21:45
In Wiesenried ticken nicht nur die Uhren langsamer, auch die Post kann ein wenig länger brauchen. Als Barthl jedoch eine Karte mit der Verspätung von stattlichen elf Monaten in den Stall flattert, ist das kein Anlass für heiteres Schulterzucken: Er hat ein mögliches Wiedersehen mit seiner Tochter Johanna versäumt, die das Elternhaus vor 23 Jahren im Streit verlassen hat. Nun weiß Barthl weder, ob sie ihn weiterhin treffen will, noch wo das sein könnte! Jetzt erst recht - das rät ihm Pensionswirtin Sophie. Er soll seinen Mut zusammennehmen und sie suchen! Als Barthl die Weltenbummlerin bei einem nahe gelegenen Umweltschutzprojekt ausfindig macht, erlebt er eine Überraschung, die sein eigenbrötlerisches Herz zum Schmelzen bringt: Er hat einen Enkel, mit dem er sich auf Anhieb bestens versteht. Sorgen macht Sophie indes ein älteres Gästepaar, das sich seltsam verhält. Als sie beim Stöbern auf einen verdächtigen Brief stößt, läuten bei der Pensionswirtin die Alarmglocken. Jetzt muss sich Sophie etwas einfallen lassen, um die beiden von ihrem Plan abzubringen.
23:15
Wie sensibel eine Kinderseele sein kann, weiß Paul aus eigener Erfahrung. Umso vorsichtiger geht der Therapeut mit dem zwölfjährigen Faris um, der Schulleiterin Dr. Madaki Sorgen bereitet. Auch Paul möchte der verschlossene Junge zunächst nicht an sich heranlassen. Als jedoch Käthe ins Spiel kommt, beginnt sich Faris langsam zu öffnen. Paul findet heraus, was hinter dem auffälligen Verhalten steht: Faris ist seit Tagen allein zu Hause und versorgt sich selbst, wo seine Mutter Minou sein könnte, gibt zunächst Rätsel auf. Als Paul die Alleinerziehende in einer Ferienwohnung ausfindig macht, wo sie für ihre Abschlussprüfung in Tierpsychologie lernt, beginnt er plötzlich zu verstehen, wieso der Junge sich zu Hause selbst versorgen wollte. Auf die geschockte Minou, die ihn in guten Händen wähnt, kommen nun ernste Probleme zu: Das Jugendamt droht, ihr Faris wegzunehmen. Damit Mutter und Sohn weiter zusammen sein können, muss Paul nicht nur als Therapeut helfen, sondern auch den Konflikt entschärfen.