17:30
Floristik selbst gemacht In dem kleinen Ort Basthorst betreibt die immer gut gelaunte Kristina Camin ihren eigenen Blumenladen. Sie verkauft Blumen, gestaltet Hochzeits- und Trauerfloristik und fertigt all ihre Deko liebevoll selbst. Besonders lebendig wird es immer in ihren Workshops: Maximal sieben Personen passen in ihren winzigen Raum, viele davon sind Anfänger, aufgeregt, überzeugt davon, zwei linke Hände zu haben. Kristina zeigt ihnen Schritt für Schritt, wie man Kränze bindet, passend zu Jahreszeit und Anlass - geduldig, fröhlich und ohne Druck. Leon Löwentrauts "Momentum" in Braunschweig Er ist einer der aktuell gefragtesten Gegenwartskünstler Deutschlands - und zugleich einer der umstrittensten. Die Bilder von Leon Löwentraut werden weltweit gefeiert. Löwentraut malt seit seiner Kindheit, galt schnell als "Wunderkind", obwohl er keine klassische Kunstausbildung durchlief. Er bekam Neid und auch Hass zu spüren. Und viel Kritik von Kunsthistorikern. Trotzdem erzielen seine Bilder teils sechsstellige Summen. Viele Galerien weltweit reißen sich um ihn, seine Ausstellungswerke sind häufig ausverkauft. Seine Bilder stechen heraus, ob man sie mag oder nicht. Mit "Momentum" ist er das erste Mal mit einer Ausstellung in Niedersachsen. Ein Gedicht vom Standesbeamten Seine standesamtlichen Trauungen sollen so richtig festlich sein. Martin Reichelt, dem Leiter des Standesamtes Bergedorf, dem kleinsten in Hamburg, geht es nicht nur um schnöde Formalitäten. Seine Leidenschaft: den Brautpaaren eine stilvolle, individuelle Feier auszurichten. Und da schreibt er ihnen auch schon mal ein ganz persönliches Gedicht. Wir stellen den Standesbeamten mit Ambitionen vor. Workshop: Kunst und KI Kunst und Künstliche Intelligenz - eine spannende Kombination, die immer mehr an Bedeutung gewinnt. In Hamburg Groß-Borstel zeigen zwei Künstlerinnen mit ihrem Start-up "Tiny Typo", wie diese beiden Welten aufeinandertreffen. In einem Workshop lernen Teilnehmer, wie sie mithilfe von KI und der klassischen Siebdrucktechnik neue Kunstwerke schaffen können. Kunst mieten statt kaufen - mehr als 1000 Exponate in der Kunsthalle Osnabrück Über 1000 Kunstwerke - Gemälde, Zeichnungen, Fotos und Skulpturen - können in der Artothek der Kunsthalle gemietet werden. Zum 30. Geburtstag wurde sie modern renoviert. Sammlungsleiterin Anna Holms: "Mieten ist eine günstige Alternative zum Kauf und ermöglicht einen schnellen Wechsel." Die Monatsmiete beträgt 4 Euro (ermäßigt 1,50 Euro), Firmen zahlen 8 Euro. Mit der neuen AR-Funktion im Katalog lässt sich das Werk virtuell im eigenen Zuhause ansehen. Osnabrücker Hyde-Park wird 50 Der Hyde Park gilt als Kult-Disco Osnabrücks und wird in diesem Jahr 50 Jahre alt! Noch immer wird dort gefeiert und abgerockt wie eh und je. Vor allem die recht neue Veranstaltungsreihe "Tanztee" lockt die Besuchermassen an und sichert dem Laden mittlerweile das Überleben. Jeden ersten Sonntag im Monat ab 19 Uhr kommen diejenigen vorbei, die früher schon da waren. Repair-Café in Lauenburg Einmal im Monat verwandelt sich die Lauenburger Stadtbibliothek in eine lebendige Werkstatt: Über 20 Ehrenamtliche reparieren dort gemeinsam defekte Alltagsgegenstände wie einen zehn Jahre alten Kaffeeautomaten oder kaputte Spielekonsolen. Das Repair-Café lädt Besucher ein, zuzuschauen, mitzumachen und Technik vor dem Wegwerfen zu bewahren. Mitten im Leben - Abschiedskultur in Lübeck In Lübeck eröffnet mit "Die Eiche" der erste Indoor-Urnenfriedhof, der Abschied und Erinnern in den Mittelpunkt stellt. Das Unternehmerpaar Angern und Morenz investierte mehrere Millionen, um eine würdige, unabhängige Ruhestätte mit edlem Ambiente und rund 3.400 Plätzen zu schaffen. Edvard Munch Kunstpfad Als Fischerort und Seebad ist Warnemünde seit Jahrhunderten bekannt. Jetzt sind im Ort grüne Schilder zu entdecken. Sie markieren den Edvard-Munch-Kunstpfad.
