19:30
Morde in München 2016, 2019 in Kassel und Halle, 2020 in Hanau. Mordversuche, Körperverletzungen: eine Horror-Serie rechtsextremistischer Gewalttaten. Und die Täter:innen-Szene wächst weiter. So zählt das Bundesamt für Verfassungsschutz für vergangenes Jahr 13.000 gewaltbereite Rechtsextreme. Inhaltlich und ästhetisch bedienen sich Neo-Nazi-Gruppen bei aktuellen (Jugend-)Trends: Sie rekrutieren über die Sozialen Medien, arbeiten mit coolen Influencer:innen, ästhetisch ansprechenden Videos und vernetzen sich mit Anhänger:innen anderer Verschwörungsideologien. Ihre Ideologie ist aber unverändert: nationalistisch, rassistisch und gewaltaffin. Was treibt Menschen in dieses Milieu, will RESPEKT-Moderatorin Sabine Pusch wissen - und: Gibt es einen Weg zurück? Die Moderatorin kontaktiert Personen, die aus der Neo-Nazi-Szene ausgestiegen sind. Aber Aussteiger:innen oder Menschen, die ihnen dabei helfen, vor laufender Kamera zu treffen, ist höchst problematisch. Denn es kann lebensgefährlich sein, öffentlich über die Szene zu sprechen. Mit Felix Benneckenstein klappt es dennoch. Nachdem er zehn Jahre lang in der Neo-Nazi-Szene aktiv war, ist er ausgestiegen, tritt offen als Aussteiger auf und berät andere Ausstiegswillige. Von Felix Benneckenstein erfährt Sabine, was ihn als Teenager in die Neo-Nazi-Szene gebracht hat, was ihn beim Aussteigen motiviert und unterstützt hat - und wie es danach weiterging. Die meisten Aussteigewilligen verlassen die Szene aber ohne großen Knall - als "stille Aussteiger", die Unterstützung brauchen. Die Moderatorin trifft Fabian Wichmann von Exit Deutschland. Er berät der Menschen, die sich aus der der rechten Szene lösen wollen und erzählt Sabine, was alles nötig ist, um ein Leben danach aufzubauen. Heute gibt es da zahlreiche Anlaufstellen. Exit Deutschland, im Jahr 2000 gegründet, war die erste und hat bis heute viele Hundert Aussteiger:innen unterstützt. Die RESPEKT-Moderatorin bekommt so Einblick in eine abgeschottete Szene, die ihre Mitglieder mit allen Mitteln halten will. Und sie versteht, was den Ausstieg so schwer macht: Will jemand die rechtsextreme Szene verlassen, muss diese Person ihr ganzes bisheriges Leben komplett umkrempeln. Ein Prozess, der Jahre dauern kann und alles andere als ungefährlich ist. © ARD alpha 2021
20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
Als romantisch verklärter Märchenkönig ist Ludwig II. weltweit bekannt. Was aber kaum einer weiß: Der König bediente sich für seine perfekt inszenierten Illusionen modernster Technik, die Bayern noch heute prägt. So hatte sein Prunkschlitten bereits Anfang der 1880er Jahre eine elektrische Beleuchtung - inklusive Dimmer. Auch beim Bau seines Schlosses Neuschwanstein setzte der Monarch auf High-Tech. Nicht nur, dass das Schloss einer der ersten großen Stahlbetonbauten im Land war, auch die eingebaute Technik war wegweisend. Geheizt wurden die Prunkräume mittels einer Calorifère-Heizung, wie sie heute oft in modernen Passivhäusern zum Einsatz kommt. Vom Heizraum aus konnte die Raumtemperatur zentral geregelt werden. Außerdem gab es hier eine elektrische Rufanlage für die Bediensteten, die bereits mit Relais ausgestattet war, so wie man sie heute noch in Krankenhäusern findet. Wenige Kilometer weiter auf Schloss Linderhof entstand zur Beleuchtung der Venusgrotte das erste festinstallierte Elektrizitätswerk der Welt. So war Ludwig II. mehr als nur ein Träumer oder Märchenkönig. Er war Wegbereiter des modernen Bayerns.
