19:30
Langweilige Eurokraten, staubtrockene Dossiers, nichts als ältere Herren in dunklen Anzügen? Europa ist ganz anders, auch wenn es sich nicht auf den ersten Blick erschließt. Wer bin ich, und wenn ja wie viele, dieser Berliner Sponti-Spruch beschreibt exakt die Herausforderung und die Möglichkeiten eines geeinten Europa. Diesen Prozess begleiten, fremde Mentalitäten und Perspektiven zeigen, will das Europamagazin der ARD. Mit Reportagen, Hintergrundberichten, aktuellen Beiträgen und auch Glossen werden die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten spürbar.
20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
Die Aufklärungsstunden um das Jahr 1900 waren noch männlichen Gymnasiasten vorbehalten. Mit dem Ersten Weltkrieg nahmen Geschlechtskrankheiten überhand und die Armeen klärten über Kondome auf, die erstmals massenproduziert frei verfügbar waren. Beratung zu Verhütung rückte für Frauen in den Fokus, da illegale Abtreibungen zu vielen Todesfällen führten. In Berlin holte Wissenschaftler Magnus Hirschfeld die Sexualität in allen Spielarten aus der Schmuddelecke. Familienplanung wurde in den USA zum Synonym der Emanzipation, doch die daher rührende Eugenik ersetzte etwa bei den Nazis Sexualkunde auf den Stundenplänen. Parallel entwickelte sich Schweden zum Pionierland flächendeckender sexueller Bildung. Ganz in der Nähe beriet Beate Uhse in Flensburg nach dem Krieg im ersten Sexshop Deutschlands ganz offiziell Verheiratete zu Fragen der "Ehehygiene" - in Zeiten des Wirtschaftswunders gleich mit dem Angebot passender Produkte: Sex Sells! Die Pille änderte in den 1960er-Jahren auch den Zugang zur Sexualaufklärung - weg von Reproduktion hin zur selbstbestimmten Lust. Mit Hilde Atalanta ("The Vulva Gallery"), Bodyworker Alexander Hahne, Instagram-Sexpertin Birte Fulde (Orion Versand) und dem Sound der Zeit aus dem Archiv erzählen wir die Geschichte der Sexualkunde von 1920 bis 1960.
21:05
Love, Peace and Happiness brachte neue Freiheiten und stellte die Sexualaufklärung vor die Frage, wie sie mit der neuen Offenheit umgehen sollte. Filme wie "Helga", "Emanuelle" oder die Oswalt Kolle-Filme standen ikonisch für die neue Freizügigkeit. Die AIDS-Krise stoppte die Euphorie vom offenen Umgang mit Sexualität in den 1980ern jäh - überall propagierten Kampagnen die Kondomnutzung, Gefahrenabwehr stand im Fokus, Enthaltsamkeit wurde in Kirchen Gebot der Stunde. Und die Sexualkunde in vielen Ländern wieder ziemlich verklemmt, der Fokus fiel zurück auf Anatomie und Biologie. Anfang der 2000er wurde das Internet zur zentralen Informationsquelle für Jugendliche. Das brachte nicht nur frei verfügbare Pornos, sondern auch moderne Schulprogramme und Aufklärungsforen. Dennoch stellen sich konservative Kreise gegen frühkindliche sexuelle Bildung. Dabei ist die Aufklärung über eine selbstbestimmte Sexualität immer auch Aufklärung über ein selbstbestimmtes Leben. Mit Dorian Solot und Marshall Miller ("I Love Female Orgasm"), der Porno-Produzentin Erika Lust, dem YouTuber Jan Omland, Kolumnistin Mirna Funk, Expert:innen wie Jonathan Zimmermann ("Too Hot to Handle") und dem Sound der Zeit aus dem Archiv erzählen wir die Geschichte der Sexualkunde von 1960 bis heute.
22:00
Es ist beim Chor des Bayerischen Rundfunks zur Tradition geworden, regelmäßig wichtige Werke Georg Friedrich Händels in der eigenen Konzertreihe in Kooperation mit Originalklang-Ensembles zu präsentieren. Nach Werken wie Belshazzar, Alexanders Feast, dem Utrechter Te Deum oder Messiah stand in diesem Konzert mit dem "Occasional Oratorio" ein großes abendfüllendes Werk auf dem Programm. Howard Arman ist ein ausgewiesener Händel-Experte. Er wurde unter anderem mit dem Händel-Preis der Stadt Halle für seine Verdienste um Händels Werk geehrt. Mit Julia Doyle, Ben Johnson und Peter Harvey steht dem Chor des BR ein exzellentes englisches Solistenensemble zur Seite. Die Akademie für Alte Musik Berlin zählt zu den international herausragenden Spezial-Ensembles für historische Aufführungspraxis. Händels sogenanntes "Gelegenheitsoratorium" entstand 1746 in unruhigen Zeiten. Wie schon Jahre zuvor als Opernimpresario, war Händel nun auch als Oratorienveranstalter nahezu pleite. Gleichzeitig geriet König George II., der ihm eine großzügige Pension gewährt hatte, politisch und militärisch durch die Jakobiten unter Druck. Händel ergriff die "Gelegenheit", dem Regenten und der ängstlichen Bevölkerung Londons musikalischen Beistand zu leisten. Dabei bediente er sich großzügig bei eigenen Werken und stellte so etwas wie ein "Best-Of" zusammen. Das Occasional Oratorio biete großartige spätbarocke Klangentfaltung, virtuose und farbenreiche Musik.
22:45
Das Kulturmagazin im BR Fernsehen
23:15
Ein Pinguin, der nihilistisch in seinen sicheren Tod watschelt, eroberte Anfang des Jahres das Internet. Dahinter steckt: Ein Dokumentarfilm des legendären Regisseurs Werner Herzog. Doch wie konnte diese Tierdoku zum Social Media Hype werden, und äh... stimmt das mit dem nihilistischen Pinguin überhaupt? Wir widmen uns der wahnwitzigen Karriere von Werner Herzog und seinen recht speziellen Umgang mit der Wirklichkeit - und werden erfahren, wie Herzog in den USA zum Superstar werden konnten und warum der Pinguin seine finale Rache am Deutschen Kino ist.www.googlede
23:30