20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
Saftig grüne Almwiesen, blau glitzernde Seen, goldgelb leuchtende Bäume und die schiefergrauen Dolomiten mit schneeweißen Gipfeln: Im herbstlichen Südtirol genießt Tamina Kallert die farbenfrohe Natur, die ihr atemberaubende Panoramen beschert. Ihre Reise durch die nördlichste Provinz Italiens beginnt auf dem Kronplatz, dem Hausberg von Bruneck, und endet im mediterranen Meran, wo ihr Kaiserin Sisi auf Schritt und Tritt begegnet. Unterwegs lernt sie traditionsbewusste und fortschrittliche Südtiroler kennen: In St. Ulrich im Grödnertal fährt sie mit einem jungen, innovativen Holzkünstler auf die Seiser Alm, die Größte ihrer Art in Europa; im Gardatal wandert sie zusammen mit zwei Musikerinnen, die sich von den ladinischen Sagen ihrer Heimat inspirieren lassen; im touristisch wenig erschlossenen Sarntal hilft sie bei der Latschenkiefer-Ernte und sieht bei der Öl-Produktion zu. Emotional wird der Moment, wenn Tamina Kallert in Bozen dem tiefgefroren Ötzi in seiner dunklen Eiskammer begegnet. Moderne Architektur in 2.275 Metern Höhe: Das Corones Museum von Reinhold Messner auf dem Gipfel des Kronplatz ist in den Gipfel hinein gebaut - und gewährt großartige Ausblicke auf die Dolomiten. Schon vor 150 Jahren wurde in St. Ulrich im Grödnertal eine Hochschule für Holzhandwerker eröffnet. Tamina Kallert trifft einen jungen Holzschnitzer, der den traditionellen Stil weiterentwickelt hat und seine modernen Figuren mit Material aus der Natur veredelt. In Bozen sprechen dreiviertel der Menschen italienisch, und überall in der Landeshauptstadt ist ein südländisches Flair zu spüren - ganz besonders auf dem Markt. Alte Häuser stehen neben ganz modernen, in den mittelalterlichen Laubengängen haben sich schicke Boutiquen angesiedelt, und Ötzi, der Mann aus dem Eis, hat eine hochtechnisierte Ruhestätte gefunden. Das mediterrane Klima in Südtirol und ein jahrhundertealtes, künstliches Bewässerungssystem bringen den Familienbetrieben in Europas größtem Äpfel- und kleinstem Wein-Anbaugebiet gute Ernten. Und entlang der so genannten Waale, durch die das Wasser von den Bergen fließt, verlaufen schöne Wanderwege. Auf der Südtiroler Weinstraße fährt Tamina Kallert nach Völlan zum Keschntfestl - zum Kastanienfest, bei dem Brauchtum großgeschrieben wird.
21:00
Gebärdensprach-Avatare sollen mittels KI die digitale Teilhabe tauber und schwerhöriger Menschen erleichtern. Wie bringt man einer KI die Gebärdensprache bei? Was erhofft man sich davon und wo liegen die Probleme? Darüber spricht Iris Meinhardt mit ihren Gästen. Die Hamburger Linguistik Professorin Liona Paulus hat sich auf die sprachlichen Besonderheiten der Gebärdensprache spezialisiert, während Mathias Schäfer aus Berlin ganz praktisch an der Entwicklung von Gebärdensprach-Avataren arbeitet. Arun Mariavilasm ist Mitglied im Deutsche Gehörlose Jugend e.V. und bringt die Wünsche und Forderungen der tauben Jugend in die Runde. Das Studiogespräch wird in Deutscher Gebärdensprache geführt und für hörende Zusehende von Simultandolmetschern übersetzt.
21:45
Ein kurzer Befehl und schon ist das Bad in romantisches Licht getaucht, eine einfache Anfrage und schon hält man das richtige Zugticket in der Hand, eine knappe Aufforderung und schon steuert das Auto selbstfahrend von München nach Berlin, - das alles ohne nerviges Tippen - und in DGS. Es ist die Vision einer modernen, digitalen Welt auch für gehörlose Menschen. Kann das Wirklichkeit werden? Kann künstliche Intelligenz Gebärdensprachnutzern neue Chancen für eine barrierefreie Kommunikation und mehr digitale Teilhabe bringen? Sehen statt Hören ist auf der Suche nach Antworten. Ob Sprachassistenten, Chatbots oder Avatare: Die Digitalisierung unserer Gesellschaft ist in vollem Gange, und durch neue gesetzliche Vorgaben steigt der Druck auf Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft, auch in der digitalen Welt Barrieren abzubauen. Drei Modellprojekte tüfteln dazu an unterschiedlichen Lösungen, die alle eines gemeinsam haben: sie versuchen, Künstliche Intelligenz zu nutzen. Sind sie damit erfolgreich, hieße das auch: Neue digitale Lösungen für Gebärdensprachnutzer:innen.
