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TV Programm für ARTE am 29.05.2024

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Die Erfindung der guten Mutter 22:00

Die Erfindung der guten Mutter

Dokumentation

Ausgehend vom heutigen Mutterbild der Do-it-all-Mother, die am besten mit Hüftschwung Kinder, Haushalt und Karriere meistert, begibt sich der Film auf eine kulturhistorische Zeitreise und geht der Frage nach, woher unser Bild der guten Mutter kommt. Seit Jahrhunderten hat der Mythos der guten Mutter mit angeborener Mutterliebe und Opferbereitschaft unsere Gesellschaft fest im Griff. Das war aber nicht immer so. Die Regisseurin Marion Priglinger entmystifiziert die hartnäckigsten Muttermythen und stellt sie humorvoll der historischen Realität gegenüber: vom Marienkult im Mittelalter über die Entdeckung der Mutterliebe im 18. Jahrhundert und die Erfindung des Mutterinstinkts bis hin zum Mutterkult der Nationalsozialisten. Schnell wird klar: Die eine gute Mutter hat es nie gegeben und Mutterschaft wird bis heute benutzt, um patriarchale Strukturen aufrechtzuerhalten. "Die Mutter kann stillen, das Kind sättigen, das heißt aber noch lange nicht, dass die Mutter das Kind besser herumtragen oder beruhigen kann", meint die Psychoanalytikerin Helga Krüger-Kirn. Dass es ausgerechnet in Deutschland wenig weibliche Karrieren gibt, sieht die deutsche Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken unter anderem als Folge der deutschen Nachkriegsfamilienpolitik. "Es liegt auf der Hand, dass wir die mütterliche Verantwortung um ein Vielfaches reduzieren müssen (...) und vor allem müssen wir diese Verantwortung aufteilen", appelliert die Philosophin Elisabeth Badinter und resümiert: "Die gute Mutter ist für mich genauso selten wie Mozart. Sie ist ein Genie!"

Danach

Eine gute Mutter 22:55

Eine gute Mutter

Drama

Nora, Mitte 50, lebt in einem sozialen Brennpunktviertel im Norden von Marseille. Ihre Familie ist für Nora das Wichtigste, und um ihre Kinder zu versorgen, schuftet sie frühmorgens als Reinigungskraft am Flughafen vor ihrer eigentlichen Tätigkeit als Haushaltshilfe. Vor allem arbeitet sie daran, die Familie zusammenzuhalten, und das den ganzen Tag. Nora bleibt stark, wenn sie ihren Sohn Ellyes besucht, der wegen eines Bankraubs im Gefängnis sitzt. Auch ihre Töchter brauchen ihre Unterstützung, wenn sie sich nicht vom leicht verdienten Geld verführen lassen wollen, dass die Escort-Branche für sie bereithält. Nora ist liebevoll und warmherzig und verliert nie ihr Lächeln, auch wenn sie sich ständig für ihre Familie aufopfert.

Joaquin Phoenix - Schauspieler der Extreme 00:35

Joaquin Phoenix - Schauspieler der Extreme

Künstlerporträt

Für die Glaubwürdigkeit seiner Figuren ist Joaquin Phoenix bereit, bis an körperliche Grenzen zu gehen: ein Schauspieler der Extreme. Aufgewachsen in einer Hippie-Familie und zeitweise auch in einer Sekte, verdienen die Geschwister Phoenix schon früh das Familieneinkommen als Kinderdarsteller. Der frühe und öffentliche Tod seines älteren Bruders River wird für Joaquin Phoenix zu einem einschneidenden Ereignis. Er bleibt fortan misstrauisch gegenüber Presse und Öffentlichkeit. 2009, auf dem vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere, scheint er alles über Bord zu werfen. Er hat in Blockbustern gespielt, als Kaiser Commodus in "Gladiator" und als Johnny Cash in "Walk the Line" Kinogeschichte geschrieben und zwei Oscarnominierungen erhalten. Doch dann verwandelt er sich im echten Leben in einen unberechenbaren Derwisch und verkündet das Ende seiner Schauspielkarriere. Die Boulevardpresse spekuliert auf den nächsten Prominenten, der öffentlich zusammenbricht. Oder ist alles ein Spiel, um die bedeutungslose Starmaschinerie zu entlarven? Ein paar Jahre später ist der Spuk vorbei, Phoenix wird wieder Teil des Hollywoodsystems. Und erhält für seine eindringliche Darstellung des "Joker" endlich einen Oscar.

