04:43
Drei Minuten über einen Star aus der Welt des Films, der Musik, Literatur oder Mode, einen Künstler, Sportler, Politiker oder Superhelden. In dieser Folge: Greta Gerwig.
05:05
Der 1947 in Mexiko geborene Carlos Santana erhielt ab seinem fünften Lebensjahr Geigenunterricht. Als Achtjähriger entdeckte er eine Leidenschaft für die Gitarre, die ihn sein Leben lang begleiten sollte. Mit 14 perfektionierte er als Straßenmusiker sein Gitarrenspiel und seinen Auftrittsstil und gründete mit nicht einmal 20 Jahren seine eigene Band. Sein legendärer Auftritt vom 16. August 1969, am zweiten Nachmittag des weltbekannten Woodstock-Festivals, machte Santana schlagartig berühmt. Kurze Zeit später erschien sein erstes Album, das es direkt in die Charts schaffte. 50 Jahre lang schrieb er als Gitarrenlegende weltweit Musikgeschichte und erhielt zahlreiche Auszeichnungen - darunter zehn Grammy-Awards. Auch heute noch gilt der Begründer des sogenannten Latin Rock als einer der führenden Musiker der Welt. Sein unverwechselbarer Stil gilt als eine Mischung aus Jazz, Blues, lateinamerikanischen Rhythmen und Rock 'n' Roll - zusammen mit seiner meisterhaften Beherrschung des gefühlvollen Gitarrenspiels. Der Dokumentarfilm "Carlos: Santanas Reise" lässt Santana selbst seine Geschichte erzählen und porträtiert ihn mithilfe von bisher unveröffentlichtem Archivmaterial, darunter Interviews mit ihm selbst und seiner Familie sowie von ihm privat aufgenommenen Videofilmen, Konzertmitschnitten und Backstage-Szenen. Regisseur und zweifacher Emmy-Preisträger Rudy Valdez ("The Sentence"; "Through Our Eyes"; "We Are: The Brooklyn Saints") hat einen sehr persönlichen Dokumentarfilm über einen Vollblutkünstler gedreht, dessen Musik mit Stücken wie "Samba Pa Ti" oder "Black Magic Woman" bis heute Fans auf der ganzen Welt unter die Haut geht.
06:30
Die Dokumentation widmet sich einer einzigartigen Felsenlandschaft auf der Iberischen Halbinsel - sie heißt Berrocal und entstand vor mehr als 250 Millionen Jahren. Die zahllos vorhandenen Granitblöcke schaffen für viele Tierarten einen besonderen Lebensraum und stellen Raub- und Beutetiere vor besondere Herausforderungen. Die Jäger auf der Pirsch verstecken sich zwischen den Felsen, während ihre Beute die Granitblöcke nutzt, um etwa darunter Höhlen anzulegen, in denen sie vergleichsweise sicher ist. In verschiedenen Regionen der Iberischen Halbinsel konkurrieren Jäger und Gejagte zu jeder Jahreszeit und kämpfen Tag für Tag um ihr Leben. Aber nicht nur die Jäger - auch die Gejagten sind viel häufiger als vermutet die Gewinner des Tages. Sie lernen, die Chancen zu nutzen, die ihnen die Natur bietet. Into the Wild Productions ist eine Filmproduktionsfirma, die sich auf Wildtiere und ihre Lebensräume spezialisiert hat und diesen Film realisierte. Dank ihres Fachwissens über das Verhalten der Tiere und die Ökosysteme der Iberischen Halbinsel gelang es dem Team, seltene und spektakuläre Aufnahmen zu produzieren. Zu sehen sind unter anderem Wildkatzen, Kaninchen, Uhus, Waldmäuse, Stülpnasenottern, Wiesel, Rothühner, Habichte, Langohrfledermäuse, Motten und Zwergohreulen.
