14:45
15:10
15:15
Gezeigt werden in dieser Filmdokumentation aus dem Jahr 1969 ganz unterschiedliche Lebensverhältnisse. Da gibt es einerseits den Postbeamten mit seiner Frau und dem kleinen Kind und da gibt es andererseits den Unternehmer, der abends bei sich zu Hause regelmäßig seine Freunde empfängt, unter ihnen viele Künstler. Der Postbeamte wohnt in der Storchengasse in Fünfhaus im 15. Wiener Bezirk. Die Wohnung besteht aus einem Schlafzimmer und einer Küche. Zwei Drittel aller Wohnungen in Wien hatten damals weniger als 60 Quadratmeter, viele davon kaum mehr als 30. Die meisten hatten kein Fließendwasser und keine Toilette in der Wohnung sondern nur Bassena und Toilette im Treppenhaus - oder gar nur im Hof. Der Grund war: In diese Häuser wurde von den Besitzern nichts investiert, da die Mieten per Gesetz seit 50 Jahren fast unverändert also extrem niedrig sind. Das heißt, die Bewohner bezahlen für solche Wohnungen nur einen geringen Bruchteil ihres Monatseinkommens. Den Angestellten der Wiener Verkehrsbetriebe in aller Herrgottsfrüh auf seinem Weg in die Arbeit mit der Kamera begleitend meint der Filmemacher, das Vorurteil, dass man in Wien faul sei, stimme nicht, auch in Wien müsse man arbeiten, um zu leben. Aber dass Zeit Geld sei, würde in Wien wohl immer noch niemand unterschreiben. Aber nach wie vor gelte, dass man sich's richten kann. Die Frauen tun sich jedoch in dieser patriarchalischen Gesellschaft schwerer, "es sich zu richten", sie zahlen einen weit höheren Preis als die Männer, "denn überall, wo eine Gesellschaft sich verspätet und die Wohnverhältnisse vernachlässigt, tragen sie den größeren Teil der Last." Man sieht als Beleg dafür Frauen, die selbst im Winter mangels einer Waschmaschine in einem Verschlag im Innenhof die Wäsche mit der Hand waschen müssen - und das ganz offensichtlich nicht nur an diesem Tag und für die Kamera sondern so gut wie jeden Tag im Jahr. Der Unternehmer Manfred Mautner Markhof bekommt das große goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien verliehen und die betriebseigene Feuerwehr steht stramm, dem ausgezeichneten Firmen-Patriarchen ihrerseits die Ehre zu erweisen. Ein Höhepunkt im Film ist sicherlich die Brautsoiree im Hause des Fürsten Schwarzenberg, bei der die Kamera auch den damals noch jungen Karl Schwarzenberg einfängt, den Erbprinzen und nachmaligen Außenminister der Tschechischen Republik. Es folgen Portraits der Maler Ernst Fuchs und Arik Brauer und Ernst Fuchs ist wiederum Gast in einer der Abendgesellschaften bei Manfred Mautner Markhof. Bei den kleinen Leuten ist es so, dass sie abends wegen der zu kleinen und im Winter zu kalten Wohnungen nicht aushäusig sein wollen sondern müssen. Sie sitzen dann nicht im Caféhaus, denn das eher ist für die besser Gestellten reserviert, sondern im Beisl auf ein Achterl Wein oder zwei oder drei oder vier… Man hört dort so wunderbaren Wiener Dialekt, dass einem das Herz aufgeht, und der Autor meint: "Auch wer allein sein will oder muss, fühlt nur hier sich wohl. Ein fast jeder bestätigt sich - als Person, als Nachbar, als einer, der dazugehört. Wer nicht mehr käme am Abend, wäre aufgegeben." Aber: "Auch in einer so liberalen Atmosphäre wie dem Weinhaus verstummt nicht, was an Verstocktheit und Ressentiment aus dem Mief des unangemessenen Wohnens kommt." Und dann sieht man den Maler Ernst Fuchs in einer Disco, er feiert die Geburt seiner jüngsten Tochter: fröhlich tanzend zum Song "Those were the days my friend…"
16:00
