14:00
14:45
Jedes Jahr im Herbst zieht die steirische Toskana die Menschen in ihren Bann - die steilen Hügel des Sausals, die prächtigen Farben, die neuen Weine der Saison, die Kastanien und der Sturm. Die Gegend an der Grenze zu Slowenien ist mit Sonnenstunden gesegnet wie nur wenige andere Flecken in Österreich. Zypressen gleich ragen Pappeln in die Höhe und verleihen dem Land das Flair der Toskana, wenn auch die meisten Bewohner der Region die Bezeichnung nicht lieben. Man sollte die italienische Toskana lieber die italienische Südsteiermark oder den italienischen Sausal nennen. Die Menschen sind hier viel zu sehr in ihrem Heimatboden verwurzelt, als dass sie importierte Namen akzeptieren würden. Dafür sind die Menschen hier zu original und legen auf ihre eigene Kultur großen Wert. Die beiden Brüder Bernd und Stefan Nauschnegg betreiben in Leibnitz ein Lokal, in dem sie eine "echte" Küche propagieren - ohne Convenience- und Fertigprodukte. Sie backen nicht nur ihr eigenes Brot, machen die eigenen Nudeln, sie halten sich sogar am Dach ihres Hotels Bienen für den eigenen Honig. Nicht weit von ihnen, in Pichla bei Mureck, sammelt der Steirer Gerhard Seher Häuser. Keine Modelle, sondern richtig ausgewachsene. Er kauft alte Häuser, die als Brennholz enden sollen, zerlegt sie und baut sie bei sich auf seinem Grundstück wieder auf. Aus Liebe zu dem alten Kulturgut. 25 Häuser hat er in den letzten Jahren gesammelt, will immer wieder damit aufhören, erkennt aber, wenn er wieder fertig ist, dass er nicht anders kann. "Es ist eine Sucht", sagt er. Nur ein paar Minuten weiter befand sich bis in die sechziger Jahre ein legendärer Buschenschank, die "Petroleum-Bar", betrieben von der Mutter des Altbauern vom Obsthof Welser. Damals gab es dort noch Ribiselwein. Dafür gab keinen Strom und keinen Kühlschrank. Vom "dicken Walter", so nennt er sich selbst, erfahren wir, warum Kastanien und Sturm die perfekte Kombination ergeben: "Die Kastanie stopft, und der Sturm reißt." Er selbst ist ein Stehaufmandl, das sich nicht unterkriegen lässt. Selbst ein schwerer Arbeitsunfall, der ihn in eine frühe Pension stieß, ließ ihn nicht aufgeben. Den Unfall konnte er nicht rückgängig machen, die Pension schon. Der Kunsttischler Manfred Perl lebt in Höch und hat bereits zum zweiten Mal den höchsten Klapotetz der Welt gebaut. Gertrude Strohmaier hat gemeinsam mit einem Tierarzt herausgefunden, wie man Hähne mit Kräutern "ruhig stellt", und bietet als erste den Kräuter-Kapaun an. Während anderswo die männlichen Küken nach dem Schlüpfen getötet werden, leben ihre sieben bis acht Monate länger, noch dazu ein entspanntes und liebevolles Leben. Die Dokumentation zeigt die Schönheit und die Herausforderungen des Lebens in dieser Region. Eine amüsante Reise in die steirische Toskana, zu CharakterKöpfen, wie sie nur dort gedeihen.
