20:15
2003 - das Jahr, in dem Klaus Wowereit mit "Arm, aber sexy" den Slogan für ein neues Berliner Lebensgefühl prägt. Der damalige Regierende Bürgermeister spricht über die Resonanz auf seinen berühmten Satz, die katastrophale finanzielle Lage der Stadt und die umstrittenen Hartz IV-Reformen, die ebenfalls 2003 beschlossen wurden. Im Kino bricht der Film "Good Bye, Lenin!" alle Rekorde: Über 6 Millionen Deutsche sehen die Tragikomödie über das Verschwinden der DDR. Hauptdarstellerin Katrin Sass erinnert sich an die Dreharbeiten, Diskussionen über Ost- und West-Wörter und daran, wie der Erfolgsfilm ihr Leben verändert hat. Babyboom in Prenzlauer Berg: Im einstigen Szene-Bezirk ist die Geburtenrate seit Ende der Neunziger Jahre um ein Viertel gestiegen. Der Stadtteil verändert sich: Kitaplätze werden knapp, Eltern gründen sogenannte "Eltern-Initiativ-Kitas". 500.000 Menschen protestieren im Februar gegen den drohenden Irak-Krieg - die größte Friedensdemonstration in der Geschichte der Bundesrepublik. Fred Klinger von der katholischen Organisation "Pax Christi" reist aus Berlin in den Irak, um gemeinsam mit anderen Friedensaktivisten aus Europa als "menschliche Schutzschilde" die Bürger Baghdads zu schützen. Im Interview erzählt er von der Ankunft in der irakischen Hauptstadt, dem Leben im Krieg und der Freundschaft zu einem Jungen. Eine Geiselnahme hält die Stadt am 11.4.2003 in Atem: Ein Bankräuber kapert auf der Flucht einen Bus der Linie 185 und lässt ihn quer durch die Stadt fahren. Martin Textor, Chef der Spezialeinheiten der Berliner Polizei, erinnert sich an dramatische Stunden und die Entscheidung am Sachsendamm, als Elite-Polizisten den Bus stürmen und die Geiseln befreien. Die Reihe "Berlin - Schicksalsjahre einer Stadt" zeigt den doppelten Blick auf West- und Ost-Berlin von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart, 1945 bis 2020, in einer bislang nie dagewesenen Größenordnung: Eine Berlin-Chronik der Superlative über 64 Folgen, 5760 Minuten. Die fünfte Staffel über die 2000er Jahre zeigt eine Stadt im rasanten Wandel. Aufbruch ins Ungewisse: Quo vadis, Berlin? Als deutsche Hauptstadt ist Berlin auch Bühne der Weltpolitik - und wird weltweiter Mythos, nicht nur in Sachen Nachtleben. Die D-Mark geht, der Euro kommt, doch die Finanzlage der Stadt bleibt katastrophal. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit fasst das Berliner Lebensgefühl der Dekade in einen griffigen Slogan: "Arm, aber sexy". Doch die Arbeitslosigkeit steigt auf Rekordhöhen - nirgends in Deutschland ist der Anteil an Hartz-IV-Empfängern höher. Die 2000er sind Jahre der allgemeinen Verunsicherung: Die Terroranschläge vom 11.September erschüttern auch die Berliner, die Stadt streitet über "Parallelgesellschaften" und beklagt einen "Ehrenmord". Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 erlebt Berlin sein "Sommermärchen" - Beginn eines Aufschwungs, der bis heute anhält. Die Touristenzahlen steigen, aber auch die Mieten: Berlin ist Boomtown und Betongold. Und im neuen Jahrtausend mehr denn je: Weltstadt und Kiez, gelebte Wiedervereinigung - Schauplatz kleiner und großer Geschichten in einer sich globalisierenden Welt.
