17:30
Ein Film von M. Bergholz, J. Lukaszevicz, S. Barfuß und E. Reichhardt Einzigartig, waldreich und Millionen von Jahre alt. Das sind unsere Mittelgebirge. Plattentektonik oder vulkanische Aktivität haben sie in den Himmel wachsen lassen. Und seither leben wir mit ihnen. Mit ihren Gesteinen, ihrer erkalteten Lava, ihren Pflanzen, Gipfeln, ihren Tieren und ihren Besonderheiten. In Hessen ist die landschaftliche Vielfalt besonders groß; die Basaltvorkommen sind die größten in Europa. Der Vogelsberg hat ein ganzes Meer davon. Das Vulkanmassiv mit seinen erkalteten Lavaströmen besticht aber auch durch Bergkuppen, Wälder und Fachwerkstädte. Genau wie der Taunus, das zweithöchste Mittelgebirge Hessens. Hier ist der Quarzit zuhause. Ein extrem hartes Gestein, das unter großem Druck entstanden ist. Die Geografin Christiane Berger erforscht es seit Jahrzehnten mit Leidenschaft und interessiert sich für die ganz frühe Besiedlung durch die Kelten. Nach deren Blütezeit kamen die Römer, deren frühere Präsenz mit dem Taunus fest verbunden ist. Das Römerkastell Saalburg und der Limes, UNESCO-Welterbe, sprechen Bände. Im Odenwald waren die Römer auch. Das Felsenmeer, eines der meistbesuchten Ausflugsziele, nutzen die Römer als Steinbruch. Burgen und unzählige Sagen prägen den Odenwald. Ein verwunschener Ort, den Förster Tobias Kaufmann klimaresistent machen möchte, auch wenn die Natur dort noch gut intakt ist. Auch in Nordhessen, im Habichtswald, sind Natur, Mythos und Geschichte eng miteinander verbunden. Etwas offener von der Optik zeigen sich der Knüll und die Rhön. Das Land der offenen Ferne wird letztere auch genannt und sie beherbergt Hessens höchsten Berg: die Wasserkuppe. Paradies für Segelflieger und Sternengucker und im Winter lockt der Schnee. Im Kellerwald am Edersee dagegen kann man so richtig zur Ruhe kommen. Sein Zauber erwächst aus der Stille und dem Gefühl, einem Wald zu begegnen, der vielerorts längst verschwunden ist. Naturfotograf Ulrich Müller fängt dieses Phänomen auf seinen Streifzügen regelmäßig ein. Unsere Mittelgebirge - wir begeben uns auf Spurensuche. Was macht diese Landschaften aus? Wie lebt es sich mit ihnen? Eine bergige Faszination in Hessen.
18:15
Fragen rund um die Gesundheit wird auf den Grund gegangen, und von den Moderatoren anschaulich aufbereitet. Dabei geht es unter anderem um Heilmittel, Ernährung und Kosmetikprodukte.
18:45
19:30
Super-El-Niño im Anmarsch: Drohen Uruguay schwere Überschwemmungen? El Niño könnte in Uruguay in diesem Jahr für extreme Regenfälle und Überschwemmungen sorgen. Besonders gefährdet ist die Hauptstadt Montevideo, wo große Flächen versiegelt sind und Regenwasser kaum versickern kann. Die Stadt reagiert mit wasserdurchlässigem Straßenbelag, Rückhaltebecken und Regengärten, die Wasser aufnehmen und zurückhalten sollen. Ob diese Maßnahmen den erwarteten Wetterextremen standhalten, bleibt jedoch ungewiss. Extremwetterkongress in Hamburg Heute beginnt in Hamburg der Extremwetterkongress. Fachleute aus Wissenschaft und Praxis beraten über die zunehmenden Risiken durch Hitzewellen, Starkregen, Hochwasser und weitere Wetterextreme. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Forschungsergebnisse sowie Strategien, mit denen sich Städte und Gesellschaft besser auf extreme Wetterereignisse vorbereiten können. Mit Gesprächsgast: Mojib Latif, Klimawissenschaftler und Präsident Akademie der Wissenschaften in Hamburg Das Geheimnis des Regens: Forschende entschlüsseln Wolkenprozesse Forschende des Max-Planck-Instituts in Göttingen haben mit einem speziellen Ballon-Observatorium untersucht, wie in eisfreien Wolken Regen entsteht. Mit Lasern und Hochgeschwindigkeitskameras entdeckten sie, dass sich die winzigen Wassertropfen in nur etwa ein Meter großen Bereichen konzentrieren. Dort stoßen sie häufiger zusammen und können so zu größeren Regentropfen wachsen. Die Ergebnisse sollen langfristig helfen, Wettervorhersagen und Klimamodelle zu verbessern. Weitere Messungen sind unter anderem in Amazonien, an der Ostsee und in Nordfinnland geplant. Kampf gegen resistente Keime: Münchner Startup setzt auf synthetische Phagen Die Entwicklung neuer Antibiotika gerät zunehmend ins Stocken. Gleichzeitig zählen Antibiotikaresistenzen laut WHO zu den größten Bedrohungen für die Menschheit. Deshalb kommt jetzt eine Idee zurück, die schon vor hundert Jahren da war: Bakterielle Infektionen mit sogenannten Bakteriophagen bekämpfen, indem sie die Bakterien befallen und abtöten. Nur: Muss so ein Phage dann auch auf das richtige Bakterium passen! An der Uniklinik Frankfurt wird genau daran geforscht. Ausgebremst - wie ABS Fahrräder sicherer macht Immer mehr Menschen verunglücken mit E-Bikes, insbesondere ältere Fahrerinnen und Fahrer. Eine häufige Ursache ist falsches oder zu starkes Bremsen. Ein Antiblockiersystem (ABS) könnte blockierende Räder verhindern und dadurch die Sicherheit erhöhen. Bislang ist die Technik jedoch nur bei wenigen Fahrrädern verfügbar. Das Wissenschaftsmagazin berichtet ausführlich, verständlich und aktuell über Technik, Medizin, Wissenschaft und Forschung.
