20:15
Madagaskar ist einzigartige Wildnis und Heimat von knapp 30 Millionen Madagassinnen und Madagassen. Und Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Welt. Madagaskar ist derart verschieden und facettenreich, es scheint mehr zu sein als bloß ein Land. Nicht umsonst gilt die viertgrößte Insel der Welt als der achte Kontinent. Diese Dokumentation spielt im Urwald und am Strand, in der staubigen Steppe und auf den belebten Straßen der Hauptstadt Antananarivo. Der Film ist ein aufregender Streifzug durch das einfache, ursprüngliche, raue Madagaskar. Berühmt ist Madagaskar für zweierlei: die Lemuren, eine Affenart, von der es über 100 verschiedene Arten gibt und die ausschließlich auf Madagaskar und ein paar kleineren Inseln in der Nähe leben. Und für die Vanille. Die Sava-Region im Nordosten des Landes ist das weltweite Zentrum für den Anbau der sogenannten Königin der Gewürze. Die Arbeit auf dem Feld ist extrem aufwendig, jede einzelne Blüte muss per Hand bestäubt werden. Belina ist seit 20 Jahren Vanille-Bäuerin und Tag für Tag unterwegs in den Hügeln ihrer Plantage. Sie schleift eine Art Speer mit einer messerscharfen Klinge. "Das verwenden wir, um die Vanilleschoten zu bewachen, wenn sie reif sind. Wir haben ja keine Schusswaffen." Seit ein paar Jahren plündern Vanille-Diebe regelmäßig die Plantagen. Denn Vanille war eine Zeitlang wertvoller als Silber, der Preis für ein Kilo schwarze Vanilleschoten kletterte auf 600 Euro. Aktuell ist der Preis zwar eingebrochen, doch wertvoll ist die Ware noch immer. Damit aus den grünen Schoten verkaufsfertige, schwarze Schoten werden, wird die Vanille nach der Ernte getrocknet und fermentiert. Marie Rasoandalana arbeitet in einem kleinen Betrieb in dem Städtchen Sambava. "Ich bin stolz auf die Sava-Region, weil wir wertvolle Produkte für die ganze Welt produzieren", sagt sie und bringt einige Wannen voll mit Vanilleschoten nach draußen, die sie auf riesigen Bänken in der prallen Sonne ausbreitet. Ponk, der mit bürgerlichem Namen Lucas Sergio Andriananja heißt, will diese Realität sichtbar machen. Er ist wohl der bekannteste Streetart-Künstler des Landes, er sprüht fotorealistische Airbrush-Motive, meist Porträts von Kindern. "Oft haben die Kinder ferne Träume, wie Astronaut oder Universitätsprofessor zu werden. Doch es wird schwierig sein, diese Träume zu verwirklichen", sagt Ponk. In seiner Freizeit kümmert er sich um eine Gruppe Straßenkinder in Antananarivo. Ein Zuhause oder Eltern haben diese Kinder nicht mehr. "Das Leben ist hart. Manchmal bin ich verzweifelt", sagt Benjamin, der acht Jahre alt ist. Fabien, sein Kumpel, ergänzt: "Das Schwerste ist, dass es nachts sehr kalt wird. Wenn du draußen schläfst, musst du die Kälte ertragen." Benjamin und Fabien sind zwei von Zehntausenden Straßenkindern in der Stadt. In Andasibe, einem kleinen Städtchen im Zentralmassiv, sitzt Madame Lanto in ihrem Büro im Bahnhof und verkauft Fahrscheine. Sie ist die Bahnhofsvorsteherin und will dafür sorgen, dass alles reibungslos läuft. Die Tsara-Dia-Linie von Moramanga an die Ostküste ist eine Lebensader für die Menschen, die hier leben. Der Zug verkehrt auf einer malerischen Strecke entlang des Flusses Vohitra und verbindet Dörfer, die mit dem Auto nicht zu erreichen sind. "Das ist das einzige Transportmittel hier", sagt Razafindramanitra, der in dem Dörfchen Fanasana eine Apotheke betreibt. Alles kommt hier mit dem Zug an: seine Medikamente, Lebensmittel, Möbel, die Post. "Während der Covid-Zeit, als der Bahnbetrieb ausgesetzt war, sind wir zu Fuß gegangen. 60 Kilometer hin und 60 Kilometer wieder zurück. Wir sind auf den Bahngleisen gegangen. Madagaskar ist die Heimat von faszinierenden Tieren und von wunderbaren Menschen, die voller Zuversicht für eine gute Zukunft kämpfen.
