19:30
Klimawandel: Wer zahlt den Preis? Während in Hamburg über Klimaschutz und globale Gerechtigkeit diskutiert wird, kämpfen Arbeiter in indischen Textilfabriken längst mit den Folgen der Erderwärmung. Extreme Hitze macht die Arbeit immer belastender und zeigt, wie ungleich die Auswirkungen des Klimawandels verteilt sind. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wer den Umbau zu einer nachhaltigeren Welt bezahlen soll. Politik, Wirtschaft und internationale Organisationen suchen nach Antworten. Doch reichen die bisherigen Anstrengungen aus? Altkleiderkrise in Europa: Neue EU-Regeln verschärfen das Entsorgungsproblem Immer mehr Textilmüll überfordert Europas Entsorgungssysteme: In Deutschland hat sich die Menge binnen kurzer Zeit mehr als verdoppelt. Ab Juli 2026 dürfen große Modekonzerne unverkaufte Ware nicht mehr vernichten - doch wohin mit den Massen? Second-Hand-Märkte, Spenden und Recycling stoßen an Grenzen. Kommunen zahlen inzwischen drauf, Container verschwinden, Müllberge wachsen. Experten warnen: Die Kreislaufwirtschaft droht am Ansturm billiger Mode zu scheitern. Kurzlebige Mode, lange Folgen Ultra Fast Fashion treibt den Konsum an und verkürzt die Lebensdauer von Kleidung drastisch. Große Mengen ungetragener oder unverkäuflicher Ware landen im Müll. Forschende und Behörden arbeiten an Lösungen wie einem digitalen Produktpass, der Transparenz zu Herkunft, Material und Umweltbilanz schafft. Ziel ist es, Qualität sichtbar zu machen, Ressourcen zu schonen und nachhaltigere Kaufentscheidungen zu fördern. Kampf gegen die Krebspest Er war einst in fast jedem Bach zu Hause - heute kämpft der Steinkrebs ums Überleben. Eine eingewanderte Krebsart und ein tödlicher Krankheitserreger haben den seltenen Bewohner vieler Gewässer nahezu verdrängt. Im niederösterreichischen Ybbstal versuchen Forschende nun, dem bedrohten Krebs eine zweite Chance zu geben. Dafür bringen sie die Tiere an streng ausgewählte, geschützte Orte. Eine Rettungsmission für eine Art, die still und fast unbemerkt aus unserer Natur verschwindet. Das Wissenschaftsmagazin berichtet ausführlich, verständlich und aktuell über Technik, Medizin, Wissenschaft und Forschung.
20:00
Als eine der ältesten noch bestehenden Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen wird das Magazin bereits seit Dezember 1952 ausgestrahlt. Berichtet wird über das aktuelle Geschehen im In- und Ausland.
20:15
Die Großen Seen gehören zu den mythischen Landschaften Nordamerikas. Man trifft auf endlose Wasserflächen, endlose Wälder. Viele Indianerstämme lebten hier. Den weißen Jägern und Fallenstellern folgten später die Siedler aus Europa. Sie jagten in den Wäldern und transportierten ihre Felle und Waren über das Wasser nach Süden. Von dort führt ein kleiner Fluss am Südzipfel des Lake Michigan weiter in Richtung Süden der USA. Die Siedlung, die dort entstanden ist, nannten die Indianer Checagou. Daraus wurde viel später die erste Hochhausstadt der Welt: Chicago, die Megacity am Großen See. Die Route beginnt am Lake Huron mit der Überfahrt nach Manitoulin Island. Beide Namen sind indianischen Ursprungs. Die "Insel des Großen Geistes" ist immer die Heimat mehrerer Stämme gewesen. Dort trifft das Filmteam Grant und Neil, die beide erfolgreich ein modernes Leben mit der Tradition ihrer Vorfahren verbinden. Die Seeenge von Little Current wird passiert. Hier stößt man auf Gordon, den Herrn über eine der ältesten Drehbrücken Nordamerikas. Das kanadische Festland nördlich der Insel ist bis heute reich an Bären und Elchen. Auf dem Weg zur der Stelle, wo sich der Lake Huron und der Lake Superior treffen und Kanada und die USA aufeinanderstoßen, wird das Land immer weiter, Felder und Wälder wechseln sich ab zu beiden Seiten des Highways. Die Stadt Sault Ste. Marie in der Nähe von Ontario und die Schleusen sind der Kreuzungspunkt der Seen und der Länder. Weiter geht es am Ufer des Lake Michigan entlang. Nach der Passage über die gewaltige Mackinac Bridge, die die Querung des Lake Huron und Lake Michigan überspannt, führt die Tour nun immer weiter nach Süden. Es ist eine Urlaubsgegend, es mutet landschaftlich an wie in Skandinavien, die Farben Blau und Grün dominieren. Die Orte an den Großen Seen verweisen auf die vielen europäischen Einflüsse, englische, niederländische, deutsche. Das ist am Stil der Häuser zu erkennen. In Empire, einem