18:15
18:45
Vor achtzig Jahren ging der zweite Weltkrieg zu Ende - doch die gefährlichen Spuren des Krieges lauern noch immer im Untergrund: Blindgänger, die im Erdreich vor sich hin rosten. Besonders betroffen: Die Kleinstadt Oranienburg nördlich von Berlin. Als Sitz zahlreicher Rüstungsbetriebe, wurde der Ort von den Alliierten intensiv bombardiert. Noch heute liegen hier über 200 Weltkriegsbomben, die immer mal wieder explodieren. Hinzu kommt: in Oranienburg gibt es besonders viele Blindgänger mit chemisch-mechanischem Langzeitzünder. Sie sind nicht nur eine latente Gefahr für die Bevölkerung, sondern auch für den Kampfmittelräumdienst. Lässt sich der Zünder entschärfen oder ist eine kontrollierte Sprengung nötig? Wie weiträumig muss evakuiert werden? Lena Ganschow geht für ARD-Wissen auf Spurensuche in Deutschland. Was kann die Wissenschaft leisten, um das Problem der Munitionsaltlasten zu lösen? Forschende am Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik in Freiburg analysieren durch Druckwellenversuche die Explosionsbelastung rund um den Fundort. Basierend auf Stadtmodellen hat das Team eine Software entwickelt, die die Druckwellenausbreitung und den Splitterflug bei einer Detonation simuliert. So können Kampfmittelräumdienste Gefahrenzonen frühzeitig erkennen - was die Evakuierung von Kliniken, Kitas, Seniorenheimen und Wohnhäusern besser steuerbar macht. Doch nicht nur an Land, auch im Meer lagern tonnenweise Bomben. Nach Kriegsende wurde bei der Entmilitarisierung Munition aus den Arsenalen in der Nord- und Ostsee verklappt. Dort lagert sie bis heute - insgesamt rund 1,6 Millionen Tonnen. Das Problem: Das Innenleben einer Fliegerbombe besteht aus hochgiftigen Chemikalien - krebserregendes TNT, Senfgas, Quecksilber. Die Bomben korrodieren im Salzwasser und entlassen die Giftstoffe in die Umwelt. Ein Team des GEOMAR-Forschungszentrums hat nun in der Lübecker Bucht begonnen, die Fundorte zu kartieren und wissenschaftlich zu untersuchen: Wo genau liegt welche Munition? Wie groß ist das Risiko, dass sie bei der Bergung Sprengstoff verliert? Welche Auswirkungen haben die Giftstoffe auf die Meeresfauna? Bei der Exploration kommen auch kameragesteuerte Unterwasserfahrzeuge wie "Käpt'n Blaubär" zum Einsatz. Tatsächlich liegt in solchen Tauchrobotern große Hoffnung, nicht nur bei der Erkundung, sondern auch bei der Bergung der Weltkriegsbomben. Komplett autonom und mit Künstlicher Intelligenz ausgestattet, steuert der Unterwasser-Roboter "Cuttlefish" durch das Forschungsbecken des DFKI in Bremen. Bestückt mit jeder Menge Sensoren und Greifarmen wird er darauf trainiert, selbständig Objekte am Meeresgrund zu erkennen und zu bergen, um so die Gefahr für den Menschen zu minimieren. Bei ihrer Spurensuche darf Lena nicht nur dem DFKI-Team für Maritime Robotik beim Training des Tauchroboters über die Schulter schauen, sondern geht auch an Bord der Alkor. Auf dem GEOMAR-Forschungsschiff zeigt ihr Jens Greinert, mit welchen Technologien er die Weltkriegsmunition in der Lübecker Bucht dokumentiert. In Oranienburg trifft Lena Ganschow den Sprengmeister André Müller, der sich mit Langzeitzündern auskennt wie kein Zweiter. Außerdem erfährt sie in Köln von der Geo-Physikerin Gudela von Gronefeld, wie sich Blindgänger unterirdisch aufspüren lassen. Wie lange wird es noch dauern, bis die gefährlichen Kriegsspuren vollständig beseitigt sind? Und was kann die Forschung dazu beitragen, Deutschland von seinem explosiven Erbe zu befreien?
