12:25
Was macht ein Frauenkloster mit einer heruntergekommenen Brauerei? Mit einem verfallenen Bräustüberl? Die Franziskanerinnen von Au am Inn wagen das Risiko: Sie wollen es wieder aufsperren. Doch die Probleme lassen nicht lange auf sich warten.
12:50
Das legendäre Bräustüberl in Au am Inn könnte bald aufsperren und auch das alte Bier wieder fließen. Doch die Franziskanerinnen aus dem Kloster Au und ihr Geschäftsführer kämpfen plötzlich mit einem sehr störrischen Altbau. Klappt die Eröffnung trotzdem?
13:20
Wo findet man das beste Bier in Bayern? Natürlich in München - meint Stofferl Well und muss in Franken mit allerhand Gegenwind rechnen. Denn nirgendwo auf der Welt gibt es eine höhere Brauereidichte als in Oberfranken. Und so bekommt Stofferl in Bayreuth erst einmal Nachhilfe in Sachen Biergenuss von einem echten Biersommelier. Außerdem erfährt er dort, dass auch Richard Wagner ein großer Liebhaber des Gerstensaftes war. Die Gemeinde Aufseß hat es mit dem Bier sogar ins Guinessbuch der Rekorde geschafft: Sie hat die "größte Brauereidichte pro Einwohner". Dort wird Stofferl auch von einer Harley-Gang aus Nürnberg überrascht und eingekreist. Er sitzt in der Klemme. Ein Glück, dass auch er seine Maschine beherrscht. Die Faszination für das Brauen macht in Oberfranken auch vor den Kirchentüren nicht Halt. In Hallersdorf probiert Stofferl das wohl erste ökumenische Bier, das zwei Pfarrer gebraut haben. Natürlich darf auch der Hopfen nicht fehlen, die wichtigste Zutat beim Bierbrauen. Deshalb besucht Stofferl Well einen Hopfenbauern.
14:05
In der bayerischen Bierwelt braut sich was zusammen: Junge, konzernunabhängige Brauer sagen mit ihren Kleinbrauereien den Großen der Zunft den Kampf an. Es ist ein Kampf um Geschmacks- und Biervielfalt: jeder Sud und jede Brauerei mit einer eigenen Handschrift. Bei "Bier-Weltmeisterschaften" landen seit Jahren innovative amerikanische Biere ganz vorne. In den USA ist der Trend zu neuen Biersorten, den sogenannten Craft-Bieren unübersehbar - es sind in bester Handwerkstradition gebraute Biere. Bayern, so scheint es, hat diese Bewegung fast verschlafen. Doch jetzt lebt sie vor allem im Chiemgau, in München, im Allgäu und in Oberfranken auf (2016). Der Hopfen ist dabei die Zauberpflanze: neue Züchtungen, die dem Bier ungewohnte Geschmacksrichtungen verleihen. Das Flaggschiff der Craft-Bier-Bewegung ist das India Pale Ale (IPA). Diese Biere haben fast drei Mal so viel Hopfen wie das klassische bayerische Helle. Die Allgäuer Brauertochter und Bier-Sommelière Kathrin Meyer besucht die bayerischen Revoluzzer am Sudkessel, die Bier-Rebellen.
14:35
Die beiden Brüder Leopold und Conrad Volk betreiben gemeinsam mit ihren Eltern das Adler-Bräu in Wiernsheim mit viel Liebe zum Produkt. Schon mit 14 Jahren hat sich Leopold entschieden, die Tradition der Familie fortzuführen. Mit 19 Jahren war er der jüngste Brau- und Malzmeister überhaupt. Bis heute hat er diese Entscheidung nicht bereut. Hopfen, Malz, Wasser und Hefe braucht man zum Bierbrauen. Eine Menge handwerkliches Wissen und Freude am alten Handwerk des Bierbrauens gehören natürlich auch dazu. Und die haben Leopold und Conrad Volk. Im Gegensatz zu modernen automatisierten Anlagen wird hier in Wiernsheim das meiste noch von Hand gemacht. Das bringt besondere Herausforderungen mit sich und schafft dadurch eine besondere Beziehung zur eigenen Arbeit und dem Produkt, das sie herstellen. Die beiden Brüder sind überzeugt davon, dass man das auch schmeckt. Kräftig und charakterstark ist das Bier.
