16:30
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17:30
Im Unteren Gailtal, das sich malerisch entlang der italienischen Grenze von Hermagor bis nach Fürnitz zieht, ist die Kultur stark vom Austausch mit dem Fremden bestimmt. So zogen die Bauern früher als Säumer mit ihren Pferden über die Berge, und traten als Händler mit Menschen aus anderen Ländern in Kontakt. Die Almen und Wiesen werden wie einst von Bergbauernfamilien bewirtschaftet, die sich heute mehr denn je ihrer Rolle als Landschaftspfleger bewusst sind. Eine große Bedeutung hat das Slowenische, das sich nicht nur in Flurnamen und Liedern wiederfindet. Unter den Bräuchen sticht besonders der Untergailtaler Kirchtag heraus, der in Feistritz abgehalten wird. Hier hat sich das Brauchtum in seinem besten Sinn erhalten, und hier kommen die Leute zusammen und leben die in dieser Region so wichtige Gemeinschaft. Filmautor Martin Vogg porträtiert in seiner Dokumentation diese Region und die Menschen, die hier oft schon seit Generationen verwurzelt sind.
18:15
Aktuelle politische, aber auch kuriose Geschehnisse, die sich innerhalb der geographischen Grenzen Deutschlands ereignen, werden thematisiert und kritisch hinterfragt.
18:45
Wie konnte es der Homo sapiens schaffen, den gesamten Planeten zu erobern? Es war nicht allein unsere Intelligenz, die uns den entscheidenden Vorsprung verschaffte. Studien zeigen, dass Tiere in bestimmten Bereichen über erstaunliche geistige Fähigkeiten verfügen - teils sogar über bessere Problemlösungsstrategien als wir. Nach den Anthropologen Daniel Haun (Max-Planck-Institut Leipzig) und Joseph Henrich (Harvard University) besitzt der Mensch jedoch etwas Einzigartiges: die Fähigkeit, voneinander zu lernen und Wissen über Generationen hinweg anzusammeln und weiterzuentwickeln. Dieses "kumulative Lernen" führt zu immer komplexeren Werkzeugen, Technologien und Kulturen. Abstraktes Denken, Nachahmung und soziale Regeln wirken dabei wie ein Beschleuniger für Innovation. So konnte der Mensch nicht nur in lebensfeindlichen Umwelten überleben, sondern auch Landwirtschaft entwickeln, Städte bauen und ein globales Netzwerk von Handel und Kommunikation erschaffen. Kultur und Moral wurden laut der Philosophin Maria Kronfeldner (Central European University) so zum unsichtbaren Fundament des menschlichen Erfolgs. Die kulturelle Schaffenskraft des Menschen hinterlässt allerdings auch tiefgreifende Spuren - vom Klimawandel bis zur Zerstörung ganzer Ökosysteme. Damit stellt sich die Frage, ob und wie sich Kultur für eine nachhaltige und solidarische Zukunft nutzen lässt. Laut Kronfeldner besitzt das Kulturwesen Mensch die Fähigkeit, Zukunftsbilder zu entwerfen - und entsprechend zu handeln. Ob eine nachhaltige Zukunft gelingt, hängt ihrer Ansicht nach entscheidend davon ab, welchem Menschenbild wir folgen.
19:15
"KlimaZeit" stellt spannende Zusammenhänge dar, erklärt Wetter- und Klimaphänomene und fragt kritisch nach. Das Magazin, das sich mit dem größten Problem der Menschheit beschäftigt. Klar, kompetent, konstruktiv. Was hat der Klimawandel jedem und jeder einzelnen zu tun? Was muss man über die wissenschaftlichen Hintergründe wissen sowie über die konkreten Folgen. Welche Lösungen gibt es?
19:30
Europa genießen - das ist hier die Devise. Gezeigt wird, was es alles zu entdecken gibt, wohin es sich zu reisen lohnt, welche interessanten Menschen und Trends unser Kontinent zu bieten hat.
19:55
Wasser ist eine kostbare Ressource. In Städten fließt es wegen versiegelter Flächen jedoch zu schnell ab und kann nicht versickern. In Hitzezeiten fehlt es dann und bei Starkregen wird es zur Gefahr. Der Wald macht vor, wie es besser geht - und lässt Stadtplaner umdenken. "Wissen vor acht - Erde" erklärt, wie das aussieht und funktioniert.