New York - Weltstadt der Kunst 01:25

New York - Weltstadt der Kunst

Dokumentation

New York boomt: Immer mehr Menschen wollen dort leben, immer neue Hochhäuser entstehen, die Stadt schraubt sich in die Höhe. Dabei kämpft die Megacity auch darum, ihr Image als Metropole der Kreativen zu behaupten. Ein zentraler Ort dafür wird "The Shed" (übersetzt: "der Schuppen") sein, die neue Kulturfabrik in Manhattan: Galerie, Produktionsstätte und Festivalhaus in einem, ein Ort für das Crossover aller Kunstformen. Ausstellungen, Performances und Konzerte wechseln sich dort ab. In New York ist das Geld zu Hause, und die kreativen Köpfe. Kunst und Geld vertrugen sich lange Zeit gut: Die aufstrebenden Künstler halfen, verrufene Stadtviertel chic zu machen, indem sie dort hinzogen mit ihrer Kunst und ihrem Lebensstil, zuerst nach Chelsea, dann nach Brooklyn und zuletzt immer weiter weg von Manhattan. Die Stadt will ihren kreativen Ruf nicht verlieren und sucht mit privaten Stiftern ständig nach neuen Wegen. Vor allem diese halfen, die 500 Millionen US-Dollar für "The Shed" aufzubringen, die neue Kulturfabrik der Superlative mit ihrer spektakulären Architektur, die an eine bewegliche Membran erinnert. Die Stockwerke können miteinander als Eventflächen kombiniert oder auch unabhängig voneinander genutzt werden. Auf Knopfdruck entsteht nahezu geräuschlos in nur wenigen Minuten eine Open-Air-Bühne. Die wichtigsten Macherinnen und Macher dieses neuen kulturellen Leuchtturms im Big Apple kommen in der Dokumentation ausführlich zu Wort. New York und die Kunst - das ist ganz offenbar eine Liebesbeziehung auf Gegenseitigkeit, und "The Shed" versteht sich selbst als Gesamtkunstwerk.

Wer 4 sind 02:20

Wer 4 sind: 30 Jahre Die Fantastischen Vier

Dokumentation

Seit 30 Jahren sind die Reime, Melodien und Beats der Fantastischen Vier überall in Deutschland präsent. Die Hip-Hop-Pioniere aus Stuttgart füllen bei ihren Konzerten ganze Stadien, im letzten Jahr waren sie wieder einmal die erfolgreichste deutsche Band. Und spielen immer noch in der Originalbesetzung. Als Michi Beck, Thomas D, And.Ypsilon und Smudo ihre Karriere begannen, kannte man Hip-Hop nur aus den USA, Eastcoast oder Westcoast. Die "Fantas" produzierten trotzdem auf Deutsch. Und wurden zu Pionieren. Das Debütalbum war noch ein Geheimtipp, mit dem zweiten wurden sie zum Massenphänomen - und setzten eine Zäsur. Mit dem dritten Album schafften sie es von der Teenie-Presse ins Feuilleton. Seitdem haben sie sich immer wieder neu erfunden. Der Film von Thomas Schwendemann begleitet die Band 2018 bei den Aufnahmen zu ihrem zehnten Album "Captain Fantastic", von den ersten Treffen bis zur Konzertpremiere des neuen Repertoires. Und zeigt, dass auch mit der langen Zeit der Druck nicht nachlässt, den die Band sich selber macht. Schreibblockaden inbegriffen. Das Zauberwort "Zusammen" ist nicht nur der Titel des Hits, den die Vier gemeinsam mit dem Sänger Clueso performen, sondern auch das Motto der Musiker. Die Dokumentation folgt den Musikern auch in ihre Lebenswirklichkeit abseits der Band, nach Stuttgart, Hamburg, Berlin und in die "Superpampa" Eifel und offenbart die Unterschiedlichkeit der vier faszinierenden Charaktere.