07:15
Das Kloster auf dem Berg Ossa wurde im 16. Jahrhundert gegründet. Ende des 20. Jahrhunderts verfiel es und wurde erst Anfang des neuen Jahrtausends von einer Handvoll Nonnen wiederentdeckt. In mühevoller Kleinarbeit renovierten sie das alte Gemäuer und bauten es zu einem kleinen, florierenden Landwirtschaftsbetrieb aus. Sie haben 30 Hektar Land und die Gebäude darauf in ein kleines Paradies verwandelt. Bevor ihnen das gelang, mussten sie roden, pflanzen, wiederaufbauen und das Kloster neu ausstatten. Da dieses auch das Haus Gottes ist, half ihnen neben dem Tatendrang ihre Liebe und der Glaube. Hier leben und arbeiten 20 Schwestern aus insgesamt 13 Ländern. Neben dem Anbau ihres eigenen Gemüses züchten die Frauen Schafe, Hühner und Kühe, von denen sie mit Milch, Käse und Eiern versorgt werden. Was sie nicht selbst benötigen, verkaufen sie. Bevor man in die Klostergemeinschaft aufgenommen wird, muss man Prüfungen ablegen, vor den anderen und vor sich selbst. Eine Berufung zum Klosterleben sollte jedoch reiflich überlegt werden. Immer wieder kommen junge freiwillige Helferinnen ins Kloster, die das einfache und bescheidene Leben für sich austesten und sehen möchten, wie sie mit der Enthaltsamkeit zurechtkommen. Auch Catherine gehörte einst zu ihnen. Die junge Amerikanerin kehrte nach ihrer Zeit als Praktikantin zurück und absolviert derzeit ihr Noviziat. Noch hat sie sich nicht für einen Lebensweg entschieden, hofft aber, durch die Zeit bei den Schwestern den rechten Pfad für sich zu entdecken. Mindestens zwei Jahre soll die Zeit bei den Nonnen dauern. Danach steht für Catherine vielleicht ein Leben auf dem Berg Ossa an.
08:10
George Tatirayi erinnert sich gut an die Zeit, als er es als junger Friseur schwer hatte. Frauen gingen lieber zu anderen Frauen, um sich die Haare machen zu lassen - und Männern war es ohnehin höchst suspekt, wenn ein anderer Mann den Kopf ihrer Partnerinnen berührte. Diese Zeiten sind noch nicht lange vorbei, doch inzwischen hat sich viel verändert. In den Straßen von Harare, der Hauptstadt Simbabwes, gibt es immer mehr männliche Friseure. Die Toleranz der Kundschaft ihnen gegenüber ist gestiegen - viele Frauen glauben sogar, dass Männer die besseren Friseure sind. Was für sie wie ein Segen erscheint, empfinden manche alteingesessene Friseurinnen als Problem. So auch Sandra Ciatsi. In ihrer Familie wird das Friseurhandwerk seit Generationen ausgeübt - es ist Sandras Leben und ihre Leidenschaft. Inzwischen betreibt jedoch Rasta Jabu mit seinen Kollegen einen ähnlichen Salon, nur wenige Hundert Meter weiter die Straße hinunter. Auf lange Sicht glaubt Sandra nicht daran, dass sich Männer in diesem Geschäft durchsetzen können. Sie hält deren Stil für zu eindimensional - ihr Auftreten für zu aggressiv. Hoffnung schöpft sie auch daraus, dass die traditionellen Friseurschulen weiterhin mehr Frauen als Männer ausbilden. Und doch spürt jeder in der Branche: Etwas ist im Umbruch. Wie tiefgreifend diese Veränderungen sein werden, zeigen die kommenden Jahre. Sandra fühlt sich gewappnet. Dass auch ihr direkter Konkurrent Jabu sich selbst als bestens gerüstet sieht, beunruhigt sie nicht. Behauptet sie zumindest ...
