20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
Einmal mit dem Zug quer durch Kanada fahren, von Toronto am Ontario Lake bis nach Vancouver, die Perle am Pazifik - von so einer Traumreise schwärmen viele Menschen. Autorin Kristin Fröhlich hat sich auf den Weg gemacht, rund 5000 Kilometer weit: Mit dem Zug durchquert sie Kanada, das zweitgrößte Land der Welt. Noch vor dem Lockdown geht es los, durch insgesamt fünf Provinzen und unterschiedliche Zeitzonen. In Toronto steigt das Team in das Flaggschiff der kanadischen Bahngesellschaft VIA Rail, den legendären Canadian. Die erste Teilstrecke fährt es mit diesem Linienzug, über Edmonton, Winnipeg bis an den Fuß der Rocky Mountains, nach Jasper. Unterwegs lernt das Team um Autorin Kristin Fröhlich den Zug-Küchenchef Warren Will Cook kennen und trifft die Gäste Lilo und Anton, die vor mehr als 50 Jahren von Stuttgart nach Kanada ausgewandert sind und gerne oben im "Dome Car" die Aussicht genießen. Oder auch Reiseleiter Marcel Meier, der ursprünglich aus der Schweiz stammt. Der Zug ist wie ein rollendes Hotel, eingeteilt in die Prestigeklasse, die Schlafkabinenklasse und die "Holzklasse", ein reines Sitzabteil. In Jasper verlässt sie mit ihrem Team den Zug und fährt mit dem Minivan durch den Jasper-Nationalpark bis nach Banff, wo sie die Reise an die Küste Vancouvers im berühmten Zug, dem gold-blauen "Rocky Mountaineer" fortsetzen. Zwei Tage an Bord des Luxusreisezugs mit Panoramadach und Aussichtsplattformen. Auch hier lernt das Team beide Kategorien kennen, "Gold Leaf" und "Silver Leaf", ähnlich den deutschen Zweite-Klasse-Waggons. Vorbei an beeindruckenden Schluchten, riesengroßen Seen oder dem Fraser-Fluss mit seinen berühmten Lachswanderungen geht es durch die wohl berühmtesten Berge der Welt in Richtung Endstation Vancouver, bis sich die beeindruckende Skyline aus dem Nachmittagsdunst schält. Ein Erlebnis der Extraklasse und ein echtes Abenteuer auf Schienen.
21:00
Der klassische Oktoberfestfilm! Fritz Straßner sitzt am Vormittag draußen im Garten eines Bierzeltes, isst einen Radi und eine Brezn und trinkt eine Maß und ratscht mit der Bedienung, weil das nämlich sein Stammplatz ist: genau unter der Bavaria, damit er spät abends, wenn er "einen Wegweiser braucht", weiß, wohin er gehen muss. Dann wendet sich Straßner direkt ans Publikum und es geht zunächst einmal zurück zum großen Trachtenumzug am ersten Wiesnsonntag, der durch die Münchner Innenstadt führt und Abertausende von Zuschauern hat. Hier gibt es quasi nebenbei schöne Aufnahmen von München am Ende der Fünfzigerjahre: Sendlinger-Tor-Platz, Sonnenstraße, Schwanthalerstraße usw. Anschließend geht es auf das Landwirtschaftsfest, also zur Leistungsschau der bayerischen Bauern. Nicht nur Stiere und Traktoren sind dort zu bestaunen. Bei der Rückkehr vom Landwirtschaftsfest trifft der Besucher auf dem eigentlichen Gelände der Wiesn zuerst einmal auf den Stand vom berühmten "Vogel-Jakob": Dieser Lorenz Tresenreiter war ein geborener Alleinunterhalter und verkaufte seine Vogelpfeiferl - ein flaches, gezacktes Plättchen, das angefeuchtet mit der Zunge gegen den Gaumen gedrückt wird - immer mit Kommentaren zur aktuellen Politik, zum allgemeinen Tagesgeschehen oder zum Verhältnis von Mann und Frau. Anschließend werden die Leute beobachtet, die am Nachmittag auf die Wiesn gehen: Familien mit Kindern, Väter ohne Mütter mit Kindern, Mütter und Großmütter auch mit Kindern, die unbedingt Karussell fahren möchten. So geht der Film dem Tages- und später Abendverlauf folgend über die Wiesn: von einem Fahrgeschäft zum anderen, zu den Schießbuden, Schaukeln usw. Abends gibt es dann wieder herrliche