21:45
Im neuen Edutainment-Format "Sounds of Babylon - Musik der Goldenen 20er" geht BR-KLASSIK auf eine internationale Zeitreise und zeigt Experimentierfreude und Musik im Aufbruch. Die junge Dirigentin Erina Yashima präsentiert als Host gemeinsam mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks Schlüsselwerke der Epoche. Unterhaltsam und anschaulich setzt sie sich mit der Machart der Werke auseinander und entdeckt ungeahnte Verknüpfungen mit Themen unserer heutigen Zeit, wie etwa mit kultureller Aneignung oder strukturellem Rassismus. Wie durchkreuzte Béla Bartók mit seiner scheinbar unpolitischen "Tanzsuite" die ultranationalen Absichten seiner Auftraggeber in Budapest und schuf so unbemerkt ein Plädoyer für die "Verbrüderung der Völker"? Warum wurde Strawinsky in Paris mit seinem "Oktett für Blasinstrumente" zum Vorreiter des Neoklassizismus? Und weshalb wurde Gershwins "Rhapsody in Blue" zum Symbol für amerikanische Kultur? In dieser Folge aus der Reihe "Sounds of Babylon" reist Erina Yashima ins brodelnde New York der 20er Jahre. Die Dirigentin ergründet die Besonderheiten und Entstehungsgeschichte der "Rhapsody in Blue" von George Gershwin. Unterstützt wird sie dabei von Solist:innen des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks sowie dem Pianisten Kirill Gerstein. In den 1920er-Jahren kam das Radio auf den Markt und veränderte grundlegend die Musikwelt. Für das neue Medium war Gershwins "Rhapsody in Blue" perfekt, denn sie reihte Themen nach einem Baukasten-Prinzip aneinander, so dass die Länge variable war. In der Komposition verschmelzen europäische klassische Musik, populäre Schlager und Hits aus Musicals wie sie in der Tin Pan Alley im New York der 20er Jahre entstanden, und Jazz zu etwas Neuem. Mit seiner Komposition traf George Gershwin den Zeitgeist der Golden Twenties und verlieh Amerika eine eigene musikalische Stimme. In dieser Zeit hatten schwarze Musiker:innen oft das Nachsehen bei der Popularisierung ihrer Musik, dem Jazz und Blues. Gershwin setzte sich mit dem Prozess der kulturellen Aneignung kritisch auseinander. Und anders als bei der für ein weißes Publikum weichgespülten Musik der Tin Pan Alley wurde die "Rhapsody in Blue" auch bei schwarzen Amerikaner:innen ein Erfolg. Den Genuss das Werk in voller Länge hören und sehen zu können, sollte man sich nicht entgehen lassen.
22:20
Das Kulturmagazin im BR Fernsehen
22:50
Rachel Reid war eine gelangweilte Mutter, die juicy Fanfiction über imaginierte schwule Hockeyspieler schrieb. Was wie ein Nischentraum im Internet begann, ist heute ein globaler Serienhype: Heated Rivalry wird weltweit gestreamt - und verändert, wie queere Liebe im Fernsehen erzählt wird. Wie konnte aus anonymer Fanfiction eine Serie werden, die Profi-Hockey-Spieler zum Coming-out inspiriert? Und warum feiern ausgerechnet junge Zuschauer:innen eine Geschichte, die Sex nicht ausblendet, sondern in den Mittelpunkt stellt? Wir springen zurück zu einer Frau in Nova Scotia, die heimlich ihr erstes Manuskript verschickte. Pop Secret Stories zeigt, warum aus einer spicy Fantasie genau die Liebesgeschichte wurde, die dem Mainstream gefehlt hat.
23:05
Allein in Deutschland erscheinen jedes Jahr 90.000 neue Bücher. Ganz schön schwer, hier den Überblick zu behalten. "Druckfrisch", das Büchermagazin der ARD, hilft bei der Orientierung im Bücherdschungel. Moderator Denis Scheck besucht Schriftsteller und stellt Neuerscheinungen vor. Er lobt und lästert über die aktuellen Bestseller, spricht Empfehlungen aus, sagt aber auch, welche Bücher reine Zeitverschwendung sind. Belletristik, Krimis, Sachbücher, Biographien oder Kochbücher - nichts ist vor ihm sicher.
23:35
01:05
Mit der Tagesschau vor 20 Jahren hat ARD-alpha eine "Daily", die in Fan-Kreisen längst Kultstatus besitzt. Täglich kann man 20 Jahre zurückblicken und die jüngste Zeitgeschichte noch einmal hautnah nachempfinden. Durch den Vergleich mit der aktuellen Tagesschau begibt sich der Zuseher gleichsam auf eine Zeitreise. Dies gilt einerseits für die behandelte Materie, andererseits aber auch für die mediale Aufbereitung des Nachrichten-Genres selbst. Besondere Ereignisse, die von Nachrichtensprecher-Legenden wie Karl-Heinz Köpcke oder Dagmar Berghoff präsentiert wurden, waren unter anderem das dramatische Terrorjahr 1977, die Wahlen von Papst Johannes Paul II. und US-Präsident Ronald Reagan oder die "Bonner Wende", die Ablösung der Bundesregierung von Kanzler Schmidt durch den späteren "Kanzler der Einheit" Helmut Kohl.
