19:00
Für viele Menschen in Deutschland scheint "normaler" Alltag zu sein: Regelmäßig und anlasslos von der Polizei kontrolliert zu werden. An der Universität oder im Job aufgrund der Hautfarbe oder wegen des Aussehens und des Namens anders behandelt und benachteiligt zu werden. Bei der Wohnungssuche zu wissen, dass wegen des Namens auf die meisten Bewerbungen nicht einmal geantwortet wird. Was für die weiße Mehrheitsgesellschaft unvorstellbar ist, ist für viele Menschen in Deutschland Alltag: Rassismus und Diskriminierung in Form von Benachteiligung und Beleidigungen. Respekt-Moderatorin Christina Wolf trifft Menschen, die jeden Tag spüren müssen, dass sie "anders" sind: Zum Beispiel eine Lehrerin in München, die immer wieder beim Joggen, auf dem Weg zur Arbeit oder wenn sie mit ihrem Hund spazieren geht, von der Polizei angehalten und kontrolliert wird - wegen ihrer Hautfarbe. Racial Profiling, also Polizeikontrollen ohne konkreten Anlass allein aufgrund des Aussehens der Betroffenen, ist in Deutschland nicht zulässig, aber für viele Menschen trauriger Alltag. Die Lehrerin beschwerte sich immer wieder bei den verantwortlichen Polizeidienststellen. Aber erst als ihr Fall im Bayerischen Landtag diskutiert wurde und es die entsprechende Medienöffentlichkeit gab, wurden die Kontrollen weniger. In Gesprächen mit dem Rechtsanwalt Blaise Francis Ndolumingo und mit Professor Tobias Singelnstein von der Universität Bochum wird deutlich: Rassismus in der Polizei und auch in der Justiz sind Alltag in Deutschland. Ein großes Problem ist das Fehlen von Daten, sagt Singelnstein. Niemand wisse, wie oft und wo Menschen rassistisch beleidigt, aus rassistischen Gründen angegriffen oder eben von der Polizei kontrolliert würden. Weder in den polizeilichen Kriminalstatistiken noch in anderen Statistiken wird Rassismus repräsentativ erhoben. Rassismus werde so "unsichtbar" gemacht, kritisieren sowohl Rechtsanwalt Ndolumingo als auch Professor Singelnstein. Vielen, erzählen sie im Interview mit Moderatorin Christina Wolf, sei zudem gar nicht bewusst, dass sie rassistisch handeln würden. Denn Alltagsrassismus würden viele Menschen entweder gar nicht sehen und mitbekommen. Der Rassismus sei so "normal", dass er nicht auffalle, so das Fazit. © Bayerischer Rundfunk 2022 Mehr Informationen unter: www.br.de/respekt
19:30
Billige Produkte, wichtige Rohstoffe, mächtiger Handelspartner: Wie stark hängen Deutschland und Europa an China? Jörg Wuttke, ehemaliger Präsident der Europäisch-Chinesischen Handelskammer erklärt bei "7 Fragen Zukunft" im Interview mit BR-Chefredakteur Christian Nitsche, wie riskant unsere Abhängigkeit ist und, dass China vor größeren Problemen stehen könnte, als wir denken.
