20:15
Grenzüberschreitend grün und ein Paradies für Radfahrer ist der Naturpark Maas-Schwalm-Nette am Niederrhein. Die drei namensgebenden Flüsse, zahlreiche Seen und Bachläufe, Wälder, Wiesen und Moore prägen die Landschaft. Daniel Aßmann radelt von Nettetal über Wachtendonk auf die niederländische Seite nach Venlo und Roermond und zurück über Wassenberg nach Schwalmtal. Unterwegs entdeckt er 40 Meter hohe Mammutbäume und knorrige Kopfweiden, den besten Beobachtungspunkt in NRW für Fischadler und ein rollendes Waldlabor für Kinder. Er macht Station an historischen Wassermühlen und Schlössern, in mittelalterlichen Städtchen und außergewöhnlichen Mitmach-Museen. Beim Paddeln auf der Niers genießt er die Idylle, beim Wakeboarden auf dem Effelder Waldsee braucht er Durchhaltevermögen, und beim Klettern an den Ruinen des ehemaligen Fliegerhorsts Venlo bekommt er Herzklopfen.
21:00
Nihat ist überglücklich, als er vor dem Übertragungswagen des deutschen Fernsehens beim Budapester Bahnhof Keleti steht und sich begeistert die Technik erklären lässt. Es ist Anfang September 2015 und der 13-jährige Kurde aus Syrien fühlt sich endlich in Sicherheit. Mit seiner Familie ist er aus dem Bürgerkrieg über die Balkanroute geflohen. Jetzt campieren er, seine drei jüngeren Geschwister und die Eltern zusammen mit hunderten anderen Geflüchteten im Untergeschoss des Bahnhofs in Ungarns Hauptstadt. Es herrscht ein riesiges Chaos. Die ungarische Regierung lässt die menschenunwürdigen Umstände bewusst zu. Es spielen sich Szenen ab, die bis heute die Politik prägen. Zehn Jahre später fragt die Dokumentation nach, was aus Nihat und seiner Familie geworden ist. Die Autorinnen, die ihn schon damals getroffen haben, besuchen ihn in Finnland, wo er jetzt mit seiner estnischen Frau und der gemeinsamen Tochter lebt. Sie treffen außerdem einen Ungarn wieder, der sich damals der Regierungspolitik widersetzt hat. Mittlerweile hat Balasz Budapest verlassen und zieht an seinem neuen Wohnsitz in Wuppertal Bilanz. Die Österreicherin Renate enthüllt in der Dokumentation "Geschafft - 10 Jahre Balkanroute?" erstmals ihre wahre Identität. Denn die Straftat, die sie vor 10 Jahren am Budapester Bahnhof aus Empörung über das Politikversagen begangen hat, ist inzwischen verjährt.
21:45
Weltweit sind Millionen von Kindern auf der Flucht. Junge Menschen, die schon früh ihr Zuhause verlieren und oft auch ohne ihre Familien aufwachsen, brauchen besondere Unterstützung, um ihr Leben wieder in sichere Bahnen zu lenken. Özlem Sarikaya spricht mit ihren Gästen darüber, wie es gelingen kann, geflüchteten Minderjährigen eine gute Lebensperspektive zu ermöglichen und warum es für alle Beteiligten von Vorteil ist, wenn Jugendliche unabhängig von ihrer Herkunft, eine bestmögliche Ausbildung und Förderung erhalten. Der Pädagoge Michael Stenger gründete vor über 25 Jahren den Trägerkreis junge Flüchtlinge e. V., der junge Geflüchtete von der Alphabetisierung bis in die Arbeitswelt begleitet und unterstützt. Während seiner jahrelangen Tätigkeit in diesem Bereich konnte er sehen, welch große Erfolge durch frühzeitige Unterstützung erreicht werden können. Prof. Dr. Birgit Glorius ist Sozialgeographin und Migrationsforscherin an der TU Chemnitz, außerdem ist sie Mitglied des Sachverständigenrats für Integration und Migration. Auch für sie ist das Bildungssystem von zentraler Bedeutung. Sie fordert eine Flexibilisierung des Schulsystems und intensivere soziale Betreuung für alle Lernenden, unabhängig von ihrer Herkunft.
22:15
Drei Jahre Krieg, drei Jahre Flucht. Die Hoffnung vieler bei uns lebender Ukrainer, bald wieder in ihre Häuser, zu ihren Familien und ihrer Arbeit zurückkehren zu können, hat sich nicht erfüllt. Die meisten sind immer noch in Deutschland. Sie suchen eine Arbeit, oft vergeblich. Ihre Kinder gehen hier zur Schule. Ist Deutschland nun ein Zuhause geworden oder sitzen sie auf gepackten Koffern? Hoffen die Ukrainerinnen und Ukrainer auf einen Waffenstillstand oder gar auf Frieden oder glauben sie gar nicht daran? Schaffen sie es, sich in Deutschland zu integrieren, oder sind sie desillusioniert? Wir schauen auf zwei Städte in NRW, auf Aachen und das benachbarte Herzogenrath. Wie geht es dort den Geflüchteten und ihren Helfern? Artem aus Kiyv ist ein Soldat und kam als Kriegsversehrter, dem ein Bein amputiert werden musste, nach Deutschland. Er lebt in Aachen und hier würde er gerne bleiben, wenn da nicht die deutsche Sprache wäre. Ohne sie kann er nicht arbeiten, und ohne Arbeit fühlt er sich minderwertig. Die Hilfsbereitschaft war nach Kriegsausbruch groß, doch mittlerweile können oder wollen viele Helfer nicht mehr weitermachen. Nur einige wenige Ukraine-Unterstützer sind noch aktiv. Warum halten sie durch? Einer von ihnen ist Wolf aus Aachen. Er sammelt Spenden, fährt LKW-Ladungen in die Ukraine, hilft bei der Wohnungs- und Jobsuche. Was motiviert ihn, für die Flüchtlinge immer noch seine Freizeit zu opfern? Es kommen immer noch Menschen nach Deutschland wie Maryna aus Nikopol im Osten der Ukraine. Vor einigen Wochen ist sie mit ihren drei kleinen Kindern nach Herzogenrath gekommen. Nach fast drei Jahren Krieg und Stationen in Spanien, Polen und der Westukraine wohnt sie nun mit vielen anderen Menschen in einer Turnhalle und fragt sich, ob diese Entscheidung richtig war.
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