Mit offenen Karten - Im Fokus 03:15

Mit offenen Karten - Im Fokus

Infomagazin

Mit offenen Augen 03:20

Mit offenen Augen

Infomagazin

Ecuador, Geiselnahme in Echtzeit. Schockierende Live-Bilder von einer Geiselnahme in einem ecuadorianischen TV-Studio. Am 9. Januar 2024 stürmen schwerbewaffnete Männer ein Fernsehstudio und nehmen mehrere Geiseln. Es handelt sich um Mitglieder eines der immer mächtiger werdenden Drogenkartelle des Landes. Die penibel vorbereitete brutale Geiselnahme geht live über den Äther. Die Journalistin Carolina Mella, die ihre Kollegen nach dem Vorfall interviewte, schildert, was hinter den Kulissen passierte. Laut Emmanuelle Sinardet, Dozentin für lateinamerikanische Zivilisation, nährt die spektakuläre Aktion den Mythos, der die Drogenkartelle umgibt.

Rasta Gracie und Jamaikas Heiler 03:30

Rasta Gracie und Jamaikas Heiler

Dokumentation

Gracie ist eine lebendige, energievolle Rastafrau. Sie rappt gerne und lebt mit ihrer zehnjährigen Tochter Anna in einem kleinen 400-Seelen-Dorf. Ihre Ältere lebt bei der Schwiegermutter in Kingston. Gracie hat nicht genug Geld, um beide Kinder durchzubringen. Das ist oft der Fall in Jamaika. Sie träumt davon, in ihrem kleinen Dorf in Jamaika einen Gemüseladen aufzumachen, der den Nachhaltigkeitsregeln der Rastafari genügt. Sie ist Händlerin und fährt wöchentlich mit einem überfüllten Truck zum Markt nach Kingston - mit Bananen, Kokosnüssen und was die Saison so bietet. Sie kauft ihre Ware von den Farmern auf Kredit. Ihr Gewinn deckt nur das Nötigste. Doch Gracie lebt nach dem Motto ihrer Großmutter: "Hilf dir selbst, dann wird auch Hilfe kommen." Auch Gracies Freunde Quaco und Robert nennen sich "Großmutters Söhnchen". Schon als Kinder suchten sie mit ihren Großmüttern nach Heilpflanzen in der Apotheke des Regenwaldes. Rasta Quaco gehört zu den Top Two der Heiler, sagt Robert. Wenn er nicht mit Quaco unterwegs ist, fährt Robert ein Sammeltaxi und hilft auch Gracie, die auf der Suche nach günstigem Baumaterial ist. Gracies großer Traum ist es, an ihrem Haus einen kleinen Laden anzubauen. Sie hofft, mit den Einnahmen ihre ältere Tochter Selassia nach Hause holen zu können. Quaco und Robert jagen ihrem Traum im tiefsten Dickicht des Regenwaldes nach. Sie wollen unbedingt eine besondere Wurzel finden: "Four Man Strength" ist mit ihren vier herzförmigen Adern weltweit begehrt - zur Stärkung der Immunkräfte und als Aphrodisiakum. Quaco braucht sie, um sein spezielles Lebenselixier kochen zu können. Die Dokumentation gibt einen exklusiven Einblick in die lebensbejahende und naturverbundene Lebenswelt einer Community, die mehr zu bieten hat als Reggae.