18:45
Kopftuchverbot, Sterbehilfe, religiöse Symbole im Wahlkampf: Religion und Ethik spielen in der öffentlichen Diskussion immer wieder eine zentrale Rolle. "Prisma", das neue ORF-TV-Format informiert über aktuelle Geschehnisse im Zusammenhang von Gesellschaft und Wissenschaft. Die Sendung liefert Zusammenhänge, diskutiert verschiedene Standpunkte und analysiert religionspolitische und ethische Entwicklungen im In- und Ausland. Durch die Sendung führen Judith Fürst, Konstantin Obermayr und Sandra Szabo.
19:00
Die Frage, was deutsch ist und das Deutsche ausmacht, ist einerseits leicht zu beantworten - unter anderem die Sprache, Qualitäten in der Wirtschaft und Industrie. Andererseits und vor allem bei genauerem Blick zeigt sich aber, dass viele dieser vermeintlichen Merkmale weder einzigartig deutsch sind, noch für ganz Deutschland und alle Deutschen zutreffen. Dazu kommt: Deutschland ist heute unbestritten eine Einwanderungsgesellschaft und profitiert davon nicht zuletzt durch multikulturelle Vielfalt. Respekt-Moderator Ramo Ali ist in Deutschland eingebürgert, hat den deutschen Pass und ist "Neu-Deutscher". Er trifft Azra, die mit drei Jahren nach Deutschland gekommen ist, aber trotzdem erst seit kurzem die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Azras Eltern kommen aus Bosnien. Sie selbst fühlte sich immer als Deutsche und wollte sich mit 16 Jahren einbürgern lassen, ließ sich dann aber vom Einbürgerungstest abschrecken. Inzwischen hat sie den deutschen Pass. Deutsch-sein, sagt Azra, heißt für sie: Frei sein. Sie schätzt die Demokratie mit Rechtsstaat, Bewegungsfreiheit und Bürgerrechten. All das würde die Amerikanerin Dana sofort unterschreiben. Sie ist mit einem Deutschen verheiratet und lebt seit vielen Jahren hier. Im Gespräch mit Moderator Ramo Ali stellt sie aber fest, dass es demokratische Freiheiten auch in vielen anderen Ländern gibt. Dana verbindet mit "deutsch" eher Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, aber auch eine gewisse Engstirnigkeit. In der Respekt Reportage wird deutlich, dass es keine eindeutigen Antworten auf die Frage "Was ist deutsch?" gibt. Moderator Ramo Ali stellt in seinen Gesprächen fest, dass zahlreiche positive Eigenschaften und viele zivilisatorische Errungenschaften die deutsche Gesellschaft auszeichnen, ohne dass diese Merkmale genuin deutsch sind oder allein auf Deutschland zutreffen. © Bayerischer Rundfunk 2021 Mehr Informationen unter: www.br.de/respekt
19:30
Langweilige Eurokraten, staubtrockene Dossiers, nichts als ältere Herren in dunklen Anzügen? Europa ist ganz anders, auch wenn es sich nicht auf den ersten Blick erschließt. Wer bin ich, und wenn ja wie viele, dieser Berliner Sponti-Spruch beschreibt exakt die Herausforderung und die Möglichkeiten eines geeinten Europa. Diesen Prozess begleiten, fremde Mentalitäten und Perspektiven zeigen, will das Europamagazin der ARD. Mit Reportagen, Hintergrundberichten, aktuellen Beiträgen und auch Glossen werden die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten spürbar.
