21:00
Joachim "Blacky" Fuchsberger (1927-2014) hatte sich quasi verliebt in die Terra Australis und produzierte von 1988 bis 2005 insgesamt 21 Fernsehdokumentationen über den "fünften Kontinent" für den Bayerischen Rundfunk. In der vorliegenden Folge von 1994 macht er sich auf die Spuren der Ureinwohner Australiens: Er beginnt seinen Film am Uluru, wie die eigentlichen Besitzer des Ayers Rock, die Aborigines, diesen Berg nennen. Und er endet mit einem Interview mit dem Sänger und Songschreiber Mandawuy Yunupingu von der Band Yothu Yindi über die Landrechtsansprüche der Aborigines und den prinzipiellen Umgang des Staates Australien mit den Aborigines. Yothu Yindi hatte 1991 mit dem Song "Treaty" einen weltweiten Hit. Es ging in diesem Song um das nicht eingehaltene Versprechen der australischen Regierung, ein Abkommen zwischen den Aborigines und den weißen Australiern zu erzielen.
21:45
Australien ist in den letzten beiden Jahrhunderten immer wieder Ziel und Traum für deutsche Auswanderer gewesen. Noch bis Anfang der Sechzigerjahre des 20. Jahrhunderts wanderten jährlich knapp Einhunderttausend Menschen aus der Bundesrepublik nach Australien aus. Der WDR schickte daher 1961 einen Reporter nach Australien, um dort den Deutsch-Australiern einen Besuch abzustatten und zu erfragen, ob sie glücklich geworden sind in ihrer neuen Heimat. Dieser Reporter wurde später zu einer regelrechten Ikone des Deutschen Fernsehen: Es war der junge Hanns Joachim Friedrichs, unschwer zu erkennen an seiner markanten Stimme und dann auch gelegentlich im Bild zu sehen.
22:35
In diesem Film aus dem Jahr 1992 geht es um Girilambone (gesprochen "Dschirilämboun"). Das ist ein sehr typisches kleines Dorf im Outback von Australien: Zum alljährlichen Fest im Gemeindesaal und selbst zum sonntäglichen Besuch der Heiligen Messe müssen die Gemeindemitglieder zum Teil aus über 100 Kilometer Entfernung anreisen. Für die Menschen dort ist das normal. Nicht ganz so normal aus heutiger Sicht ist vielleicht der Umstand, dass im gesamten Film von den Aborigines nichts zu hören und zu sehen ist, also von den Menschen, die dort bis vor 100 Jahren gelebt haben und denen dieses Land einst gehört hat.
23:00
Anfang der 1990er-Jahre ist im deutschsprachigen Hip-Hop überwiegend lockerer 'Spaßrap' kommerziell erfolgreich. Dem will das Rödelheim Hartreim Projekt etwas entgegensetzen. Die 'bösen Straßenrapper' aus Frankfurt suchen den Beef, auch mit den erfolgreichen Gutelaune-Kollegen aus Stuttgart. Die Fantas spielen mit und verhelfen so dem Rödelheim Hartreim Projekt zu noch mehr Bekanntheit. 1994 treten die Hip-Hopper in ihrer Heimatstadt auf und rappen Hits ihres Albums "Direkt aus Rödelheim". Jahrzehntelang lagerten die Mitschnitte von Kultsendungen wie "Alabama in Concert", "Schlachthof in Concert" oder "Nachtwerk in Concert" in den Archiven des Bayerischen Rundfunks - sie waren der Soundtrack einer ganzen Generation. "Back on Stage" hebt diese musikalischen Schätze und holt sie zurück ins Fernsehen.
23:45
Sie sind die ersten, die traditionelle türkische Musikinstrumente mit modernen Samples und Beats mixen und darauf rappen. Und so gilt ihr Debütalbum auch als initialer Impuls für Rapmusik in der Türkei. Dabei kommt Cartel aus Deutschland. Die Band ist ein Zusammenschluss aus drei Hip-Hop-Projekten türkischstämmiger Musiker. 1996 treten sie im Alabama in München auf. Trotz der nur zweijährigen Schaffensphase ist der Einfluss von Cartel, vor allem auf türkische Rapmusik, bis heute spürbar. Jahrzehntelang lagerten die Mitschnitte von Kultsendungen wie "Alabama in Concert", "Schlachthof in Concert" oder "Nachtwerk in Concert" in den Archiven des Bayerischen Rundfunks - sie waren der Soundtrack einer ganzen Generation. "Back on Stage" hebt diese musikalischen Schätze und holt sie zurück ins Fernsehen.