwinden. In Rückblicken ihrer Expeditionen erleben die Zuschauerinnen und Zuschauer in atemberaubenden Bildern die frühen gemeinsamen Erfolge. Zusammen erreichen sie ihren ersten 8000er Gipfel im Himalaya und werden nach der Rückkehr nach München in den Medien gefeiert. Sie halten jetzt den Weltrekord im Speed-Bergsteigen, was bedeutet mit möglichst wenig Ausrüstung und ohne Sauerstoff so schnell es geht die Gipfel zu erklimmen, um dann mit Skiern in Rekordzeit wieder abzufahren. Wofür andere drei Tage brauchen, allein für den Aufstieg, brauchen sie 11 Stunden um wieder im Basislager zu sein. Sie fühlen sich unverwundbar, doch sie werden zum ersten Mal damit konfrontiert, dass nur ein falscher Schritt am Berg den Tod bedeuten kann.
23:15
Benedikt und Sebastian erleben ihre erste Niederlage. Beim Aufstieg auf den 8051 Meter hohen Broad Peak in Pakistan kann Sebastian das Tempo nicht mehr halten; Benedikt zieht allein weiter zum Gipfel, aber aufgrund der Witterungsbedingungen kann auch er ihn nicht erreichen. Sie müssen nur wenige hundert Meter unterhalb des Gipfels abbrechen und werden zugleich mit dem Todesfall einer Teilnehmerin ihrer Expedition konfrontiert. Diese Erlebnisse bringen sie erstmals unmittelbar mit den Gefahren der Achttausender in Berührung und ihre Freundschaft an die Belastungsgrenze. Es kommt zum Bruch. Unterdessen beginnt der Massentourismus die Bergwelt grundlegend zu verändern. Immer mehr Menschen versuchen die 8.000er-Gipfel zu erklimmen, immer mehr Menschen lassen am Berg ihr Leben. Auf seiner Tour 2025 muss sich Benedikt auch mit der mittlerweile enormen Vermüllung des Hochgebirges auseinandersetzen. 2012 nähern sich die Freunde wieder an und begeben sich ein weiteres Mal auf eine gemeinsame Expedition. Am Manaslu werden sie Zeugen einer großen Lawinenkatastrophe.
23:45
15 Menschen können nach dem Lawinenunglück gerettet werden, Sebastian und Benedikt helfen sie aus den Schneemassen zu befreien. Direkt danach stellen sie sich die Frage: Wie weit können sie gehen, wenn der Tod so nah ist? In der Gegenwart muss Benedikt Böhm seine Expedition am Muztagh Ata abbrechen, weil die chinesischen Behörden den Zugang zum Berg sperren. Schritt für Schritt reflektiert er sein Leben als Bergsteiger, seine Seilpartnerschaft mit Sebastian Haag, die geprägt ist von Erfolgen, Grenzerfahrungen und tiefen Verlusten. Ihre letzte gemeinsame Expedition führt Benedikt und Sebastian im Jahr 2014 zum Shishapangma in Tibet. Dort verliert Benedikt seinen langjährigen Seilpartner und engen Freund bei einem Lawinenunglück. Mitglieder der damaligen Expedition erinnern sich an die Ereignisse und ordnen das Unglück aus ihrer Perspektive ein. Für Benedikt wird es die eigene Konfrontation mit der Vergangenheit, und er stellt sich den schmerzhaften Fragen nach Verantwortung und Risiko, nach den Entscheidungen, die im Grenzbereich zwischen Leben und Tod getroffen werden, und nach dem hohen Preis, den die Berge von jenen fordern, die sie herausfordern.