18:40
Zwischen der französischen Riviera und den hohen Bergen von Mercantour liegen die Provenzalischen Voralpen. Das Dorf La Sagne hat nur wenige Einwohner, viele sind an die Küste gezogen. Manche kehren zurück, andere finden in dem kleinen Ort auf 1.200 Metern Höhe ihre neue Heimat. Pierre Koffi Alanda kam zum ersten Mal vor etwa 20 Jahren dorthin. Er stammt aus Togo. Damals machte er ein Praktikum beim Vater seiner heutigen Nachbarin Joana Fabre. Heute betreibt er in La Sagne Gemüseanbau nach ökologischen Kriterien. Im Herbst wachsen in seinem Garten Kürbisse, alte Gemüsesorten und Gemüse, das ursprünglich aus Togo stammt. Joana Fabre ist vor ein paar Jahren mit ihrem italienischen Freund in das Dorf ihrer Kindheit zurückgekehrt. Ihre Kinder sollen auf dem Land aufwachsen. Die Familie hält Ziegen und Schafe und lebt von der Käseherstellung. Aus dem Gemüse von Pierre Koffi Alanda entstehen köstliche Gerichte der Region und seiner afrikanischen Heimat. Mit seinem Nachbarn Georges Fabre kocht er ein traditionelles Gericht: Kürbisravioli mit einer Walnusssoße. Kürzlich ist auch Pierre Koffis Partnerin, die deutsche Künstlerin Cosima Jentzsch, nach La Sagne gezogen. Gemeinsam bereiten sie einen Gboma Gnagna zu, ein togolesisches Rezept. Dort hinein gehört Gboma, afrikanischer Mangold, dessen Samen Pierre Koffi Alanda ursprünglich eigens aus Togo mitgebracht hat. Joana Fabre verwendet ihren Ziegen- und Schafskäse, um gefüllte Zucchiniblüten vorzubereiten. Dazu gibt es süßen Mangoldkuchen mit Parmesan und Rosinen.
19:10
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:30
274 Inseln mit weißen Korallensandstränden erheben sich aus der Torres-Straße, einer seichten, warmen Meerenge zwischen Australien und Papua-Neuguinea. Das Leben im Südseeparadies hat so seine Herausforderungen: Die rund 20 bewohnten Inseln liegen oft viele Kilometer voneinander entfernt, und kaum eine eignet sich für einen Flugplatz. Wer seine Familie und Freunde besuchen will, muss den Weg übers Meer nehmen - inklusive unberechenbarer Gezeitenströmungen. Auch Frachtschiffe, die die Inseln vom Festland aus mit Medikamenten und anderem Lebensnotwendigem versorgen, kommen nicht immer pünktlich an, wie Matrose Lachie McDermott berichtet. Isolation und Ressourcenknappheit begegnen die Ureinwohner seit jeher mit großem Einfallsreichtum. Die Dokumentation begleitet einige Torres-Straßen-Insulaner: den Ranger Barry Pau, der jahrhundertealte Fischfallen betreut, Wally Kris, der den Kindern die überlieferten Tänze lehrt, sowie den Künstler Ken Thaiday, der traditionelle bewegliche Tanzmasken und Skulpturen schnitzt. Die Bewohner haben sich mit dem Inselleben arrangiert. Schwangere werden von der fliegenden Hebamme Paula Dawson betreut, die jährlich Tausende Flugmeilen zurücklegt, damit sie die Frauen auf ihren abgelegenen Heimatinseln betreuen kann. Die Lokalzeitung wird von Aaron Smith geleitet, er ist Redakteur, Fotograf und Zeitungsjunge zugleich. Er ist froh, wenn die auf dem Festland gedruckte Zeitung rechtzeitig mit dem Schiff ankommt. Sie soll die einzige Zeitung der Welt sein, die es nicht im Internet gibt. Die Dokumentation bietet überraschende Einblicke in eine einzigartige Inselwelt, paradiesisch und rau zugleich.
20:15
Der junge Louis Mazzini, ein Enkel des Herzogs von Chalfont aus dem Geschlecht der D'Ascoynes, ist zwar von vornehmer Gesinnung, aber von Bitternis geplagt: Seine Mutter, die Tochter des Herzogs, wurde einst von der hochnäsigen Adelsfamilie verstoßen, weil sie nicht standesgemäß heiratete - einen italienischen Tenor. Louis, Sohn aus dieser Ehe, hat daher keine Aussichten, Titel und Vermögen zu erben, und muss sich als kleiner Ladengehilfe verdingen. Grund genug, alle acht verbleibenden D'Ascoynes zu beseitigen, um so den Weg zu Titel und Reichtum frei zu machen - natürlich standesgemäß, denn "Adel verpflichtet": Jagdunfall, Feuer, Schiffsuntergang und andere Katastrophen lichten die Reihen derer von D'Ascoyne, bis Louis schließlich seine Erbschaft antreten kann. Aus strategischen Gründen macht Louis der kühlen, vernünftigen Witwe Edith D'Ascoyne den Hof, um seine Stellung zu verbessern. Wenn da nur nicht seine freche Jugendfreundin und Geliebte Sibella wäre, die sich mit zunehmend hohem Rang in der Erbfolge immer mehr für Louis interessiert.
22:00
Max Cady verlässt das Gefängnis als ein anderer Mensch: Sein Körper ist mit tätowierten Bibelsprüchen übersät, sein Geist geschärft durch jahrelanges Studium der Gesetzestexte. Doch sein einziges Ziel ist Rache. Vor 14 Jahren hatte sein Pflichtverteidiger Sam Bowden entscheidende Entlastungsdokumente zurückgehalten, um Cadys Verurteilung wegen Vergewaltigung und Mordes sicherzustellen. Jetzt, nach seiner Entlassung, macht sich Cady auf die Suche nach Bowden und dessen Familie - nicht als blindwütiger Rächer, sondern als berechnender Stratege, der jede Schwäche seines Opfers ausnutzt. In der scheinbar heilen Welt der Bowdens, die in einem idyllischen Haus in Florida leben, beginnt Cady sein perfides Spiel. Er vergiftet den Hund der Familie, demütigt Bowdens Geliebte und nähert sich mit manipulativem Charme der 15-jährigen Tochter Danielle. Bowden, zunächst überzeugt von seiner moralischen Überlegenheit, versucht vergeblich, sich mit juristischen Mitteln zu wehren. Als er schließlich zu Gewalt greift und Cady von Schlägern attackieren lässt, eskaliert die Situation: Cady schlägt zurück, brutaler und gnadenloser als zuvor. Die Familie flieht auf ein Hausboot, doch Cady folgt ihnen - unaufhaltsam. Scorsese nutzt den Thriller als Rahmen für eine düstere Abrechnung mit der amerikanischen Gesellschaft. Hinter der Fassade bürgerlicher Idylle lauern Egoismus, Gewalt und moralische Verlogenheit. Der Film zeigt keine einfachen Lösungen: Am Ende bleibt eine Welt in Trümmern, in der Schuld und Unschuld untrennbar verwoben sind. Ein Thriller, der unter die Haut geht und lange nachhallt.