09:05
(1): Jean-Christophe Rufin: Faszination Recife (2): Recife: Im Rhythmus des Frevo (3): Brasilien: Die Legende der "Fliegenden Wale"
09:45
(1): Alexander McCall Smith: Mma Ramotswe auf Safari in Botsuana (2): Botsuana: Königliche Safari (3): Botsuana: Livingstone, der Missionar
10:25
Folge zwei erkundet den Norden Südtirols. Seit der Römerzeit führt vom Brenner aus eine Verbindungsader durch die Region: das Eisacktal. Noch heute zählt es zu den wichtigsten Handelswegen der Alpen und verbindet auch die Esskulturen des Nordens und des Südens. Auf 2.369 Meter Höhe liegt die Tribulaunhütte. Sie fiel mit Südtirol nach dem Ersten Weltkrieg von Österreich an Italien. Daniela Eisendles Eltern übernahmen in den 1970er Jahren die Bewirtschaftung der Hütte. Heute sorgen Daniela und ihr Mann Fabrizio für das leibliche Wohl der Gäste. Der Renner bei den hungrigen Besuchern sind die Schlutzkrapfen: Teigtaschen aus Pustertaler Roggenmehl. Die Dreitausender der Texelgruppe sind ein Paradies für Naturliebhaber - und Fliegenfischer. Mehrmals in der Woche geht Lukas Fahrner in den Gebirgsbächen zum Fliegenfischen. Hier kommt er zur Ruhe und fängt den Fisch fürs Abendessen: frische Regenbogenforellen mit Bratkartoffeln und Pfifferlingen. Auf einem knappen Hektar pflegt Harald Gasser bei Barbian einen Mikrokosmos aus mehr als tausend Gemüsesorten und Kräutern. Seine Anbaumethoden sind ungewöhnlich, aber die Ergebnisse so hervorragend, dass Harald zum Lieblingslieferanten der Top-Gastronomen Südtirols geworden ist. Am Ufer des Flusses Eisack thront die imposante Trostburg. Hier lebt Terese Gröber, die seit ihrer Kindheit auf dem Hof gearbeitet und in der Burg gedient hat. Den beliebten Nachtisch ihrer Kindheit kocht sie immer noch gern: Schwarzplentene Riebler. Der Kaiserschmarrn aus Buchweizen wird mit einer Frucht vom eigenen Hof abgerundet.
10:55
Louis-Marie Blanchard, Schriftsteller und Naturforscher, begibt sich auf eine 5.000 Kilometer lange Reise auf den Spuren von John Muir, dem geistigen Gründungsvater der US-Nationalparks. Sein Weg führt ihn nach Kalifornien, zu den legendären Landschaften des Sequoia-Nationalparks, der John Muir Wilderness und des Yosemite-Nationalparks, die Muir einst zu schützen half. Gemeinsam mit Biologen, Forschern, Aktivisten und Förstern thematisiert Blanchard die heutigen Bedrohungen dieser wilden Gebiete: Dürren, riesige Waldbrände, Klimawandel und Urbanisierung. An der Seite von Anthony Ambrose und Wendy Baxter erklimmt er den Wipfel eines Mammutbaums, um die Auswirkungen von Wassermangel auf diese jahrtausendealten Riesen zu beobachten. Mit Kristen Shive und Tony Caprio durchstreift er Brandgebiete, in denen alte Bewirtschaftungsmethoden der indigenen Stämme wiederbelebt werden. Blanchard lernt viele Menschen kennen, die das Vermächtnis von John Muir weitergeben: William Tweed, Naturforscher und Umwelthistoriker, Deanna Lynn Wulff, Umweltaktivistin, die einen geschützten Korridor zwischen Yosemite und Sequoia schaffen will, und Spreck Rosekrans, Aktivist für die Wiederherstellung des überfluteten Hetch Hetchy Valley. In San Francisco besucht Blanchard das Haus von John Muir und dessen "Schreibhöhle". Die Reise thematisiert die Paradoxe des Naturschutzes: Massentourismus, Spannungen zwischen Umweltschutz und Wirtschaftswachstum sowie die manchmal kontroverse Erinnerung an den Vater der Nationalparks. Die Dokumentation verknüpft prägende Begegnungen, faszinierende Naturerlebnisse und persönliche Reflexionen über die kalifornische Wildnis.
11:45
Auf dem Weg nach Kalifornien reist Louis-Marie Blanchard durch Oregon und die nördlichen Ausläufer der Sierra Nevada, bewundert unberührte Landschaften und lernt einiges über die dortigen Ökosysteme. In den White Mountains bestaunt er Langlebige Kiefern, die als älteste Bäume der Welt gelten und bis zu 5.000 Jahre alt werden können. Gemeinsam mit der Wissenschaftlerin Connie Millar entdeckt er ihren faszinierenden Stoffwechsel und ihre außergewöhnliche Widerstandskraft - eine Inspiration für den Kampf gegen den Klimawandel. Im Anschluss durchquert er das Große Becken Nevadas, wo die dramatischen Folgen des Goldrauschs noch immer sichtbar sind. Die Vernichtung der indigenen Völker, die Umweltschäden durch den Bergbau und die bis heute nachwirkende Quecksilberbelastung gelten als menschliche und ökologische Tragödie. An der Seite des Historikers Ed Allen besucht er symbolträchtige Orte wie den Mono Lake und die Geisterstadt Bodie. Bei der vulkanischen Kaskadenkette im Norden besucht er ein Herbarium, nimmt den Vulkanboden unter die Lupe und erkundet die Vegetation in Höhenstufen. Nach einem Stopp am Mount Shasta führt ihn die Reise schließlich zu den einst artenreichen Naturwundern Crater Lake und Mount Rainier. Mit der Biologin Amanda Silber vom Mount Rainier Institute beobachtet Blanchard die Folgen des Klimawandels: schmelzende Gletscher, bedrohte alpine Pflanzen und aus dem Gleichgewicht geratene Ökosysteme. Dieser Teil der Doku-Reihe vertieft die zentralen Umweltfragen des amerikanischen Westens und verbindet Forschergeist, geschichtliche Exkurse, Ökologie und kontemplative Momente. Er ist zugleich eine Hommage an eine neue Langsamkeit, ans genaue Beobachten und an die letzten wilden Landschaften des Kontinents.
