16:45
17:30
Der Zahme Kaiser ist mit etwa 2.000 Metern Höhe der "kleine Bruder" des Wilden Kaisers, dessen höchster Gipfel etwa dreihundert Meter höher reicht. Hier im Tiroler Kaisergebirge östlich von Kufstein hat Filmautor Wolfgang Niedermair den Leuten bei der Arbeit und im Alltag zugesehen und sie nach ihrer Lebensphilosophie befragt. Etwa den Altbauern Josef Kendlinger, der seit 65 Jahren ohne Unterbrechung auf die Alm kommt, den Kössener Bauern Gottfried Hallbrucker, der nach längerer Suche mit seiner Frau einen Hof zum Pachten gefunden hat, und die Bäuerin von der Jöchlalm (Walchsee) Martina Fuchs, die von sich sagt: "Ich hätte mir nie vorstellen können, einmal Bäuerin zu sein, aber es macht Spaß und hat so viele schöne Seiten."
18:15
Altes bewahren - Der Meister der Zeitmaschine Ob alte Musikinstrumente, original eingerichtete Handwerkstätten aus dem 19. Jahrhundert oder richtig kuriose Funde wie eine mobile Lazarett-Zahnarztpraxis aus dem Ersten Weltkrieg - Hermann Geiger sammelt seit Jahrzehnten. Alles rund um seine Heimat Unterbrunn im Landkreis Starnberg trägt er auf seinem Bauernhof zusammen und ist dafür überregional bekannt. Ob Filmrequisiteure, Heimatpfleger oder Besucher seiner Ausstellungen, seine Expertise ist gefragt! Der leidenschaftliche Sammler kennt zu jedem seiner Objekte die Geschichte "dahinter". Manche halten ihn für "gspinnert", aber für seine Gemeinde ist dieses Engagement von unschätzbarem Wert. Hermann Geiger ist sogar Ehrenbürger Unterbrunns und wurde vom Bayerischen Ministerpräsident für seinen ehrenamtlichen Einsatz ausgezeichnet.
18:45
Wie stark prägen uns Geschwister wirklich - und wie viel bilden wir uns nur ein? Die Psychologin Julia Rohrer taucht tief in internationale Datensätze ein und sucht nach Mustern, die viele für selbstverständlich halten. Etwa die Idee, dass Erstgeborene verantwortlicher seien oder dass jüngere Geschwister risikofreudiger durchs Leben gehen. Ihre Erkenntnisse bringen viele vertraute Kategorien ins Wanken. Auch wenn Geschwisterbeziehungen durchaus ihre Spuren hinterlassen. Die Neurowissenschaftlerin Christy Rogers beobachtet im Labor, wie Geschwister sich in ihren Entscheidungen gegenseitig beeinflussen. Ob Bewunderung, Konkurrenz oder stilles Mitlaufen: In ihren Experimenten zeigt sich, dass solche Dynamiken nicht nur im Verhalten, sondern auch im Gehirn ihre Wirkung entfalten. Der Persönlichkeitspsychologe Christian Kandler setzt beim Einfluss der Geschwister noch viel früher an: bei Genen, geteilten Erfahrungen und der Frage, wie Menschen, die unter demselben Dach aufwachsen, sich bewusst voneinander abgrenzen - oder sich trotz unterschiedlicher Lebenswege erstaunlich ähnlich bleiben können. Währenddessen verschieben sich weltweit die Familienmodelle. Die Demografin Alice Goisis erforscht, was es bedeutet, wenn immer mehr Kinder als Einzelkinder aufwachsen - und warum dieser Umstand je nach Land, sozialer Lage und Kultur ganz unterschiedliche Konsequenzen haben kann. Wie steht es also um Geschwisterbeziehungen? Sind sie so einzigartig, wie wir denken? Oder wären wir ohne sie vielleicht sogar besser dran?
19:15
"KlimaZeit" stellt spannende Zusammenhänge dar, erklärt Wetter- und Klimaphänomene und fragt kritisch nach. Das Magazin, das sich mit dem größten Problem der Menschheit beschäftigt. Klar, kompetent, konstruktiv. Was hat der Klimawandel jedem und jeder einzelnen zu tun? Was muss man über die wissenschaftlichen Hintergründe wissen sowie über die konkreten Folgen. Welche Lösungen gibt es?
19:30
Europa genießen - das ist hier die Devise. Gezeigt wird, was es alles zu entdecken gibt, wohin es sich zu reisen lohnt, welche interessanten Menschen und Trends unser Kontinent zu bieten hat.
