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TV Programm für ARTE am 15.04.2026

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Der Graf mit der eisernen Faust 14:00

Der Graf mit der eisernen Faust

Abenteuerfilm

Paris, 1842: Bei einem Pferdekutschenrennen kommt es zu einem Unfall. Graf Rodolphe de Sambreuil fährt den Arbeiter Godin an, der später an seinen schweren Verletzungen stirbt. Godins Witwe und seine Tochter Marie fallen daraufhin in Armut. Auf der Suche nach Arbeit verschwindet die schöne Marie auf mysteriöse Weise. Als der Graf durch einen Zufall vom Tod des Arbeiters erfährt, der sich geweigert hatte, ins Krankenhaus gebracht zu werden, sucht er direkt dessen Witwe auf. Diese sitzt mittlerweile zu Unrecht des Diebstahls beschuldigt im Gefängnis. Da sich der Graf für den Tod ihres Mannes verantwortlich fühlt, verspricht er der Witwe, ihre Tochter Marie zu suchen, die nun schon seit zwei Monaten unauffindbar ist. Durch seinen Butler, der in den Arbeitervierteln Informationen sammelt, erfährt Sambreuil, dass Marie sich in den Fängen der "Eule" befinden könnte, einer bösen Alten, die junge Frauen in die Zwangsprostitution treibt. Graf Sambreuil verkleidet sich daraufhin als Türsteher und macht sich selbst auf den Weg in die Unterwelt der Stadt. Mit seinem Charisma, seiner Stärke und seinem Mut gelingt es ihm, Beziehungen zu knüpfen und auch anderen aus der Patsche zu helfen. Gleichzeitig entdeckt der Graf in Gesellschaft der hart arbeitenden Leute eine ihm bisher unbekannte Welt von gutherzigen, armen Menschen und Elend, aber auch von Schurken und grausamen Machenschaften. Doch nicht nur diese Welt wird dem Grafen zur Gefahr. Obschon er Marie vor der Prostitution bewahren kann, ist sie noch lange nicht in Sicherheit. Denn in der Zwischenzeit spinnt der skrupellose Baron de Lansignac eine heimtückische Intrige gegen den Grafen ...

Danach

Märkte der Welt 15:50

Märkte der Welt: Peru: Der Markt der Wünsche

Land und Leute

Es gibt weltweit nur einen Markt, auf dem man Geldscheine, Häuser, Mehlsäcke, Computer und Goldbarren in Miniaturform erwerben kann - alle stehen für je einen Wunsch. In der peruanischen Stadt Puno, am Ufer des Titicacasees, werden sogenannte Alasitas verkauft. Eine Woche lang bevölkern zahlreiche Händlerinnen und Händler das Stadtzentrum, um die Wunscherfüller unter das Volk zu bringen. In der Kultur der peruanischen Hochebene Altiplano glaubt man an die Macht des Identischen. Den Alasitas werden magische und religiöse Kräfte nachgesagt, die ihrem Besitzer zu Glück und Wohlstand verhelfen sollen. Archäologische Funde verschiedener Miniaturobjekte führen die Tradition bis zu den Andenvölkern der Inka und Aymara zurück. Der Alasitas-Markt wächst Jahr für Jahr. Die Händler kommen mitunter sogar aus Bolivien nach Puno, um hier ihre Wunscherfüller zu verkaufen. Die Konkurrenz schläft nicht und die Verkaufstaktiken von Preisvorteilen bis hin zu zusätzlichen Segnungen durch das andine Challa-Ritual werden immer ausgefeilter. Einen Wunsch zu verkaufen ist etwas anderes, als einfach nur einen Gegenstand zu vertreiben. Der Alasitas-Markt ist auch deshalb so bekannt, weil hier jedes Jahr zur gleichen Zeit im Mai eines der wichtigsten katholischen Feste Lateinamerikas gefeiert wird: das Kreuzfest - "La Fiesta de la Cruz". Tausende Menschen kommen aus dem ganzen Land, um ihre Alasitas zu kaufen und sie am Kreuzfest segnen zu lassen. Der Priester der Stadt stellt sich an diesem Tag auf dem Vorplatz seiner Kirche für eine große Alasitas-Segnung zur Verfügung. Ein einzigartiger Moment, in dem sich die althergebrachten Anden-Traditionen und der katholische Glauben vermischen.