12:40
Louis-Marie Blanchard befindet sich auf der letzten Etappe seiner Reise auf den Spuren von John Muir, die ihn nach Alaska führen. Er erkundet die faszinierenden Landschaften der Insel Wrangell, die animistischen Traditionen der Tlingit und die großen Ökosysteme, für die Muir so leidenschaftlich eintrat. Gleichzeitig wird eine andere Facette des ökologischen Kampfes beleuchtet: die Weitergabe von Kulturen, die Widerstandsfähigkeit der Völker und die Notwendigkeit schneller, effizienter Maßnahmen gegen den Klimawandel. Auf Wrangell trifft er Mike Hoyt und Esther Reese, die sich für die Bewahrung der Tlingit-Kultur einsetzen. Gemeinsam sprechen sie über Totems, symbolträchtige Tiere, Gesänge und Rituale, die fast einer radikalen Kolonisierung zum Opfer gefallen wären. Der Tongass-Wald, ein riesiges feuchtes Schutzgebiet, bietet eine üppige Kulisse, die bereits Muir begeisterte. Blanchard fährt den Stikine-Fluss hinauf und begibt sich dann auf die Insel Chichagof, die Heimat der Grizzlybären. Mit einer Naturführerin wandert er durch den Wald, angelt in Lachsflüssen und beobachtet Bären in dieser atemberaubenden und doch bedrohten Natur. Der Höhepunkt ist der Besuch des Glacier-Bay-Nationalparks. Blanchard bricht zum Muir-Gletscher auf und spricht mit Zach Brown, Biologe und Aktivist, der wie bereits Muir ein Bewusstsein für den Klimawandel schaffen will, Jugendliche ausbildet und gegen die Nutzung fossiler Energien kämpft. Der Gletscher, der sich bis heute um 25 Kilometer zurückgezogen hat, wird zum Symbol des Kampfes um die Zukunft. Die Dokumentation hinterfragt die Fähigkeit der Menschheit, sich wieder mit der Natur zu verbinden und würdigt neben Muir auch all jene, die seine Botschaft weitertragen.
13:35
Um 1865, mitten im amerikanischen Bürgerkrieg, wählt der Nordstaaten-Offizier John J. Dunbar als Belohnung für eine heldenhafte Tat die Versetzung an einen der westlichsten Außenposten. Doch als er in Fort Sedgewick ankommt, muss er feststellen, dass es verlassen wurde und er der einzige Bewohner ist. Um ihn herum nur Büffel, ein Wolf und die Ureinwohner, ein Stamm der Sioux, darunter der Medizinmann Strampelnder Vogel, der Krieger Wind in seinem Haar, der Häuptling Zehn Bären und Steht mit einer Faust, eine weiße Frau, die als Kind in den Stamm aufgenommen wurde. Die ersten Aufeinandertreffen sind alles andere als harmonisch, etwa als die Sioux Dunbars Pferd stehlen wollen. Aber allmählich, durch Dunbars Tapferkeit und Ehrlichkeit, entwickeln die Sioux und er gegenseitigen Respekt und Bewunderung. Mehr und mehr taucht er in ihr Leben und in ihre Kultur ein, heiratet Steht mit einer Faust und wird Mitglied des Stammes. Eines Tages trifft er im Fort unerwartet auf Soldaten der Nordstaaten-Armee. Sie stellen ihn vor die Wahl, gegen die Ureinwohner zu kooperieren oder wegen Hochverrats angeklagt zu werden. Und Dunbar entscheidet sich ... Die weitere Eroberung des amerikanischen Westens durch die Weißen ist jedoch nicht aufzuhalten. Ausdrucksstark zeichnet der Film Dunbars Einleben in die ihm zunächst fremde Kultur nach, folgt seiner mitreißenden Romanze mit Steht mit einer Faust, seinen bemerkenswerten Freundschaften mit der indigenen Bevölkerung und schließlich der Entscheidung, die er als Mann auf der Suche nach sich selbst treffen muss und die sein Schicksal bestimmen wird.