20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
Saftig grüne Almwiesen, blau glitzernde Seen, goldgelb leuchtende Bäume und die schiefergrauen Dolomiten mit schneeweißen Gipfeln: Im herbstlichen Südtirol genießt Tamina Kallert die farbenfrohe Natur, die ihr atemberaubende Panoramen beschert. Ihre Reise durch die nördlichste Provinz Italiens beginnt auf dem Kronplatz, dem Hausberg von Bruneck, und endet im mediterranen Meran, wo ihr Kaiserin Sisi auf Schritt und Tritt begegnet. Unterwegs lernt sie traditionsbewusste und fortschrittliche Südtiroler kennen: In St. Ulrich im Grödnertal fährt sie mit einem jungen, innovativen Holzkünstler auf die Seiser Alm, die Größte ihrer Art in Europa; im Gardatal wandert sie zusammen mit zwei Musikerinnen, die sich von den ladinischen Sagen ihrer Heimat inspirieren lassen; im touristisch wenig erschlossenen Sarntal hilft sie bei der Latschenkiefer-Ernte und sieht bei der Öl-Produktion zu. Emotional wird der Moment, wenn Tamina Kallert in Bozen dem tiefgefroren Ötzi in seiner dunklen Eiskammer begegnet. Moderne Architektur in 2.275 Metern Höhe: Das Corones Museum von Reinhold Messner auf dem Gipfel des Kronplatz ist in den Gipfel hinein gebaut - und gewährt großartige Ausblicke auf die Dolomiten. Schon vor 150 Jahren wurde in St. Ulrich im Grödnertal eine Hochschule für Holzhandwerker eröffnet. Tamina Kallert trifft einen jungen Holzschnitzer, der den traditionellen Stil weiterentwickelt hat und seine modernen Figuren mit Material aus der Natur veredelt. In Bozen sprechen dreiviertel der Menschen italienisch, und überall in der Landeshauptstadt ist ein südländisches Flair zu spüren - ganz besonders auf dem Markt. Alte Häuser stehen neben ganz modernen, in den mittelalterlichen Laubengängen haben sich schicke Boutiquen angesiedelt, und Ötzi, der Mann aus dem Eis, hat eine hochtechnisierte Ruhestätte gefunden. Das mediterrane Klima in Südtirol und ein jahrhundertealtes, künstliches Bewässerungssystem bringen den Familienbetrieben in Europas größtem Äpfel- und kleinstem Wein-Anbaugebiet gute Ernten. Und entlang der so genannten Waale, durch die das Wasser von den Bergen fließt, verlaufen schöne Wanderwege. Auf der Südtiroler Weinstraße fährt Tamina Kallert nach Völlan zum Keschntfestl - zum Kastanienfest, bei dem Brauchtum großgeschrieben wird.
21:00
Gebärdensprach-Avatare sollen mittels KI die digitale Teilhabe tauber und schwerhöriger Menschen erleichtern. Wie bringt man einer KI die Gebärdensprache bei? Was erhofft man sich davon und wo liegen die Probleme? Darüber spricht Iris Meinhardt mit ihren Gästen. Die Hamburger Linguistik Professorin Liona Paulus hat sich auf die sprachlichen Besonderheiten der Gebärdensprache spezialisiert, während Mathias Schäfer aus Berlin ganz praktisch an der Entwicklung von Gebärdensprach-Avataren arbeitet. Arun Mariavilasm ist Mitglied im Deutsche Gehörlose Jugend e.V. und bringt die Wünsche und Forderungen der tauben Jugend in die Runde. Das Studiogespräch wird in Deutscher Gebärdensprache geführt und für hörende Zusehende von Simultandolmetschern übersetzt.