kleinen Urlaubsort direkt neben den größten Sanddünen der USA, den Sleeping Bear Dunes, den "Dünen des schlafenden Bären", trifft das Filmteam Ella. Weiter geht es im Bundesstaat Michigan durch Frankfort in die Stadt Holland im Westen. Die Stadtvertreter sandten einst im Andenken an die Gründerväter eine Delegation in die Niederlande, die dort eine Windmühle aus dem 18. Jahrhundert kauften. Diese wurde in ihre Einzelteile zerlegt per Schiff an das Ufer des Lake Michigan transportiert. So wurde Alisa in Holland/Michigan die einzige Müllerin in der einzigen original niederländischen Windmühle der USA. Dieses Handwerk setzt sie erfolgreich als Geschäft im 21. Jahrhundert fort. Von Holland aus sind es weniger als 200 Kilometer, ehe man am Horizont die erste Megacity der Welt erblickt: Chicago, die Stadt, in der das Hochhaus aus Stein und Beton erfunden wurde, der erste große Melting Pot der jungen USA. Deutsche und Polen waren unter den Ersten, die hier Arbeit und eine neue Heimat suchten. Dann kamen Italiener und Griechen, später viele farbige Amerikaner, die dem Rassismus im Süden ihres Landes entkommen wollten. Sie brachten ihre Musik mit und machten Chicago zur Welthauptstadt des Blues.
21:00
Warum sind die Finnen Rekordweltmeister, was das Glück betrifft? Achtmal in Folge sind sie Sieger des "World Happiness Reports" der Vereinten Nationen. Die Deutschen sind mit Platz 22 gerade mal im Mittelfeld; Kinder und Jugendliche sind mit Platz 47 geradezu unglücklich. In Finnland ist auch diese Altersgruppe in den "Top 10". Auf den ersten Blick passt das Ergebnis des Weltglücksberichtes so gar nicht zum kalten, dunklen Norden. Die Winter sind hart. Viele Finnen haben ein Alkoholproblem. Russland ist eine direkte Bedrohung. Die Wirtschaft stagniert - ähnlich wie in Deutschland. Trotzdem fühlt sich die große Mehrheit der Finnen glücklich. Wir machen uns mit der finnischen Schauspielerin Meri Koivisto auf die Spurensuche nach der Glücksformel der Finnen: Was haben die Natur, Sauna, Karaoke mit dem Glück zu tun? Können wir Glück lernen? Wieviel Glück steckt in den Genen? Wir sprechen - klar, mit den Finnen selbst und mit Forschenden der Genetik, Soziologie, Philosophie und Neurologie. Auch in Deutschland sucht Meri nach dem Glück. Bei der Recherche stößt sie auf eine badische "Glücksstadt" und erlebt, wie gemeinsames gesellschaftliches Engagement zum Glücksgefühl beiträgt. Sie besucht eine finnische und eine deutsche Schule und lernt, dass gute Bildung Kindern und Jugendlichen helfen kann. Also, ließe sich das finnische Glück auf Deutschland übertragen? Könnten wir glücklicher sein? Spoiler: Das wäre eigentlich gar nicht so schwer, sagt Meri. Auch in Deutschland gibt es Menschen und Regionen, die zeigen, wie das geht.
21:45
Das Glücksgefühl ist seit Jahrmillionen, und sogar schon in Einzellern, sowohl Antrieb als auch Belohnung für unsere Mühen, sagt Neurologe Tobias Esch von der Universität Witten/Herdecke. Doch egal ob uns große Schicksalsschläge oder Ekstase ereilen, unser Glücksgefühl pendelt sich immer wieder auf einen Mittelwert ein. Sind wir einfach nie richtig glücklich, sondern nur mittelmäßig zufrieden? Das langfristige Glück beziehungsweise die Lebenszufriedenheit wird international verglichen, wobei die westlichen Länder diese Liste anführen. Weil sie reich sind? Nein, denn obwohl materieller Wohlstand wichtig ist, steigt die Zufriedenheit nicht parallel zum Einkommen an, stellt Claudia Senik fest, Ökonomin an der Sorbonne Universität in Paris. Die hohen Glückswerte in Südamerika geben den Forscherinnen noch größere Rätsel auf. Ist der Schlüssel zum Glück also irgendwo tief in uns vergraben? Tatsächlich spielt uns unser Gehirn beim Versuch, glücklich zu werden, manchen Streich. Beispielsweise macht die Fokussierung auf schlechte Nachrichten in der Evolution zwar Sinn - wir konzentrieren uns auf potenzielle Gefahren, um zu überleben -, fördert heute jedoch Stress. Außerdem verstärkt das neu entdeckte "Default Mode Network", eine Art Grübelschleife des Gehirns, unser negatives Selbstbild, erklärt Bruce Hood, Psychologe an der Universität Bristol. Social Media hilft bei all dem ebenfalls nicht. Die ständigen Vergleiche mit anderen beeinträchtigen unsere Zufriedenheit, sagt Hilke Brockmann, Soziologin an der Constructor University Bremen. Was also tun? Ist Glück unerreichbar?
