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TV Programm für BR Süd am 03.08.2026

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Nachrichten - Berichte - Wettervorhersage

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Lebenslinien 22:00

Lebenslinien: Wie ich 107 wurde

Menschen

Die Augsburgerin Anna, Jahrgang 1911, bewältigt ihren Alltag ohne Hilfe: kochen, waschen, putzen, auch die Haare dreht sie sich selber zu kleinen Zöpfchen. Ihre Mutter, eine einfache Magd, heiratet nicht Annas leiblichen Vater, sondern einen anderen Mann. Der überzieht das kleine Mädchen oft mit Schimpfworten und Willkür. So lernt Anna früh, dass Gehorsam für sie überlebenswichtig ist. Mit 13 Jahren fängt sie in einer Augsburger Weberei zu arbeiten an - ihren Lohn muss sie zu Hause abliefern. Trotzdem gibt sie die Suche nach Glück nicht auf. Nach dem Tod des Stiefvaters glimmt kurzzeitig Hoffnung auf: Ein Musiker, der zuvor Magda Schneider für den Film entdeckt hat, sieht auch in Anna das Zeug zur Schauspielerin. Aber eine von der Mutter arrangierte Ehe zerstört ihren Traum: Denn ihr Mann ist weder zu Anna noch zu der 1940 geborenen Tochter liebevoll und aufmerksam. Im Gegenteil. Erst als sie mit 81 Jahren Witwe wird, kann sie ihr Leben genießen. Mit ihrer Tochter Karin und deren Mann geht sie auf Reisen und hört vor allem nie auf, sich für neue Dinge zu interessieren. So gehören ein Smartphone und der Besuch der vielen Volksfeste auf dem Augsburger Plärrer wie selbstverständlich zu ihrem Leben dazu. Anna Lang ist am 27. September 2019 zu Hause im Alter von 108 gestorben.

Das Bayerische Jahrtausend 22:45

Das Bayerische Jahrtausend: 19. Jahrhundert: Fürth

Dokumentation

1866 - keine gute Zeit: Bayern verliert an der Seite Österreichs den Krieg gegen Preußen, die Wirtschaft stagniert. Zwar fährt seit 1835 von Nürnberg nach Fürth die erste deutsche Eisenbahn, die Bayerische Ludwigsbahn, doch von der neuen Lebensader, der staatlichen Nord-Süd-Bahn, sind die Fürther abgeschnitten. Ihre Waren müssen sie mühsam in Nürnberg umladen. Die Ludwigsbahn ist eine Privatbahn, und die Planer der 1840 entwickelten staatlichen Eisenbahn denken in größeren Kategorien: Da ist das Einbinden kleinerer Wirtschaftsräume nicht vorgesehen. Nach 1871 kommt Fürths Wirtschaft richtig in Schwung, 1876 wird die Stadt auch endlich an die Nord-Süd-Bahn angeschlossen. Das ungebremste wirtschaftliche Wachstum wäre jedoch ohne die unzähligen Industriearbeiter, die vom Land in die Stadt ziehen, nicht möglich. Die Industrielle Revolution verändert alles. Mit Streiks kämpfen Arbeiter um elementare Rechte, wie etwa für eine Mittagspause. Ihr Leben ist hart: schwere Arbeit, wenig Lohn, keine soziale Absicherung, 12 bis 14 Stunden Arbeitszeit, kein freier Sonntag, Kinderarbeit. Die Fürther machen Eingaben um Eingaben: Ihre Stadt soll bayerische Garnisonstadt werden. Kurz vor der Jahrhundertwende erfüllt sich ihr Traum. Die wirtschaftlich erfolgreichsten Jahre erlebt Fürth zwischen 1875 und 1914. Kaum eine andere Stadt in Bayern hat so sehr von der Industrialisierung profitiert wie Fürth.

Lieber Thomas 23:30

Lieber Thomas

Biografie

In der noch jungen DDR möchte Thomas Brasch Schriftsteller werden. Sein Vater Horst will den neuen, deutschen Staat mit aufbauen. Thomas ist ein Träumer, ein Besessener und ein Rebell. Schon sein erstes Stück wird verboten und bald fliegt er auch von der Filmhochschule. Als 1968 die sowjetischen Panzer durch Prag rollen, protestiert Brasch mit seiner Freundin Sanda und anderen Studenten in den Straßen Berlins - und rennt vor die Wand. Sein eigener Vater verrät ihn an die Stasi und schickt ihn damit ins Gefängnis. Auf Bewährung entlassen, arbeitet Brasch hart, liebt und leidet und schreibt über die Liebe, die Revolte und den Tod. Aber mit einem wie ihm kann man in der DDR nichts anfangen. Ohne Aussicht, gehört zu werden, verlässt Thomas mit der Frau, die er liebt, die Heimat, die ihm keine war. Im Westen wird er bejubelt und seine Bücher werden Bestseller. Doch Brasch lässt sich nicht vereinnahmen. Er ist weit davon entfernt, Ruhe zu geben.