21:45
Ein kurzer Befehl und schon ist das Bad in romantisches Licht getaucht, eine einfache Anfrage und schon hält man das richtige Zugticket in der Hand, eine knappe Aufforderung und schon steuert das Auto selbstfahrend von München nach Berlin, - das alles ohne nerviges Tippen - und in DGS. Es ist die Vision einer modernen, digitalen Welt auch für gehörlose Menschen. Kann das Wirklichkeit werden? Kann künstliche Intelligenz Gebärdensprachnutzern neue Chancen für eine barrierefreie Kommunikation und mehr digitale Teilhabe bringen? Sehen statt Hören ist auf der Suche nach Antworten. Ob Sprachassistenten, Chatbots oder Avatare: Die Digitalisierung unserer Gesellschaft ist in vollem Gange, und durch neue gesetzliche Vorgaben steigt der Druck auf Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft, auch in der digitalen Welt Barrieren abzubauen. Drei Modellprojekte tüfteln dazu an unterschiedlichen Lösungen, die alle eines gemeinsam haben: sie versuchen, Künstliche Intelligenz zu nutzen. Sind sie damit erfolgreich, hieße das auch: Neue digitale Lösungen für Gebärdensprachnutzer:innen.
22:15
Digitale Technologien sind allgegenwärtig. Sie haben den Alltag verändert und die Kommunikation deutlich verbessert. Besonders Apps auf dem Smartphone tragen zur "digitalen Barrierefreiheit" der Gebärdensprachnutzer bei. Doch wie weit ist die Technologie schon? Sehen statt Hören hat nachgefragt... Für den richtigen Weg schnell einen Blick aufs Navi werfen. Eine WhatsApp tippen, wenn man sich verspätet. Und online für das Referat recherchieren. Ein Tag ohne Smartphone, Tablet und Co ist für die allermeisten heute unvorstellbar. Doch wie war das früher? Balthasar und sein Freund Danny machen ein Experiment - und sind einen Tag lang offline. Für beide zunächst unvorstellbar und ein großes Experiment. Doch am Ende des Tages können Balthasar und Danny ein positives Fazit ziehen: Ohne Smartphone geht man mit offeneren Augen durch die Welt, man ist näher an seinen Mitmenschen, kommunikativer, spontaner und intensiver. Und für jedes Problem gibt es auch eine alternative Lösung. Dennoch steht für beide fest: Bequemer und unkomplizierter ist es aber schon mit dem Smartphone.
22:45
Hörgeschädigte Kinder von hörenden Eltern werden überwiegend mit CI und Hörgeräten versorgt - denn sie sollen in Lautsprache kommunizieren. Doch funktioniert das? "Die Forschung zeigt: Im Vergleich zu hörenden Kindern bleibt für 30 bis 50 Prozent der Kinder, die mit CI oder Hörgeräten versorgt sind, das Risiko bestehen, dass sie in ihrem Lautspracherwerb verzögert sind oder dass sie Lautsprachstörungen haben", weiß Prof. Claudia Becker von der Berliner Humboldt-Universität. Zudem wurde bei ihnen die Gebärdensprache nicht selten vernachlässigt. Wenn das mit der Sprache jedoch nicht klappt, hat das ebenfalls negative Folgen für andere Entwicklungsbereiche: Ein verzögerter Spracherwerb kann auch zu Verzögerungen im kognitiven sowie im sozial-emotionalen Bereich führen. Doch was tun? Schließlich sollen alle Kinder, egal ob taub, schwerhörig oder hörend, die bestmögliche Förderung erhalten. Der Lösungsansatz: eine zweisprachige, also bilinguale-bimodale Erziehung in Deutsch und Deutscher Gebärdensprache. Neue Förderkonzepte und Modellprojekte mit umfangreichen Unterrichtsmaterialien werden bereits in drei verschiedenen Projekten unter Federführung der Humboldt-Universität an mehrere Schulen, in der Frühförderung und in Familien getestet. Die besondere Herausforderung dabei ist die Vielfalt der Kinder: Sie bringen unterschiedliche Gebärdensprachen und Lautsprachen mit - von DGS bis zur arabischen Gebärdensprache und den unterschiedlichsten Lautsprachen, je nach Elternhaus. Deshalb müssen die Unterrichtsmaterialien mehrsprachig sein - mehrere Gebärdensprachen und mehrere Lautsprachen.
23:15
Ein expressionistisches Stummfilm-Märchen in Gebärdensprache: Die gehörlose Alice befreit die Welt vom bösen Zauberer, der Gehörlose zu hörenden Mutanten macht.
23:30
Aus einem einvernehmlichen Flirt backstage nach einem Konzert wird für Tabea ein Albtraum: Ein Bandmitglied wird im Laufe des Abends übergriffig und ignoriert sogar ihr "Nein". Fast ein Jahr nach dem Tag, der ihr Leben verändert hat, kehrt Tabea zurück an den Ort des Geschehens und spricht mit Lisa-Sophie über die psychischen aber auch die körperlichen Folgen sexualisierter Gewalt. Wie findet man nach einem traumatischen Erlebnis den Weg zurück ins Leben und lernt, dem eigenen Körper wieder zu vertrauen? Die psychologische Psychotherapeutin Dr. Eva Herzog von der LMU München erklärt zudem die automatischen Schutzreaktionen des Körpers wie Erstarren ("Freezing") und wie Heilung gelingen kann.
23:50