15:20
Spalt liegt eingebettet in eine sanfte Hügellandschaft südlich von Nürnberg. Seit 1341 wird hier Hopfen angebaut. Noch bis in die 1950er-Jahre gab es in Spalt rund 200 Hopfenhöfe, heute gibt es in der Stadt nur noch vier Hopfenbauern, trotzdem spielt das "grüne Gold" nach wie vor eine große Rolle (2022). Toni Ermer führt zusammen mit seiner Frau Ingrid und Sohn Florian den Ermerhof im Nebenerwerb, schon seit 200 Jahren baut die Familie Hopfen an. Ihr Haus stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist 17 Meter hoch - ein typisches Spalter Hopfenhaus. Die imposanten Fachwerkhäuser waren Ausdruck von Reichtum und Wohlstand, dienten aber auch einem praktischen Zweck: Der in fünf Böden unterteilte Dachstuhl wurde dafür genutzt, die grünen Dolden zu trocknen. In Spalt gibt es noch zahlreiche Vereine, Traditionsgeschäfte, Bäcker und Metzger. Josef Salbaum ist der "Baulabeck" am Spitzenberg; seine Familie betreibt hier seit 1882 eine Bäckerei. Zusammen mit seiner Frau Irina hegt und pflegt er die Spalter Tracht. Die Spalter Brauerei ist die einzige kommunale Brauerei Deutschlands, somit ist jeder Bürger Mitinhaber und Bürgermeister Udo Weingart der Chef der Brauerei. Was das hiesige Bier so besonders macht, erklärt Brauer Thomas Boxberger. Zu Hochzeiten des Hopfens kamen früher bis zu zweitausend Erntehelfer aus aller Welt nach Spalt. Bis 1912 feierten diese das Ende der Ernte mit dem sogenannten Saumarkt. Wegen zu ausschweifender Exzesse wurde das Fest verboten, aber 1989 vom Heimatverein wiederbelebt. Ein Höhepunkt des Fests ist der Hopfenzupfer-Wettbewerb. In Spalt gibt es drei Metzger auf 5.000 Einwohner. Bernd Wechsler und sein Geselle Stephan Streng wursten in seinem Betrieb die original fränkische Bratwurst. Diese wird gleich nebenan im Wirtshaus "Lang Marie" serviert, das Bernd Wechsler mit seiner Frau Anna führt.
15:45
Gut 350 Tage lang im Jahr ist der Erlanger Burgberg ein beschaulicher Hügel im Grünen. Immer um Pfingsten herum aber wandelt sich die Idylle. Fränkische Expats der ansässigen Weltkonzerne reisen aus Singapore, Shanghai oder Dubai an, Wirte in Erlangens Innenstadt zimmern an Außenschänken und in den Kellergewölben im Burgberg werden Hektoliter Bier eingelagert. "Der Berch ruft!" zur Bergkirchweih und rund eine Million Besucher von Nah und Fern folgen jedes Jahr begeistert diesem Ruf - etwa zehn Mal so viele wie Erlangen Einwohner hat. Schon als Kind hat Rosi Müller hier Brötchen verkauft. Mit ihrem Mann Heinz versorgt sie bis heute hungrige Bergbesucher mit Schnittlauchbroten und Bratwürsten. Rosi und Heinz Müller kennen die Geschichte der Erlanger Bergkirchweih und viele Geschichten. Am Donnerstag vor Pfingsten startet das Fest mit dem Anstich des ersten Fasses Bier, das traditionell als Freibier ausgegeben wird. Wer mag, darf auch zur Kärwa seine eigne Brotzeit mitbringen. Die Atmosphäre ist familiär, zwischen den vielen Besuchern, genauso wie den Wirten und Schaustellern. Werner Rudolph betreibt seit vielen Jahren ein Kinderkarussell, Tochter Sabrina steht mittlerweile mit einem Süßwarengeschäft auf der Bergkirchweih. Wenn abends um 23.00 Uhr der Berch für ein paar Stunden in die Nachtruhe geht, legen sie eine Pause ein. Das Finale am Berch ist immer am ersten Montag nach Pfingsten und seit vielen Jahren eingeübt: Alle winken gemeinsam voller Wehmut mit weißen Taschentüchern zu den Klängen von Lili Marleen dem letzten Fass hinterher. Ein Team des Bayerischen Rundfunks hat auf der Bergkirchweih vor und hinter den Kulissen gedreht.
