21:45
Alexander Kluge, Jurist, Schriftsteller, Filmemacher, Philosoph, Fernsehautor, Universalgenie. Er gehört zu den entscheidenden Regisseuren des Neuen Deutschen Films, den es ohne sein filmpolitisches Engagement so nicht gegeben hätte. Kluges Filme, allen voran "Abschied von gestern" von 1966, sind aufregend genaue Chroniken unseres Landes. Er wurde dreimal in Venedig, einmal in Cannes ausgezeichnet. Bis zu seinem Tod am 25. März 2026 mit 94 Jahren war Kluge einer der gefragtesten Intellektuellen des Landes. In "Alle Gefühle glauben an einen glücklichen Ausgang", einem kinokino Extra von 2002, das anlässlich von Kluges 70. Geburtstag entstanden ist, blickt Angelika Wittlich auf das Schaffen von Alexander Kluge und lässt wichtige Zeitgenossen wie Philosoph Jürgen Habermas, die Schauspielerin Hannelore Hoger sowie die Regisseure Christoph Schlingensief und Edgar Reitz zu Wort kommen.
23:05
Der eine fährt am liebsten Spieler des FC Bayern. Der andere ist "Hausmeister" am Taxistand in der Münchner Agnes-Bernauer-Straße. Sie alle kommen vor im Film von Percy Adlon aus dem Jahr 1977 über das Münchner Taxigewerbe. Obwohl mit einer Motordroschke, sprich einem Taxi unterwegs, bezeichnen sich viele Münchner Taxifahrer bis heute als "Fiaker". Geborene Wiener kann man im Film von Percy Adlon freilich keine hören, aber durch seine charmant direkte Art brachte er diese Münchner Taxifahrerinnen und -fahrer zum Reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Ihre Klage, dass die Geschäfte nicht gutgehen, kennt man bis heute. Zu sehen sind u. a. der damalige Chef der Münchner Taxi-Genossenschaft, Sprecher in der Funkzentrale und jede Menge "Fiaker", also Taxifahrerinnen und -fahrer.
23:50
Was in einer Stadt los ist, wissen die Taxifahrer oft besser als die Polizei. Wer zu ihnen in den Wagen steigt, wird eingeschätzt und eingeordnet. Die Taxifahrer müssen mehr können, als Menschen zu befördern. Sie fungieren als Nothelfer, Beichtvater und Auskunftei. Klaus Ellrodt war in drei Großstädten mit Taxifahrern auf Tour; tage- und nächtelang; Wartezeiten inbegriffen. Ein harter und manchmal gefährlicher Beruf, aber "runter vom Bock" will kaum einer. In seinem Filmbericht lässt Klaus Ellrodt die Taxifahrerinnen und -fahrer ausführlich selbst zu Wort kommen. Ihr Berufsbild wird aufgezeigt und zu sehen sind die Fahrerinnen und Fahrer mit ihren Fahrzeugen am Taxistand, bei Fahrten am Tag und in der Nacht: in München, Hamburg und Frankfurt. Ebenso gibt es Aufnahmen aus einer Funkzentrale des Taxigewerbes zu sehen.