16:30
Chris ist Feuer & Flamme für seinen Job: Denn er ist Feuerkünstler aus der Nähe von Leipzig. Gemeinsam mit seinem Freund René tritt er mit Feuershows auf Firmenfeiern, Weihnachtsmärkten, Hochzeiten, Sommerfesten und sogar in Freizeitparks auf. Eigentlich war die Feuerakrobatik für die beiden als Jugendliche nur ein Hobby - mittlerweile haben sie daraus ein richtiges Business entwickelt: Seit über zehn Jahren können René und Chris von ihrem Beruf leben. Für ihre Shows reisen sie sogar ins europäische Ausland. Vor der Show steckt eine Menge Arbeit: Über die Kommunikation mit dem Kunden, das Einstudieren von neuen Shows und Effekten bis hin zum Aufbau mit technischer Kontrolle der Musikanlage und der Abstimmung der Feuerwerfer. Lohnt sich das?
16:40
Im Herzen Südostasiens liegt die Tropeninsel Borneo. Sie ist mehr als doppelt so groß wie die Bundesrepublik und beherbergt die größte Artenvielfalt aller Inseln weltweit - von Flugechsen über Malaienbären bis zu Orang-Utans. Dank einer Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume wie Korallenriffen, Urwäldern und Hochgebirge leben auf Borneo mehr als 60.000 Tier- und Pflanzenarten, von denen viele nur dort vorkommen. Borneos Küste ist von einem einzigartigen Lebensraum gesäumt: ein weitläufiger Überschwemmungswald, durchzogen von einem Netzwerk von Wasserläufen. In diesem wasserdurchtränkten Dschungel hat sich ein außergewöhnliches Geschöpf entwickelt: der Nasenaffe. Die Urwälder im Inselinneren sind Heimat der Flügelfruchtgewächse. Sie sind die größten Regenwaldbäume der Welt. Ein einziges Exemplar bietet Lebensraum für bis zu 1.000 Tier- und Pflanzenarten. Verglichen mit dem Nahrungsangebot in den Baumkronen ist der Boden des Regenwalds eher karg. Da es hier nur wenig Nahrung gibt, sind die Landsäugetiere auf Borneo deutlich kleiner als auf dem Festland. Das gilt auch für den außerordentlich seltenen Malaienbären. Mit knapp über einem Meter Länge ist er der kleinste Bär der Welt. Tief im Herzen Borneos, hoch über dem Regenwald, liegt ein weiterer wichtiger Lebensraum der Insel: das Hochgebirge. Um hier überleben zu können, haben sich einige Pflanzen zu Fleischfressern entwickelt. Die heftigen Niederschläge auf Borneo haben umfangreiche Höhlensysteme in den Boden der Insel gewaschen. Die Deer Cave ist so groß, dass ein Passagierflugzeug hindurchfliegen könnte. Hier leben Millionen von Fledermäusen, die ein ganzes Ökosystem im Gleichgewicht halten. Mehr als 10.000 Jahre lang war diese Artenvielfalt durch die isolierte Lage der Insel geschützt, doch der industrielle Holzeinschlag hat alles verändert. Wie lange können die hier heimischen Orang-Utans bei fortschreitender Zerstörung ihres Lebensraums noch überleben?
17:30
Herbstzeit ist Wein-Zeit - nirgends lässt sich diese Jahreszeit besser spüren als in den prächtigen Farben des Schilcherlandes im Südwesten der Steiermark. Für seine Dokumentation hat Filmautor Wolfgang Niedermair die Region mit der Kamera bereist und zeigt, was diese Jahreszeit für die bäuerliche Bevölkerung bedeutet. Im Weingut Klug in St. Stefan ob Stainz ist die Weinlese voll im Gang. Neben dem Weingarten gibt es hier auch eine Kastanienplantage. Angelika und Erich Wechtitsch, beide Bauern in Eibiswald, haben sich auf die Zucht von Schweinen, Weidegänsen und Schafen spezialisiert. Die Arbeit hört für die beiden Vollzeit-Landwirte nie auf, auch nicht in dieser vergleichsweise ruhigen Saison. Das Bauernmuseum Oberlateinberg ist ein Füllhorn an originellen Fundstücken: Josefine Krampl aus Eibiswald zeigt die erste Miele Waschmaschine - aus Holz - und Spezialschuhe für das Eisstockschießen.