01:20
"Jeder Mensch ein Künstler!" Dies berühmt-berüchtigte Motto von Joseph Beuys könnte auch von Bob Ross (1942-1995) stammen. Allein, der amerikanische Fernsehmaler hat - anders als Beuys - keine großen sozialen und politischen Revolutionen im Sinn. Bob Ross will "nur" die einzelnen Menschen glücklicher machen, und das heißt, zu potenten Malern, die ihre eigene Welt erschaffen. Er will uns zeigen: Ein kleiner Künstler steckt in jedem von uns, wir müssen ihn nur herauslassen. Und das geschieht, indem wir lernen, das Malen zu lernen und das Lernen dabei nicht als Mittel zum Zweck, sondern als Selbstzweck begreifen - Spaß dran finden. Bob Ross wurde 1942 in Daytona Beach, Florida, als Sohn eines Zimmermanns geboren. Er studierte an verschiedenen amerikanischen Colleges Malerei und entdeckte schließlich seine spezifische Malweise: die Nass-auf-Nass-Methode. Nachdem er diese Technik gründlich ausgebaut und etliche Hilfsmittel und Tricks erprobt hat, fing er an, auch anderen beizubringen, wie man damit schöne Landschaftsbilder kreieren kann. Er reiste seit 1981 quer durch die Vereinigten Staaten, um diese Technik vorzustellen. Zwei Jahre später produzierte er die ersten Malkurse im Fernsehen: "The Joy of Painting" wurde zu einem Riesenerfolg. Mit freundlich säuselnder Stimme macht Bob Ross seinen Zuschauern Mut, ihre eigene Kreativität zu entdecken. Schritt für Schritt macht er vor, wie sie ihre Leinwand im Nu mit "heiteren kleinen Wölkchen" oder "fröhlichen kleinen Bergen" und Hütten bereichern und so ihre eigene Welt schaffen können. Das kommt an, seit 1983 reißen die Ross-Serien gar nicht mehr ab. Sein Fernseh-Malkurs ist ein gigantisches Unternehmen, das Millionen von Ross-Schülern mit dem nötigen Malwerkzeug, Anleitungsbüchern und Videos ausstattet. Bob Ross starb 1995 mit gerade einmal 52 Jahren in New Smyrna Beach, Florida, an Krebs. Seine Fernsehshow aber lebt weiter. Inspiriert von Ross hat eine Freundin von ihm, Annette Kowalski, selbst eine Methode entwickelt, wie man Blumen malt.
01:45
Astronomie ist eine der ältesten Wissenschaften überhaupt - und gleichzeitig eine der modernsten: Heutige Astronomen nutzen fortschrittlichste Technologie, um immer tiefer und mit immer größerer Detailschärfe ins Weltall zu blicken. Hubble, Apex, Alma oder La Siola heißen beispielsweise die Teleskope, mit denen das Weltall erforscht wird. Der Film zeigt faszinierende Bilder und Animationen, die alle auf den Ergebnissen der Weltraumforschung dieser Teleskope basieren.
02:45
Geschichtenerzählen und Astrophysik - das sind seine beiden großen Leidenschaften: Harald Lesch ist Professor für theoretische Astrophysik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und unterrichtet Naturphilosophie an der Hochschule für Philosophie S.J. in München. Außerdem ist er Mitglied der Kommission "Astronomie in Unterricht und Lehramt". Seine Hauptforschungsgebiete sind kosmische Plasmaphysik, Schwarze Löcher und Neutronensterne. In der Sendereihe "alpha-Centauri" erklärt Professor Lesch die Grundzüge des Universums, untersucht ferne Galaxien und bringt uns unser Sonnensystem näher.
03:00
Unter dem Sendungstitel werden verschiedene Formate zusammengefasst, die sich mit der Erde und dem Weltall befassen. Die mit elektronischer Musik hinterlegten Aufnahmen erlangten bereits Kultstatus.
04:00
Geschichtenerzählen und Astrophysik - das sind seine beiden großen Leidenschaften: Harald Lesch ist Professor für theoretische Astrophysik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und unterrichtet Naturphilosophie an der Hochschule für Philosophie S.J. in München. Außerdem ist er Mitglied der Kommission "Astronomie in Unterricht und Lehramt". Seine Hauptforschungsgebiete sind kosmische Plasmaphysik, Schwarze Löcher und Neutronensterne. In der Sendereihe "alpha-Centauri" erklärt Professor Lesch die Grundzüge des Universums, untersucht ferne Galaxien und bringt uns unser Sonnensystem näher.
04:15
Unter dem Sendungstitel werden verschiedene Formate zusammengefasst, die sich mit der Erde und dem Weltall befassen. Die mit elektronischer Musik hinterlegten Aufnahmen erlangten bereits Kultstatus.