19:30
Das Wissenschaftsmagazin berichtet ausführlich, verständlich und aktuell über Technik, Medizin, Wissenschaft und Forschung.
20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
Rauer Seewind, steile Klippen, endlose Sandstrände, legendäre Kulturschätze und authentische Menschen - das und vieles mehr zeichnet die Normandie aus. Sie ist kein Sommer-Sonnen-Reiseziel von der Stange, aber eines für Individualisten und solche, die die Abwechslung lieben und die eine oder andere Wetterkapriole nicht scheuen. Wir sind unterwegs auf einem Roadtrip von der Alabasterküste und ihren spektakulären Kreidefelsformationen im Osten der Normandie bis zum magischen Mont-Saint-Michel am westlichen Ende der Region. Auf der Suche nach echt normannischen Erlebnissen lassen wir uns nahe Fécamp von Sophie Justet und ihrer Liebe zur impressionistischen Malerei begeistern und schlüpfen mit Kapitän Asterix an Bord seiner alten Rigg in die Haut furchtloser Seemänner und erkunden die Küstenlandschaft vom Meer aus. In Rouen, der Hauptstadt der Normandie, begeben wir uns auf Zeitreise und lassen uns verzaubern vom mittelalterlichen Charme einer der schönsten Städte Frankreichs, von der Geschichte der Nationalheldin Jeanne d'Arc und dem modernen Chic, der uns im Quartier Libre, einer ehemaligen Industriebrache, erwartet. Im Département Orne, wachsen nicht nur die Äpfel für den normannischen Cidre. Ein echter Geheimtipp sind die Birnen und der spritzige Birnenschaumwein Poiré. Wie er hergestellt wird, erfahren wir von einem der wenigen Produzenten. Und wir tauchen ein in die Welt des Pferdesports und der Percheron, einer Kaltblut-Pferderasse, die auf dem Nationalgestüt Haras du Pin gezüchtet wird. Wir treffen auf eine Sattelmacherin und sind dabei, wenn sich Artisten und Artistinnen in einer bunten Pferdeshow präsentieren. Vom Hinterland geht es zurück an die Küste nach Bayeux, dem Schauplatz der Landung der Alliierten im Jahr 1944 zur Befreiung Frankreichs von der deutschen Besatzung. Wir unternehmen eine Radreise mit Hugo, der die bewegte Geschichte der Region mit leichten und leckeren kulinarischen Erlebnissen garniert. In Granville, dem Monaco des Nordens, folgen wir den Spuren von Christian Dior und der jungen Designerin Cassandre Lemeilleur, die den Schwerpunkt ihrer Mode auf die Nachhaltigkeit legt und darauf, dass ihre Kreationen von "echten Menschen" im Alter von sieben bis 100 Jahren getragen werden können. Unweit von Granville liegt das Ziel unseres Roadtrips: der legendäre Mont-Saint-Michel. Wir überqueren das Watt zu Fuß wie einst die Pilger und lassen uns verzaubern von der Magie des Klosterberges, der nicht nur Pilger seit vielen Jahrhunderten in seinen Bann zieht.
