21:00
Der zweite Teil zeigt die unglaublichen Tricks, mit denen die Tierwelt ihr Überleben an und in den Großen Seen sichert: Wölfe zum Beispiel machen hier oft Jagd auf Biber und fangen sogar Fische im Fluss! Der Flecken-Querzahnmolch geht als einziges bekanntes Wirbeltier eine Symbiose mit Algen ein: Sie versorgen die Brut der Molche mit Sauerstoff und werden dafür mit deren "Abfallprodukten" gedüngt. Noch ist unbekannt, warum die nordamerikanischen Gleithörnchen UV-Licht aussenden; skurril wirken die dank spezieller Kameras im winterlichen Wald aufgenommenen pinkfarbenen Bilder allemal! Die Natur stellt das Leben entlang der Großen Seen immer wieder vor existenzielle Herausforderungen: Manchmal schwappen regelrechte Eis-Tsunamis aufs Land. Plötzliche Kälteeinbrüche lähmen Fische, sodass Weißkopfseeadler sich wegen der leichten Beute zu Hunderten an manchen Flüssen versammeln. Die Großen Seen machen ihr eigenes Wetter: Blizzards, die berüchtigten Schneestürme, rasen durch Chicago, Detroit und Toronto. Dann wird häufig der Notstand ausgerufen und Stromausfälle betreffen Millionen Haushalte. Doch selbst zwei Meter Schnee innerhalb eines Tages machen manchen Bewohnern der Großen Seen nichts aus: Kanadaluchs und der Schneeschuhhase haben dicht behaarte Pfoten und versinken nicht in der weißen Pracht. Und wenn der Sommer kommt, tauchen Elche ab und weiden bis zu sechs Meter tief im See. Muscheln heuern tierische Transporteure an, um mit ihnen durch die Großen Seen zu schwimmen und Rotstreifenelritzen jagen als Fische in der Luft. In die Luft springen auch die asiatischen Silberkarpfen, wenn sie sich gestört fühlen. Gegen die schreckhaften Fische ist noch kein Kraut gewachsen. Und die invasive Art droht die Großen Seen vom Mississippi aus zu erobern. Andererseits kehren ehemals heimische Tiere zurück, wenn man sie lässt: In einem verwilderten Hafengebiet Torontos hat die Ohrenscharbe, eine Kormoranart, ein großartiges Comeback erlebt.
21:45
Ein Landwirt rettet das Moor. Wiedervernässung heißt die Herausforderung. Moorbauer Henning Voigt muss schonend ernten, Natur erhaltend, wenn er ins Niedermoor am Kummerower See fährt. Schilf und Gräser mäht er erst im Juli nach der Blüte und ohne brütende Vögel zu gefährden. Viel Aufwand, der sich für ihn irgendwann auch bezahlbar machen muss. Auf großen Rollen fährt er die Gräser ins Bioheizkraftwerk Malchin. 500 Wohnungen und zwei Schulen beheizt er mittlerweile mit aus dem Moor gewonnener Wärme. Um als Landwirt von den Moorprodukten leben zu können, braucht es aber noch Zeit. Henning Voigt sieht sich selbst als Pionier. Er will den Spagat schaffen zwischen Klimaschutz und Landwirtschaft. Moorforscherin Franziska Tanneberger von der Universität Greifswald unterstützt ihn dabei. Denn sie weiß: liegen Moorflächen trocken, stoßen sie enorm viel schädliches Kohlendioxid aus, ein gefährliches Treibhausgas. Ginge es nach ihr, müssten alle Moorflächen wieder vernässt werden. Am Kummerower See erforscht sie, welche Tier- und Pflanzenarten sich auf den wieder nassen Moorflächen von Henning Voigt ansiedeln. Auch Tiny-House-Konstrukteur Torsten Galke ist an Paludikulturen interessiert: Pflanzenarten, die auf Moorflächen wachsen. Denn er verbaut sie in kleinen Häusern auf Rädern als Naturdämmmaterial, eine nachhaltige Alternative zu Styropor. Moorschutz und Wirtschaftlichkeit: ein Zukunftsthema.
22:15
Schnee in Spanien Klimaforscher bezeichnen den Mittelmeer-Raum als Hotspot des Klimawandels. Da denken viele sofort an Hitze und Trockenheit. Stimmt und es gibt noch ein anderes Extrem: Sehr viel Niederschlag in kurzer Zeit. Das hat Spanien in den vergangenen Wochen erlebt. Da es im Norden des Landes in diesem Jahr auch noch kalt war, gibt es ungewöhnlich viel Schnee. Alles halb so schlimm? Viel Schnee in den Pyrenäen, auch bei uns war es Anfang des Jahres lange kalt. Ist die Klimaerwärmung also gar nicht so dramatisch, fragen wir Prof. Dieter Gerten vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Er ist Professor für Klimasystem und Wasserhaushalt im Globalen Wandel an der Humboldt-Universität zu Berlin. Das neue Klimaschutzprogramm Bis zum Jahr 2030 hat sich Deutschland einiges vorgenommen, 65% weniger THG im Vergleich zu 1990. Bis 2045 soll das Land dann ganz treibhausgasneutral sein. Das ist im bereits vorhandenen Klimaschutzgesetz so festgelegt. Doch wie sieht der Weg dahin aus? Die Bundesregierung plant das im neuen Klimaschutzprogramm. Theorie und Praxis? Der Plan ist gefasst, die Maßnahmen klar - nur, es ist nicht der erste Plan der viel verspricht und doch versandet. Was vom neuen Programm zu halten ist, ein Kommentar.
22:30
Julia studiert an der TUM School of Life Sciences in München im dritten Mastersemester Biologie, eines der beliebtesten naturwissenschaftlichen Studienfächer. Mustafa studiert Modedesign an der Hochschule Hannover und Pina studiert angewandte Kunst an der Westsächsischen Hochschule Zwickau.
23:00
Diesmal verrät uns die Materialforscherin Anna Schenk von der Universität Bayreuth, wie die Natur zur Entwicklung neuartiger Energie-Materialien inspiriert. Und die Neurowissenschaftlerin Merle Fairhurst von der Universität der Bundeswehr München erläutert, was Berührungen für uns bedeuten - und welche Folgen es für uns hat, wenn sie fehlen.
23:30
DW's The Day provides viewers with the background and analysis they need to understand the top stories of the last 24 hours. Join our Chief News Anchor Brent Goff as he puts the day's events into context and discusses them with experts and correspondents in the field.