18:15
Die älteste Bratwurstküche der Welt? Die befindet sich seit über 600 Jahren in Nürnberg: das Wirtshaus "Zum gulden Stern". Die jungen Gastronomen Sofia und Martin Hilleprandt führen hier das Lebenswerk ihres Vaters weiter. Mit viel Herz, Mut und Social Media-Power - samt über Buchenholz gegrillter Nürnberger Röstla. Uralte Tradition triff auf moderne, kreative Ideen. Genau wie im Nürnberger Handwerkerhof; man könnte meinen, eine historische Sehenswürdigkeit aus dem Mittelalter. Doch weit gefehlt, die Fachwerkhäuschen sind allesamt Kulissenbauten. Erst 1971 wurde das Quartier an der alten Stadtmauer gebaut. Eigentlich geplant als Kurzzeit-Location, das Viertel entwickelte sich aber schnell zu einer Touristenattraktion. Bis heute dürfen dort ausschließlich traditionelle Handwerksbetriebe arbeiten und verkaufen. Als längste Pächterin betreibt Sabine Beckert seit 43 Jahren eine Töpferei. In ihrer Schauwerkstatt zeigt sie, was sich alles aus Ton zaubern lässt. Aber auch bei den Beckerts steht die nächste Generation in den Startlöchern. Diese Mischung aus lebendiger Geschichte, ungewöhnlichen Lebenswegen und liebevoll gepflegtem Handwerk macht Lust, Nürnberg mit eigenen Augen, Ohren - und vor allem mit großem Appetit - zu entdecken.
18:45
Wespen finden die meisten von uns vor allem: unendlich nervig. Insbesondere, wenn sie uns mal wieder den Pflaumenkuchen streitig machen wollen. Doch damit werden wir ihnen nicht gerecht, findet der Biologe Michael Ohl vom Naturkundemuseum Berlin. Denn Wespen spielen für das Ökosystem eine ganz entscheidende Rolle. Sie bestäuben jede Menge Pflanzen - ja, auch Wespen tun das! Und wären sie nicht so erfolgreiche Jägerinnen, würden wir wahrscheinlich in Insekten versinken, vermutet er. Eigentlich müssten wir uns also beim Anblick jeder Wespe freuen - über all die Mücken, die uns dank ihr nicht gestochen haben. Die Verhaltensforscherin Seirian Sumner findet sogar: Wespen sind eines der spektakulärsten Tiere der Welt. Denn sie gehören zu den ersten sozialen Wesen auf dem Planeten - und bis heute wird beforscht, wie sie mit einem so geringen Gehirnvolumen derart ausgefeilte Sozialstrukturen managen. Das interessiert auch Alessandro Cini von der Universität Pisa. Er erkennt in den Wespen einen Schlüssel zur großen Frage der Evolution: Warum Lebewesen wie die Wespenarbeiterinnen auf ihre eigene Fortpflanzung verzichten, um die Kinder ihrer Königin großzuziehen - obwohl sich bei der Evolution doch alles um den Erhalt der eigenen Gene dreht.
19:15
"KlimaZeit" stellt spannende Zusammenhänge dar, erklärt Wetter- und Klimaphänomene und fragt kritisch nach. Das Magazin, das sich mit dem größten Problem der Menschheit beschäftigt. Klar, kompetent, konstruktiv. Was hat der Klimawandel jedem und jeder einzelnen zu tun? Was muss man über die wissenschaftlichen Hintergründe wissen sowie über die konkreten Folgen. Welche Lösungen gibt es?
19:30
Europa genießen - das ist hier die Devise. Gezeigt wird, was es alles zu entdecken gibt, wohin es sich zu reisen lohnt, welche interessanten Menschen und Trends unser Kontinent zu bieten hat.
19:55
Es ist offensichtlich: Wir brauchen mehr Mehrweg! Obwohl 2023 die Mehrwegpflicht für die Gastronomie eingeführt wurde, steigt die Menge an Einwegverpackungen weiter an. Dabei könnte eine einzelne Person ganze 13 Kilo Müll pro Jahr einsparen, wenn sie statt Wegwerf-Verpackungen auf Mehrwegbehälter umsteigen würde. Warum das im Alltag kaum gelingt und wie wir es besser machen können, weiß Eckart von Hirschhausen in "Wissen vor acht - Erde".
