22:00
Lange Strände, spektakuläre Klippen, einsame Berge: Von Rosslare im Südosten über die Hauptstadt Dublin bis zur Halbinsel Howth führt die wohl schönste Zugstrecke der Republik Irland. Dort landeten einst die Wikinger. Die Normannen hinterließen ihre Spuren. Irlands Osten ist geprägt durch die bewegte Geschichte mit England. Der Film stellt Menschen vor, die das moderne Land verkörpern und dabei auf den Spuren der Vorfahren unterwegs sind. Neben den prächtigen Schlössern der ehemaligen Kolonialherren zeugen die Ruinen einer frühchristlichen Klosteranlage und ein prähistorisches Dolmengrab von den vielseitigen kulturellen Einflüssen. Ein Abstecher führt in das fruchtbare Hinterland der Grafschaft Wexford und zu magischen Orten in den Wicklow Mountains, bevor es ins Getümmel der Großstadt Dublin geht. Erholung bietet dann das Naturparadies bei Howth, in dem sich nicht nur eine große Kolonie Kegelrobben wohlfühlt.
22:45
In London trug der Mann von Welt in den beginnenden Sechzigerjahren anderes als in Berlin oder Paris. Die Modestile waren noch klar unterscheidbar. Aber seit 1957 gab es die EWG, die "Europäische Wirtschaftsgemeinschaft". Dadurch wurden die Zollschranken niedriger und die Exporte und Importe immer umfangreicher. Dies führte dazu, dass sich damals sogar die Briten fragten, ob es nicht besser wäre, dieser EWG beizutreten. Die Modebranche wiederum fragte sich damals, ob dieses Zusammenwachsen, ob dieser ständige Austausch auch Auswirkungen auf den modischen Geschmack der Europäerinnen und Europäer hat und nationale Mode-Identitäten verschwinden. Robert Peter Hertwig untersuchte 1964 im Auftrag des Westdeutschen Rundfunks mit seinem Film "Das Europa der Mode" genau diese Frage.
23:15
Die Berliner "Durchreise" ist eine berühmte Modemesse, die in ihrer Tradition bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht und damit als älteste Modemesse der Welt gilt: damals stellten Tuchhändler auf ihrer Durchreise in Berlin ihre jeweils neuesten Kleider vor. Lea Rosh führte - ebenfalls - 1964 für den Sender Freies Berlin das Fernsehpublikum durch diese Modemesse, in der die Frühjahrs- und Sommerkollektion für das Jahr 1965 vorgestellt wurde. Hosenanzüge für die Damen waren schwer im Kommen - und die jeweiligen Farben musste Frau Rosh wortreich beschreiben, denn noch sendete das Fernsehen leider nur in Schwarzweiß.
23:55
30 Jahre nach den beiden Filmen aus dem Jahr 1964 war dann 1994 alles anders. Nicht nur das Fernsehen war schon längst zum Farbfernsehen geworden, Modediktate waren von gestern und die Couturiers bedienten sich z. B. ohne Hemmungen bei den verschiedensten Jugendkulturen der Welt. Katja Aschke porträtierte daher in ihrem Film "Sehnsucht nach einem anderen Ich" nicht nur Modeschöpfer wie Karl Lagerfeld oder Jean Paul Gaultier sondern eben auch Vivienne Westwood, die damals gerade dabei war, zum Mode-Weltstar aufzusteigen. Und was ein Trendforscher macht und weshalb die Textilindustrie immer die richtigen Farben parat hat, das erfährt man in diesem tollen Film über Mode ebenfalls.