21:00
Der Frühling kommt. Und mit ihm die Frühlingsgefühle - auch bei unseren Wildtieren zwischen Oberrhein und Zugspitze. Er und Sie müssen sich nun finden. Denn beide wollen Nachwuchs. Ist es Liebe auf den ersten Blick? Nein. Es ist harte Arbeit! Er muss sich mächtig ins Zeug legen, denn Sie will nur den Besten. Damit ihre Jungen fit werden wie er. Gemeinsam haben sie eine Mission: sich fortzupflanzen. Was sind sie bereit, dafür zu geben? Den Winter haben die meisten Gelbhalsmäuse nicht überlebt. Aber das Weibchen muss jetzt einen Partner finden, und dazu einen guten. Auch der Eisvogelmann will eine Familie gründen. Aber zuerst muss er die extreme Feindseligkeit der Erwählten überwinden, sonst paart sie sich nie mit ihm. Die Weibchen der Erdkröten und Seidenbienen geraten im Ansturm der liebestollen Männchen in Lebensgefahr. Dafür riskieren bei Star und Fasan die Männchen alles, um zu balzen. Denn ihre auffällige Show lockt nicht nur Weibchen, sondern auch Rivalen und Todfeinde an. Und wenn der Dachsmann im nächtlichen Wald noch schnell die Nachbarin verführen will, muss er sich sputen, bevor der Hausherr wieder zurückkommt. Auch dieser Frühling wird ein wilder Frühling.
21:45
Josef Dirr ist Florist, weil er die Natur, Blumen und Farben liebt. Der Floristmeister ist Landesmeister der Floristen in Baden-Württemberg und arbeitet in einem Blumenfachgeschäft im baden-württembergischen Filderstadt. Sein Tag beginnt früh am Morgen auf dem Großmarkt. Hier sucht er sorgfältig Blüten und Beiwerk für Blumensträuße und Gestecke aus. Die Vorbereitung der Pflanzenstiele spielt eine entscheidende Rolle bei eindrucksvollen Blumen-Arrangements. Josef Dirr bindet einen üppigen Blumenstrauß und ein kunstvolles Gesteck. Jeder Schritt, von der Auswahl der Blumen bis zur harmonischen Komposition zeigt, wie durch seine ruhige Hand und sein geschultes Auge die Schönheit und Einzigartigkeit jeder Blüte zur Geltung kommen. Durch seine leidenschaftliche Darstellung des Floristenhandwerks vermittelt er, wie Blumen und Beiwerk zu kunstvollen Arrangements werden.
22:15
Vor achtzig Jahren ging der zweite Weltkrieg zu Ende - doch die gefährlichen Spuren des Krieges lauern noch immer im Untergrund: Blindgänger, die im Erdreich vor sich hin rosten. Besonders betroffen: Die Kleinstadt Oranienburg nördlich von Berlin. Als Sitz zahlreicher Rüstungsbetriebe, wurde der Ort von den Alliierten intensiv bombardiert. Noch heute liegen hier über 200 Weltkriegsbomben, die immer mal wieder explodieren. Hinzu kommt: in Oranienburg gibt es besonders viele Blindgänger mit chemisch-mechanischem Langzeitzünder. Sie sind nicht nur eine latente Gefahr für die Bevölkerung, sondern auch für den Kampfmittelräumdienst. Lässt sich der Zünder entschärfen oder ist eine kontrollierte Sprengung nötig? Wie weiträumig muss evakuiert werden? Lena Ganschow geht für ARD-Wissen auf Spurensuche in Deutschland. Was kann die Wissenschaft leisten, um das Problem der Munitionsaltlasten zu lösen? Forschende am Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik in Freiburg analysieren durch Druckwellenversuche die Explosionsbelastung rund um den Fundort. Basierend auf Stadtmodellen hat das Team eine Software entwickelt, die die Druckwellenausbreitung und den Splitterflug bei einer Detonation simuliert. So können Kampfmittelräumdienste Gefahrenzonen frühzeitig erkennen - was die Evakuierung von Kliniken, Kitas, Seniorenheimen und Wohnhäusern besser steuerbar macht. Doch nicht nur an Land, auch im Meer lagern tonnenweise Bomben. Nach Kriegsende wurde bei der Entmilitarisierung Munition aus den Arsenalen in der