Jetzt 20:15 22:30
Zeit auswählen
Datum auswählen
Mo Di Mi Do Fr Sa So 31 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20

TV Programm für ARD-alpha am 04.09.2026

Jetzt

Frauen tragen die Hälfte des Himmels (1979) 21:00

Frauen tragen die Hälfte des Himmels (1979)

Dokumentation

"Frauen tragen die Hälfte des Himmels" - dieses Wort stammt von Mao Tse-tung und gemeint ist die Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Volksrepublik China. Zlata Findeis und Joschi H. von Miserony gingen in Ihrem Film aus dem Jahr 1979 der Frage nach, wie es um diese Gleichberechtigung der Frauen in China steht. Mao war damals seit drei Jahren tot, die Viererbande verhaftet und von Maos Nachfolger Deng Xiaoping wurde ein wirtschaftlicher Liberalisierungskurs angestoßen, durch dessen Erfolg Deng für viele Jahre seine Macht konsolidieren konnte. In den dreißig Jahren seit Gründung der Volksrepublik China hatte sich viel getan auf dem Gebiet der Frauenemanzipation: 1950 wurde das Gesetz verabschiedet, das den Frauen die freie Wahl des Ehepartners ermöglichte, 1953 wurden sie arbeitsrechtlich und im Hinblick auf die Entlohnung den Männern gleichgestellt. Ebenfalls 1953 erhielten sie das volle Wahlrecht - was auch immer dies im chinesischen Kommunismus bedeutet haben mag. Auf jeden Fall war es so, dass Frau Findeis und Herr Miserony auch auf Frauen trafen, die sich sehr wohl noch an die Zeit davor, an das China vor dem Kommunismus erinnern konnten. Für die Frauen waren jene Veränderungen wirklich fundamental, auch wenn Ende der Siebzigerjahre vor einer deutschen Kamera die Frauen noch sehr ideologisch argumentierten. Die Familie einer Arbeiterin in einer Textilfabrik lebt zusammen mit ihrem Mann und drei Kindern in einer Zweizimmerwohnung in einer Werkssiedlung. Sie vermitteln glaubhaft, es gehe ihnen gut. Der Mann - er hat Zeit, denn er hat Nachtschicht - kocht für die Familie zu Mittag Fische, Rippchen, Paprika mit Schweineschnitzel und scharfes Schweinefleisch. Dazu gibt es selbstverständlich Reis. Die beiden Filmemacher geben allerdings zu, dass ihnen so ein Festessen wie ein Potemkinsches Dorf vorkommt. Und dass sie das Hotel sowieso nur in Begleitung verlassen durften. Wo und was gedreht werden durfte, war streng reglementiert. Und wie war das mit der Gleichberechtigung? Der Sohn der Textilarbeiterin antwortet auf die Frage, ob er und seine Frau neben der Tochter noch weitere Kinder haben möchten: "Nein. Unser Kind ist zwar nur ein Mädchen, aber jetzt sind die Frauen den Männern gleichgestellt…" Das heißt, diesbezüglich hatte China eben doch noch einen langen Weg vor sich. Aber schon 1979 klärte der Film die Zuschauer über die weiteren Planungen des Zentralkomitees der chinesischen KP auf: Bis zum Ende des Jahres 1980 müsse ein Drittel aller Industrieunternehmen im Lande nach dem Beispiel eines erfolgreichen Musterbetriebs organisiert werden. Denn das Ziel sei, "bis zum Jahr 2000 durch die Modernisierung von Landwirtschaft, Industrie, Landesverteidigung sowie Wissenschaft und Technik China eine führende Stellung unter den Industrienationen zu verschaffen."

Danach

Zwischen Tsingtao und Wuhan - Deutsche Spuren in China (1982) 21:45

Zwischen Tsingtao und Wuhan - Deutsche Spuren in China (1982)