Amsterdam galt in den 1970er-Jahren mit gutem Grund als eine herrlich lässige, liberale, tolerante und lebensfreudige Stadt. Aber Amsterdam hatte auch das Image, die Puppenstube Europas zu sein, was wohl auch mit den 7.000 denkmalgeschützten Häusern innerhalb der Stadt zu tun hatte. Was steckte also dahinter, wie war Amsterdam damals wirklich? Als Erstes fährt der Filmautor Michael Strauven mit der Metro in 12 Minuten raus zum Stadtteil Bijlmermeer, einer neu gebauten Trabantenstadt mit 60000 Einwohnern. Die Amsterdamer jedoch sagen: "Das ist nicht Amsterdam, das ist nicht unsere Stadt!" Und mit Recht, denn diese Hochhäuser könnten überall in Europa stehen - überall mit den gleichen Problemen. Zum Beispiel kann man von der Metro aus auf den ersten Blick nicht unterscheiden, ob es sich bei den Gebäuden in Bijlmermeer um Parkhäuser für Autos oder um Wohnhäuser für Menschen handelt. Allerdings sind die Mieten dort für Amsterdamer Verhältnisse sehr niedrig: 250 Mark im Monat für vier Zimmer mit Küche und Bad. Zurück in der Innenstadt besucht der Autor eine Veranstaltung mit freiem Eintritt im berühmten Concertgebouw: Für Strauven wirkt dieser Abend mit klassischem Konzert, Chordarbietungen und arabischer Musik mit Bauchtanz usw. wie die Eröffnung der Saison "Amsterdam für Amsterdamer". Dann geht es ins Museum für moderne Kunst, wo gerade amerikanische Avantgarde gezeigt wird. Danach geht es raus auf die kleinen Straßen neben den Grachten: In Amsterdam verteilten sich in früheren Zeiten die vielen, vielen "braunen Cafes", wie man dort die Kneipen nennt, auf 19 verschiedene Kneipenviertel und ebenso viele unterschiedliche Dialekte laut Strauven. Aber das war in den Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts bereits vorbei. Die braunen Cafes aber gab es noch, ungefähr 2000 an der Zahl. Eigentlich ist die verwinkelte Innenstadt von Amsterdam nur zum Wohnen wirklich gut geeignet, aber auch dort und damals schon begann man, Bürogebäude zu errichten, alte Gebäude umzufunktionieren. Und dafür ist nicht die Lebensqualität sondern das Bruttosozialprodukt das entscheidende Argument. Aber in Amsterdam ist das Wohnen in Abbruchhäusern ein gesetzlich möglicher Akt der Selbsthilfe. Und am Beispiel einer Familie mit zwei Kindern wird gezeigt, was das heißt: Die Abrisskolonne muss wieder abziehen, weil sich die Familie weigert, aus dem Abbruchhaus auszuziehen. Und dann schreibt diese Familie einen Brief. An wen? An die niederländische Königin, damit diese über die Verhältnisse in Amsterdam Bescheid weiß und dass sie als Familie nirgends sonst vernünftigen Wohnraum bekämen. Man lernt, der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist ein altes Problem und war und ist nicht nur auf Amsterdam beschränkt. In Amsterdam gab es damals 2000 illegale aber von der Behörde geduldete Wohnboote - mitten in der Stadt und bewohnt von sehr ausgeprägten Individualisten. Der Schriftsteller und Kolumnist Simon Carmiggelt erklärt das damit, dass der Amsterdamer eigentlich ein Individualist mit anarchistischen Neigungen sei. Und am Abend gibt es das, worauf die Amsterdamer besonders stolz sind: Kultur. Auf der Bühne steht ein junger Liedermacher namens Hermann van Veen und singt ein Lied aus seinem Programm "carré": "All die Menschen, die bereit sind, anderen zu helfen, sind selbst ganz schlimm dran… Sie hocken vor dem Fernseher und erwarten, dass die Show ihnen das Leiden nimmt." Aber ganz so passiv ist der Amsterdamer dann doch nicht, denn der Abriss von zwei Dritteln der alten Häuser im Innenstadtbezirk Jordaan scheiterte am Widerstand von dessen Bewohnern. Nach der Renovierung der alten Häuser steigen dort jedoch die Mieten und die alteingesessenen Bewohner müssen gehen, weil sie sich diese Miete nicht mehr leisten können. 1978!
16:45
Das Porträt einer europäischen Stadt: ohne Text, nur mit Musik unterlegt, fängt die Kamera Bilder von Warschau ein, damals im Jahr 1968. Eingeschaltet wird die Kamera bereits am frühen Morgen, abgeschaltet wird sie erst wieder am späten Abend desselben Tages. Der Film stammt aus der damaligen Sendereihe "Sonntag in Europa", die auf diese Weise einige Metropolen Europas vorstellt.
17:15
17:30
Bayern ist lebendig und vielfältig. Die Sendung stellt wunderschöne Landschaften, spannende Naturphänomene und beeindruckende Persönlichkeiten des Freistaates in atemberaubenden Bildern vor.