Aufnahmen aus den Bierzelten, der damalige Oberbürgermeister Thomas Wimmer, genannt "Wimmer Dammerl", dirigiert im Schottenhamelzelt die Blaskapelle und die Gäste feiern ihn dafür. Damals saßen die Menschen übrigens noch an Tischen und hatten Stühle, da war nichts mit Bierbank und Biertisch. Straßner setzt sich immer irgendwo dazu und beginnt mit den Leuten zu ratschen. Im Laufe des Abends fängt dann die Kamera immer mehr Betrunkene ein. Straßner meint dazu, dass halt doch nicht ein jeder neun Maß vertragen würde. Er hingegen schon. Am Ende sitzt er mit dem Vogel-Jakob auf seinem Stammplatz und muss mit Nachdruck von der Bedienung, die endlich Feierabend machen möchte, hinauskomplementiert werden. Nein, nein, betrunken ist der Straßner da nicht, sagt er - höchstens ein wenig animiert. Der Film ist atmosphärisch sehr dicht, hat tolle Bilder und lebt von der wunderbaren Stimme von Fritz Straßner. Und in Schwarzweiß ist er natürlich auch. Ach ja, über das schlechte Einschenken hat sich Straßner schon damals aufgeregt und die Trachtenanzugträger und Dirndlträgerinnen kann man quasi an einer Hand abzählen.
21:45
Elfie Pertramer will in diesem Film zeigen, wie es denen geht, die auf dem Oktoberfest arbeiten. Dazu schlüpft sie in verschiedene Rollen: Sie arbeitet z. B. als Bedienung und bedient die Prominenz, u.a. Thomas Wimmer, den Alt-OB, dem sie den Rest vom Giggerl (Grillhendl) einpacken darf - was sein Nachfolger, der junge Hans-Jochen Vogel, interessiert und amüsiert beobachtet; sie ist eine massiv geschminkte Breznverkäuferin; sie mimt ein Opfer in der Geisterbahn; sie arbeitet als Rekommandeurin vor dem Hippodrom und als Direktorin beim Kuriositätenkabinett. Als Turnerin auf dem Hochseil entschlüpft ihr, als sie gerade mit dem Kopf nach unten hängt, der Kommentar: "Eigentlich wollte ich ja mit beiden Händen loslassen, aber dann sind mir ein paar Kolleginnen eingefallen. Denen wollte ich den Gefallen aber nicht tun." Eine kleine Marilyn-Monroe-Persiflage gibt sie übrigens auch noch. Pertramer ist also frech wie immer und am Ende arg geschafft. Ein aufwendig gemachtes Feature, kurzweilig und humorvoll, denn die wilde Elfie Pertramer ist nicht nur Darstellerin, sondern schrieb sich auch die herrlich ironischen Texte selbst.
22:20
Der Film beginnt mitten in der Nacht: Wer treibt sich da auf dem Oktoberfest herum? Die Wachleute selbstverständlich und z. B. die Straßenreinigung, denn alleine auf den Straßen und Wegen der Festwiese sammelten sich auch damals schon sieben bis zehn Kubikmeter Unrat täglich. Später am Vormittag erzählt ein Karussellbesitzer, während er seine Pferdchen feinsäuberlich reinigt, seit wann er bereits ein Fahrgeschäft besitzt und dass das frühere Karussell der Familie 1945 im Krieg verbrannt ist. Der Wachhabende der Polizeikräfte auf der Wiesn erzählt aus dem Fenster seiner Stube heraus, dass das Oktoberfest in jedem Jahr ruhiger wird. Hundert Beamte selbst an einem übervollen Wochenendtag reichen da gut aus. Und auch hier, wenn man genau hinschaut, sieht man, dass man damals in den Bierzelten noch auf Stühlen saß und einen richtigen Tisch vor sich hatte. Am Ende dann ein Schmankerl: Wer zu betrunken war, um selbst mit dem Auto nach Hause zu fahren - und sich dies auch selbst eingestand -, konnte den Lotsendienst anrufen: Es kamen zwei Mann, der eine fuhr mit dem Kunden auf dem Beifahrersitz dessen Auto nach Hause, der zweite Mann folgte hinterdrein im Lotsendienstauto, um seinen Kollegen dann schnellstmöglich wieder zurück zur Wiesn zu bringen. Das waren rassige Sportwagen, mit denen der Lotsendienst damals unterwegs war: Goggomobil Coupé TS 250 mit sage und schreibe 15 PS.
