20:15
Der Film ist eine visuell packende Eisenbahnreise durch die weite, schroffe und ursprüngliche Welt der Mongolei, in der die Zeit stehen geblieben scheint. Zusammen mit Menschen, deren Alltag, Traditionen und Sitten sich nur gering vom Leben ihrer Vorfahren unterscheidet, tauchen wir entlang der mongolischen Gleise in eine wildromantische Welt ein, deren Naturschönheiten jeden Reisenden nachhaltig beeindruckt. In den Sommermonaten hüllt die untergehende Sonne die mongolische Steppenlandschaft in ein safrangelbes Licht. Dies ist die schönste Reisezeit, um mit der Transmongolischen Eisenbahn quer durch das zentralasiatische Land zu reisen. In Darchan im Norden der Mongolei beginnt unsere Zugreise, denn hier wird die Geburtsstätte von Dschingis Khan vermutet. In den Bergen hören wir das rhythmische Trommeln von "Ulaatsch". Die mongolische Schamanin erklärt uns, wie sie mit uralten Ritualen eine Verbindung zu den Naturgeistern und zu ihren Ahnen schafft. Ab Ulaanbataar - der mongolischen Hauptstadt am Rande des Bogd-Khan-Uul-Nationalparks, in der knapp die Hälfte aller Mongolen lebt - treffen wir die Band JONON. Die jungen Musiker leben in einer Welt voller Gegensätze, hin- und hergerissen zwischen Traditionen und Moderne. Diese Ambivalenz spiegelt sich in ihrer Musik wieder, die höchstmelodisch eine Brücke zwischen ihrem musikalischen Erbe und der mongolischen Jugend baut. Von der mongolischen Hauptstadt geht es weiter mit der Transmongolischen Eisenbahn in Richtung Süden. Nach einer spannenden Zugfahrt zusammen mit dem mongolischen Kosmonauten Gürragtschaa Dschügderdemidiin und einem Besuch beim Koch im Zugrestaurant, halten wir in Choir, mitten in der Steppe. Dort begegnen wir Altangerel Schirtschin. "Wir stehen früh auf und sind den ganzen Tag draußen bis es dunkel wird. Wir hüten das Vieh und bringen es von hier nach da. Da wir ständig draußen sind, brauchen wir uns nicht zu fragen, wie spät es ist. Für uns gibt es den Morgen, den Mittag, den Nachmittag, und die Bewegung der Sonne." So beschreibt der Nomade, sein Leben in der mongolischen Weite. Er und seine Familie stehen für ein traditionelles Leben als Viehhirten, fest verwoben mit den Jahreszeiten, den Tieren und der Härte der Natur. Der nächste Halt ist Bahnhof Sainshand im östlichen Teil der Wüste Gobi. In der kargen und menschenleeren Weite meditiert der buddhistische Mönch Gantömör. Mehrmals im Monat reist er mit dem Nachtzug aus Ulaanbaatar, hierher in das buddhistische Kloster "Hamriin Hiid". Es ist eine Flucht aus der Enge der Stadt, so sagt der Buddhist. Denn erst hier, mit Blick auf den endlos scheinenden Horizont, wäre ihm bewusst geworden, was Freiheit, Glaube und die mongolische Identität miteinander verbinde.
21:00
Was wurde feierhungrigen Menschen in München zu Beginn der 1960er-Jahre alles geboten? Dieser Frage geht der Filmbeitrag von 1962 nach: "Auf geht's!" Man konnte z.B. in eine Bar gehen, dort tanzen und launige Chansons hören. Es gab noch keine "Beatschuppen" und selbstverständlich auch noch keine Discos. Manche gingen auch ins berühmte Theater am Platzl und sahen und hörten dort die Erni Singerl in einer Parodie auf Edith Piaf. Man konnte auch zur Schwabinger Gisela gehen oder in ein Jazzkonzert, geboten wurde viel. Und alles war, aus heutiger Sicht, sehr, sehr brav.