21:00
"Es war eine liebe Zeit, die gute, alte Zeit vor anno 14 in Bayern gleich gar. Damals hat noch Seine Königliche Hoheit der Herr Prinzregent regiert, ein kunstsinniger Monarch, denn der König war schwermütig […]." Wer kennt nicht die Worte des Trailers zur 53-teiligen Heimatserie "Königlich Bayerisches Amtsgericht" (1969/72) des aus dem oberbayerischen Loh stammenden Schriftstellers, Schauspielers und Regisseurs Georg Lohmeier (1926-2015)? Gab es die "gute alte Zeit" wirklich? Oder war es vielmehr der verklärende Blick auf eine vergangene Epoche? In dieser Filmdokumentation zeigt Bernhard Graf am Beispiel des Prinzen Luitpold von Bayern (1821-1912), wie ambivalent sich sein Leben in der bayerischen Monarchie entwickelte: geringe Zukunftschancen als nachgeborener Prinz aus königlichem Haus und steiler Aufstieg als Offizier; persönliche Schicksalsschläge und freudige Familienereignisse; Revolution und verlockende Angebote; Krieg und glückliche Rückkehr; Verlust der Souveränität und diplomatisches Geschick; Zurücksetzung durch den Monarchen und Beliebtheit im Volk. Wie verhielt sich Prinzregent Luitpold als Repräsentant des Königs und später als Prinzregent in diesem Wechselspiel an Gegensätzen? Wie stand er zum technischen Fortschritt? Trug er zum Aufstieg der Münchner Künstlerfürsten bei? Trat er der Aussichtslosigkeit der Avantgarde entgegen? Konnte er das Elend in den Armutsvierteln mildern? Alles dies sind Fragen, die im Filmbeitrag zur Sprache kommen.
21:45
Es ist wieder soweit! Nach zwei Jahren bittet der Nürnberger Stardrummer Wolfgang Haffner wieder zu einem der größten Jazzkonzerte Europas in Bayerns schönsten Open-Air-Konzertsaal, den Luitpoldhain. Seit diese Reihe 2015 startete, zieht die Biennale immer wieder weit über 40.000 Besucherinnen und Besucher an. Denn wenn Wolfgang Haffner seine "Friends" einlädt, dann kommen sie gerne, auch immer wieder! Darunter bisher Bassbariton Thomas Quasthoff, Sänger und Sängerinnen wie Viktoria Tolstoy, Stefanie Heinzmann, Roger Cicero und Max Mutzke, den Posaunisten Nils Landgren und den Saxophonisten Klaus Doldinger, den Jazztrompeter Till Brönner, Nightmares On Wax, De-Phazz mit Sängerin Pat Appleton, Clueso und die Saxophon-Ikone Bill Evans. Die Gästeliste in diesem Jahr ist nicht weniger spektakulär. Da ist zum einen die deutsch-schwedische Supergroup 4 Wheel Drive, bestehend aus "Mr. Red Horn" Nils Landgren, dem Meister am Klavier Michael Wollny, dem Jazzbassisten und -cellisten Lars Danielsson und Wolfgang Haffner selbst. Extra aus den USA in den Luitpoldhain geflogen kommt Randy Brecker, eine lebende Legende des Jazz und eine Ikone der Trompete. Daneben wird eine besonders starke Stimme zu hören sein - erdig markant, Soul durchtränkt. Ida Sand ist eine charismatische Sängerin und Songwriterin, deren Stimme mit einer einzigartigen Mischung aus Kraft und Zartheit verzaubert. Außerdem dabei Shantel, mit bürgerlichem Namen Stefan Hantel. Der deutscher DJ, Produzent und Musiker ist für seine einzigartige Fusion von Balkan Beats, Elektronik und Weltmusik bekannt. Komplettiert wird die Riege der Solistinnen und Solisten von einem Musiker, der als Wahrzeichen des brasilianischen Pop-Jazz gilt und kein Fremder im Luitpoldhain ist: Ivan Lins. Der mehrfache Grammy-Gewinner ist der erfolgreichste brasilianische Komponist außerhalb Brasiliens. Den musikalischen "Ground" wird auch in diesem Jahr wieder die von Wolfgang Haffner extra für Stars im Luitpoldhain zusammengestallte German All Star Big Band (u.a. mit Simon Oslender, Christopher Dell, Bruno Müller und Thorsten Maaß) unter der Leitung von Jörg Achim Keller, der auch hinter den Arrangements des Abends steckt.
00:20
Welche popkulturellen Hype-Themen treiben dich gerade um? Wir erzählen dir spannend den Schlüsselmoment, der alles ausgelöst oder verändert hat, erklären die Zusammenhänge und überraschen dich mit Details, die selbst du als Popkultur-Fan noch nicht kanntest.