16:30
"Der mit dem Wolf tanzt" gilt als Kevin Costners Meisterwerk und belebt Anfang der 1990er ein totgeglaubtes Genre. Während Western als unmodern gelten, ist Costner überzeugt: Man muss sie nur anders erzählen. Er führt selbst Regie und setzt auf maximale Authentizität - erstmals werden indigene Rollen ausschließlich mit amerikanischen Ureinwohnern besetzt, erstmals sprechen indigene Figuren im Blockbuster-Kino Lakota. Der Film trifft den Nerv der Zeit, gewinnt sieben Oscars und verändert die Wahrnehmung des Westerns nachhaltig. Costner wächst behütet auf, entdeckt früh seine Liebe zum Kino und arbeitet sich vom Nebendarsteller in "Silverado" zum Weltstar in "Bodyguard" hoch. Flops wie "Waterworld" oder "Postman" lassen sein Image schwanken, doch dem Western bleibt er treu: Mit "Open Range" kehrt er 2003 zurück, mit der Serie "Yellowstone" prägt er das Genre im Streaming-Zeitalter neu. Gleichzeitig entwickelt sich der Western weiter: "Brokeback Mountain" zeigt 2005 offen die intime Beziehung zweier Cowboys, "Westworld" verbindet Westernmotive mit Science-Fiction, Quentin Tarantino setzt in "Django Unchained" auf überzeichnete Gewalt und Hip-Hop-Sounds.
17:25
(1) Iran: Hoffen im Schatten des Krieges Noch immer filmen ARTE-Reporter im Geheimen den Alltag der Menschen im Krieg: In Teheran denkt eine junge Frau über ihre Zukunft und die ihres Landes nach. (2) Libanon: Das Ende der Hisbollah? Am 27. September 2024 kam der Führer der libanesischen Hisbollah, Hassan Nasrallah, bei israelischen Luftangriffen auf die südlichen Vororte von Beirut ums Leben, ebenso wie mehrere hochrangige Vertreter der schiitischen Partei.
18:20
Das einzigartige Magazin kombiniert wirtschaftliche, politische und historische Gesichtspunkte mit Geografie: Geschichtliche und aktuelle Entwicklungen werden dabei anhand von geographischen Karten erläutert.
18:30
Eine Legende besagt: Im 13. Jahrhundert trat Prinzessin Khutulun gegen die stärksten Männer der Mongolei an und besiegte sie alle. Denn sie versprach: Wer sie besiegt, erhält ihre Hand. Dass eine Frau gegen einen Mann gewinnt, war damals beschämend. Und so änderten die mächtigen Männer die Regeln des Ringens, um sich nie mehr von einer Frau demütigen zu lassen. Jahrhunderte später wächst in der Mongolei ein zehnjähriges Mädchen heran, das an diese Legende erinnert: Khulan hat einen Traum - sie will Ringerin werden. In der Mongolei ist Ringen mehr als ein Sport: Es ist nationales Kulturerbe, Teil des traditionellen Naadam-Festes und wird seit Jahrhunderten ausschließlich von Männern praktiziert. Frauen dürfen lediglich im olympischen Freistil-Ringen antreten, nicht jedoch im traditionellen mongolischen Ringen. Die jahrhundertealten Regeln, Rituale und Kostüme sind allein den Männern vorbehalten. Khulan trainiert trotzdem. Ihr Vater, selbst ehemaliger Ringer, unterstützt sie auf ihrem Weg. Ihr Alltag ist geprägt von harten Trainingseinheiten, Wettkämpfen - und dem ständigen Spagat zwischen ihrem Willen und den Erwartungen einer traditionsbewussten Gesellschaft. Die Regisseure Dino Argentiero und Jargalmaa Sumiya haben Khulan begleitet und erzählen ihre Geschichte durch die Stimmen von Khulan selbst, ihrer Familie und ihren Trainern. Es entsteht das eindringliche Porträt eines jungen Mädchens, das seinen eigenen Weg geht - ein Film über Selbstbehauptung, über die Kraft des Willens und über die Frage, wie viel Raum eine Gesellschaft dem Anderssein gibt.