15:30
"Jeder Mensch ein Künstler!" Dies berühmt-berüchtigte Motto von Joseph Beuys könnte auch von Bob Ross (1942-1995) stammen. Allein, der amerikanische Fernsehmaler hat - anders als Beuys - keine großen sozialen und politischen Revolutionen im Sinn. Bob Ross will "nur" die einzelnen Menschen glücklicher machen, und das heißt, zu potenten Malern, die ihre eigene Welt erschaffen. Er will uns zeigen: Ein kleiner Künstler steckt in jedem von uns, wir müssen ihn nur herauslassen. Und das geschieht, indem wir lernen, das Malen zu lernen und das Lernen dabei nicht als Mittel zum Zweck, sondern als Selbstzweck begreifen - Spaß dran finden. Bob Ross wurde 1942 in Daytona Beach, Florida, als Sohn eines Zimmermanns geboren. Er studierte an verschiedenen amerikanischen Colleges Malerei und entdeckte schließlich seine spezifische Malweise: die Nass-auf-Nass-Methode. Nachdem er diese Technik gründlich ausgebaut und etliche Hilfsmittel und Tricks erprobt hat, fing er an, auch anderen beizubringen, wie man damit schöne Landschaftsbilder kreieren kann. Er reiste seit 1981 quer durch die Vereinigten Staaten, um diese Technik vorzustellen. Zwei Jahre später produzierte er die ersten Malkurse im Fernsehen: "The Joy of Painting" wurde zu einem Riesenerfolg. Mit freundlich säuselnder Stimme macht Bob Ross seinen Zuschauern Mut, ihre eigene Kreativität zu entdecken. Schritt für Schritt macht er vor, wie sie ihre Leinwand im Nu mit "heiteren kleinen Wölkchen" oder "fröhlichen kleinen Bergen" und Hütten bereichern und so ihre eigene Welt schaffen können. Das kommt an, seit 1983 reißen die Ross-Serien gar nicht mehr ab. Sein Fernseh-Malkurs ist ein gigantisches Unternehmen, das Millionen von Ross-Schülern mit dem nötigen Malwerkzeug, Anleitungsbüchern und Videos ausstattet. Bob Ross starb 1995 mit gerade einmal 52 Jahren in New Smyrna Beach, Florida, an Krebs. Seine Fernsehshow aber lebt weiter. Inspiriert von Ross hat eine Freundin von ihm, Annette Kowalski, selbst eine Methode entwickelt, wie man Blumen malt.
16:00
Was ist die Standuhr der Großmutter tatsächlich wert? Experten recherchieren Herkunft, Geschichte und Zeitwert von Gegenständen, die Zuschauer mitbringen. Meist sind dies Erbstücke oder Flohmarktfunde.
16:30
In Schwerstarbeit wurden in Bayern seit dem 18. Jahrhundert systematisch Moore bis zu einer Tiefe von mehr als drei Metern entwässert: mehr als 120.000 Hektar - eine Fläche fast so groß wie das gesamte Ostallgäu. Seitdem nutzen Landwirte diese Böden als Weide oder Futterwiese für ihre Tiere, oder als Acker, um darauf Nahrungsmittel oder Energiepflanzen anzubauen. Das Problem: Der fruchtbare Boden der trockengelegten Moore schwindet. Außerdem entweichen enorme Mengen an Treibhausgasen, die zur Erderwärmung beitragen. Um die Klimaziele zu erreichen, müssten bis zum Jahr 2045 in Deutschland rund 50.000 Hektar Moore pro Jahr wiedervernässt werden. Eine Herausforderung, vor allem für Landwirte. Denn mit nassen Böden kommen die meisten Nutztiere nicht zurecht. Und auch Kartoffeln oder Getreide gedeihen nicht. Was also sollen die Landwirte dann anbauen? Eine Lösung könnten Paludikulturen sein - spezielle Pflanzen, die trotz nasser Böden wachsen. Für die Landwirte bedeutet das umzulernen: Wie den Boden bewirtschaften? Wo diese neuen Produkte verkaufen? "Gut zu wissen" geht der Frage nach, wie sich Landwirtschaft und Klimaschutz vereinbaren lassen und was sich ändern muss, damit Moore das Klima schützen helfen und Landwirte auch in Zukunft ein Auskommen auf und von ihren Böden haben.
