18:45
Wer wir sind - ist das Schicksal? Die Suche nach dem Kern des menschlichen Wesens ist alt: Während die Antike den Charakter in Körpersäften wie Galle und Schleim zu finden glaubte, versuchte die Phrenologie des 19. Jahrhunderts, Eigenschaften an der Form des Schädels abzulesen. Inzwischen blickt die Wissenschaft tiefer. Persönlichkeit wird als dynamisches Zusammenspiel aus Genetik, neuronalen Netzwerken, sozialen Beziehungen und Umweltbedingungen verstanden. In der modernen Psychologie dominiert das Big-Five-Modell. Es beschreibt uns anhand von fünf Dimensionen: Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus. Doch wie viel Spielraum haben wir innerhalb dieser Koordinaten? Die Psychologieprofessorin Wiebke Bleidorn von der Universität Zürich erforscht, ob sich Neurotizismus gezielt per App reduzieren lässt. Dabei ist der Mensch kein isoliertes Projekt. "Die Bedeutung sozialer Einflüsse kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden", betont Franz Neyer von der Universität Jena. Unsere Umwelt fungiert als unsichtbarer Architekt unserer Identität. Zwischen dem biologischen Erbe und dem Wunsch nach Optimierung stellt sich die Frage: Wie viel von unserem Ich können wir tatsächlich selbst gestalten - und wo liegen die Grenzen der Selbsterfindung?
19:10
Für eine Sonderausstellung im Münchner Haus der Kunst wurde die Schauspielerin Lis Kertelge von 47 Künstlern aus dem Bereich Malerei und Fotografie porträtiert. Der Journalist Hans Gabriel wollte mit dem Projekt die Möglickeiten des zeitgenössischen Porträts erkunden.
19:15
"KlimaZeit" stellt spannende Zusammenhänge dar, erklärt Wetter- und Klimaphänomene und fragt kritisch nach. Das Magazin, das sich mit dem größten Problem der Menschheit beschäftigt. Klar, kompetent, konstruktiv. Was hat der Klimawandel jedem und jeder einzelnen zu tun? Was muss man über die wissenschaftlichen Hintergründe wissen sowie über die konkreten Folgen. Welche Lösungen gibt es?
19:30
Europa genießen - das ist hier die Devise. Gezeigt wird, was es alles zu entdecken gibt, wohin es sich zu reisen lohnt, welche interessanten Menschen und Trends unser Kontinent zu bieten hat.
19:55
Das Öl ist bald alle! Das sagte schon 1972 der Club of Rome voraus. Spätestens 2002, so hatte man im Bestseller "Die Grenzen des Wachstums" berechnet, würden alle Öl-Reserven aufgebraucht sein. 2002 ist längst vorbei und Öl haben wir immer noch. Woher diese Fehlkalkulation kam und wieso wir trotzdem sparsam mit dem Öl umgehen sollten, erklärt Eckart von Hirschhausen in "Wissen vor acht - Erde".
20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
Abseits des gängigen Karibik-Klischees überrascht St. Kitts durch schwarze Strände und hohe Berge. Ruinen von Zuckermühlen und Herrenhäusern erinnern an die Kolonialzeit, als versklavte Afrikaner Knochenarbeit leisten mussten, und die Weltkulturerbe-Festung Brimstone Hill an Seeschlachten zwischen Engländern und Franzosen. Die St. Kitts Scenic Railway zählt zu den wenigen Eisenbahnen der Kleinen Antillen. Bei einer Fahrt auf den Gleisen der ehemaligen Zuckerrohrbahn geht es an der Atlantikküste über Schluchten. Im urwüchsigen Norden beeindruckt ein erloschener Vulkan. Heimische Schildkröten und eingewanderte Affen bevölkern die tropische Natur. Menschen entlang der Strecke machen mit ihrer Kultur und den Bräuchen vertraut. Zu Ostern lassen sie Drachen steigen und bereiten aus Süßkartoffeln Conkie zu. Neben den Klängen von Steeldrums ist auch ein berühmtes Kirchenlied verbunden mit St. Kitts: John Newton beteiligte sich hier am Sklavenhandel und schrieb später geläutert Amazing Grace.
21:00
Filmporträt aus dem Jahr 1957 entlang einer Fahrt von Jenbach nach Mayrhofen mit der Zillertalbahn, die 1902 fertiggestellt wurde und bis heute immer noch in Betrieb ist - allerdings nur mehr im Sommer. Damals sah das Zillertal logischerweise noch ganz anders aus als heute. Damals sprachen alle Bewohner dieses Tals noch reinstes Tirolerisch. Zu sehen ist eine Fahnenweihe, eine Gesangsgruppe im Wirtshaus und vieles mehr. Gegen Ende gibt es dann eine Gipfeltour auf den Schwarzenstein im Schnee.
21:40
In den späten Sechzigerjahren ging es den Bergbauern überall in Europa scheinbar komplett an den Kragen: Sie waren abgehängt, wurden weiter abgehängt und dazu aufgefordert, die Höfe aufzugeben und sich eine sinnvollere Tätigkeit zu suchen, eine, die auch Geld einbringt. Guggenbichler sagt über die Bergbäuerinnen, die Tag und Nacht arbeiten: "Frauen mit 30 sehen wie 50 aus!" Die Kameramänner von Otto Guggenbichler machten damals Filmaufnahmen, nach denen sich heute die Heimatmuseen von Innsbruck bis Verona und von den Seealpen bis nach Slowenien die Finger lecken würden. Da ziehen noch in den Sechzigerjahren in manchen Gegenden der Alpen Männer und Frauen den Pflug selbst! Weil es für einen Ochsen zu steil und unwegsam wäre. Und für geeignete Maschinen ist kein Geld da. Eine Rettung verhieß damals der Wintertourismus: Skilifte wurden gebaut und in den Wintermonaten der Job als Skilehrer angenommen. Machte man das nicht und blieb Bergbauer alten Stils, dann traf einen der alte Bergbauern-Spruch: "Lustig gelebt, zu Tode gerackert aber heilig gestorben!"
22:25
Der Beruf des Bergführers, gezeigt am Beispiel einer Superbergwanderung über 14 Tage mit zehn Hütten und neun Dreitausendern: eine Tour von 16 Alpintouristen (sieben Männer, neun Frauen) durch die Stubaier Alpen in Tirol. Was muss ein Bergführer heute (1981) alles beherrschen? Sicherheit, Aufmunterung und Einschätzung der Leistungsfähigkeit der Gäste. Demokratie am Berg? Niemals.
23:15
Seattle gilt in den 1990er Jahre als Hauptstadt des Grunge. Doch The Walkabouts schlagen dort einen anderen Weg ein: Statt krachender Gitarren prägen Folk, Country und Alternative Rock ihren Sound. Als erster Nicht-Grunge-Act beim Kultlabel Sub Pop erspielt sich die US-Band vor allem in Europa eine treue Fangemeinde. 1996 treten The Walkabouts in der Münchner Alabamahalle auf. Jahrzehntelang lagerten die Mitschnitte von Kultsendungen wie "Alabama in Concert", "Schlachthof in Concert" oder "Nachtwerk in Concert" in den Archiven des Bayerischen Rundfunks - sie waren der Soundtrack einer ganzen Generation. "Back on Stage" hebt diese musikalischen Schätze und holt sie zurück ins Fernsehen.