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Ida Svendsen erinnert sich noch gut daran, wie sie als Kind von den Dächern in große Seegrashaufen sprang. Damals hätte sie nicht geahnt, dass der angespülte Tang einmal zu ihrem Lebensinhalt werden würde. Ihre Heimatinsel Læsø ist mit weniger als 2.000 Einwohnern die am dünnsten besiedelte Gemeinde Dänemarks. Wie alle Inseln ist auch Læsø den Wetterkapriolen von Regen und Sturm ausgesetzt. Abgelegen von der Zivilisation, behalfen sich die Menschen seit jeher selbst und nutzten die natürlichen Gegebenheiten, um ihre Häuser zu bauen und zu erhalten. Angeschwemmtes Seegras war dabei ein beliebtes Baumaterial: Es lag zuhauf an den Stränden, bot hervorragenden Schutz und isolierte die Häuser zudem effektiv. Außerdem gilt es als äußerst langlebig - einige Seegrasdächer auf der Insel existieren bereits seit mehr als 300 Jahren. Doch auch die Tangdächer benötigen Pflege und regelmäßige Reparaturen. Dafür verantwortlich ist Henning Johansen. Seit 20 Jahren repariert er marode Dächer und deckt neue ein. Gelernt hat er das Handwerk nie - stattdessen hat sich der Autodidakt die Technik mit Hilfe alter Filmaufnahmen angeeignet. Heute ist er Idas Chef, und sie hofft, eines Tages in seine Fußstapfen treten zu können. Beide arbeiten bereits als eingespieltes Team zusammen. In den kommenden Jahren könnten ihre Aufträge weiter zunehmen, denn auf Læsø hat man bei der Unesco einen Antrag gestellt, die Seegrasdächer als Weltkulturerbe anerkennen zu lassen.
20:15
Erzählt wird die Geschichte einer Gruppe von jungen Malern, die die Kunst revolutionierten. Zu dieser Gruppe gehörten die später weltberühmten Künstler Claude Monet, Edgar Degas, Paul Cézanne, Berthe Morisot, Camille Pissarro, Alfred Sisley und Pierre-Auguste Renoir. In Reaktion auf ihr von Krieg und Krisen gezeichnetes Jahrhundert befreiten sie sich von den Regeln der klassischen Malerei und widersetzten sich dem einengenden Stil der Akademie der Schönen Künste. Im Zuge dieser langen und schwierigen Entwicklung veranstalteten die Maler im Frühjahr 1874 eine unabhängige Gruppenausstellung. Sie umfasste eine Vielzahl von Bildern, die heutzutage als Meisterwerke gelten, und wurde so zu einem Meilenstein der Malerei. In einer zeitgenössischen Kritik diente der Begriff "Impressionisten" zwar ihrer Abwertung, doch die Maler eigneten sich diese Bezeichnung bald an und begründeten damit eine kunstgeschichtlich wegweisende Richtung. 2024 werden der 150. Jahrestag der ersten Impressionisten-Ausstellung und die Geburtsstunde der neuen Kunstströmung gefeiert. Der Dokumentarfilm blickt auf die Anfänge dieses künstlerischen und menschlichen Abenteuers zurück, als sich die rebellische Malergruppe Anfang der 1860er Jahre zu treffen begann. Sorgfältig nachgestellte Spielfilmszenen, die sich an Schriften der Künstler orientieren, sowie ein unveröffentlichtes 3D-Reenactment der Ausstellung von 1874 lassen diese intensiven Momente der Kunstgeschichte wieder aufleben. Der Dokumentarfilm begleitet die große Ausstellung "Paris 1874. Erfindung des Impressionismus", die vom 26. März bis 14. Juli 2024 im Musée d'Orsay gezeigt wurde.