Die sozialen Netzwerke der Tiere 16:20

Die sozialen Netzwerke der Tiere: Eine Frage der Persönlichkeit

Tiere

In Radolfzell am Bodensee werden Kohlmeisen einem Persönlichkeitstest unterzogen, bei dem sich zeigt, dass sie besser zusammenarbeiten wenn verschiedene "Typen" in der Gruppe vertreten sind. Der kollektive Charakter der in den Regenwäldern Panamas vorkommenden Azteca-Ameisen-Kolonien hat einen Einfluss auf die sie umgebende Flora. Der in der Savanne Kenias beheimatete Afrikanische Elefant lebt in Sozialgemeinschaften, deren Zusammenhalt durch bestimmte Charaktereigenschaften ihrer Mitglieder, wie etwa Besonnenheit und Sanftmut, gestärkt wird - was auch die Überlebenschancen der Gruppe erhöht. Im Regenwald Ugandas bedienen sich einige Schimpansen roher Gewalt, andere dagegen ihrer Intelligenz, um in der sozialen Hierarchie ihrer Gruppe aufzusteigen.

Estrada Real 17:05

Estrada Real: Auf dem Königsweg durch Brasilien

Land und Leute

Sonne, Strand und Zuckerhut sind der Inbegriff von Brasilien, doch es gibt weit mehr zu entdecken: Eine atemberaubende Landschaft, eine geheimnisvolle Vergangenheit und Bewohner, die unter harten Bedingungen ihr Glück suchen. Brasiliens Südosten ist eine faszinierende Region von großer historischer Bedeutung. An der Küste von Rio de Janeiro beginnt die "Estrada Real" - Der Königsweg. Im 17. Jahrhundert wurde diese Straße von der portugiesischen Kolonialmacht angelegt, um die wertvollen Bodenschätze außer Landes zu bringen. Eine bis zu 800 Kilometer lange Route von der Küste bis ins tiefste Hinterland. 60 Tage benötigten die Gold-Esel früher für die Strecke, die kostbare Fracht durfte allein auf diesem Weg transportiert werden. Auch heute noch führt die Estrada Real von den subtropischen Küstengebieten durch den gefährdeten Atlantikurwald der Mata Atlântica, über die Feuchtsavanne des Cerrado bis hin in die Cidades Históricas, die "historischen Städte". Hier wird eine tiefe Religiosität gelebt. Aber in einer einzigartigen brasilianischen Mischform: katholische Frömmigkeit und afro-brasilianische Kulte schließen sich gegenseitig nicht aus. Für diese Dokumentation nehmen uns Regisseur Steffen Haug und sein Team mit auf einen Weg, der für die Geschichte des fünftgrößten Landes der Erde steht wie kein anderer. Sie treffen Menschen, die an der Estrada Real für die Natur kämpfen, die Erinnerung an die dunklen Seiten der Vergangenheit am Leben halten, im Erdboden Schätze finden und Brasilien zum nächsten Fußballweltmeister machen wollen.

Tanganjika - Das Meer im Herzen Afrikas 17:50

Tanganjika - Das Meer im Herzen Afrikas: Wild und geheimnisvoll

Dokumentation

In 15 Millionen Jahren ist der Tanganjikasee niemals ausgetrocknet. So hat sich in diesem fast 1.500 Meter tiefen Süßwasser ein einzigartiges Ökosystem entwickelt. Geheimnisvolle Buntbarsche locken Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt an den See. Historische Spuren aus der Kolonialzeit sind am Tanganjikasee keine Seltenheit. An seinem größten Hafen steht eines der letzten deutschen Kriegsschiffe: die "Liemba". Das riesige Dampfschiff nahm an Seegefechten gegen Belgier und Briten teil - und wurde später zum wichtigsten Passagierschiff des Sees. Doch die Motoren der "Liemba" haben ihr Leben ausgehaucht. Die Bewohnerinnen und Bewohner rund um den See zimmern daher Hunderte großer Holzboote zusammen, um die wichtigen Transportfahrten der "Liemba" zu ersetzen. Burundi, Tansania, Sambia, der Kongo und Hunderte Seedörfer werden über den Tanganjikasee mit Waren versorgt. Die Reise führt auch zu den letzten Elefanten des Tanganjikasees und den Stränden des Gombe-Stream-Nationalparks. Hier steht die Forschungsstation der legendären, inzwischen verstorbenen, Primatologin Jane Goodall. Während sie die Welt für Vorträge bereiste, hielt ihr langjähriger Kollege Anthony Collins in ihrem Haus die Stellung. Doch den Briten interessierten nicht die Schimpansen, sondern die Anubispaviane. Am tropischen Seeufer des Tanganjikasees führen diese ein paradiesisches Dasein.