Land und Leute

"J.F. Weule, Bockenem am Harz" steht auf der Kirchturmuhr der evangelischen Christuskirche - in Tsingtao. Dort findet in den frühen 1980er-Jahren sonntags sogar eine Messe statt. Die Erben Maos waren nämlich ein klein wenig liberaler geworden und Hans Wilhelm Vahlefeld - bereits seit Ende der Fünfziger der erste Ostasien-Korrespondent der ARD - suchte 1982 für den NDR nach deutschen Spuren in China. Dazu reiste er zunächst nach Tsingtao, immerhin von 1897 bis 1914 Hauptstadt des "Deutschen Schutzgebiets Kiautschou" und somit deutsche Kolonie. Zum Bahnhof in Tsingtao, erbaut im deutschen Stil von den Kolonialherren, führte einst die "Kieler Straße". Der Bahnhof stand 1982 noch, aber die Straße war längst umbenannt, denn das offizielle China verleugnete diese deutsche Epoche. Von Tsingtao fährt Vahlefeld weiter nach Shanghai und dort zu den deutschen Arbeitern, die auf der damals einzigen deutschen Baustelle in ganz China eine Aromatenanlage errichten, mit der aus Rohöl Kunstfasern hergestellt werden können. Shanghai war und ist Chinas größte Stadt: 1980 lebten dort 12 Millionen Menschen. Das erste Großprojekt zwischen Deutschland und China hatte es hingegen in Wuhan gegeben, der dritten Station von Vahlefelds Reportage: ein Stahlkombinat, das 1978 nach einiger Verzögerung die Arbeit aufgenommen hatte. Die Facharbeiter für dieses Werk wurden z.T. in Deutschland ausgebildet: Mit einem von ihnen konnte sich Vahlefeld tatsächlich auf Deutsch unterhalten. Er sagt, das moderne deutsche Management habe ihn während seiner Zeit in Deutschland am meisten beeindruckt. Ans deutsche Essen habe er sich mit der Zeit gewöhnt und das deutsche Pils habe ihm geschmeckt. Die Eingewöhnung der deutschen Arbeiter und deren Familien, die in China auf Auslandseinsatz sind, scheint wegen der Sprachbarriere hingegen schwieriger zu sein. Begeistert sind die Frauen der deutschen Arbeiter aber von der medizinischen Versorgung für sie in China. Die chinesische Medizinprofessorin kann ebenfalls Deutsch, sie lernte es vor Jahrzehnen in Shanghai auf der Universität, wo sie von deutschen Medizinern ausgebildet wurde. Und auf einmal ist dort im fernen China von München die Rede: Ende der Dreißigerjahre verliebte sich eine aus dem Allgäu stammende angehende Medizinstudentin in einen am Schwabinger Krankenhaus arbeitenden chinesischen Arzt. Heute, also im Jahr 1982, sind sie seit Jahrzehnten verheiratet, und leben in Wuhan: Er ist dort Professor am Universitätskrankenhaus und einer der berühmtesten Chirurgen in ganz China. Mit chinesischen Studenten, die Deutsch gelernt haben und demnächst in Westdeutschland studieren wollen, spricht Vahlefeld auch über das geteilte Deutschland - ganz offen, wie er sagt und nicht mehr ideologisch eingefärbt wie noch wenige Jahre zuvor. Einer der Studenten sagt in diesem Jahr 1982: "Eines Tages sollte Deutschland doch wiedervereinigt sein." Und dann rezitiert ein anderer Student fast fehlerfrei die letzten Zeilen des Gedichts "Prometheus" von Goethe, dessen 150. Todestag man damals auch an der Universität in Peking feierte. Die Probleme, die diese jungen Menschen mit ihren Eltern haben, unterscheiden sich zumindest in einem Punkt nicht von den Problemen der jungen Menschen in Deutschland. Sie erzählen, dass ihre Eltern mit ihrem Musikgeschmack nichts anfangen können, sogar böse werden, wenn sie z. B. die Musik der Beatles hören.

Reiseland China (1980) 22:30

Reiseland China (1980)

Tourismus

Ab dem Ende der 1970er-Jahre waren in China geführte Gruppenreisen für ausländische Touristen möglich. Was sahen die Reisenden damals? Franz Lazi und Heinz von Matthey drehten 1980 für den Bayerischen Rundfunk einen Dokumentarfilm über China aus der Sicht potentieller Touristen. Die fürchterliche Zeit der Kulturrevolution war vorbei, der einfarbige Mao-Look auf den Straßen mindestens der großen Städte verschwunden - China fing an, bunt zu werden. Peking hatte 1980 circa sieben Millionen Einwohner, drei Millionen Fahrräder, 30.000 Busse und ein paar Dutzend Personenwagen - selbstverständlich keine Privatautos. Und man sieht im Film: Auf dem Tian'anmen-Platz fahren quasi nur Fahrräder. Dass dieser Platz keine zehn Jahre später Schauplatz einer großen Tragödie werden sollte, wusste damals noch niemand. Von Peking aus geht es mit dem Schnellzug nach Wuxi am Taihu-See. Damals hatten noch nicht alle chinesischen Wohnungen eine eigene Küche und so konstatieren die Filmemacher: Es duftete aufgrund der vielen kleinen Garküchen überall in der Stadt nach Reis mit Huhn, Gemüse, Fisch, würzigen Suppen oder Bohnenquark. Bohnenquark? Heute heißt das Tofu. Von Wuxi geht es in der nahegelegene Suzhou. Diese Stadt wird aufgrund seiner vielen schönen Kanäle und Brücken das "Venedig des Ostens" genannt. Aber sie ist auch seit 1.000 Jahren die Heimat der Seide. In der dortigen Seidenproduktion hält das Akkordsystem nur langsam Einzug, denn bis jetzt, also bis 1980, galt eigentlich: "Wenn schon viel und fleißig gearbeitet werden muss, dann wenigstens gemütlich!" Was macht man dort mit der Seide? Z.B. Seidenstickereien, phantastische Seidenstickereien! Auch der kommunistischen Führung ist nun das Weiterleben dieser Jahrtausende alten Kunst ein Anliegen. Die Stickerinnen machen alle zwei Stunden unter Anleitung Augengymnastik. Das hilft scheinbar, denn kaum eine trägt trotz dieser Arbeit eine Brille. Von Suzhou geht es in die chinesische Traumgegend schlechthin, nach Guilin, früher auf Deutsch Kweilin genannt, in diese wunderschöne Hügellandschaft am Li Jiang. Insgesamt konnten die Filmemacher 1980 konstatieren: Niemand in China lebt im Luxus, aber es muss auch niemand hungern. Vom gesamten Einkommen einer Familie - vermutlich einer extra fürs Filmteam ausgesuchten Musterfamilie - gehen für Miete, Strom, Wasser und Heizung nur fünf Prozent drauf! Da fällt es natürlich leichter, nach den "fünf großen Anschaffungen" zu streben, die damals die meisten Chinesen als Ziel hatten: ein Fahrrad (Preis: drei Monatslöhne), eine Nähmaschine (vier Monatslöhne), eine Armbanduhr (drei bis vier Monatslöhne), ein Transistorradio (zwei Monatslöhne) und ein Schwarzweiß-Fernsehgerät (sechs Monatslöhne). Ob die Aussage der Filmemacher, dass in China Minderheiten wie z.B. die Tibeter inzwischen voll anerkannt worden sind, damals richtig gewesen ist, sei allerdings dahingesellt.