18:15
Im Karlsruher Zoo ist er ein Star. Mika, der kleine Eisbär. Ein Jahr alt, setzt er schon Zeichen für den Artenschutz: Als limitierte Klein-Skulptur in Ton, geformt von der Bildhauerin Irmela Maier. Überlebensgroß gibt es ihn auch, als Urs. Trocken und gebrannt wird er als Tonskulptur im Karlsruher Zoo aufgestellt. In bester Gesellschaft von Panda, Elefant, Flusspferd, Pinguin und Giraffe. Dieser Film erzählt von Urs und Irmela, vom Karlsruher Zoo und dessen einzigartigem Kunst- und Artenschutzprojekt.
18:45
Ungewöhnliche, sinnvolle, innovative und kreative Erfindungen kommen ans Tageslicht. Welche Köpfe und Geschichten stecken hinter den genialen Einfällen?
19:10
Man muss nicht, aber man sollte und könnte und will es vielleicht wissen: warum Antonio Giacomo Stradivari den Ahornbaum so sehr liebte. Oder dass der Hopfen eine zweihäusige Pflanze ist. Oder dass der Fliegenwagwurz zur Familie der Orchideen gehört ... das alles und noch viel mehr enthüllt die 52-teilige Serie "Vom Ahorn bis zur Zwiebel - Pflanzen in unserer Umgebung". Sie lehrt Pflanzen nach ihrer Wuchsform zu unterscheiden oder die charakteristischen Merkmale. z.B. eines Laubbaumes, zu erfassen. Sie informiert über Heilkraft, Nutzwert oder Herkunft der einzelnen Pflanzen und wird so zu einem 52-teiligen "Pflanzen-Bilderbuch" in 5-Minuten-Kapiteln, mit wunderschönen Naturaufnahmen, aufwändigen 3D-Animationen und raffinierten Zeitraffereffekten.
19:15
Allein auf Weltreise - und dann auch noch mit dem Fahrrad! Für Daniel ist das DER Traum. Der Auslöser für seine Radreise: In seinem Job in Deutschland hatte er mit schweren Depressionen zu kämpfen. Deshalb hat er vor über drei Jahren sein sicheres Leben komplett beendet und radelt seitdem um die Welt - Abenteuer statt Sicherheit. Flüchtet er damit vor seiner Depression? Wie geht es ihm in diesem ganz anderen Leben? Oleg trifft ihn in Kirgisistan und will wissen, ob es Daniel heute besser geht und ob er sich selbst auch sein Leben auf dem Fahrrad vorstellen könnte?
19:30
Das Wissenschaftsmagazin berichtet ausführlich, verständlich und aktuell über Technik, Medizin, Wissenschaft und Forschung.
20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
Reißende Wasserfälle, kristallklare Seen und wilde Flüsse: Bosnien und Herzegowina ist das "blaue Herz" Europas, ganz von Wasser geprägt.Und geschichtsträchtig: Illyrer, Römer, Osmanen und Österreicher haben in dieser Region ihre Spuren hinterlassen. So stehen Moscheen, Synagogen, katholische und orthodoxe Kirchen selbstverständlich nebeneinander. Geografisch besteht das Land aus der Region Bosnien im Norden, die rund 80 Prozent des Staatsgebiets einnimmt, und der kleineren Region Herzegowina im Süden. Der Norden Bosnien und Herzegowinas ist von dichten Mischwäldern durchzogen. Diesen Waldreichtum hat das Land vor allem dem Wasser zu verdanken: Seit Millionen von Jahren graben wilde Flüsse ihren Weg durch das Karstgestein des Dinarischen Gebirges und formen dabei beeindruckende Landschaften mit Seen, unterirdischen Flussläufen, grandiosen Kaskaden. Weltweit einzigartig ist der Wasserfall in Jajce. Mitten in der Stadt stürzt der Fluss Pliva 20 Meter tief in den Fluss Vrbas. Der Wasserfall ist vermutlich 50.000 Jahre alt und ein seltenes Naturphänomen. Hier findet seit einigen Jahren ein spektakulärer Extremsportwettkampf statt: Wasserfallspringen. Dino Bajric ist einer der erfolgreichsten Klippenspringer des Landes. Vor drei Jahren hat er schon einmal in Jajce gewonnen. Wegen einer Verletzung musste er ein Jahr lang pausieren. Jetzt fühlt er sich wieder fit genug, um sich mit den Besten der Besten zu messen. Diesen Sprung zu wagen, ist eine gewaltige mentale Herausforderung. Im Zentrum des Landes liegt umgeben von hohen Bergen Sarajevo. Die Hauptstadt Bosnien und Herzegowinas