22:15
In dieser Sendung geht es um Schmerzen, die einen im Alltag plagen. Wenn der Kopf drückt oder es im Rücken zieht - was hilft dann, die Schmerzen zu lindern? Quarks fasst die neusten Wege zusammen, die die Forschung dafür aufzeigt.
23:00
In dieser Folge erhält Schülerin Mathilda Einblicke in den Beruf des Orthopädietechnikers bzw. Orthopädietechnik-Mechanikers. Ohne Vorkenntnisse stellt sie sich der Aufgabe, innerhalb von 20 Minuten eine Orthese (Handschiene) anzufertigen. Unterstützung bekommt sie dabei vom Auszubildenden Erim, der ihr fünf Tipps zur Umsetzung gibt. Ob Mathilda die Herausforderung unter Zeitdruck erfolgreich bewältigt, bleibt spannend. Beruf: Orthopädietechniker/in Ausbildungsart: Duale Ausbildung in Industrie und Handel (geregelt durch Ausbildungsverordnung) Ausbildungsdauer: 3 Jahre Lernorte: Ausbildungsbetrieb und Berufsschule (duale Ausbildung) Was macht man in diesem Beruf? Orthopädietechnik-Mechaniker/innen stellen individuelle orthopädische Hilfsmittel her und passen sie an die Bedürfnisse der Patienten an. Dazu gehören Prothesen, Orthesen, Bandagen sowie Rehatechnik wie Rollstühle. Sie beraten Patienten, nehmen Maß und fertigen Modelle an. Dabei verarbeiten sie verschiedene Materialien sowohl maschinell als auch von Hand. Abschließend passen sie die Hilfsmittel an und erklären deren Anwendung. In jeder Folge von "JobChallenge" wagt sich eine Schülerin oder ein Schüler in einen Ausbildungsberuf und muss eine typische Aufgabe erfüllen - ohne vorher zu wissen, ob es ums Brezelbacken geht oder eine U-Bahn-Reparatur. Der Azubi des Betriebs gibt Tipps per Funkgerät und der Endboss aka Ausbildungsleiter bewertet, ob die Challenge bestanden ist. Außerdem gibt's in jeder Folge alles Wichtige rund um den Ausbildungsberuf - zum Beispiel, was man verdient oder welche Skills man haben sollte.
23:10
Chancengleichheit gilt als ein hoher Wert in Deutschland. Die Grundidee: Sozialer Aufstieg ist allen möglich. Wer sich anstrengt, kann es schaffen. Oder ist das bloße Ideologie? Denn laut Statistik sind Bildungskarrieren extrem von der sozialen und kulturellen Herkunft abhängig. RESPEKT-Moderatorin Sabine Pusch geht diesem Widerspruch nach. Sie selbst ist die erste, die aus ihrer Familie studiert hat - die Uni-Welt und die anderen Studierenden waren ihr lange ziemlich fremd. In der Reportage lernt sie die Arbeiterkinder Theresia und Hasan kennen, für die jeder Schritt in die Akademikerwelt schwer erkämpft ist - und Akademikerkind Rosalie, bei der eigentlich immer klar war, dass sie studieren wird. Arbeiterkinder haben oft Geldnot, ihnen fehlt Unterstützung beim Lernen und das Gefühl, dazuzugehören. Und immer wieder wird Arbeiterkindern diese Benachteiligung als persönliches Versagen vorgeworfen. Wie gehen Theresia und Hasan damit um? Und stimmt es, dass viele Privilegierte nichts davon wissen wollen, dass sie bessergestellt sind? Damit sie weiter glauben können, ihr Status sei nicht aufgrund ihrer Herkunft, sondern nur durch ihre eigene Leistung entstanden? Was sagt die Studentin Rosalie dazu, die als Akademikerkind beste Startbedingungen hatte? Hätte sie es als Arbeiterkind auch geschafft? Vor allem aber fragt RESPEKT-Moderatorin Sabine Pusch, was sich für mehr Chancengleichheit ändern müsste? Spoiler: eine Menge!
23:40
DW's The Day provides viewers with the background and analysis they need to understand the top stories of the last 24 hours. Join our Chief News Anchor Brent Goff as he puts the day's events into context and discusses them with experts and correspondents in the field.