21:50
Der "Spiegel"-Autor und spätere Grimme-Preisträger Wilhelm Bittorf porträtiert in diesem Film aus dem Jahr 1966 in launiger Weise verschiedene Beatbands im süddeutschen Raum. Die Protagonisten erzählen dabei im Off selbst ihre Geschichte, teilweise sehr selbstironisch. Sie geben z.B. zu, dass sie teilweise nur aus Langeweile eine Beatband gegründet hätten und die Musik nie nach Noten spielen würden: sie kauften sich die Platten ihrer Lieblingsbands und spielten die Musik einfach nach. Und damit hatten sie dann unter Umständen nicht nur musikalischen Erfolg, denn eine junge Frau gibt im Film unumwunden zu: "Ja, das stimmt schon, wenn einer in einer Band spielt, dann ist er gleich etwas Besonderes und hat mehr Chancen bei den Mädchen." Bittorf lässt den Protagonisten sehr viel Raum, um sich und ihre Ansichten darstellen zu können. Auch die jungen Frauen im Umfeld der Bands kommen zu Wort: selbstbewusste Frauen, die keineswegs dem Klischee von Groupies entsprechen. Und da bei dieser Dokumentation niemand Geringerer als Willy Pankau an der Kamera stand, führte das alles auch zu tollen Aufnahmen: bei den Konzerten, draußen in der Natur oder z. B. auf der Befreiungshalle oberhalb der Stadt Kehlheim.
22:30
Ausschnitte aus einer Veranstaltung des SFB im Jahr 1968 mit den englischen Beat-Bands "Dave Dee, Dozy, Bicky, Mick and Tich" und "Eric Burdon and the Animals". Im Studio des SFB durfte getanzt werden. Damals war alles Beatmusik, für die Band "Dave Dee, Dozy, Bicky, Mick and Tich" stimmt das auch, aber für Eric Burdon und seine "Animals" schon nicht mehr so ganz, denn deren Musik ging schon eher in Richtung Bluesrock. Eric Burdon stand damals nicht ohne Grund am Beginn einer Weltkarriere.
22:55
Elfie Pertramer spielt in dieser Folge eine Zimmerwirtin, die einen jungen Mann als Zimmerherrn hat. Der wäre eigentlich ganz brav, aber seine Haare! Viel zu lang nach Meinung seiner Zimmerwirtin. Ihr Akt der Selbstjustiz hat jedoch ungeahnte Folgen. Die Beatles, die Beatmusik und die langen Haare waren damals ein riesengroßes öffentliches Thema. Elfie Pertramer hat das mit ihrem feinen Gespür für den Zeitgeist wunderbar aufgegriffen.
23:10
"Anhänger des Musikantenstadels würden vermutlich voll Verzweiflung den Freitod in ihren Maßkrügen suchen", schreibt seinerzeit die Süddeutsche Zeitung über Hundsbuam Miserablige. Die bayerische Band verbindet Volksmusik mit Rock und einer gehörigen Portion Selbstironie. 1996 steht sie in der Münchner Alabamahalle auf der Bühne. Jahrzehntelang lagerten die Mitschnitte von Kultsendungen wie "Alabama in Concert", "Schlachthof in Concert" oder "Nachtwerk in Concert" in den Archiven des Bayerischen Rundfunks - sie waren der Soundtrack einer ganzen Generation. "Back on Stage" hebt diese musikalischen Schätze und holt sie zurück ins Fernsehen.
23:55
Drei Volksmusiker und drei Jazzer gründen Anfang der 1980er Jahre die österreichische Band Broadlahn. Aus dieser ungewöhnlichen Besetzung entsteht ein ganz eigener Klang-Mix aus alpenländischer Volksmusik, Jazz und Ethnomusik. Broadlahn selbst nennt das "Bauernjazz" oder "alpine Ethnomusic". 1994 tritt die Band in der Münchner Alabamahalle auf. Jahrzehntelang lagerten die Mitschnitte von Kultsendungen wie "Alabama in Concert", "Schlachthof in Concert" oder "Nachtwerk in Concert" in den Archiven des Bayerischen Rundfunks - sie waren der Soundtrack einer ganzen Generation. "Back on Stage" hebt diese musikalischen Schätze und holt sie zurück ins Fernsehen.