Nord- und Ostsee verklappt. Dort lagert sie bis heute - insgesamt rund 1,6 Millionen Tonnen. Das Problem: Das Innenleben einer Fliegerbombe besteht aus hochgiftigen Chemikalien - krebserregendes TNT, Senfgas, Quecksilber. Die Bomben korrodieren im Salzwasser und entlassen die Giftstoffe in die Umwelt. Ein Team des GEOMAR-Forschungszentrums hat nun in der Lübecker Bucht begonnen, die Fundorte zu kartieren und wissenschaftlich zu untersuchen: Wo genau liegt welche Munition? Wie groß ist das Risiko, dass sie bei der Bergung Sprengstoff verliert? Welche Auswirkungen haben die Giftstoffe auf die Meeresfauna? Bei der Exploration kommen auch kameragesteuerte Unterwasserfahrzeuge wie "Käpt'n Blaubär" zum Einsatz. Tatsächlich liegt in solchen Tauchrobotern große Hoffnung, nicht nur bei der Erkundung, sondern auch bei der Bergung der Weltkriegsbomben. Komplett autonom und mit Künstlicher Intelligenz ausgestattet, steuert der Unterwasser-Roboter "Cuttlefish" durch das Forschungsbecken des DFKI in Bremen. Bestückt mit jeder Menge Sensoren und Greifarmen wird er darauf trainiert, selbständig Objekte am Meeresgrund zu erkennen und zu bergen, um so die Gefahr für den Menschen zu minimieren. Bei ihrer Spurensuche darf Lena nicht nur dem DFKI-Team für Maritime Robotik beim Training des Tauchroboters über die Schulter schauen, sondern geht auch an Bord der Alkor. Auf dem GEOMAR-Forschungsschiff zeigt ihr Jens Greinert, mit welchen Technologien er die Weltkriegsmunition in der Lübecker Bucht dokumentiert. In Oranienburg trifft Lena Ganschow den Sprengmeister André Müller, der sich mit Langzeitzündern auskennt wie kein Zweiter. Außerdem erfährt sie in Köln von der Geo-Physikerin Gudela von Gronefeld, wie sich Blindgänger unterirdisch aufspüren lassen. Wie lange wird es noch dauern, bis die gefährlichen Kriegsspuren vollständig beseitigt sind? Und was kann die Forschung dazu beitragen, Deutschland von seinem explosiven Erbe zu befreien?
23:00
Seit 2015 verfolgt die Stadtverwaltung von Paris mit dem "Plan Vélo" eine ambitionierte Strategie: 1.400 Kilometer Fahrradwege wurden gebaut, während 60.000 Parkplätze weichen mussten. Auf fast allen Straßen gilt Tempo 30, und Teile der Innenstadt sind für den Durchgangsverkehr verboten. Die ökologischen Erfolge sind messbar: Die Feinstaubbelastung sank seit 2014 um 35 Prozent, Stickstoffdioxid um 45 Prozent. Im Zentrum werden mittlerweile elf Prozent der Wege mit dem Rad und nur noch vier Prozent mit dem Auto zurückgelegt. Doch der entschlossene Umbau sorgt auch für Spannungen in der Stadtgesellschaft. "Sie reduzieren den Platz, um Stau zu schaffen, und bringen die Leute so dazu, ihr Auto aufzugeben", sagt Ambroise Bonal. Mit seiner Familie ist er gerne auf ein E-Lastenrad umgestiegen, das zur Hälfte vom Staat bezahlt wurde. Für viele "Bo-Bos" (Bourgeois-Bohème) im Zentrum ist das Fahrrad ein Segen. Dagegen steht die Frustration der Pendler und Dienstleister. Taxifahrerin Dalila Ait Taleb klagt: "Wir haben die Nase voll. Die Fahrradfahrer halten sich für die Könige der Straße". Zudem wird der Ton rauer. Fahrradkurierin Anne Monmarché fordert ein entschiedeneres Vorgehen, gegen das, was sie "motorisierter Gewalt" nennt. Die Reportage zeigt den Kampf um jeden Meter Asphalt und geht der Frage nach, wie eine Metropole alle Bürger bei der grünen Wende mitnehmen kann.
23:30
DW's The Day provides viewers with the background and analysis they need to understand the top stories of the last 24 hours. Join our Chief News Anchor Brent Goff as he puts the day's events into context and discusses them with experts and correspondents in the field.