21:50
1915: Der junge Jean Renoir wird im Krieg verwundet und verbringt seine Genesung bei seinem Vater, Pierre-Auguste Renoir, auf dem Familienanwesen. Der 74-jährige Maler, auf dem Höhepunkt seines Ruhms, ist einsam - seine Frau Aline ist verstorben, der Krieg hält Besucher fern. Doch in der Gegenwart seines Sohnes findet er zurück zu innerer Ruhe: Tagsüber malt er, abends sitzen beide am Kamin und plaudern. Der Film "Renoir in Love" zeichnet ein intimes Porträt des Künstlers - inspiriert von Jeans Erinnerungen an diese Zeit, die er 1962 in seiner Biografie verarbeitete. Fiktionalisierte Dialoge zwischen Vater und Sohn wechseln mit Rückblenden auf Renoirs Werk, begleitet von kunsthistorischen Analysen. So entsteht das Bild eines Malers, der in einer Zeit des Umbruchs nach Harmonie sucht. Renoir spürte früh, wie die Moderne mit der industriellen Revolution und rasant anwachsenden Städten zwischenmenschliche Bindungen bedrohte. Für ihn waren Nähe und Verbundenheit der Schlüssel zum Glück - in seiner Kunst wie im Leben. Seine Bilder feiern Licht, Farbe und die Beziehung zwischen Künstler und Modell. "Renoir in Love" hinterfragt seine Darstellung des Weiblichen, seine Vision einer Malerei als utopischer Gegenwelt und seine Sehnsucht nach einer Gesellschaft, in der Schönheit, Freiheit und Zärtlichkeit im Mittelpunkt stehen. Das Publikum wird mit diesem Film dazu eingeladen, Renoirs Werk neu zu entdecken - lebendig, leuchtend und voller Menschlichkeit.
22:45
Am 6. April 1924 fährt Kurt Tucholsky, die herausragende Oppositionsfigur der Weimarer Republik, zum damaligen Erzfeind nach Frankreich. Im Gepäck hat er eine Idee: Er will durch sein Schreiben die Franzosen den Deutschen näherbringen und gängige Vorurteile widerlegen. Wird ihm das gelingen? Der Film beleuchtet diese bislang kaum dokumentierte Periode (1924-1929) des berühmten Schriftstellers in Frankreich. Auch seine wenig bekannte Liebesbeziehung zu Mary Gerold, mit der er ab 1924 verheiratet war und die später für seinen Nachruhm noch immens wichtig werden sollte, spielt in dieser Phase eine wichtige Rolle. Zudem schärft sich in Paris sein Blick auf den heraufziehenden Faschismus in Deutschland - eine Entwicklung, die durchaus Parallelen zur heutigen Zeit aufweist. Der Film ermöglicht eine völlig neue Perspektive auf Werk und Vita Tucholskys - mehr als 90 Jahre nach seinem Tod am 21. Dezember 1935. Eine filmische Spurensuche, die die damalige und heutige Zeit in Paris und Berlin verschränkt, in Zeiten antidemokratischer Bewegungen überall in Europa aktueller denn je ist und zum Nachdenken anregt. Die Aktualität seiner Texte spiegelt sich auch in den musikalischen Interpretationen des deutsch-französischen Punk-Duos Les Millionnaires sowie der Schauspieler Robert Stadlober und Jasmin Tabatabai, die auch die Erzählerin des Films ist, wider.
23:40
Diese Folge richtet den Blick auf Édouard Manets Gemälde "Bar in den Folies Bergère". Zwei im Spiegel reflektierte Lampen erhellen die Nachtclub-Szene und bilden den Ausgangspunkt der Untersuchung. Die weißen Leuchtkugeln verweisen auf einen tiefgreifenden technologischen Umbruch: den weltweiten Einzug der Elektrizität. Von den Experimenten Thomas Edisons über die Pariser Vergnügungswelt der Belle Époque bis hin zu den Werkstätten japanischer Ukiyo-e-Holzschnitte erzählt die Dokumentation die unerwartete Geschichte künstlerischer, wirtschaftlicher und politischer Begegnungen zwischen Japan und dem Westen Ende des 19. Jahrhunderts. Mit dem Aufkommen der Elektrizität und dem künstlichen Licht verändert sich die menschliche Lebensweise grundlegend. "Die Lampen von Manet" zeigt, wie einfache Bambusfasern aus einem Shinto-Schrein nahe Kyoto das Nachtleben der westlichen Metropolen revolutionierten. Zahlreiche Sachverständige begleiten diese Spurensuche: der Direktor sowie ein Lichtgestalter der Folies Bergère, mehrere shintoistische Mönche, eine japanische Verlegerin eines Holzschnitt-Ateliers und ein ehemaliger Bergarbeiter aus Nordfrankreich.