21:50
Der "Spiegel"-Autor und spätere Grimme-Preisträger Wilhelm Bittorf porträtiert in diesem Film aus dem Jahr 1966 in launiger Weise verschiedene Beatbands im süddeutschen Raum. Die Protagonisten erzählen dabei im Off selbst ihre Geschichte, teilweise sehr selbstironisch. Sie geben z.B. zu, dass sie teilweise nur aus Langeweile eine Beatband gegründet hätten und die Musik nie nach Noten spielen würden: sie kauften sich die Platten ihrer Lieblingsbands und spielten die Musik einfach nach. Und damit hatten sie dann unter Umständen nicht nur musikalischen Erfolg, denn eine junge Frau gibt im Film unumwunden zu: "Ja, das stimmt schon, wenn einer in einer Band spielt, dann ist er gleich etwas Besonderes und hat mehr Chancen bei den Mädchen." Bittorf lässt den Protagonisten sehr viel Raum, um sich und ihre Ansichten darstellen zu können. Auch die jungen Frauen im Umfeld der Bands kommen zu Wort: selbstbewusste Frauen, die keineswegs dem Klischee von Groupies entsprechen. Und da bei dieser Dokumentation niemand Geringerer als Willy Pankau an der Kamera stand, führte das alles auch zu tollen Aufnahmen: bei den Konzerten, draußen in der Natur oder z. B. auf der Befreiungshalle oberhalb der Stadt Kehlheim.
22:30
Ausschnitte aus einer Veranstaltung des SFB im Jahr 1968 mit den englischen Beat-Bands "Dave Dee, Dozy, Bicky, Mick and Tich" und "Eric Burdon and the Animals". Im Studio des SFB durfte getanzt werden. Damals war alles Beatmusik, für die Band "Dave Dee, Dozy, Bicky, Mick and Tich" stimmt das auch, aber für Eric Burdon und seine "Animals" schon nicht mehr so ganz, denn deren Musik ging schon eher in Richtung Bluesrock. Eric Burdon stand damals nicht ohne Grund am Beginn einer Weltkarriere.
22:55
Elfie Pertramer spielt in dieser Folge eine Zimmerwirtin, die einen jungen Mann als Zimmerherrn hat. Der wäre eigentlich ganz brav, aber seine Haare! Viel zu lang nach Meinung seiner Zimmerwirtin. Ihr Akt der Selbstjustiz hat jedoch ungeahnte Folgen. Die Beatles, die Beatmusik und die langen Haare waren damals ein riesengroßes öffentliches Thema. Elfie Pertramer hat das mit ihrem feinen Gespür für den Zeitgeist wunderbar aufgegriffen.
23:10
"Anhänger des Musikantenstadels würden vermutlich voll Verzweiflung den Freitod in ihren Maßkrügen suchen", schreibt seinerzeit die Süddeutsche Zeitung über Hundsbuam Miserablige. Die bayerische Band verbindet Volksmusik mit Rock und einer gehörigen Portion Selbstironie. 1996 steht sie in der Münchner Alabamahalle auf der Bühne. Jahrzehntelang lagerten die Mitschnitte von Kultsendungen wie "Alabama in Concert", "Schlachthof in Concert" oder "Nachtwerk in Concert" in den Archiven des Bayerischen Rundfunks - sie waren der Soundtrack einer ganzen Generation. "Back on Stage" hebt diese musikalischen Schätze und holt sie zurück ins Fernsehen.
23:55
Drei Volksmusiker und drei Jazzer gründen Anfang der 1980er Jahre die österreichische Band Broadlahn. Aus dieser ungewöhnlichen Besetzung entsteht ein ganz eigener Klang-Mix aus alpenländischer Volksmusik, Jazz und Ethnomusik. Broadlahn selbst nennt das "Bauernjazz" oder "alpine Ethnomusic". 1994 tritt die Band in der Münchner Alabamahalle auf. Jahrzehntelang lagerten die Mitschnitte von Kultsendungen wie "Alabama in Concert", "Schlachthof in Concert" oder "Nachtwerk in Concert" in den Archiven des Bayerischen Rundfunks - sie waren der Soundtrack einer ganzen Generation. "Back on Stage" hebt diese musikalischen Schätze und holt sie zurück ins Fernsehen.