20:15
Der Stammheim-Prozess gegen die Führung der ersten Generation der RAF, der am 21. Mai 1975 begann, war einer der aufwändigsten in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Durch diesen wurde Stammheim auch zum identitätsstiftenden Ort der RAF. Das Doku-Drama zeigt das Geschehen im Gerichtssaal und rekonstruiert die Lebenswelt der Angeklagten im benachbarten 7. Stock der JVA Stuttgart-Stammheim. Dabei nutzt der Film die Perspektive von Horst Bubeck, der als Vollzugsbeamter im Zellentrakt den intensivsten Kontakt zu den Inhaftierten hatte und im Untersuchungsausschuss, der nach dem Tod der RAF-Terrorist:innen im Oktober 1977 eingesetzt wurde, ein wichtiger Zeuge war. Die szenischen Teile, die am Originalschauplatz im siebten Stockwerk der JVA Stuttgart-Stammheim gedreht wurden, stützen sich auf Protokolle, schrftliche Mitteilungen sowie die Erinnerungen damals handelnder Personen und werden mit Originalaufnahmen vom Prozess und vom Untersuchungsausschuss verwoben.
21:45
Gut fünf Jahrzehnte ist es her, dass in Stuttgart-Stammheim der Strafprozess gegen die Terroristen der ersten Generation der RAF begann. An die prominenten Opfer ihrer Nachfolger erinnert man sich, allen voran an Hanns Martin Schleyer und Alfred Herrhausen. Fast völlig vergessen aber sind die Namen der in der Zeit des RAF-Terrors Ermordeten, die nicht prominent waren: Polizeibeamte, Fahrer, Behördenmitarbeiter und ein Diplomat. Diese heute kaum noch bekannten Opfer waren Menschen mit einem eigenen Leben, sie lebten für ihre Berufe und ihre Familien. Der Film bietet eine wichtige Ergänzung zur Geschichte der RAF - eine, die nicht die Täter in den Mittelpunkt stellt, sondern eben diese Familien.
22:15
23:00
Auch wenn der Film mit einer romantischen Fahrt im Ruderboot beginnt, die mit schöner Musik unterlegt ist, geht es doch ums Auto und um die Straßen in Oberitalien. Hauptdarsteller ist nämlich ein rotes Fiat 124 Cabriolet. Im damaligen Pressetext hieß es: "Junger Priester als Mitfahrer einer jungen Italienerin im roten 124-Fiat-Cabrio auf der Autostrada vom Ortasee bis Venedig fahrend. Italienische Autoindustrie, Mode und Charakteristisches aus Italien. Prognosen zur gesellschaftlichen Entwicklung in Norditalien." Damals hatte Norditalien nach Japan das zweithöchste Wirtschaftswachstum in der Welt, so heißt es zumindest in diesem Film. Auf jeden Fall liegt großer Optimismus in der Luft, die Zukunft scheint rosig. Freilich, die Probleme kann man auch schon riechen, wenn man die fürchterlichen Wohnverhältnisse in Turin sieht. Es gibt in diesem Film einen Werksbesuch bei Fiat und ein Interview mit dem legendären Firmenchef "Gianni" Agnelli. Auch Nuccio Bertone, der große italienische Autodesigner wird kurz porträtiert. Der Liter Superbenzin kostete damals 162 Lire (gut 90 Pfennige und damit deutlich mehr als zu dieser Zeit in der Bundesrepublik), der Espresso 80 Lire. Eingenommen wird der Espresso in einem dieser klassischen Brückenrestaurants über der Autostrada.
23:45
Der Grand Prix der Oldies 1983 auf dem Hockenheimring. Zu sehen sind viele, viele Sportwagen aus den 1950er- bis in die frühen 1970er-Jahre. Und viele Bugattis und Alfas etc. aus der Zeit zwischen den Kriegen. Im Interview zu hören und zu sehen sind u.a. die Rennsport-Legenden Stirling Moss und Walter Röhrl.