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TV Programm für BR Süd am 20.07.2026

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Das Bayerische Jahrtausend 22:45

Das Bayerische Jahrtausend: 18. Jahrhundert: Erlangen

Dokumentation

Erlangen, 1701. Ein fremdes Geräusch dringt durch die Straßen: Der Klang einer neuen Zeit, das mechanische Rattern eines Strumpfwirker-Stuhls - der älteste in Deutschland und noch heute im Stadtmuseum von Erlangen zu besichtigen. Die Hugenotten, die hier eine neue Heimat fanden, brachten das neuartige mechanische Handwerk aus Frankreich mit und verwandeln Erlangen in den wichtigsten Wirtschaftsstandort der Markgrafschaft Bayreuth. Die alteingesessenen Einwohner befinden sich schlagartig in der Minderheit. Ihnen wird viel abverlangt: Zwangseinquartierung, die Neuankömmlinge haben eine fremde Sprache, andere Sitten und Speisen. Das führt zu Konflikten. Rasch entsteht eine barocke Planstadt südlich des alten Erlangens auf freiem Feld. Erst in späteren Generationen wachsen dann die Altstadt und die einstmals französische Neustadt zusammen. Vor allem Wilhelmine von Preußen, Gemahlin des Markgrafen Friedrich und Lieblingsschwester König Friedrichs II., gefällt das moderne Erlangen. Gemeinsam mit ihrem Gemahl, Markgraf Friedrich, richtet sie eine Universität ein. Doch die Zeiten haben sich geändert. Krieg und wirtschaftlicher Niedergang bringen viele Handwerker an den Rand des Existenzminimums. In den Hungerjahren 1770-72 sterben 500 Erlanger. Zudem ist die Arbeit der Strumpfwirker hart und gesundheitsschädlich. Außerhalb Erlangens gehen die Entwicklungen weiter. Die einst so innovative heimische Technik ist veraltet, und mit dem Beharren auf Tradition verhindern die Hugenotten letztendlich Karrieren und verbauen sich die Zukunft als Strumpfwirker.

Danach

Verstörung - und eine Art von Poesie 23:30

Verstörung - und eine Art von Poesie: Die Filmlegende Bernhard Wicki

Dokumentarfilm

Der Dokumentarfilm "Verstörung - und eine Art von Poesie" beleuchtet das außerordentliche Leben des Filmemachers Bernhard Wicki (1919-2000), dessen Regiearbeiten "Die Brücke" und "Das Spinnennetz" längst zum Kanon des deutschen Nachkriegskinos zählen. In einem ständigen Dialog mit der Zeitgeschichte, die Wicki als unbeirrbaren Schauspieler und Regisseur geprägt hat, begibt sich der Film auf Spurensuche nach einem der bedeutendsten Künstler des letzten Jahrhunderts. Ein sowohl kultur- als auch filmgeschichtlicher Abriss und gleichzeitig eine poetische Liebeserklärung an den Menschen Bernhard Wicki. Die Schauspielerin und Initiatorin des Bernhard-Wicki-Filmpreises "Die Brücke - Der Friedenspreis des Deutschen Films", Elisabeth Wicki-Endriss, erzählt dabei mit sehr persönlichen Erinnerungsstücken von Erfolg und Niederlage ihres langjährigen Lebensgefährten und späteren Ehemanns Bernhard Wicki. Neben zum Teil bisher nie veröffentlichten Film- und TV-Ausschnitten sowie Audiomaterial kommen auch Freunde und Weggefährten zu Wort: Michael Mendl ergänzt Wickis Gedanken aus Schriften und Briefen, Klaus Maria Brandauer setzt sich mit Wickis frühen Gedichten auseinander, während Maximilian Schell als Erzähler durch den Film führt. Man begegnet Bernhard Wicki in seinem ewigen Kampf mit sich selbst, gegen Vorurteile und falsche Verführungen. Es ist aber auch ein Film über Poesie, der er in jungen Jahren begegnet ist und die ihn durch sein Leben begleitet hat.