17:15
Alkoholfreier Wein im medizinischen Test - In Österreich wird zum ersten mal eine industrielle Großanlage in Betrieb genommen, in der Wein der Alkohol entzogen wird. Grazer Mediziner haben herausgefunden, dass sich geringe Mengen Rotwein positiv auf Gefäße in Herz und Lunge auswirken. Bei den Untersuchungen schnitt Wein ohne Alkohol gleich gut ab wie Wein mit Alkohol Ein Fluss kühlt die Stadt - In Paris verwenden Techniker das Wasser der Seine für die Kühlung von Häusern. Warme Luft aus den Gebäuden wird mit dem Wasser der Seine gekühlt. Ein 120 Kilometer langes Rohrsystem liefert so Fernkälte. Unter anderem werden damit auch die Lager im Museum Louvre klimatisiert. Rückkehr eines Riesen - Der Huchen ist der größte lachsartige Fisch Europas. Durch Verbauungen und Kraftwerke wurden die Lebensräume des "Donaulachses" immer kleiner. Durch Rückbauten und gezielte Wiederansiedelung kehren die Riesen wieder zurück in die Flüsse. Aktuell, anschaulich, lehrreich - das ORF-Wissenschaftsmagazin von und mit Günther Mayr. Jede Woche zeigt es in informativen Beiträgen die neuesten Erkenntnisse der Forschung, die uns allen etwas bringen. Mythen, Gerüchte und Fake-News werden wissenschaftlich überprüft und nachvollziehbar entlarvt. Dazu gibt es spannende Reportagen von den interessantesten Forschungsschauplätzen in Österreich und weltweit. Regelmäßig werden erfolgreiche Wissenschafter/innen, ihre persönlichen Zugänge und ihre herausfordernde Arbeit porträtiert. Ein Blick ins Archiv soll anschaulich machen, wie schnell sich Forschung und Erkenntnisse im Lauf der Geschichte verändern. Was war Utopie, was ist bis heute erfolgreich? Die Welt der Forschung - von ihren Anfängen bis zum Blick in die Zukunft.
17:35
Häuser aus Holzbausteinen Ein ganzes Haus aus Holz-Bausteinen bauen? Was erstmal wie ein Kinder-Traum klingt, soll nach Max Wörner aus dem Raum Stuttgart bald Wirklichkeit werden. Gemeinsam mit Architekt Werner Grosse hat er ein modulares Holzbausystem entwickelt. Die einzelnen Holz-Bausteine, die sogenannten Bricks, werden wie herkömmliche Mauersteine übereinander gestapelt. Ein Stecksystem sichert die Stabilität: So wird ein Brick auf den anderen gesteckt und anschließend mit mehreren Holz-Dübeln fixiert. Künftig sollen so Gebäude jeder Größe entstehen können. Um Ressourcen zu schonen, will Max für seine Bausteine nur Schad- und Schwachholz verwenden - also Holz, das ansonsten verbrannt werden würde. Täglich werden in Deutschland etwa 130 Erfindungen patentiert. Darunter sind viele Ideen, die im Haushalt helfen und der Gesundheit dienen sollen. Doch wie werden die Ideen berühmt, die das Licht der Öffentlichkeit wirklich nicht scheuen müssen? Die Antwort bietet das TV-Magazin "Einfach genial", das jede Woche pfiffige Ideen ins Rampenlicht stellt. Seit 1996 hat das "Einfach genial"-Team über 3.000 Erfindungen vorgestellt. Darunter Neues für den Bau des Eigenheimes, Geniales rund um das Fahrrad oder Ideen für ein Leben ohne Chemie. Präsentiert werden auch Ideen für das Auto, den Garten und das Kinderzimmer. Und immer wieder Erfindungen, die helfen, Heiz- oder Stromkosten zu sparen.
18:00
In Deutschland wachsen die meisten Kartoffeln der EU, und seit dem 18. Jahrhundert gehört sie fest zu unserer Ernährung. Aber die Kartoffel gerät unter Druck. Unser Essverhalten verändert sich, hin zu Reis oder Pasta. Salz- oder Pellkartoffeln kommen dagegen immer seltener auf den Tisch, und es werden immer weniger Kartoffeln gekauft. Es sei denn sie sind verarbeitet: Pommes oder Chips boomen! Deshalb macht Quarks den Test: Wie gelingt die perfekte Pommes, ohne gefährliches Acrylamid und zu viel Fett. Hitzeperioden, trockene Böden und Starkregen machen den Kartoffelbauern zu schaffen. Gerade die großen Kartoffeln, die für die langen Pommes gebraucht werden, gelingen dann schlecht. Und nicht nur die richtige Sorte, sondern auch der Zustand des Bodens macht den Geschmack der Kartoffel aus. Der Einsatz für die Kartoffel lohnt sich: Sie ist kalorienarm, nährstoffreich und hat eine gute Ökobilanz. Ihr Anbau benötigt vergleichsweise wenig Wasser und verursacht wenig CO2. Außerdem enthalten Kartoffeln einen besonderen Ballaststoff: die "resistente Stärke". Sie entsteht, wenn gekochte Kartoffeln abkühlen und ist gut für die Darmgesundheit
18:45
Kopftuchverbot, Sterbehilfe, religiöse Symbole im Wahlkampf: Religion und Ethik spielen in der öffentlichen Diskussion immer wieder eine zentrale Rolle. "Prisma", das neue ORF-TV-Format informiert über aktuelle Geschehnisse im Zusammenhang von Gesellschaft und Wissenschaft. Die Sendung liefert Zusammenhänge, diskutiert verschiedene Standpunkte und analysiert religionspolitische und ethische Entwicklungen im In- und Ausland. Durch die Sendung führen Judith Fürst, Konstantin Obermayr und Sandra Szabo.
