22:00
Mangel und Not prägen Annas Kindheit im Donau-Ries. Mit Anfang 20 darf sie nach München, wo sie im Klinikum Dritter Orden Kranken- und Klosterschwester werden soll. Aufgrund einer infektiösen Knochenhautentzündung muss sie die Ausbildung jedoch abbrechen und darf nur als Hilfsschwester in einer städtischen Klinik arbeiten. 1956 verliebt sich Anna in den sechs Jahre jüngeren Max Riedl. Eine Wohnung bekommen sie als Hausmeisterehepaar in Schwabing. Als ihnen ein günstiges Grundstück in Annas Heimatort Megesheim angeboten wird, bauen sie sich in zehn Jahren Eigenarbeit ein Häuschen. Doch kaum ist es fertig, wird Max schwer krank und stirbt. Am tiefsten Punkt ihres Lebens trifft Anna einen Pater des Pallottiner-Ordens, der sich weltweit um Bildungsarbeit kümmert. Er überredet sie, sich eine Schule in Indien anzusehen. Mit Mitte 60 fliegt sie, ausgestattet mit drei Wörtern Englisch (please, water, chicken), zum ersten Mal nach Indien. Seither spart sie sich Geld vom Munde ab und sammelt bei Freunden und Bekannten für das Projekt. 2019 reist Anna mit dem "Lebenslinien"-Team ein letztes Mal nach Indien. Doch auch heute - mit 96 Jahren - bleibt sie der Schule in Indien, die mittlerweile 588 Schülern und Schülerinnen eine Ausbildung ermöglicht, verbunden.
22:45
Wer sich in Gunzenhausen auf den Altmühltal-Panoramaweg macht, hat eine spannende Zeitreise durch die Epochen der Erd- und Menschheitsgeschichte vor sich. Und so entdeckt Kathrin Meyer in den Höhlen bei Essing eiszeitliche Knochen von Mammuts und Säbelzahntigern. Sie macht sich auf die Suche nach Relikten des römischen Limes und findet in kleinen keltischen Dörfern noch Kräuter, mit denen die Druiden ihren Zaubertrank brauten. Auf den Burgruinen in Randeck und Schloss Prunn, wo eine Abschrift des Nibelungenliedes gefunden wurde, taucht sie ein in die Sagen- und Märchenwelt des Mittelalters. Zehn Tagesetappen hat sich Kathrin Meyer vorgenommen, auf schmalen Wegen durch blühende Wiesen und gewaltige Wälder, an schroffen Kalkfelsen entlang und stets dem Lauf des Flusses folgend, begegnet sie außergewöhnlichen Menschen: Joachim Stößl, der seit Jahrzehnten in mühevoller Handarbeit die begehrten Kalkplatten aus dem Solnhofener Steinbruch schlägt oder Julia Rieger, mit der sie am Dollnstein ein aufregendes Kletterabenteuer zu bestehen hat. Es sind zehn spannende und erlebnisreiche Tage, die Kathrin Meyer zu bestehen hat, bis sie die Donaumündung der Altmühl erreicht und in einem kleinen Kahn durch die Stromenge beim Kloster Weltenburg ihrem Ziel Kehlheim zustrebt.
23:30
Frankreich, in den 1920er-Jahren: Der begüterte Charles und seine wesentlich jüngere Frau Marta verbringen den Urlaub in einem Hotel am Meer. Doch Charles ist maßlos eifersüchtig, die Auszeit wird zur Hölle. Keinen Moment lässt er Marta aus den Augen und unterbindet jedweden Kontakt mit anderen Männern. Als eines Tages eine Gauklertruppe in dem Strandhotel auftritt, nutzt Marta den Zaubertrick eines Magiers und flieht. Charles wiederum glaubt, seine Frau sei durch Magie weggezaubert worden. Er gibt sein bürgerliches Leben auf, schließt sich der Gauklertruppe an und verliert sich zusehend in einer Wahnwelt. Erst Jahre später trifft er Marta wieder.