20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
Der Film ist eine visuell packende Eisenbahnreise durch die weite, schroffe und ursprüngliche Welt der Mongolei, in der die Zeit stehen geblieben scheint. Zusammen mit Menschen, deren Alltag, Traditionen und Sitten sich nur gering vom Leben ihrer Vorfahren unterscheidet, tauchen wir entlang der mongolischen Gleise in eine wildromantische Welt ein, deren Naturschönheiten jeden Reisenden nachhaltig beeindruckt. In den Sommermonaten hüllt die untergehende Sonne die mongolische Steppenlandschaft in ein safrangelbes Licht. Dies ist die schönste Reisezeit, um mit der Transmongolischen Eisenbahn quer durch das zentralasiatische Land zu reisen. In Darchan im Norden der Mongolei beginnt unsere Zugreise, denn hier wird die Geburtsstätte von Dschingis Khan vermutet. In den Bergen hören wir das rhythmische Trommeln von "Ulaatsch". Die mongolische Schamanin erklärt uns, wie sie mit uralten Ritualen eine Verbindung zu den Naturgeistern und zu ihren Ahnen schafft. Ab Ulaanbataar - der mongolischen Hauptstadt am Rande des Bogd-Khan-Uul-Nationalparks, in der knapp die Hälfte aller Mongolen lebt - treffen wir die Band JONON. Die jungen Musiker leben in einer Welt voller Gegensätze, hin- und hergerissen zwischen Traditionen und Moderne. Diese Ambivalenz spiegelt sich in ihrer Musik wieder, die höchstmelodisch eine Brücke zwischen ihrem musikalischen Erbe und der mongolischen Jugend baut. Von der mongolischen Hauptstadt geht es weiter mit der Transmongolischen Eisenbahn in Richtung Süden. Nach einer spannenden Zugfahrt zusammen mit dem mongolischen Kosmonauten Gürragtschaa Dschügderdemidiin und einem Besuch beim Koch im Zugrestaurant, halten wir in Choir, mitten in der Steppe. Dort begegnen wir Altangerel Schirtschin. "Wir stehen früh auf und sind den ganzen Tag draußen bis es dunkel wird. Wir hüten das Vieh und bringen es von hier nach da. Da wir ständig draußen sind, brauchen wir uns nicht zu fragen, wie spät es ist. Für uns gibt es den Morgen, den Mittag, den Nachmittag, und die Bewegung der Sonne." So beschreibt der Nomade, sein Leben in der mongolischen Weite. Er und seine Familie stehen für ein traditionelles Leben als Viehhirten, fest verwoben mit den Jahreszeiten, den Tieren und der Härte der Natur. Der nächste Halt ist Bahnhof Sainshand im östlichen Teil der Wüste Gobi. In der kargen und menschenleeren Weite meditiert der buddhistische Mönch Gantömör. Mehrmals im Monat reist er mit dem Nachtzug aus Ulaanbaatar, hierher in das buddhistische Kloster "Hamriin Hiid". Es ist eine Flucht aus der Enge der Stadt, so sagt der Buddhist. Denn erst hier, mit Blick auf den endlos scheinenden Horizont, wäre ihm bewusst geworden, was Freiheit, Glaube und die mongolische Identität miteinander verbinde.
21:00
Was wurde feierhungrigen Menschen in München zu Beginn der 1960er-Jahre alles geboten? Dieser Frage geht der Filmbeitrag von 1962 nach: "Auf geht's!" Man konnte z.B. in eine Bar gehen, dort tanzen und launige Chansons hören. Es gab noch keine "Beatschuppen" und selbstverständlich auch noch keine Discos. Manche gingen auch ins berühmte Theater am Platzl und sahen und hörten dort die Erni Singerl in einer Parodie auf Edith Piaf. Man konnte auch zur Schwabinger Gisela gehen oder in ein Jazzkonzert, geboten wurde viel. Und alles war, aus heutiger Sicht, sehr, sehr brav.