20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
Australien ist ein Kontinent der Extreme, ein Land der riesigen Entfernungen, der Wüsten und des Outbacks. Dort mit dem Zug unterwegs zu sein, bedeutet für den Reisenden das Erlebnis von ungezähmter Wildnis und Pioniergeist, wenn auch mit dem Komfort moderner klimatisierter Großraumwaggons. Aber auch für die Eisenbahner ist das Durchqueren dieses Kontinents jedes Mal eine gewaltige logistische Herausforderung. Wenn der Zug erst einmal im Outback unterwegs ist, gibt es kein Zurück: Dann müssen Tonnen von Trinkwasser und Proviant für die mehrtägigen Fahrten durch menschenleeres Gebiet an Bord sein, medizinische Hilfe kann nur noch aus der Luft angefordert werden. Neben den Gleisen sind in regelmäßigen Abständen Landepisten für die Flying Doctors eingerichtet. Der Zweiteiler folgt den beiden wichtigsten Strecken des Landes: Der legendäre Zug Indian Pacific überwindet 4.000 Kilometer durch Wüsten und Gebirge von Sydney bis Perth, quer durch Australien. Der Sunlander fährt von Brisbane nordwärts, 1.700 Kilometer an der Ostküste entlang Richtung Cairns. Es sind zwei der faszinierendsten Zugreisen, die man auf diesem Planeten machen kann. Diese gewaltige Zugstrecke verbindet den Indischen und den Pazifischen Ozean und durchquert den gesamten Kontinent. Über 4.000 Kilometer sind es von Sydney an der Ostküste Australiens nach Perth an der Westküste. Ein Zug, der solche Distanzen überwinden kann, muss wie ein Kreuzfahrtschiff ausgerüstet sein. Im Indian Pacific werden Hunderte von Menschen mehrere Tage lang essen und schlafen, bei jedem Notfall ist die Crew erst einmal auf sich selbst gestellt, da die nächste Stadt, ja sogar die nächste Siedlung viele Stunden entfernt sein kann. Zugmanager Greg und seine Crew brauchen zwei Tage, um den über 600 Meter langen Zug für diese Riesenreise vorzubereiten und auszustatten. Gleich hinter Sydney ist die erste große Hürde zu überwinden: die Blue Mountains, Teil der Great Dividing Range. Im australischen Winter fällt dort Schnee, im Sommer sind Buschfeuer die größte Gefahr, diese Berge sind wild und gefährlich. Andrew und Oliver vom State Emergency Service trainieren regelmäßig die Rettung in Not geratener Wanderer aus reißenden Flüssen oder brennenden Wäldern. Bald darauf kommen die berühmten endlosen Ebenen des Outbacks. Alle paar Hundert Kilometer gibt es einen Hof oder eine kleine Siedlung. Vicky lebt dort mit ihrer Tochter. Sie rettet Kängurus, die von Autos oder Trucks angefahren wurden. Ihre Tochter Madison geht derweil in die School of the Air. Früher war das Heimunterricht mit Sprechfunk und Radio, heute wird über das Internet unterrichtet. Ihre Schulfreundinnen kennt Madison nur aus dem Live-Chat, nicht aus einem Klassenraum. In Port Augusta, nördlich von Adelaide, ist die Zentrale der berühmten Flying Doctors, die die Menschen im Outback medizinisch versorgen. Auch für den Indian Pacific sind die fliegenden Ärzte zuständig. Entlang der Gleise sind in regelmäßigen Abständen Landepisten präpariert. Im Notfall ruft der Zugmanager einen Flying Doctor zum Einsatz an die Strecke. Dr. Andrew fliegt in die Fünf-Häuser-Siedlung Kingoonya zur Sprechstunde. Kein dramatischer Notfall, aber auch für die kleineren Beschwerden wird er von dem knappen Dutzend Einwohnern sehnlichst erwartet. In Nullarbor Plain muss der Lokführer mit der Müdigkeit kämpfen: Hier liegt der längste Gleisabschnitt der Welt, der schnurgerade verläuft. 478 Kilometer ohne die kleinste Kurve oder geringste Biegung, immer geradeaus durch die Ebene. An der Strecke liegt die Geisterstadt Cook mit zwei Einwohnern. Das Ziel dieser grandiosen Reise ist Perth, die Metropole am Pazifik. Drei Tage und Nächte, 4.000 Kilometer, Wüsten und Berge liegen hinter Crew und Passagieren des Indian Pacific.