22:15
Digitale Technologien sind allgegenwärtig. Sie haben den Alltag verändert und die Kommunikation deutlich verbessert. Besonders Apps auf dem Smartphone tragen zur "digitalen Barrierefreiheit" der Gebärdensprachnutzer bei. Doch wie weit ist die Technologie schon? Sehen statt Hören hat nachgefragt... Für den richtigen Weg schnell einen Blick aufs Navi werfen. Eine WhatsApp tippen, wenn man sich verspätet. Und online für das Referat recherchieren. Ein Tag ohne Smartphone, Tablet und Co ist für die allermeisten heute unvorstellbar. Doch wie war das früher? Balthasar und sein Freund Danny machen ein Experiment - und sind einen Tag lang offline. Für beide zunächst unvorstellbar und ein großes Experiment. Doch am Ende des Tages können Balthasar und Danny ein positives Fazit ziehen: Ohne Smartphone geht man mit offeneren Augen durch die Welt, man ist näher an seinen Mitmenschen, kommunikativer, spontaner und intensiver. Und für jedes Problem gibt es auch eine alternative Lösung. Dennoch steht für beide fest: Bequemer und unkomplizierter ist es aber schon mit dem Smartphone.
22:45
Hörgeschädigte Kinder von hörenden Eltern werden überwiegend mit CI und Hörgeräten versorgt - denn sie sollen in Lautsprache kommunizieren. Doch funktioniert das? "Die Forschung zeigt: Im Vergleich zu hörenden Kindern bleibt für 30 bis 50 Prozent der Kinder, die mit CI oder Hörgeräten versorgt sind, das Risiko bestehen, dass sie in ihrem Lautspracherwerb verzögert sind oder dass sie Lautsprachstörungen haben", weiß Prof. Claudia Becker von der Berliner Humboldt-Universität. Zudem wurde bei ihnen die Gebärdensprache nicht selten vernachlässigt. Wenn das mit der Sprache jedoch nicht klappt, hat das ebenfalls negative Folgen für andere Entwicklungsbereiche: Ein verzögerter Spracherwerb kann auch zu Verzögerungen im kognitiven sowie im sozial-emotionalen Bereich führen. Doch was tun? Schließlich sollen alle Kinder, egal ob taub, schwerhörig oder hörend, die bestmögliche Förderung erhalten. Der Lösungsansatz: eine zweisprachige, also bilinguale-bimodale Erziehung in Deutsch und Deutscher Gebärdensprache. Neue Förderkonzepte und Modellprojekte mit umfangreichen Unterrichtsmaterialien werden bereits in drei verschiedenen Projekten unter Federführung der Humboldt-Universität an mehrere Schulen, in der Frühförderung und in Familien getestet. Die besondere Herausforderung dabei ist die Vielfalt der Kinder: Sie bringen unterschiedliche Gebärdensprachen und Lautsprachen mit - von DGS bis zur arabischen Gebärdensprache und den unterschiedlichsten Lautsprachen, je nach Elternhaus. Deshalb müssen die Unterrichtsmaterialien mehrsprachig sein - mehrere Gebärdensprachen und mehrere Lautsprachen.
23:15
Ein expressionistisches Stummfilm-Märchen in Gebärdensprache: Die gehörlose Alice befreit die Welt vom bösen Zauberer, der Gehörlose zu hörenden Mutanten macht.
23:30
Aus einem einvernehmlichen Flirt backstage nach einem Konzert wird für Tabea ein Albtraum: Ein Bandmitglied wird im Laufe des Abends übergriffig und ignoriert sogar ihr "Nein". Fast ein Jahr nach dem Tag, der ihr Leben verändert hat, kehrt Tabea zurück an den Ort des Geschehens und spricht mit Lisa-Sophie über die psychischen aber auch die körperlichen Folgen sexualisierter Gewalt. Wie findet man nach einem traumatischen Erlebnis den Weg zurück ins Leben und lernt, dem eigenen Körper wieder zu vertrauen? Die psychologische Psychotherapeutin Dr. Eva Herzog von der LMU München erklärt zudem die automatischen Schutzreaktionen des Körpers wie Erstarren ("Freezing") und wie Heilung gelingen kann.
23:50