21:00
Erst als seine vom Bischof verbannte Haushälterin und Lebensgefährtin Anna Schilling und der Mathematiker Georg Joachim Rheticus Kopernikus überreden, wird sein Werk "Über die Kreisbewegungen der Himmelskörper" kurz vor seinem Tod gedruckt. Auch wenn die katholische Kirche das Werk über 200 Jahre verbannt, ist es der Beginn der Kopernikanischen Wende und die Grundlage der modernen Astronomie. Sie führt uns von Kopernikus über Johannes Kepler und Isaac Newton bis zum heutigen James-Webb-Teleskop. Bischof Dantiscus gibt dem Druck aus Rom nach und verbannt Kopernikus' Partnerin Anna Schilling aus Frauenburg. Gleichwohl leben auch Dantiscus sowie die anderen Bischöfe unkeusch, was ihnen von den Reformationsanhängern vorgehalten wird. Derweil erfährt der junge Mathematikprofessor Rheticus von Kopernikus' Werk und kommt nach Frauenburg, um den Domherrn bei seinen Berechnungen zu unterstützen. Denn Kopernikus plagen Zweifel: Seine mathematischen Berechnungen stimmen nicht mit den astronomischen Beobachtungen überein. "Kein Wunder", erläutert Tim Florian Horn, Vorstand der Stiftung Planetarium Berlin: "Kopernikus wusste nicht, dass sich die Planeten in Ellipsen und nicht in Kreisen um die Sonne drehen. Dies erkannte erst Johannes Kepler rund 100 Jahre später." Trotzdem können Anna Schilling und Rheticus Kopernikus überreden und sein Werk "Über die Kreisbewegungen der Himmelskörper" wird kurz vor seinem Tod gedruckt. Doch der Nürnberger Drucker Petreius lässt von dem Theologen und Reformator Osiander ein Vorwort einfügen, das Kopernikus' Werk bescheinigt, dass es lediglich die Berechnungen vereinfache und das heliozentrische Weltbild nur ein Gedankenspiel sei. Rheticus ist entsetzt und tobt. Ob Kopernikus die Relativierung seines Werkes noch verstanden hat, ist nicht klar. Er stirbt, als er die erste Ausgabe in den Händen hält. In dem Doku-Drama von Dietrich Duppel und Yoav Parish erläutern zahlreiche internationale Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen das Wirken, das Werk und die Welt von Nikolaus Kopernikus: dem Mann, der unser Weltbild grundlegend veränderte.
21:45
Von Tansanias Hafenstadt Daressalam führt die Reise zum Nyerere-Nationalpark - einem der größten Schutzgebiete Afrikas, Unesco-Weltnaturerbe und Heimat für Löwen, Elefanten und über 400 Vogelarten. Hier lebt und arbeitet der Safari-Guide Deogracias Shirima, der seit über 20 Jahren sein Wissen über die Region teilt, sich für ihren Erhalt einsetzt und die örtlichen Parkranger unterstützt. In Sambia kümmern sich Tierpfleger und die Verhaltensbiologin Mary Muyoyeta um verwaiste Elefantenkälber und bereiten sie auf ein Leben in Freiheit vor. Und in Simbabwe schafft Nyarai Kurebgaseka mit Produkten aus dem heimischen Affenbrotbaum neue Perspektiven für lokale Gemeinschaften - im Einklang mit der Natur und mit Blick auf die Zukunft.
22:30
Grazia Donateo ist Dirigentin des kommunalen Blasorchesters, also der banda municipale, von Surbo in Apulien. Klaus Voswinckel hat sie für den Bayerischen Rundfunk bei den Auftritten ihrer Banda auf Patronatsfesten in verschiedenen Gemeinden in Apulien porträtiert. Sie war damals die erste weibliche Maestra in ganz Süditalien und die Bande spielte unter ihrer Leitung ganz wunderbar.
23:15
Der leider viel zu früh verstorbene Regisseur Florian Furtwängler und der Soziologe, Autor, Übersetzer und Italienkenner Peter Kammerer porträtierten 1985 in einer Koproduktion von NDR und WDR die Arbeitsplatzsituation in Monopoli, einer kleinen Stadt zwischen Bari und Brindisi im süditalienischen Apulien. Zu dieser Zeit kamen die ersten "Gastarbeiter" aus Deutschland und der Schweiz wieder zurück in ihre Heimat. Manche hatten so viel Geld gespart, dass sie sich in der Heimat nun ein Häuschen kaufen oder bauen konnten.