21:00
Sehr schön und mit viel Liebe für Rom gemacht. Der Kommentar des Filmautors Peter Kottmann ist heiter ironisch und nimmt den Zuschauer mit in das alltägliche Rom, wenn im Winter die Touristen nicht mehr oder nur noch in geringer Zahl in der Stadt sind und sich die Römer und Römerinnen unter sich amüsieren. Wo gehen diese am Abend hin, was wird geboten? Es gibt selbstverständlich viele Restaurants, Bars, Tanzlokale bzw. Nachtclubs, in denen auch immer live Musik gemacht wird. Zu Bildern des Tanzlokals "Vecchia America" erklärt Peter Kottmann süffisant: "Die Dekoration ist so, wie ein Sohn der Apenninen-Halbinsel das alte Amerika aus dem Kino gelernt hat." Ein paar Minuten später ist der Film dann auf dem sonntäglichen Flohmarkt, auf dem man laut Kottmann alles kaufen kann, vom Auto zum selbst basteln bis zur Nato-Ausschussware: Ein Mantel wechselt den Besitzer, schwarz gekleidete Priester begutachten Ware, der Maroni-Verkäufer langweilt sich und mitten im Getümmel spielt eine kleine Frauenband zur Unterhaltung auf. Vom Flohmarkt geht es zum Zirkus, der gerade in Rom gastiert und der damit Reklame macht, ein deutscher Zirkus zu sein - weil das bei den Römern besser ankommt. In Wirklichkeit ist das natürlich ein rein italienischer Zirkus und der Elefant, der im Stil von Jackson Pollock schwungvoll ein abstraktes Bild auf die Leinwand zaubert - er führt dabei den Pinsel mit dem Rüssel - ist bestimmt auch Italiener. In der Vorstellung sieht man dann die berühmte Musik-Clowntruppe "I Salvadori" mit einem Twist bzw. dem, was sie daraus machen. Nach einer großartigen Tanz- und Gesangseinlage von Caterina Valente, die beim italienischen Fernsehen gerade mehrere Shows produziert, und einer Glanznummer der "Bruttos", damals Italiens albernstes Gesangsensemble, endet der Film mit einer zauberhaft-romantischen Tanzchoreographie eines verliebten Paares nachts irgendwo in Rom auf einer antiken Treppe. Ach ja, und irgendwann im Laufe des Films sieht man in einem Nachtclub auch Gino Cervi, den berühmten Bürgermeister und Gegenspieler von Don Camillo, und den noch sehr jungen aber noch viel berühmteren französischen Schauspieler Jean-Paul Belmondo.
21:50
Der Film beginnt mit dem Frühstück der Römer und Römerinnen in einer Bar. Denn in Rom frühstückt man nicht zuhause. Und so zeigt der Film gleich zu Beginn, worum es ihm geht: um das Alltagsleben der Bewohner von Rom. Wer aber ist überhaupt ein Römer, eine Römerin? In den frühen 70er-Jahren hatte Rom laut dieses Filmberichts dreieinhalb Millionen Einwohner. Davon war nur ungefähr ein Drittel in Rom geboren. Der Rest waren Zugezogene. Und binnen weniger Jahre soll Rom auf fünf Millionen Einwohner anschwellen. Und dennoch: Rom hatte damals noch keine Gastarbeiter aus dem Ausland, die Schmutzarbeit erledigten Italiener, die vom Land nach Rom gekommen waren, um dort ein besseres Auskommen zu finden. Gemäß diesem Film ist das auch meistens so - so lange alles gut geht wie z. B. bei dem Mann aus Vitterbo, der nun in Rom tagtäglich die leeren Kartons der Geschäfte entsorgt und nicht schlecht davon lebt, weil er zuverlässiger ist als die städtische Müllabfuhr. Aber auch Menschen, die es wirtschaftlich nicht notwendig hätten, ziehen nach Rom. Warum? Weil sie gerne Römer bzw. Römerin sein wollen. Und so sieht man einen damals berühmten Fotografen bei der Arbeit im Studio mit jungen Models und dann eine etwas ältere Gräfin in ihren Gemächern, die erklärt, was es bedeutet, in Rom ein altes und einst prachtvolles Gebäude zu besitzen. Das sei nämlich sehr schwierig. Und es kommen die jungen Menschen nach Rom, um hier irgendwie Karriere zu machen. Dass das aber nicht so einfach ist, erzählt uns der Film anhand eines jungen Fotomodells, das auch als Schauspielerin arbeitet - allerdings in eher zwielichtigen Filmen, in denen es vornehmlich um viel nackte Haut geht. Aber man sieht auch eine Theatertruppe, die ein Stück von Dacia Maraini aufführt, einer damals sehr bekannten Schriftstellerin, die sich zu einem kämpferischen Feminismus bekennt. Der Film endet am Abend bei einer ausgelassenen Party des Fotografen in dessen Wohnung: Man tanzt und lässt es sich gutgehen. Und zu den Problemen der Stadt haben sie das alte römische Sprichwort parat, das prägnant ihren Gleichmut ausdrückt: "Wie komme ich dazu, mich darum zu kümmern!"