verbinden viele noch, fast 30 Jahre später, mit Zerstörung, Belagerung und einem brutalen Krieg. Die Kriegsnarben sind äußerlich inzwischen kaum noch zu sehen. Und so zeigt sich Sarajevo den Besucherinnen und Besuchern wieder als eine faszinierende Stadt, als ein Ort voller Gegensätze am Schnittpunkt zwischen Orient und Okzident. So bunt und einzigartig wie seine Heimatstadt ist auch der Künstler Božo Vreco. Er ist Mann und Frau zugleich und ein begnadeter und in seinem Heimatland sehr populärer Sevdalinka-Sänger. Sevdalinka ist eine Musikrichtung aus Bosnien und Herzegowina, die aus der Zeit der Osmanen stammt und von unerfüllter Liebe, Sehnsucht und gebrochenen Herzen erzählt. Unweit der Hauptstadt sollen sich unter den Bergen drei etwa 30.000 Jahre alte Pyramiden befinden: Das glaubt zumindest der Hobbyarchäologe Semir Osmanagic. Seit 2006 lässt er nach Beweisen für seine Hypothese graben. Etwas hat er dabei schon gefunden: ein unterirdisches Tunnelsystem mit riesigen Monolithen, von denen eine heilsame Energie ausgehen soll. Bosnien und Herzegowina hat eine spannende Vergangenheit. Die Region war einst Teil des Römischen Reiches, wurde von Illyrern und später von Slawen besiedelt. 1463 wurde sie von den Osmanen erobert. Ihre mehr als 400 Jahre dauernde Herrschaft hat nicht nur die Architektur der Städte geprägt, sondern auch den Islam ins Land gebracht. Seitdem ist Bosnien und Herzegowina ein Symbol für Multikulturalität. Im kleinen Ort Kraljeva Sutjeska leben und lehren der Imam Amel Spahic und der Vorsteher des Franziskanerklosters, Željko Brkic, den wahren Geist des Landes, das Miteinander. Im Osten an der Grenze zu Montenegro liegt der Nationalpark Sutjeska mit einem der letzten alten Urwälder Europas, dem Perucica. In sanften Wellen bedecken seine bis zu 60 Meter hohen und mehrere Hundert Jahre alten Buchen, Fichten und Kiefern den felsigen Untergrund. Für viele bedrohte Tierarten wie den Balkanluchs ist er ein bedeutendes Rückzugsgebiet. Die unberührte Natur ist auch ein wichtiger Lebensraum für andere seltene und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Und für besondere Pilze. Ihnen gilt das Interesse von Nedim Jukic.
21:00
Weltweit sind Artenschützer*innen und Wissenschaftler*innen im Einsatz, um vom Aussterben bedrohte Tiere zu schützen. Denn das sechste Artensterben ist in vollem Gange. Jeden Tag verschwinden rund 150 Arten. Im Wettlauf gegen die Zeit setzen Forschende rund um den Globus jetzt mehr und mehr auf Hightech. Die bildstarke Doku ist eine Reise zu verschiedenen Wissenschaftlern, Start-ups und Artenschützern, die mit Hochdruck an futuristischen Technologien arbeiten. Martin Wikelskis Idee ist ein Internet der Tiere. Der Direktor am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie erforscht die Bewegungsmuster von Tieren weltweit. Seine Big-Data Plattform Movebank enthält bereits heute über sechs Milliarden GPS-Punkte. Ein globales Vorhersagesystem für das Leben auf der Erde ist greifbar. In Deutschland soll Hightech bedrohte Vogelarten vor dem Tod durch Windkraftanlagen schützen. Herzstück: Ein kamerabasiertes System, das über Künstliche Intelligenz in Sekunden erkennt, ob sich ein Rotmilan oder Adler nähert und rechtzeitig die Windkraftanlage stoppt. In Kenia soll eine KI-Software helfen, Populationszahlen über Fotos schneller und genauer zu ermitteln als bisher. Denn im Schatten von Afrikas "Big Five" sind die Zahlen von Giraffen in den letzten Jahrzehnten massiv zurückgegangen. Und vor Korsika macht sich die Meeresbiologin Alicia Dalongeville auf die Suche nach einer Spezies, die bereits als ausgestorben galt: Der Engelhai. Sie fischt in der Tiefe nach eDNA, auch Umwelt-DNA genannt. Detektivarbeit im Mittelmeer! Kann Hightech im Artenschutz zum entscheidenden Schlüssel werden?