21:50
Der "Spiegel"-Autor und spätere Grimme-Preisträger Wilhelm Bittorf porträtiert in diesem Film aus dem Jahr 1966 in launiger Weise verschiedene Beatbands im süddeutschen Raum. Die Protagonisten erzählen dabei im Off selbst ihre Geschichte, teilweise sehr selbstironisch. Sie geben z.B. zu, dass sie teilweise nur aus Langeweile eine Beatband gegründet hätten und die Musik nie nach Noten spielen würden: sie kauften sich die Platten ihrer Lieblingsbands und spielten die Musik einfach nach. Und damit hatten sie dann unter Umständen nicht nur musikalischen Erfolg, denn eine junge Frau gibt im Film unumwunden zu: "Ja, das stimmt schon, wenn einer in einer Band spielt, dann ist er gleich etwas Besonderes und hat mehr Chancen bei den Mädchen." Bittorf lässt den Protagonisten sehr viel Raum, um sich und ihre Ansichten darstellen zu können. Auch die jungen Frauen im Umfeld der Bands kommen zu Wort: selbstbewusste Frauen, die keineswegs dem Klischee von Groupies entsprechen. Und da bei dieser Dokumentation niemand Geringerer als Willy Pankau an der Kamera stand, führte das alles auch zu tollen Aufnahmen: bei den Konzerten, draußen in der Natur oder z. B. auf der Befreiungshalle oberhalb der Stadt Kehlheim.
22:30
Ausschnitte aus einer Veranstaltung des SFB im Jahr 1968 mit den englischen Beat-Bands "Dave Dee, Dozy, Bicky, Mick and Tich" und "Eric Burdon and the Animals". Im Studio des SFB durfte getanzt werden. Damals war alles Beatmusik, für die Band "Dave Dee, Dozy, Bicky, Mick and Tich" stimmt das auch, aber für Eric Burdon und seine "Animals" schon nicht mehr so ganz, denn deren Musik ging schon eher in Richtung Bluesrock. Eric Burdon stand damals nicht ohne Grund am Beginn einer Weltkarriere.
22:55
Elfie Pertramer spielt in dieser Folge eine Zimmerwirtin, die einen jungen Mann als Zimmerherrn hat. Der wäre eigentlich ganz brav, aber seine Haare! Viel zu lang nach Meinung seiner Zimmerwirtin. Ihr Akt der Selbstjustiz hat jedoch ungeahnte Folgen. Die Beatles, die Beatmusik und die langen Haare waren damals ein riesengroßes öffentliches Thema. Elfie Pertramer hat das mit ihrem feinen Gespür für den Zeitgeist wunderbar aufgegriffen.
23:10
"Anhänger des Musikantenstadels würden vermutlich voll Verzweiflung den Freitod in ihren Maßkrügen suchen", schreibt seinerzeit die Süddeutsche Zeitung über Hundsbuam Miserablige. Die bayerische Band verbindet Volksmusik mit Rock und einer gehörigen Portion Selbstironie. 1996 steht sie in der Münchner Alabamahalle auf der Bühne. Jahrzehntelang lagerten die Mitschnitte von Kultsendungen wie "Alabama in Concert", "Schlachthof in Concert" oder "Nachtwerk in Concert" in den Archiven des Bayerischen Rundfunks - sie waren der Soundtrack einer ganzen Generation. "Back on Stage" hebt diese musikalischen Schätze und holt sie zurück ins Fernsehen.
23:55
Drei Volksmusiker und drei Jazzer gründen Anfang der 1980er Jahre die österreichische Band Broadlahn. Aus dieser ungewöhnlichen Besetzung entsteht ein ganz eigener Klang-Mix aus alpenländischer Volksmusik, Jazz und Ethnomusik. Broadlahn selbst nennt das "Bauernjazz" oder "alpine Ethnomusic". 1994 tritt die Band in der Münchner Alabamahalle auf. Jahrzehntelang lagerten die Mitschnitte von Kultsendungen wie "Alabama in Concert", "Schlachthof in Concert" oder "Nachtwerk in Concert" in den Archiven des Bayerischen Rundfunks - sie waren der Soundtrack einer ganzen Generation. "Back on Stage" hebt diese musikalischen Schätze und holt sie zurück ins Fernsehen.