16:15
"Wir in Bayern" ist das Heimatmagazin im BR Fernsehen, immer montags bis freitags von 16.15 bis 17.30 Uhr. Hier wird alles präsentiert, was unsere Heimat so liebens- und lebenswert macht: traditionelle Handwerkskunst, echte Originale und junge Leute mit hippen Hobbys, traumhafte Landschaften sowie Feste und Brauchtum in Bayern. Außerdem gibt es viele Tipps für den Alltag in Sachen Gesundheit und Garten, Familie und Freizeit, Haushalt und Lifestyle. Jeden Tag wird frisch gekocht oder ein köstlicher Kuchen gebacken. Dabei verraten die Konditorinnen und Konditoren, Spitzenköchinnen und Spitzenköche, Sterneköchinnen und Sternenköche nicht nur ihre exklusiven Rezepte, sondern auch ihre besten Tricks, damit das Nachmachen zu Hause besonders gut gelingt. Außerdem können die Zuschauerinnen und Zuschauer bei Ratespielen mitmachen: Bei "Host mi?" geht's um bayerische Dialektwörter. Und am Donnerstag ist "Bayernlos"-Tag: Vier Kandidatinnen und Kandidaten versuchen bei der "Zweiten Chance" ihr Glück am Gewinnrad.
17:45
Es war einer der heißesten Tage im August, als sich Werner Schmidbauer mit der Kabarettistin Eva Karl Faltermeier auf den Weg hinauf zum 1.293 Meter hohen Gipfel des Großen Osser bei Lam im Bayerischen Wald machte. Der Osser ist der Lieblingsberg der gebürtigen Oberpfälzerin, die als Kind mit ihren Geschwistern in den Sommerferien oft hier war. Jetzt war es eine Rückkehr auf den Osser nach fast 30 Jahren. Auf dem Weg zum Gipfel erzählte Eva Karl Faltermeier von ihrer Kindheit in der Oberpfalz und ihrer Pubertät. Sie hält sich für eine melancholische Frau, die aber bei Schlagern wie "Griechischer Wein" völlig hemmungslos und ausgelassen feiern kann. Ein einschneidendes Erlebnis brachte sie dazu, ihren erlernten Beruf - Redakteurin bei der Zeitung - aufzugeben und sich stattdessen ganz und gar dem Kabarett zu widmen: Und dann kam erst einmal der Lockdown. Auf dem Gipfel überraschte Eva Karl Faltermeier Werner Schmidbauer mit einem dunklen Bier aus ihrem Heimatdorf, das sie trotz der großen Hitze eiskalt aus dem Rucksack holte. Bei der Gipfelbrotzeit mit Fleischpflanzerl erzählte die alleinerziehende Mutter zweier Kinder von ihrer "glücklichen Scheidung" und ihrem neuen Leben als "Senkrechtstarterin" der bayerischen Kabarettszene.
18:30
Nachrichten - Berichte - Wettervorhersage
18:45
In Schweden wird aktiv gegen die invasive Marderhund-Art vorgegangen, um die heimische Artenvielfalt zu schützen. Durch das Besendern und Sterilisieren der Tiere wird ihre Ausbreitung kontrolliert. In Nordirland bedrohen Ratten die größte Papageitaucher-Kolonie, weshalb ein Projekt zur Ausrottung der Ratten und Frettchen gestartet wurde. In den Niederlanden kämpft Jaap Dirkmaat seit Jahrzehnten für den Schutz der Dachse und deren Lebensraum. In Spanien arbeiten Landwirte und Naturschützer zusammen, um Wiesenweihen vor den Mähdreschern zu retten. In der Schweiz fördern Journalistinnen die Biodiversität in städtischen Gebieten durch Begrünungsprojekte. In Irland helfen Ziegen, die Brandgefahr zu reduzieren und invasive Pflanzen zu bekämpfen. In Deutschland versucht eine Taskforce, den Gartenschläfer vor dem Aussterben zu bewahren. In den slowenischen Alpen wird das Alpenschneehuhn durch Telemetrie und Schutzmaßnahmen unterstützt. Diese Projekte zeigen, wie wichtig der Einsatz für die Biodiversität ist.