21:45
Deutschland befindet sich mitten in einer dramatischen Biodiversitäts-Krise: Feldhamster, Ringelnatter, Rebhuhn - viele prominente und einst weitverbreitete Arten stehen auf der Roten Liste, einige Arten sind bereits komplett ausgestorben. Dazu gibt es einen Rückgang der Insekten, und zwar in manchen Regionen um bis zu 75 Prozent. Helfen größere Naturschutzgebiete und mehr Wildnis, um den massiven Artenschwund zu stoppen? Auf der 15. Weltnaturkonferenz Ende 2022 in Montreal wurde beschlossen, bis zum Jahr 2030 dreißig Prozent der Landes- und Meeresfläche unter Schutz zu stellen. Auch Deutschland hat unterschrieben. Doch wieviel Wildnis ist in unserem dichtbesiedelten Land möglich? Die Wissenschaftsjournalistin und Biologin Lena Ganschow blickt bei ihrer Spurensuche auf drei Naturräume - Wiese, Wasser und Wald. Was ist wichtig, damit diese Ökosysteme stabil bleiben? Sind bestimmte Schlüsselarten wichtiger als andere? Und wie verändern sich Ökosysteme, wenn ehemals ausgerottete Tierarten wie etwa der Wolf wieder zurückkehren? Lena begleitet den Wolfsforscher Dr. Norman Stier in ein Wolfsgebiet in Mecklenburg-Vorpommern, wo er ihr zeigt, welchen Einfluss die Raubtiere auf die Damwild-Bestände haben. Sie steht in der Oder mit der Süßwasserbiologin Prof. Sonja Jähnig, die untersucht, wie sich der Fluss seit der Oder-Katastrophe verändert hat. Sie trifft den Insektenforscher Thomas Hörren am Niederrhein - und erlebt Wildnis im Anklamer Stadtbruch bei Anklam in Mecklenburg-Vorpommern, wo ein gebrochener Deich zum Glücksfall für die Natur wurde. Tausende Kraniche sammeln sich für ihren Vogelzug in den Süden, und inzwischen gibt es hier auch die größte Seeadler-Dichte in Mitteleuropa. Biber, Fischotter und seltene Pflanzen haben ein Habitat gefunden, weil der Mensch das Gebiet in Ruhe lässt. Mehr Wildnis und strengeren Schutz fordert auch die Biodiversitäts-Forscherin Prof. Katrin Böhning-Gaese, Direktorin des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, die Lena Ganschow auf Streuobstwiesen bei Frankfurt am Main besucht. Ihr Plädoyer: Beim Klimawandel geht es darum, wie wir in Zukunft leben. Beim Artensterben aber ginge es darum, ob wir als Menschheit überhaupt überleben. Das klingt dramatisch - aber wenn wir das Biodiversitätsziel von Montreal wirklich ernst nehmen und unsere Lebensgrundlagen retten wollen, müssen wir uns viel intensiver dem Artenschutz widmen und mehr naturnahe Ökosysteme in Deutschland möglich machen. Und mehr WILDNIS.
22:15
El Niño - Wenn der Pazifik das Wetter verändert Was steckt hinter El Niño? Das Erklärstück zeigt, warum sich der Pazifik erwärmt - und wie das Wetter weltweit aus dem Gleichgewicht geraten kann. Im Gespräch: ARD-Wetterexperte Thomas Ranft erklärt, wie El Niño Wetter und Klima beeinflusst - und was einen "Super-El Niño" besonders macht. Abpflastern statt Versiegeln Mainz macht Fläche frei: Weniger Asphalt, mehr offener Boden: Eine Initiative in Mainz will Flächen entsiegeln - gegen Hitze und damit Regenwasser wieder versickern kann. Plastik aus Kartoffelschalen Verpackung ohne Erdöl? Kartoffelschalen statt Erdöl: Forschende in Baden-Württemberg testen Kunststoff aus Lebensmittelresten - für nachhaltigere Verpackungen und weniger fossile Rohstoffe im Alltag.
22:30
23:00
In der Sendung informieren Wissenschaftler, auch für Fachunkundige verständlich, über ihre Forschungen - und das innerhalb von wenigen Minuten und ohne zusätzliche Hilfsmittel. So wird auf unterhaltsame Weise Wissen vermittelt.
23:30
DW's The Day provides viewers with the background and analysis they need to understand the top stories of the last 24 hours. Join our Chief News Anchor Brent Goff as he puts the day's events into context and discusses them with experts and correspondents in the field.