19:55
Pflanzendrinks sind im Trend und im Café bestellen viele inzwischen selbstverständlich Hafer-, Soja- oder Erbsenalternativen für ihren Kaffee. Das scheint auch gut fürs Klima zu sein: Doch es lohnt sich ein genauer Blick auf Wasser- und Flächenverbrauch, CO2-Fußabdruck und Transportwege. Welche Unterschiede sich bei genauer Betrachtung auftun, zeigt Eckart von Hirschhausen in "Wissen vor acht - Erde".
20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
Inmitten von 28 Viertausendern thront erhaben einer der bekanntesten Berge der Welt: das Matterhorn, 4.478 Meter hoch, einer der höchsten Berge der Alpen. Das Bergdorf Zermatt ist untrennbar mit dem Matterhorn verbunden. Mitte des 19. Jahrhunderts lösten Engländer einen Run auf die Alpen aus, Erstbesteigungen waren in Mode gekommen. Edward Whymper war am 14. Juli 1865 der erste Mensch auf dem Matterhorn - damals eine Sensation, die Zermatt weltberühmt machte. Seit 1898 fährt von Zermatt eine Zahnradbahn auf den mehr als 3.000 Meter hohen Gornergrat. Hier offenbart sich ein atemberaubender Blick auf die wohl größte Attraktion der Schweiz: das Matterhorn. Ohne Gornergratbahn wäre die Entwicklung Zermatts vom Kuhdorf zum internationalen Alpen-Hotspot nicht möglich gewesen. Wir erleben diese einzigartige Bahnfahrt durch die hochalpine Bergwelt im Sommer und Winter. Wir sehen Murmeltiere und Steinböcke in ihrem natürlichen Lebensraum und machen vom nahen Theodulgletscher eine Mountainbiketour über Gletschereis und Geröll knapp 2.000 Meter hinab nach Zermatt. Die Gornergrat Bahn war ursprünglich eine reine Sommerbahn. Seit 1942 ist die Fahrt auf den Gornergrat auch im Winter möglich. Wir begleiten einen Schneeräumzug morgens bei seiner Fahrt durch 70 Zentimeter Neuschnee und erleben eine Lawinensprengung. Bei Bilderbuchwetter erreichen wir am nächsten Tag den verschneiten Gornergrat mit dem Blick auf "Gottes Pyramide", auf das Matterhorn. Bereits 1856 fand dieses Gornergrat-Panorama erstmals im "Baedeker" Erwähnung - die Faszination ist bis heute geblieben.
21:00
Sie waren einst eine große Attraktion auf den Jahrmärkten, Rummelplätzen und Volksfesten: die sogenannten Boxbuden, Dort konnten Freiwillige gegen die Mitarbeiter der Boxbude in den Ring steigen. Bezahlen mussten sie dafür nichts - außer mit einem Veilchen oder einer blutigen Nase. Bezahlen mussten nur die neugieren Zuschauer - und die gab es reichlich bei diesem Spektakel. Wenn ein Freiwilliger jedoch den Kampf gewann, winkte ihm z. B. in der Boxbude von Werner Sindermann 500 Mark Siegprämie. Oft fand sich aber in einer Vorstellung trotz der Aussicht auf schnell verdientes Geld zunächst kein Freiwilliger. Alle hatten Angst sich zu blamieren - oder eben auch Angst vor den Schlägen, die sie womöglich einstecken mussten. Aber Werner Sindermann - Angehöriger einer traditionsreichen Schaustellerfamilie aus Detmold - wusste sich zu helfen in solchen Momenten, wenn keiner aus dem Publikum den nötigen Mut hatte. Schon sein Vater hatte diese Boxbude betrieben und heimliche Chefin des Ganzen ist auch heute noch seine Mutter. Die Boxer gehören zur Familie, sind Söhne, Schwiegersöhne usw. Leicht war dieses Geschäft nicht für die Betreiber und Angestellten und deswegen hat dieser Satz von Werner Sindermann auch durchaus seinen Sinn: "Wir haben uns immer durch's Leben geboxt." Ein wunderbares Porträt der Familie Sindermann und ihres Geschäfts durch den großen Dokumentarfilmer Rudolf Werner aus dem Jahr 1994.