22:35
Der Film fängt schon mal mit herrlicher Musik an, mit Musik von Nino Rota, dem Komponisten von Federico Fellini. Wer es genau wissen will, es ist das Stück vom Ende des Films "8 ½": "La Passerella Di Addio." Und dann sagt Eberhard Piltz gleich zu Beginn: "Was ist das für eine Stadt voller Widersprüche? Manchmal wirst du wahnsinnig in Rom, weil nichts funktioniert. Und im nächsten Augenblick genießt du die Freiheit, die du genau dadurch gewinnst." Das war 1985, ist also 34 Jahre her, damals gab es z.B. noch die Democrazia Christiana mit ihrem Herrn Andreotti, und die Caracalla-Thermen waren noch nicht "verschmalzt" durch drei Tenöre fünf Jahre später zur Fußball-Weltmeisterschaft. Nein, da wurde noch richtige Oper gegeben: "Turandot" von Puccini. Und dann trifft Piltz Anita Ekberg: Das ist die Frau, die in "La Dolce Vita" in den Trevi-Brunnen steigt. Das war, wie sie ihm erzählt, denn sie ist in Rom hängengeblieben, leider im Januar und das Wasser war eiskalt. Die Dreharbeiten für diese Szene dauerten eine ganze Woche und Marcello Mastroianni habe sich vor dem kalten Wasser so gefürchtet, dass er dauernd Wodka trank und deswegen einmal volltrunken in den Brunnen fiel. So erzählt es Anita Ekberg bei einer Fahrt mit der Kutsche dem scheidenden Rom-Korrespondenten. Dann zeigt Piltz den Zuschauern sein Lieblingsplätzchen, den Gemüsemarkt auf dem Campo de' Fiori, dem ehemaligen Stadtzentrum von Rom: "Hier und nur hier ist Rom heute noch eine mittelalterliche Kleinstadt". Klar, der Film gerät Piltz immer mehr zur Liebeserklärung an diese Stadt und man merkt, dass ihm die Trennung schwerfällt.
23:05
Als Hip-Hop in Deutschland gerade seinen Kinderschuhen zu entwachsen beginnt, mischen Die Coolen Säue fleißig mit. Gemeinsam mit Acts wie den Fantastischen Vier oder Fresh Familee veröffentlichen sie 1993 die Single "Die Deutsche Reimachse". Ihr Debütalbum "Stärker als das Schicksal" lässt da noch drei Jahre auf sich warten. 1996 sind die Kölner damit im Schlachthof in München und zeigen, wie selbstbewusst, frisch und clever deutschsprachiger Rap in den 90ern klingen kann. Jahrzehntelang lagerten die Mitschnitte von Kultsendungen wie "Alabama in Concert", "Schlachthof in Concert" oder "Nachtwerk in Concert" in den Archiven des Bayerischen Rundfunks - sie waren der Soundtrack einer ganzen Generation. "Back on Stage" hebt diese musikalischen Schätze und holt sie zurück ins Fernsehen.
23:50
"Das hammwa uns verdient" ist vermutlich die bekannteste Textzeile des norddeutschen Rap-Duos Grooveminister. Mitte der 1990er haben sie ihre große Zeit, nehmen drei Studioalben auf und touren mit ihrer Liveband Die Torrianis durch die Clubs dieser Lande. 1997 begeistern sie das Münchner Publikum im Schlachthof, unter anderem mit Songs des neuen Albums "Raus mit der Sprache". Viel Spaß beim Zuhören und Zusehen - das hammse sich verdient! Jahrzehntelang lagerten die Mitschnitte von Kultsendungen wie "Alabama in Concert", "Schlachthof in Concert" oder "Nachtwerk in Concert" in den Archiven des Bayerischen Rundfunks - sie waren der Soundtrack einer ganzen Generation. "Back on Stage" hebt diese musikalischen Schätze und holt sie zurück ins Fernsehen.