19:00
Hahn auf und wir haben Wasser. So viel wir nur wollen, in bester Qualität. Dafür sorgen Gesetze, ein hochentwickeltes Versorgungsnetz und strenge Kontrollen. Das Menschenrecht auf Wasser ist - zumindest in Deutschland - perfekt verwirklicht. So schien es jedenfalls lange. Nach mehreren Dürre-Sommern zeigt sich aber, dass die Trinkwasserversorgung auch hier gefährdet ist. Von der Klimakrise, aber auch von Industrieproduktion und Landwirtschaft, die einerseits zu viel Wasser brauchen und andererseits zu viele Schadstoffe ins Wasser abgeben. Ist unser Menschenrecht auf Wasser bedroht? Das will RESPEKT-Moderator Rainer Maria Jilg herausfinden. Dazu besucht er die Landwirtin Lena Zimmermann. Wie ist ihr schwäbischer Hof durch die letzten regenarmen Sommer gekommen? Wie stellt sie sich auf künftige Dürreperioden ein und wie sieht sie die Rolle der Landwirtschaft in der Klimakrise? Professor Matthias Garschagen erforscht den Zusammenhang von Wasserversorgung und ökologischen Veränderungen an der LMU München. Von ihm erfährt Rainer Maria Jilg, wie kritisch die Situation beim Wasser schon ist. Denn der Wasserhaushalt kann sich abhängig vom Klima sehr schnell verändern. Selbst in Deutschland, warnt Matthias Garschagen, drohen damit Kipppunkte, an denen die Wasserversorgung unumkehrbar Schaden nimmt. Ohne wirksame Klimapolitik leidet auch das Menschenrecht auf Wasser. Für Menschen, deren Recht auf Wasser schon heute verletzt wird, kämpft Viva con Agua. Der RESPEKT-Moderator trifft die Aktivisten, die unter dem Motto: "Wasser für alle, alle für Wasser" weltweit Projekte unterstützen. Dabei lernt Rainer Maria Jilg, dass es sehr einfach sein kann, etwas für Menschenrechte zu tun. So einfach wie Wasser trinken. © Bayerischer Rundfunk 2022
19:30
Langweilige Eurokraten, staubtrockene Dossiers, nichts als ältere Herren in dunklen Anzügen? Europa ist ganz anders, auch wenn es sich nicht auf den ersten Blick erschließt. Wer bin ich, und wenn ja wie viele, dieser Berliner Sponti-Spruch beschreibt exakt die Herausforderung und die Möglichkeiten eines geeinten Europa. Diesen Prozess begleiten, fremde Mentalitäten und Perspektiven zeigen, will das Europamagazin der ARD. Mit Reportagen, Hintergrundberichten, aktuellen Beiträgen und auch Glossen werden die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten spürbar.