21:40
Ein ganzes Dorf im Nordosten von Baden-Württemberg scheint nur aus Händlern, Landfahrern und Schaustellern zu bestehen. In diesem Ort mit Namen Fichtenau - er liegt zwischen Crailsheim und Ellwangen - siedelten unmittelbar nach dem Dreißigjährigen Krieg sogenannte Jenische. Jenische waren überall in Europa von der Mehrheitsgesellschaft ausgeschlossen, weswegen sie eine lange Tradition im Hausierhandel entwickelten, um zu überleben. Diese Tradition reicht bis in unsere Tage. Ein Fernsehteam begleitete die Nachkommen der einstigen "Colonisten" auf Märkte und Festplätze. Da gibt es z. B. einen älteren Herrn auf einem schwer bepackten alten Fahrrad: Das ist der Bürstenbinder Albert Müller, der mit seinen 83 Jahren immer noch per Fahrrad in ländlicher Gegend unterwegs ist und Bürsten und Besen verkauft. Johann und Clara Scherrle (75) wiederum sind seit Jahren mit einem rollenden Kramladen auf Tour: Auf dem Trödlermarkt in Neuweiler verkaufen sie Geschirr und Herr Scherrle versieht auf Wunsch auch einen Tontopf mit einem feuerfesten Boden, Der traditionelle Krämermarkt in Ellwangen wird fast ausschließlich von Fichtenauer Händlern bestritten. Die Schausteller-Familien Walter Wagner und Konrad Knodel richten ihre Wagen für die Reise her. Vor Ort dann bauen sie ihre Karusselle, ihre Buden und die Auto-Scooter-Bahn auf und meist nach nur einer Woche auch wieder ab. Familie Knodel steht dann irgendwann auf einem überschwemmten Festplatz und erklärt, was es für sie bedeutet, wenn Hochwasser verhindert, dass sie ihr Geschäft betreiben können.
22:25
Landschaftsbilder und Impressionen aus dem Schwarzwald stellen einen Bezug her zwischen der Mentalität seiner Bewohner und dem Metier des Drehorgelbaus als einer einstigen Besonderheit der Region. Denn in Waldkirch im Schwarzwald kennt man seit mehr als zwei Jahrhunderten die mechanische Musik. Als Michael Scherenberg 1976 seine Dokumentation über diese Handwerkstradition drehte, gab es in Waldkirch allerdings nur noch einen aktiven Orgelbauer. Zu ihm werden am Ende der Saison die Jahrmarktsorgeln gebracht, um sie optisch und technisch wieder fit zu machen fürs nächste Jahr. Zu Wort kommen noch aktive Orgelbauer, Restauratoren, Karussellbesitzer und ein 90jähriger Drehorgelspieler. Sie alle nehmen zur Geschichte des mechanischen Orgelbaus Stellung und zu technischen Details der Instrumente.
23:15
Der Musiker Hans-Jürgen Buchner gründet 1982 die Band Haindling, benannt nach seinem niederbayerischen Heimatort. Mit einem Mix aus Volksmusik und Jazz ist die Gruppe schnell auch über die Landesgrenzen hinaus erfolgreich. 1984 tritt Haindling, kurz nach Erscheinen ihres zweiten Albums "Stilles Potpourri", im Alabama in München auf und beweist, dass bayerisches Liedgut nicht zwangsläufig altbacken sein muss. Jahrzehntelang lagerten die Mitschnitte von Kultsendungen wie "Alabama in Concert", "Schlachthof in Concert" oder "Nachtwerk in Concert" in den Archiven des Bayerischen Rundfunks - sie waren der Soundtrack einer ganzen Generation. "Back on Stage" hebt diese musikalischen Schätze und holt sie zurück ins Fernsehen.
23:55
Das Ausseerland ist eine Gegend in der Steiermark. Ein Bradlgeiger spielte in früheren Zeiten für ein Bratl (einen Braten) im Wirtshaus. Und da ihre Crossover-Musik aus Volksmusik, Austropop und Reggae nach eigener Einschätzung das Adjektiv Hard verdient, nennen sich die sieben österreichischen Musiker:innen eben Ausseer Hardbradler. 1997 treten sie im Münchner Schlachthof auf, mit dabei Songs ihres gerade erschienenen Albums "Bradlfett". Jahrzehntelang lagerten die Mitschnitte von Kultsendungen wie "Alabama in Concert", "Schlachthof in Concert" oder "Nachtwerk in Concert" in den Archiven des Bayerischen Rundfunks - sie waren der Soundtrack einer ganzen Generation. "Back on Stage" hebt diese musikalischen Schätze und holt sie zurück ins Fernsehen.