20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
2005 - das Jahr, in dem ein sogenannter "Ehrenmord" deutschlandweit für Entsetzen sorgt: Die 23-jährige Hatun Sürücü wird an einer Bushaltestelle in Tempelhof von ihrem jüngsten Bruder erschossen. Die Sozialarbeiterin Sabine Schiechel, im Jugendamt Kreuzberg für Hatun Sürücü zuständig, erinnert an eine junge Frau, die frei und selbstbestimmt leben wollte, und dafür von ihrer eigenen Familie ermordet wurde. Der Überraschungshit des Kinojahres ist "Alles auf Zucker", eine Komödie über jüdisches Leben in Deutschland. Regisseur Dani Levy und Hauptdarsteller Henry Hübchen erzählen von einer Erfolgsgeschichte, die sie nicht für möglich gehalten hätten. In der Mitte der deutschen Hauptstadt, neben dem Brandenburger Tor, wird das Holocaust-Mahnmal eingeweiht, gewidmet den 6 Millionen Juden, die während des Nationalsozialismus ermordet wurden. Initiatorin Lea Rosh spricht über die jahrelangen Konflikte um das Denkmal. Bei der vorgezogenen Bundestagswahl im September verliert die rot-grüne Regierung von Gerhard Schröder die Mehrheit. SPD-Chef Franz Müntefering spricht über den heftigen Widerstand gegen die zu Beginn des Jahres eingeführten Hartz IV-Reformen und den Aufstieg der CDU-Chefin Angela Merkel zur Bundeskanzlerin. Die Reihe "Berlin - Schicksalsjahre einer Stadt" zeigt den doppelten Blick auf West- und Ost-Berlin von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart, 1945 bis 2020, in einer bislang nie dagewesenen Größenordnung: Eine Berlin-Chronik der Superlative über 64 Folgen, 5760 Minuten. Die fünfte Staffel über die 2000er Jahre zeigt eine Stadt im rasanten Wandel. Aufbruch ins Ungewisse: Quo vadis, Berlin? Als deutsche Hauptstadt ist Berlin auch Bühne der Weltpolitik - und wird weltweiter Mythos, nicht nur in Sachen Nachtleben. Die D-Mark geht, der Euro kommt, doch die Finanzlage der Stadt bleibt katastrophal. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit fasst das Berliner Lebensgefühl der Dekade in einen griffigen Slogan: "Arm, aber sexy". Doch die Arbeitslosigkeit steigt auf Rekordhöhen - nirgends in Deutschland ist der Anteil an Hartz-IV-Empfängern höher. Die 2000er sind Jahre der allgemeinen Verunsicherung: Die Terroranschläge vom 11.September erschüttern auch die Berliner, die Stadt streitet über "Parallelgesellschaften" und beklagt einen "Ehrenmord". Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 erlebt Berlin sein "Sommermärchen" - Beginn eines Aufschwungs, der bis heute anhält. Die Touristenzahlen steigen, aber auch die Mieten: Berlin ist Boomtown und Betongold. Und im neuen Jahrtausend mehr denn je: Weltstadt und Kiez, gelebte Wiedervereinigung - Schauplatz kleiner und großer Geschichten in einer sich globalisierenden Welt.
21:45
Aufregend, divers, groovend, frei, neugierig! Sonic Interventions ist immer anders, immer neu und immer ein Erlebnis. Das Kollektiv aus der Berliner Szene bringt vielfältige Einflüsse zusammen: Free Jazz der 60er Jahre, Elektronische Sounds aus der Berliner Club-Welt, traditionelle Rhythmen, Grooves und Skalen aus verschiedenen Regionen dieser Welt. Eine Musik, die so zusammengeschmolzen, wohl nur in der pulsierenden Hauptstadtszene entstehen kann. 2020 fanden kreative Köpfe zusammen und entwickelten in epischen Jamsessions die einzigartige Mischung aus Poesie, Tanz und Jazz. In Burghausen schaffte es Sonic Interventions, einen mitreißenden, aber auch kontemplativen Sog entstehen zu lassen. Es wurde getanzt, gelauscht, mitgewippt. Klänge in die man sich ganz hineinfallen lassen kann. Nicht umsonst wurden Sonic Interventions 2025 mit dem Deutschen Jazzpreis in der Kategorie "Newcomer:in des Jahres ausgezeichnet".
22:55
Als in Japan 1989 der Game-Boy auf den Markt kam, wurde in Karlsruhe das "Zentrum für Kunst und Medien" gegründet. Leiter Alistair Hudson, Nachfolger von Peter Weibel, will aus dem ZKM ein nützliches Museum machen: vom elektronischen Bauhaus der Medienkunst zum "useful museum" der Gegenwart. Neben den medienkünstlerischen Ausstellungen für die Öffentlichkeit gibt es im Hintergrund Restauration und Forschung, ein Klanglabor und ein Archiv.
23:25
Hass, Anfeindungen, Vandalismus. Und dabei geht es doch eigentlich nur um Kaffee? Seit über 30 Jahren haben sich die Deutschen eine Kaffeekultur aufgebaut, die sie sonst nur aus Italien kannten. Hobby, Genuss, Lebensgefühl. Doch ein neuer Player auf dem Markt will ein Imperium aufbauen, das diese Kultur ins Ungleichgewicht bringt: LAP. Auf einmal ist ein Krieg ausgebrochen, erst vor wenigen Wochen haben die Kaffee-Rebellen erneut zugeschlagen und eine Filliale verunstaltet. Jetzt ist sogar ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Was und wer steckt hinter dem Coffee-Wars?
23:40