20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
"Welche Hand müsste nicht verdorren, die sich und uns in solche Fesseln legt" ruft Ministerpräsident Philipp Scheidemann empört. Mai 1919: Deutschland hat den Krieg verloren, seinen Kaiser gestürzt und die Alliierten stehen einmarschbereit am Rhein. Die "Schmachparagraphen" des Friedensvertrages, die dem deutschen Reich u. a. sämtliche Kriegsschuld, zahlreiche Gebietsabtritte und beispiellose Reparationszahlungen aufbürden, spalten die politischen und militärischen Lager. Die Streitfrage: Angebot annehmen oder kämpfend untergehen? Mit der schließlich am 28. Juni 1919 im Spiegelsaal von Versailles unter den Vertrag gesetzten Unterschrift wird das monatelange Tauziehen beendet. War die Unterzeichnung des Friedensvertrages ein Fehler? Eines zumindest wird im Rückblick deutlich: Der "Gewaltfrieden" von Versailles und dessen Instrumentalisierung trugen bereits den Keim des noch viel grausameren Zweiten Weltkriegs in sich. Basierend auf Originaldokumenten, in der Tradition von "Hitler vor Gericht" und "Der Staat ist für den Menschen da" erzählt Regisseur Bernd Fischerauer in dem zweiteiligen Dokumentarspiel die bewegende Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zwischen Waffenstillstandsabkommen und Friedensvertrag. Kieler Matrosenaufstand, Ausrufung der Republik, Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg... 180 Minuten Film, 40 Hauptrollen und 260 Seiten Drehbuch bringen den Zuschauer zurück in die dramatischen Jahre 1918 und 1919.
21:45
Die Münchner Philharmoniker bei Klassik am Odeonsplatz 2025! Regelmäßig im Juli verwandelt sich der Münchner Odeonsplatz mit der historischen Feldherrnhalle sowie der Residenz zur einen und der Theatinerkirche zur anderen Seite in eine Konzertarena mit mehreren tausend Besuchern. Das Werk, eine hochvirtuose, äußerst vielfältige und farbige Komposition, ist der Höhe- und Schlusspunkt in Rachmaninows Schaffen. Die "Symphonischen Tänze" zeichnen mit hintergründigen Anspielungen Eckpunkte seines Leben nach, bis schließlich der letzte Satz die Sequenz "Dies irae" zitiert, ein wiederkehrendes Motiv in Rachmaninows Oevre.
22:35
Das Kulturmagazin im BR Fernsehen
23:05
Danger Dan bringt Anfang Oktober sein zweites Solo-Klavier-Album raus. Das heißt "Keine Angst", genau wie die gleichnamige Single. Die hätte eigentlich Ende Juli Weltpremire feiern sollen in der ZDF-Satiresendung "Die Anstalt". Aber der Auftritt wurde von den Senderchefs beim ZDF in allerletzter Sekunde gecancelt. Der Grund: Der Song kann als Aufruf zur linksextremen Gewalt verstanden werden. Aber stimmt das wirklich? Und wie kann es sein, dass ein Intendant und die Geschäftsführung eines öffentlich rechtlichen Senders sich ganz plötzlich in die Gästeplanung einer Satiresendung einmischen? Antworten auf diese Fragen und mehr gibts in dieser Woche bei Pop Secret Stories.
23:20
"Welche Hand müsste nicht verdorren, die sich und uns in solche Fesseln legt" ruft Ministerpräsident Philipp Scheidemann empört. Mai 1919: Deutschland hat den Krieg verloren, seinen Kaiser gestürzt und die Alliierten stehen einmarschbereit am Rhein. Die "Schmachparagraphen" des Friedensvertrages, die dem deutschen Reich u. a. sämtliche Kriegsschuld, zahlreiche Gebietsabtritte und beispiellose Reparationszahlungen aufbürden, spalten die politischen und militärischen Lager. Die Streitfrage: Angebot annehmen oder kämpfend untergehen? Mit der schließlich am 28. Juni 1919 im Spiegelsaal von Versailles unter den Vertrag gesetzten Unterschrift wird das monatelange Tauziehen beendet. War die Unterzeichnung des Friedensvertrages ein Fehler? Eines zumindest wird im Rückblick deutlich: Der "Gewaltfrieden" von Versailles und dessen Instrumentalisierung trugen bereits den Keim des noch viel grausameren Zweiten Weltkriegs in sich. Basierend auf Originaldokumenten, in der Tradition von "Hitler vor Gericht" und "Der Staat ist für den Menschen da" erzählt Regisseur Bernd Fischerauer in dem zweiteiligen Dokumentarspiel die bewegende Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zwischen Waffenstillstandsabkommen und Friedensvertrag. Kieler Matrosenaufstand, Ausrufung der Republik, Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg... 180 Minuten Film, 40 Hauptrollen und 260 Seiten Drehbuch bringen den Zuschauer zurück in die dramatischen Jahre 1918 und 1919.