21:00
In das havarierte Atommülllager der Asse dringen unkontrolliert große Mengen Wasser ein. Betriebsführer Guido Oesterreich steht vor einer kaum lösbaren Aufgabe: Er soll mit seiner Belegschaft das Wasser aufhalten und dabei auch noch das brüchige Bergwerk stabilisieren. Sonst droht langfristig die radioaktive Kontamination einer ganzen Region.Ein Eisenkorb voller Bergleute rast scheppernd durch die Dunkelheit hinab in die Tiefe: Schachtlager Asse II, ehemaliges Salzbergwerk bei Wolfenbüttel in Niedersachsen. Endlager für radioaktiven Atommüll. Einen halben Kilometer unter der Erde hantieren die Bergleute mit Schläuchen bei 40 Grad Hitze. Bohrgestänge drehen sich kreischend in das Salzgestein. Mitten im Lärm steht Betriebsführer Guido Oesterreich. Er soll den Wassereinbruch der Asse irgendwie in den Griff bekommen. Diese Aufgabe scheint kaum lösbar. Denn das Wasser strömt schon seit Jahren durch zahllose Felsspalten in das Atommülllager. "Bisher konnten wir das eindringende Wasser weiter oben im Berg abpumpen", so Oesterreich. "Doch seit letztem Sommer findet es plötzlich andere Wege und strömt tiefer in den Berg, bis knapp über die Kammern mit dem Atommüll." Erreicht das Wasser den radioaktiven Abfall, droht die Kontamination der ganzen Region. Ein Wettlauf mit der Zeit, bis der Atommüll endlich aus der Asse herausgeholt und in ein sicheres Endlager gebracht werden kann. Von 1965 bis 1978 hatte man hier radioaktivem Abfall eingelagert, angeblich zu Forschungszwecken. Am Ende lagen 126.000 verstrahlte Fässer Atommüll im Berg vergraben. Und die Betreiber erklärten der Bevölkerung, die Asse sei jetzt ein "ganz besonders sicheres" Endlager. Wenige Jahrzehnte nach diesem Versprechen steht die Asse für die ungelösten Konflikte der Atomkraft, deren strahlenden Schrott Deutschland nicht loswerden kann. Über ein Jahr lang hat ein Filmteam für die "ARD Story" die Bergleute unter Tage begleitet - und in der Welt darüber die fragwürdige Politik um den Atommüll beobachtet. Zum ersten Mal nehmen Bergleute der Asse in ungewohnter Klarheit Stellung vor der Kamera und offenbaren unbekannte Einblicke in den erschreckenden, absurden Alltag einer Menschheitsaufgabe, die vergangene Generationen ihnen hinterlassen haben.
21:45
Die "Grube Clara" ist die mineralienreichste Lagerstätte der Welt und das einzige noch aktive Bergwerk im Schwarzwald. Hier in Oberwolfach werden Flussspat und Schwerspat gefördert, wichtige Rohstoffe für die Glas- und Keramikindustrie. Und das Geschäft floriert: 160.000 Tonnen jährlich,108 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, 28 Millionen Euro Umsatz. Das liegt an der besonderen Lagerstätte, dem unscheinbaren Benauer Berg. In dem bewaldeten Hügel verbergen sich drei riesige Gänge mit Vorkommnissen von Roherz. Doch der Berg ist porös, mittlerweile ein großes Problem. Betriebsleiter Hans Jörg Kovac ist einer der Letzten seiner Art. Ausschließlich seiner Erfahrung ist es zu verdanken, dass der Abbau so erfolgreich läuft. Die Bergleute müssen tief schürfen. Dort unten im Berg werden die Bedingungen immer schwerer. "50 Prozent unserer Arbeit besteht aus dem Sichern des Areals", sagt Kovac. Erst wenn die gesprengten Stollen mehrfach mit Beton ausgespritzt sind, kann die eigentliche Arbeit beginnen. Dann rollt das Erz auf großen LKW ins Tal und wird in der Fabrik mühsam zerkleinert, gewaschen, getrennt, gemahlen und getrocknet. Die Reportage begleitet Kovac bei seinem täglichen Rundgang unter Tage und die Bergleute bei ihrer gefährlichen Arbeit. Mehr als 200 verschiedene Mineralien wurden in der Grube schon gefunden und noch ist kein Ende in Sicht. Neben der Grube liegt ein kleines, umzäuntes Areal, eine Pilgerstätte für Hobby-Schatzsucherinnen und -Schatzsucher aus der ganzen Welt. Die begeisterten Sammlerinnen und Sammler kommen zum "Festival der Kristalle", das einmal im Jahr in Wolfach stattfindet. Dabei können sie in einer stillgelegten Silbermine hautnah nacherleben, unter welchen harten Bedingungen die Kumpels früher arbeiten mussten. Der Film zeigt, dass sich hinter dem Mythos Bergbau ein harter Knochenjob und ein Leben ohne Sonnenlicht verbirgt, aber auch die Faszination des Suchens, die tief in den Menschen verankert zu sein scheint.
22:15
In dieser Sendung geht es um Schmerzen, die einen im Alltag plagen. Wenn der Kopf drückt oder es im Rücken zieht - was hilft dann, die Schmerzen zu lindern? Quarks fasst die neusten Wege zusammen, die die Forschung dafür aufzeigt.
23:00
Aktuelle politische Geschehnisse, die sich innerhalb der geographischen Grenzen Europas ereignen, werden thematisiert und kritisch hinterfragt. Ein Schwerpunkt der Sendung ist die Europäische Union.
23:30
DW's The Day provides viewers with the background and analysis they need to understand the top stories of the last 24 hours. Join our Chief News Anchor Brent Goff as he puts the day's events into context and discusses them with experts and correspondents in the field.