19:30
Wer die Brennerautobahn nach Italien fährt, hat meist das Urlaubsziel vor Augen und nimmt sich nicht die Zeit, einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen, um andere Plätze zu erkunden. Von Sterzing aus gibt es eine lohnenswerte Variante zur eintönigen Autobahn über das Penser Joch durch das Sarntal nach Bozen. Entlang der Passstraße trifft man auf interessante Menschen und lernt deren Handwerk kennen. Traumhafte Berglandschaften säumen den Weg. Und von Bozen aus führt die Route weiter über Kaltern hinauf auf den Mendelpass. Dort erzählen drei Damen aus Tramin von vergangenen Zeiten, als die Etschtaler Bauern hier noch den Sommer verbrachten.
20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
Django Asül zählt zu den Schwergewichten der politischen Kabarett-Szene und spart nicht an klugem Spott und krachendem Witz. Der türkischstämmige Kabarettist mit dem niederbayerischen Dialekt schaut seinen Mitbürgern präzise aufs Maul. Mit bissigem Humor und meisterhaftem Timing trifft Asül dabei zuverlässig ins Schwarze und gilt als verlässlicher humoristischer Seismograf für die politischen Erschütterungen im Freistaat. Anlässlich seines 30. Bühnenjubiläums, präsentiert das BR Fernsehen einen unterhaltsamen Querschnitt durch sein Werk.
21:00
Ob als Redner beim Politikerderblecken beim Maibockanstich, in Sendungen wie "Asül für alle" oder in seinen zahlreichen Soloprogrammen: Ohne Django Asül ist die bayerische Kabarettszene nicht denkbar. Auch in seinem Programm "Offenes Visier" (2023), aus dem das BR Fernsehen Höhepunkte zeigt, beweist der niederbayerische Kabarettist mit türkischen Wurzeln seinen ganz eigenen Blick auf die Welt. Diesmal geht es weniger um die große Politik, dafür mehr um die wirklich wichtigen Dinge des Lebens: um Nachhaltigkeit, Solidarität und um das Überleben in Zeiten sozialer Verunsicherung. Was Django Asül bietet, ist hoch konzentrierte Komik als Hilfe zur Selbsthilfe.
21:45
Nachrichten - Berichte - Wettervorhersage
22:00
Comedy-Star Martin Frank kommt direkt vom Bauernhof auf die Bühne und gibt selbstironisch Geschichten über seinen Alltagswahnsinn zum Besten. Außerdem mit dabei: Der Österreicher Christoph Fritz, der gerade an seinem neuen Programm feilt sowie die Berlinerin und ehemalige Anästhesistin Anissa Loucif, deren Gags über Herkunft, Familie und Klinikalltag alles andere als zum Einschlafen sind. Mit Sebastian Ulrich steht ein Vertreter der neuen Münchner Stand-up-Generation auf der Bühne und liefert ehrliche Storys über Themen aus dem Alltag eines Großstadtlebens.
22:45
Werner Schmidbauer und Martin Kälberer spielen sich gemeinsam mit der Spider Murphy Gang durch die Bandgeschichte und das Leben von Günther Sigl und Barny Murphy: Mit "Marina, Marina" oder "Sugar Baby" von Peter Kraus gibt Günther Sigl die Songs seiner Kindheit zum Besten. Von der Hippie-Zeit am Münchner Flaucher erzählt er genauso wie von Frisur-Problemen als Bankkaufmann oder unvergesslichen Gigs in Ami-Clubs. Weil die großen Vorbilder der Spider Murphy Gang Elvis Presley und Chuck Berry heißen, erzählen sie nicht nur von den Kultstars, sondern greifen zur Gitarre und singen deren Lieder. Für die BR-Sendung "Rockhouse" sangen sie erstmals Anfang der 80er-Jahre bayerisch und schufen mit "Rock'n'Roll Schuah" ihren eigenen bayerischen Rock'n'Roll-Stil. Die Neue Deutsche Welle brachte dann plötzlich den Riesendurchbruch. "Skandal im Sperrbezirk" und "Schickeria" machten sie über Nacht zu Stars. Und bei "Aufgspuit!" beweisen sie auch unplugged, dass sie auf der Bühne unschlagbar sind.