22:40
Wiesn-Bummel von Anneliese Fleyenschmidt, Ruth Kappelsberger, Wolf Mittler und Georg Lohmeier: Die vier Fernsehreporter 1966 am letzten Abend auf der Wiesn. Man sieht man sie u.a. beim Begrüßen von Schriftsteller Sigi Sommer, der seinen Stammtisch in einen Bierzeltgarten verlegt hat und quasi abgesondert vom sonstigen Publikum trinken und feiern kann. Es geht aber zunächst in die Bräurosl hinein und auch gleich wieder hinaus zum Kettenkarussell, auf dem Wolf Mittler, immerhin selbst Pilot, ein Gesicht macht, als würde er gleich spucken müssen. Von dort marschieren sie in die Geisterbahn, in der der Lohmeier der Fleyenschmidt anbietet, sie dürfe sich an seine Schulter werfen, wenn sie sich fürchtet. Sie fürchtet sich aber nicht. Anschließend werden die vier in den privaten Wohnwagen der Geisterbahnbetreiberin eingeladen. Danach zeigt die Kamera Georg Lohmeier versonnen beim Dirigieren einer Bierzeltkapelle, während Wolf Mittler in Begleitung der beiden Frauen mit der Krinoline fährt. Die Mitglieder der Kapelle der Krinoline waren damals übrigens noch nicht um die 90 Jahre alt. Danach wagt sich Anneliese Fleyenschmidt mit Schorsch Lohmeier in die Achterbahn. Der Lohmeier ist zuerst ganz ängstlich, dann aber sagt während der Fahrt Frau Fleyenschmidt zu ihm: "Schorsch, mir wird schlecht!" Darauf er: "Ja, druck di no her zu mir!"… Am Ende des Films schimpft Lohmeier, dass sie schon gehen, wo sie doch in acht Bierzelten noch gar nicht drin gewesen sind. In acht Bierzelten!
22:55
Der Trachtenumzug durch München am ersten Sonntag des Oktoberfests 1958.
23:05
Als 15-Jähriger gründet Jarvis Cocker die britische Band Pulp. Nach zahlreichen Besetzungswechseln und vielen Jahren ohne großen Erfolg gelingt Mitte der 1990er mit den Alben "His 'n' Hers" und "Different Class" der Durchbruch. Als prägende Band des Britpop begeistert Pulp 1996 das Publikum in der Münchner Alabamahalle. Mit dabei natürlich auch ihr großer Hit "Disco 2000". Jahrzehntelang lagerten die Mitschnitte von Kultsendungen wie "Alabama in Concert", "Schlachthof in Concert" oder "Nachtwerk in Concert" in den Archiven des Bayerischen Rundfunks - sie waren der Soundtrack einer ganzen Generation. "Back on Stage" hebt diese musikalischen Schätze und holt sie zurück ins Fernsehen.
23:50
Art-Pop, Glam Rock, Synth-Pop - seit ihrer Gründung 1972 lässt sich Sparks in keine musikalische Schublade stecken. Die US-Band um die Brüder Ron und Russell Mael verbindet über Jahrzehnte unterschiedliche Einflüsse zu einem ganz eigenen Sound. Nach längerer Schaffenspause und einem erneuten Stilwechsel gelingt den beiden 1994 mit dem Album "Gratuitous Sax & Senseless Violins" ein Comeback. Im Folgejahr erlebt das Publikum in der Münchner Alabamahalle die unverwechselbare Musik von Sparks. Jahrzehntelang lagerten die Mitschnitte von Kultsendungen wie "Alabama in Concert", "Schlachthof in Concert" oder "Nachtwerk in Concert" in den Archiven des Bayerischen Rundfunks - sie waren der Soundtrack einer ganzen Generation. "Back on Stage" hebt diese musikalischen Schätze und holt sie zurück ins Fernsehen.