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Was wäre Paris ohne seine berühmten Cafés? Wohl weniger berühmt. Und etliche berühmte Bücher wären vermutlich auch nie geschrieben worden. Nicht über diese Cafés sondern in diesen Cafés. Deswegen sind an manchen Tischen in bestimmten Cafés am Montparnasse auch die Messingschilder mit den Namen von berühmten Autoren angebracht: Das sind die Namen derer, die dort geschrieben und einen großen Teil ihres Lebens verbracht haben. Der Film von Hans Emmerling aus dem Jahr 1985 macht sich jedenfalls auf die Spur der berühmten Cafés am Montparnasse, die alle quasi nur einen Steinwurf voneinander entfernt liegen, d. h. es geht in die berühmten Cafés "Dôme", "La Rotonde", "Closerie des Lilas", "La Coupole", wobei die letzteren beiden schon in den 80er-Jahren weniger Café und eher Restaurants der mehr als gehobenen Preisklasse darstellten. Gespickt ist das Ganze mit historischen Fotos, Erinnerungen von Zeitgenossen, wie der Besitzer der Restaurants und mit Zitaten u.a. von Ernest Hemingway. Sie alle beschreiben das Lebensgefühl der schon damals nicht mehr existierenden sondern der damaligen Bohème. Aber auch eine noch existierende Maler-Akademie mit Tradition wird von Emmerling vorgestellt: "La Grande Chaumière". Denn in diesen Cafés verkehrten vom Ende des 19. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht nur Schriftsteller wie Ernest Hemingway sondern vor allem auch Maler und Bildhauer wie z. B. Amedeo Modigliani, der 1906 nach Paris gekommen war, und viele, viele andere. Und natürlich zeigt Emmerling auch ausführlich, wofür Paris noch steht: exquisites Essen, speisen auf höchstem Niveau, denn auch das gab es eben inzwischen in einigen dieser Cafés am Montparnasse - bezahlbar allerdings nur für die Haute Volee von Paris. Aber auch der Film von Hans Emmerling endet mit ein wenig Wehmut, denn der Montparnasse veränderte sich bereits massiv in der Zeit, in der er seinen Film drehte: Er wurde saniert und nicht nur die alten Ateliers von Paul Gauguin und Max Ernst wurden abgerissen.
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"Den Schenkeln eines Engels soll dieser Fluss entsprungen sein, sagt der Volksmund, die Seine. Ruhig und glitzernd fließt sie unter den Brücken von Paris, umfasst mit ihren mächtigen erdfahlen Armen das Herz der Stadt, die Insel: die Île de la Cité, die Wiege von Paris." So beginnt dieser Film und nach nicht einmal einer Minute ist sie zu sehen, die berühmte Kathedrale Notre Dame, dieses mächtige gotische Bauwerk. "Weit aufragend blicken die steinernen Türme der Kathedrale zum anderen Ende der Insel, wo die weltliche Macht seit mehr als zwei Jahrtausenden ihren Sitz hat." Denn an der Stelle des heute dort befindlichen Justizpalastes regierten erst die römischen Statthalter, später die Könige Frankreichs. Es geht also in diesem Dokumentarbericht von Evelyn Schels aus dem Jahr 1988 um die Geschichte der Stadt Paris von Anfang an. Nachvollzogen werden die verschiedenen Phasen von den Anfängen auf der Île de la Cité in der Römerzeit über die Niederlassungen von Bischöfen und Königen bis zur Keimzelle moderner Stadtentwicklung. Es geht u.a. um die Bedeutung der zahlreichen, ehemals außerhalb der Stadtgrenzen liegenden Klöster, die Ansiedlung der Universität und um Paris als Residenzstadt. Die Sorbonne, also die Universität von Paris, ist im Mittelalter als Kollegium für mittellose Studenten gegründet worden, die dann aus dem gesamten Abendland nach Paris strömten, um dort zu studieren. Die dortigen Doctores schlossen sich nach einiger Zeit zu einer Universität zusammen, die vom Bischof von Paris unabhängig und doch vom Papst anerkannt war. Das Quartier Latin war und ist das Studentenviertel von Paris, obwohl die Universität auch 1988 bereits dezentral organisiert war und sich über die gesamte Stadt erstreckte. Auch 1988 konnte man im Quartier Latin in einer der berühmtesten Buchhandlungen der Welt einkaufen, nämlich bei "Shakespeare and Company" in der Rue de la Bûcherie, in der z. B. Henry Miller Stammkunde gewesen ist. Die berühmte gläserne Pyramide jedoch, die François Mitterrand vor dem Louvre errichten ließ, befand während der Drehzeit dieses Films noch im Bau. Nicht mehr im Bau sondern bereits damals schon längst abgerissen waren die berühmten Markthallen von Paris, denen einige Bewohner von Paris wohl bis heute nachtrauern. Im Bild zu sehen sind daher nur mehr Fotos von ihnen. Zu sehen ist jedoch, wie schon erwähnt, die Kathedrale Notre Dame in all ihrer Pracht.