21:00
Das Herz ist der ungewöhnlichste Muskel unseres Körpers. Es arbeitet unermüdlich, beginnt im Mutterleib zu schlagen und kann sogar weitermachen, wenn das Gehirn schon aussetzt. Es schlägt zuverlässig, 24 Stunden am Tag, und besonders in jungen Jahren schenken wir ihm kaum Beachtung. Etwa so geht es auch den 29-jährigen Zwillingen Naomi und Joëlle Karfich. Sie sind sportlich, ernähren sich gesund und fühlen sich fit - doch ob ihr Herz wirklich gesund ist, wissen sie nicht. Ihre genetischen Risiken oder konkrete Werte sind ihnen unbekannt. Für ARD Wissen lassen sie ihr Herz in Köln von Conchita Ruiz-Mohné untersuchen. Die Kardiologin ist Expertin für weibliche Herz- und Gefäßmedizin, ein Bereich, der lange vernachlässigt wurde. Denn Frauenherzen sind anders als Männerherzen. Sie zeigen bei einem Infarkt oft andere, unspezifischere Symptome als Männer - was zu gefährlich späten Diagnosen führen kann. Dabei zählt bei einem Herzinfarkt jede Minute: Sobald die Blutzufuhr stockt, beginnt Herzgewebe unwiederbringlich abzusterben. Wie man bei einem Herzinfarkt schnell und richtig handelt, zeigt Sanitäterin Celine Kilian. Wichtiges Wissen, denn es ist nicht unwahrscheinlich selbst einmal Erste-Hilfe leisten zu müssen. Herzinfarkte sind in Deutschland die häufigste Todesursache. Betroffen sind davon zunehmend jüngere Menschen - insbesondere jüngere Männer unter 40. So auch Ferruccio Labita, der mit 38 Jahren einen Herzinfarkt. Heute vertraut er seinem Herzen wieder - und fährt mit Leidenschaft Radrennen. Doch er hat gelernt: Leistung darf nie über das eigene Körpergefühl hinausgehen. Ein großer Risikofaktor: Stress. Besonders zwischenmenschlicher Dauerstress kann das Herz krank machen - bis hin zum "Broken Heart Syndrom". Christiane Waller erklärt, warum das Hormon Oxytocin dabei eine schützende Rolle spielen kann. Wie man dem Stress mit Atmung begegnet, zeigt Freitaucherin Anna Karina Schmitt: Mit gezielten Übungen bereitet sie ihr Herz auf Tauchgänge bis zu 80 Meter Tiefe vor - mit nur einem Atemzug.
21:45
Wie lebt es sich, wenn das eigene Blut schwarz statt rot ist, weil das Herz nicht mehr genug Sauerstoff in den Organismus pumpt? Wie fühlt es sich an, wenn der eigene Puls nicht zu spüren ist, weil das Herz nicht richtig arbeitet? Und wie ist es, zu wissen, dass nur ein Spenderherz das Überleben ermöglicht? Denis Friszewski kennt alle diese Fragen. Der 49-Jährige ist schwer herzkrank und wartet auf ein Spenderherz. Er hat die Blutgruppe 0. Und das bedeutet: Er wird länger auf ein Spenderherz warten müssen als andere, denn statistisch betrachtet stehen Patient*innen mit dieser Blutgruppe am längsten auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Die Blutgruppe muss bei Spender*innen und Empfänger*innen identisch sein. Der Niedersachse verbringt Monate in einer der größten Kliniken Europas und einem der größten Transplantationszentren Deutschlands: im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Die Station H4a wird sein Zuhause auf Zeit, das Zimmer 419 sozusagen sein ganz privates Wartezimmer. "Die Nordreportage" zeigt den bewegenden Moment, in dem der todkranke Patient erfährt, dass ein Spenderherz für ihn gefunden wurde. Als die Transplantationsärzte dieses gesunde Herz stundenlang mit höchster Konzentration einpflanzen, ist das NDR Team dabei. Und Wochen vorher haben die Kameraleute ein UKE-Ärzteteam auf dem Flug in ein Nachbarland begleitet, wo sie ein Spenderherz entnahmen. Für einen anderen Patienten mit derselben Blutgruppe, der schon länger gewartet hatte. Die Gesetze, die Transplantationen in Deutschland regeln, sind streng. Als Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) im Frühjahr 2023 diese Gesetze in Teilen ändern wollte und die politische Diskussion um die sogenannte Widerspruchslösung neu entfachte, die vorsieht, dass alle in der Bevölkerung automatisch Organspender*innen sind, sofern sie nicht widersprechen, argumentierte er: Deutschland ist Schlusslicht in Europa, sowohl bei den Organspendezahlen als auch bei den Wartezeiten, die auf kranke Menschen beim Warten auf ein Spenderorgan zukommen.
22:15
In dieser Sendung geht es um Schmerzen, die einen im Alltag plagen. Wenn der Kopf drückt oder es im Rücken zieht - was hilft dann, die Schmerzen zu lindern? Quarks fasst die neusten Wege zusammen, die die Forschung dafür aufzeigt.
23:00
In dieser Folge "POV" spricht Klimaaktivist Luis darüber, warum er für seine Überzeugung sogar in Kauf nimmt, ins Gefängnis zu gehen! Als Teil der "Letzten Generation" hat er an Straßenblockaden in Kufstein, Berlin und München teilgenommen, ist als "Klimakleber" bedroht, beschimpft und verletzt worden. Jetzt steht er vor Gericht und ihm drohen mehrere Geldstrafen, schlimmstenfalls Gefängnis. Seine Familie und Freunde unterstützen ihn, besonders seine Mutter und Schwester machen sich aber auch große Sorgen, dass Luis etwas passiert oder er sich seine Zukunft verbaut. Warum macht Luis das? Was hat er erlebt, wie weit würde er gehen? Und wann würde er mit dem Protestieren aufhören? In jeder Folge von "POV - So hab ich das noch nie gesehen!" triffst du Menschen mit außergewöhnlichen Lebensgeschichten, die mutig über ihre Erfahrungen und Erlebnisse sprechen. Du lernst ihr direktes Umfeld kennen und damit unterschiedliche Blickwinkel.
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DW's The Day provides viewers with the background and analysis they need to understand the top stories of the last 24 hours. Join our Chief News Anchor Brent Goff as he puts the day's events into context and discusses them with experts and correspondents in the field.