Back on Stage: Abwärts 23:15

Back on Stage: Abwärts: BR Retro - 2. Münchner Rocktage (1982)

Konzert/Musik

Düster, kantig und weit entfernt vom Gute-Laune-Pop der frühen 80er: Abwärts gehört zu den prägenden Vertretern des deutschen Post-Punk. 1982 tritt die Band im Rahmen der 2. Münchner Rocktage in der legendären Alabama-Halle auf. Ein kurzer Konzertausschnitt. Jahrzehntelang lagerten die Mitschnitte von Kultsendungen wie "Alabama in Concert", "Schlachthof in Concert" oder "Nachtwerk in Concert" in den Archiven des Bayerischen Rundfunks - sie waren der Soundtrack einer ganzen Generation. "Back on Stage" hebt diese musikalischen Schätze und holt sie zurück ins Fernsehen.

Back on Stage: Carambolage 23:25

Back on Stage: Carambolage: BR Retro - 2. Münchner Rocktage (1982)

Konzert/Musik

New Wave, Punk und deutsche Texte: Carambolage gehört zu den ungewöhnlicheren Bands der frühen 1980er. Die Musikerinnen aus dem Umfeld von Ton Steine Scherben stehen für einen eigenständigen Sound und brechen eindrucksvoll mit den üblichen Rollenbildern der damaligen Rockszene. Ein Konzertausschnitt aus dem Jahr 1982. Jahrzehntelang lagerten die Mitschnitte von Kultsendungen wie "Alabama in Concert", "Schlachthof in Concert" oder "Nachtwerk in Concert" in den Archiven des Bayerischen Rundfunks - sie waren der Soundtrack einer ganzen Generation. "Back on Stage" hebt diese musikalischen Schätze und holt sie zurück ins Fernsehen.

Back on Stage: Der Moderne Man 23:35

Back on Stage: Der Moderne Man: BR Retro - 2. Münchner Rocktage (1982)

Konzert/Musik

Neue Deutsche Welle jenseits des Mainstreams: Der Moderne Man verbindet Anfang der 1980er New Wave, Punk und Experimentierfreude zu einem eigenständigen Sound. Die Band aus Hannover gehört zu den ungewöhnlicheren Vertretern der frühen NDW und begeistert sogar den legendären BBC-DJ John Peel. Ein Konzertausschnitt aus dem Jahr 1982. Jahrzehntelang lagerten die Mitschnitte von Kultsendungen wie "Alabama in Concert", "Schlachthof in Concert" oder "Nachtwerk in Concert" in den Archiven des Bayerischen Rundfunks - sie waren der Soundtrack einer ganzen Generation. "Back on Stage" hebt diese musikalischen Schätze und holt sie zurück ins Fernsehen.

Back on Stage: Mythen in Tüten 23:55

Back on Stage: Mythen in Tüten: BR Retro - 2. Münchner Rocktage (1982)

Konzert/Musik

"Meta-Schlager" nennt die Band Mythen in Tüten ihren ungewöhnlichen Mix aus New Wave, Pop und Schlager. Die Musiker aus Hannover gehören zu den frühen Vertretern der Neuen Deutschen Welle und veröffentlichen nur wenige Monate vor ihrem Auftritt in der Münchner Alabamahalle ihr Debütalbum "Die neue Kollektion". Ein Konzertausschnitt aus dem Jahr 1982. Jahrzehntelang lagerten die Mitschnitte von Kultsendungen wie "Alabama in Concert", "Schlachthof in Concert" oder "Nachtwerk in Concert" in den Archiven des Bayerischen Rundfunks - sie waren der Soundtrack einer ganzen Generation. "Back on Stage" hebt diese musikalischen Schätze und holt sie zurück ins Fernsehen.