20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
Gestohlene Gemälde versprechen schnelles Geld. Doch wohin mit weltbekannten Meisterwerken von Monet, Munch oder van Gogh? In der Reihe "Art Crimes" treten Kunstdiebe und Ermittler vor die Kamera, um die spektakulärsten Kunstdiebstähle der letzten Jahrzehnte zu rekonstruieren. Eine internationale Koproduktion, spannend und unterhaltsam erzählt im Stil eines Doku-Thrillers und voller überraschender Wendungen. Gotha/Thüringen, 1979: Fünf holländische Meisterwerke verschwinden über Nacht aus der prächtigen Gemäldesammlung von Schloss Friedenstein. Trotz zahlreicher Spuren und über tausend Vernehmungen führen die Ermittlungen von Polizei und Stasi ins Leere. Doch dann, vierzig Jahre später, erhält Oberbürgermeister Knut Kreuch einen merkwürdigen Anruf ... ein Rechtsanwalt möchte über die Rückgabe von fünf alten Meistern verhandeln, die 1979 über Nacht aus der prächtigen Gemäldesammlung von Schloss Friedenstein gestohlen wurden. Nach dem Raub werden über tausend Personen verhört, darunter alle Besitzer eines blauen Kleinwagens AWZ P70. Mehrere Zeugen haben ein solches Modell in der fraglichen Nacht in der Nähe der imposanten Barockresidenz gesehen. Die Operation "Alte Meister" zählt zu den größten Ermittlungen der DDR-Geschichte. Doch die Bilder bleiben verschwunden. Umso größer ist die Überraschung, als schließlich nach fast 40 Jahren der Anruf des Rechtsanwalts eingeht. Er meldet sich im Namen einer Familie, die die Bilder geerbt hat und bereit wäre, sie gegen eine Zahlung von fünf Millionen Euro zurückzugeben. René Allonge, Hauptkommissar für Kunstkriminalität beim Landeskriminalamt Berlin, wird hinzugezogen. Er will vor allem eines wissen: Wer hat das Verbrechen begangen? Warum wurde es trotz des riesigen Sicherheitsapparates der DDR, in dem alle Bürger unter ständiger Beobachtung standen, nie aufgeklärt? Und wie gelangten die Gemälde in den 80er Jahren aus der DDR nach Westdeutschland? Gemeinsam mit dem Journalisten Konstantin von Hammerstein rollt er den Fall neu auf und fügt das Bild einer zutiefst menschlichen, tragischen Geschichte auf beiden Seiten des geteilten Deutschlands zusammen.
21:45
Die intensive Beschäftigung mit der Musik des Pianisten Lennie Tristano, einem stilistischen Solitär der Bebop-Ära, bewog den Altsaxophonisten Julian Bossert 2020 zur Gründung von "Tristano Unchained". Dieses Quintett widmet sich, wie sein historisches Vorbild, einer Kompositionstechnik, die schon im Barock verwendet wurde: der Kontrafaktur. Neue Melodien werden da über die Akkordfolge eines schon vorhandenen Stücks gelegt. Die Musiker wandten diese Vorgehensweise zunächst mit einem besonderen Kniff an: Alle memorierten 40 bekannte Standards und überraschten sich dann im Konzert gegenseitig. Indem etwa eine freie Solo-Introduktion, mit kleinen melodisch-harmonischen Querverweisen auf einen Jazzklassiker ausgestattet, zum Startpunkt einer, in alle Richtungen freien Ausgestaltung und Neuschöpfung des Originals wurde. In ihrem Programm "ID Entity" überträgt die Band diese Form der musikalischen Metamorphose auch auf eigene Kompositionen. Im spielerischen Ad hoc loten die Musiker so ihre kollektive Identität als Band immer wieder neu und anders aus. Jeder Einzelne trägt mit seinen Ideen zu einem spannenden Diskurs der Töne bei, der mit seiner großen emotionalen Intensität auch das Publikum beim BR Clubkonzert in seinen Bann schlug.
22:35
Das Kulturmagazin im BR Fernsehen
23:05
Kaum eine Millennial-Figur wurde so gefeiert, kritisiert, analysiert und öffentlich zerlegt wie Lena Dunham. Mit Girls prägte sie Comedy und Fernsehen für eine ganze Generation - und zahlte dafür einen hohen Preis. Denn was passiert, wenn Fame dich nicht nur erfolgreich macht, sondern wirklich krank? Wenn öffentliche Aufmerksamkeit nicht nur deiner Karriere hilft, sondern auch Körper und Psyche zerstört? Genau davon erzählt diese Folge von Pop Secret Stories. Und über allem steht am Ende die Frage: War es das wert?
23:20