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Mit der Tagesschau vor 20 Jahren hat ARD-alpha eine "Daily", die in Fan-Kreisen längst Kultstatus besitzt. Täglich kann man 20 Jahre zurückblicken und die jüngste Zeitgeschichte noch einmal hautnah nachempfinden. Durch den Vergleich mit der aktuellen Tagesschau begibt sich der Zuseher gleichsam auf eine Zeitreise. Dies gilt einerseits für die behandelte Materie, andererseits aber auch für die mediale Aufbereitung des Nachrichten-Genres selbst. Besondere Ereignisse, die von Nachrichtensprecher-Legenden wie Karl-Heinz Köpcke oder Dagmar Berghoff präsentiert wurden, waren unter anderem das dramatische Terrorjahr 1977, die Wahlen von Papst Johannes Paul II. und US-Präsident Ronald Reagan oder die "Bonner Wende", die Ablösung der Bundesregierung von Kanzler Schmidt durch den späteren "Kanzler der Einheit" Helmut Kohl.
02:20
"Jeder Mensch ein Künstler!" Dies berühmt-berüchtigte Motto von Joseph Beuys könnte auch von Bob Ross (1942-1995) stammen. Allein, der amerikanische Fernsehmaler hat - anders als Beuys - keine großen sozialen und politischen Revolutionen im Sinn. Bob Ross will "nur" die einzelnen Menschen glücklicher machen, und das heißt, zu potenten Malern, die ihre eigene Welt erschaffen. Er will uns zeigen: Ein kleiner Künstler steckt in jedem von uns, wir müssen ihn nur herauslassen. Und das geschieht, indem wir lernen, das Malen zu lernen und das Lernen dabei nicht als Mittel zum Zweck, sondern als Selbstzweck begreifen - Spaß dran finden. Bob Ross wurde 1942 in Daytona Beach, Florida, als Sohn eines Zimmermanns geboren. Er studierte an verschiedenen amerikanischen Colleges Malerei und entdeckte schließlich seine spezifische Malweise: die Nass-auf-Nass-Methode. Nachdem er diese Technik gründlich ausgebaut und etliche Hilfsmittel und Tricks erprobt hat, fing er an, auch anderen beizubringen, wie man damit schöne Landschaftsbilder kreieren kann. Er reiste seit 1981 quer durch die Vereinigten Staaten, um diese Technik vorzustellen. Zwei Jahre später produzierte er die ersten Malkurse im Fernsehen: "The Joy of Painting" wurde zu einem Riesenerfolg. Mit freundlich säuselnder Stimme macht Bob Ross seinen Zuschauern Mut, ihre eigene Kreativität zu entdecken. Schritt für Schritt macht er vor, wie sie ihre Leinwand im Nu mit "heiteren kleinen Wölkchen" oder "fröhlichen kleinen Bergen" und Hütten bereichern und so ihre eigene Welt schaffen können. Das kommt an, seit 1983 reißen die Ross-Serien gar nicht mehr ab. Sein Fernseh-Malkurs ist ein gigantisches Unternehmen, das Millionen von Ross-Schülern mit dem nötigen Malwerkzeug, Anleitungsbüchern und Videos ausstattet. Bob Ross starb 1995 mit gerade einmal 52 Jahren in New Smyrna Beach, Florida, an Krebs. Seine Fernsehshow aber lebt weiter. Inspiriert von Ross hat eine Freundin von ihm, Annette Kowalski, selbst eine Methode entwickelt, wie man Blumen malt.
02:50
Unter dem Sendungstitel werden verschiedene Formate zusammengefasst, die sich mit der Erde und dem Weltall befassen. Die mit elektronischer Musik hinterlegten Aufnahmen erlangten bereits Kultstatus.
03:50
Geschichtenerzählen und Astrophysik - das sind seine beiden großen Leidenschaften: Harald Lesch ist Professor für theoretische Astrophysik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und unterrichtet Naturphilosophie an der Hochschule für Philosophie S.J. in München. Außerdem ist er Mitglied der Kommission "Astronomie in Unterricht und Lehramt". Seine Hauptforschungsgebiete sind kosmische Plasmaphysik, Schwarze Löcher und Neutronensterne. In der Sendereihe "alpha-Centauri" erklärt Professor Lesch die Grundzüge des Universums, untersucht ferne Galaxien und bringt uns unser Sonnensystem näher.
04:05
Spektakuläre Bilder aus dem All, teilweise in HD Qualität, zeigen die Erde in atemberaubenden Einstellungen. Einmalige Bilder, wie sie bis dato noch nie im deutschen Fernsehen zu sehen waren.