19:30
Tsunamis entstehen zu 80 Prozent durch starke Erdbeben auf dem Meeresboden. Und die gibt es aufgrund der tektonischen Situation auch im Mittelmeer. Die Stadt Cannes an der Côte d'Azur ist besonders gefährdet. Bebt vor der Küste Algeriens oder Norditaliens die Erde unter Wasser, könnte die Region rund um Cannes im schlimmsten Fall von einer fünf Meter hohen Flutwelle überschwemmt werden. Ohne Warnung wären die Menschen in der Stadt in Lebensgefahr. Matthieu Péroche, Geograph an der Universität Montpellier und Yannick Ferrand, Direktor für Katastrophenmanagement in Cannes entwickelten ein Warnsystem, mit dem sich Menschen im Ernstfall über ausgeschilderte Fluchtrouten schnell in Sicherheit bringen können. Damit ist Cannes die erste Stadt im Mittelmeerraum, die das Zertifikat "Tsunami Ready Community" von der UNESCO erhalten hat. Doch nicht nur Erdbeben können einen Tsunami auslösen. Auch Vulkane am und im Wasser haben Tsunami-Potential. Wie hoch es ist, erforscht Morelia Urlaub, Professorin für Marine Geomechanik vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Dazu reisen sie und ihr Team an den Fuß des aktivsten Vulkan Europas: dem Ätna auf Sizilien. An Bord des deutschen Forschungsschiffs METEOR erkundet Morelia Urlaub mit spezieller Messtechnik den Ätna unter Wasser, um zu ermitteln, wie sein Vulkanhang abrutscht und wann es zur Bedrohung wird. Neben Vulkanen und Erdbeben gibt es zudem noch einen weiteren Tsunami-Auslöser. Und der betrifft auch die deutschen Nord- und Ostseeküsten. In Cuxhaven trifft Lena Ganschow den Mathematik-Professor Jörn Behrens von der Universität Hamburg. Er erklärt, dass Tsunamis in der flachen Nordsee zwar nicht so groß werden, wie im Indischen Ozean, doch für Wattwanderer können sie zur Gefahr werden. Der Auslöser für die bis zu einem Meter hohen Tsunamiwellen liegt im Wetter. Die sogenannten Meteo-Tsunamis können durch ein Tiefdruckgebiet entstehen. Lösen sie sich von der Sturmfront, laufen die Flutwellen auch bei Ebbe über das Watt und reißen selbst schwere Strandkörbe mit sich. 2017 wurde so ein Meteo-Tsunami an der Nordseeküste der Niederlande beobachtet und gefilmt. Mathematische Formeln und ein spezielles Computerprogramm können die Wahrscheinlichkeit für Meteo-Tsunamis aber berechnen und auch eine Frühwarnung ausgeben. Wie das System der Frühwarnung besonders nachhaltig aussehen kann, erfährt Lena Ganschow erneut in Süditalien. Diesmal auf dem Ätna, trifft sie die Geophysikerin Charlotte Krawczyk vom Geoforschungszentrum Potsdam und ein deutsch-italienisches Forscherteam. Sie entwickeln ein Glasfaserkabel, das in Kombination mit Lasertechnik, kleinste Erdbewegungen über und unter Wasser detektieren kann. So sollen in Zukunft auch Vulkan-Hangrutschungen und Erdbeben in Echtzeit erfasst und damit auch die Auslöser für einen potenziellen Tsunami aufgespürt werden. Da Glasfaserkabel ab 2025 im Mittelmeer für den digitalen Ausbau großflächig verlegt werden sollen, erhoffen sich die Forschenden davon großen Nutzen. Tsunamis kommen zum Glück selten vor. Doch dadurch werden die zerstörerischen Flutwellen oftmals auch unterschätzt. Anders als der Klimawandel ist das Naturereignis von uns Menschen aber nicht beeinflussbar. Unsere einzige Chance ist die Vorbereitung.
20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
Kärnten ist das österreichische Bundesland Österreichs tausender kristallklarer Seen und Flüsse sowie der Wasserkraft, die fast den gesamten Strombedarf des Landes deckt. Hier trifft man Menschen, die Tradition und Fortschritt verbinden wollen: Einen Berufsfischer am Weißensee, der sein Handwerk nachhaltig betreibt. Einen junger Erfinder, der eine smarte App für Imker:innen entwickelt hat. Einen visionärer Gärtner, der am Faaker See mehr als 200 Zitronensorten blühen lässt und Spitzenköch:innen damit verwöhnt. Eine leidenschaftliche Ingenieurin, die Europas höchste Fischtreppe an der Drau in Betrieb nimmt, um die Wasserkraft umweltverträglicher zu machen. Oder einen Vater mit seinem Sohn, die das Verschwinden des tiefst gelegenen Gletschers in Kärnten seit Jahrzehnten dokumentieren. Sie gewähren persönliche Einblicke machen Lust auf einen Besuch ihrer Heimat. Eingebettet sind ihre Geschichten in faszinierende Landschaftsaufnahmen.
21:00
Die Dolomiten bieten eine unwiderstehliche Kombination aus Dolce Vita und alpiner Tradition - ein Paradies für Naturliebhaber:innen und Feinschmecker:innen. Sehnsuchtsorte wie die Seiser Alm oder der Rosengarten locken ebenso wie der Naturpark Friauler Dolomiten. Zwischen den imposanten Gipfeln und sanften Tälern gibt es faszinierende Geschichten zu entdecken: Ein Biologe rettet einem Steinbock durch eine Notoperation das Leben. Zwei Freundinnen folgen einem Bergführer über den Klettersteig zum Rotwandgipfel und eine Bauernfamilie lädt in einem der ältesten Höfe des Alpenraums zu einem ladinischen Menü ein. Eine Hüttenwirtin auf der Seiser Alm verrät das Geheimnis ihres köstlichen Kaiserschmarrns und ein junges Schäferpaar verbringt den Sommer auf einer einsamen Hochalm, während charmante Metropolen wie Bozen und Trient mit ihren Märkten, Cafés und Sehenswürdigkeiten zu Abstechern einladen.
22:30
Insgesamt 35 Kameraleute, Editorinnen und Editoren sind in diesem Jahr nominiert und dürfen beim 36. Deutschen Kamerapreis auf einen der begehrten Preise für herausragende Bildgestaltung hoffen. Die Jurys der neun Preiskategorien haben 414 hochkarätige Produktionen gesichtet und daraus die Nominierungen ausgewählt. Die besten Leistungen werden im Rahmen einer feierlichen Gala am 8. Mai in Köln mit der wichtigsten Auszeichnung für Kameraarbeit und Schnitt im deutschsprachigen Raum geehrt. Mit dabei sind auch wieder zwei Nachwuchspreise. Den Ehrenpreis vergibt das Kuratorium des Deutschen Kamerapreises für herausragende und kontinuierliche Leistungen in der Bildgestaltung. Moderiert wird die Preisverleihung von Mona Ameziane.