Tanganjika - Das Meer im Herzen Afrikas 18:35

Tanganjika - Das Meer im Herzen Afrikas: Wie ein Naturparadies überlebt

Dokumentation

Der Tanganjikasee ist mit über 15 Millionen Jahren einer der ältesten Seen der Welt. Die Evolution hat rund 240 Buntbarscharten hervorgebracht, einzigartig vielfältig und anpassungsfähig. In diesem gigantischen Freilandlabor beobachtet der Evolutionsforscher Christian Sturmbauer unter Wasser, wie diese verschiedensten Arten entstehen. In den Küstenwäldern fühlen sich Schimpansen wohl und während der Trockenzeit besuchen auch Elefantenherden den Süßwassersee. Doch das Naturparadies kämpft ums Überleben. Etwa elf Millionen Menschen nutzen den See als Lebensgrundlage und die Populationsdichte steigt. Rund um den See sind die Wälder vielfach gerodet und der See leidet an Überfischung. Der Tansanier Amiri Hussein fischt heute anders als einst sein Vater - mit überdimensional großen Netzen, fünf Meter langen Baumstämmen, LED-Lichtern und Autobatterien. Die aufwendige Methode ist die letzte Hoffnung für die Fischer, um im Tanganjikasee noch an Beute zu kommen. An der südlichen Seespitze in Sambia kämpft der Ökologe Craig Zytkow um das Überleben des Naturparadieses. Der am See gelegene Nsumbu-Nationalpark wurde von Wilderern fast leer geschossen. Von der einstigen reichen Fauna fehlt jede Spur. In der größten Umsiedlungsaktion in der Geschichte des Tanganjikasees holt Craig ganze Zebra- und Büffelherden zurück in das Gebiet.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.

Mit offenen Karten - Im Fokus 19:35

Mit offenen Karten - Im Fokus

Infomagazin

Re: 19:40

Re:: Das gefährlichste Pferderennen des Kontinents

Reportage

An jedem zweiten Oktober-Sonntag wird Tschechien zur Pferderennsport-Nation. Das Land feiert dann die Velká pardubická, das wichtigste Pferderennen Tschechiens mit rund 150-jähriger Tradition. Doch die Velká pardubická gilt auch als eines der gefährlichsten Hindernisrennen weltweit. Mehr als 60 Pferde haben sich im Laufe der Geschichte tödlich verletzt oder mussten eingeschläfert werden - zuletzt 2023, dem Jahr, in dem Sacamiro zum Velká-pardubická-Star wurde. Das zierliche Vollblut aus tschechischer Zucht wird seit nunmehr neun Jahren von Eva Petriková und ihrem Mann Radim trainiert. Dass sie einen großen Champion in ihrem kleinen Reitverein hegen und pflegen, war auch für sie eine Überraschung, denn der Wallach schien ihnen zu klein für die großen Hindernisse in Pardubice zu sein. Doch gleich bei seinem ersten Start 2022 wurde er Dritter, ein Jahr später war er der Star. Nach über einem Jahr verletzungsbedingter Pause soll Sacamiro nun erneut bei der Velká pardubická starten. Die Erwartungen sind hoch. Doch inzwischen ist Sacamiro zwölf Jahre alt - schon ein hohes Alter im Pferderennsport. Zudem macht ein neuer Konkurrent aus dem Familien-Stall von Pavel Odložil von sich Reden: Sein zwei Meter großer Wallach Cuwall ist erst acht Jahre alt und bei einem der Qualifikationsrennen vor Sacamiro ins Ziel gelaufen. Die Pferdehalter geben alles, um ihre Tiere bestmöglich auf die Velká pardubická vorzubereiten. Doch wie passt das zusammen: Die Liebe zum Pferd und die Leidenschaft für einen Sport voller Risiken für das Tier?

Der doppelte Alfred 20:15

Der doppelte Alfred

Komödie

Alexandres Frau, eine Marinesoldatin, hat ihm bis zu ihrer Rückkehr von einer U-Boot-Mission ein Ultimatum gestellt: Entweder er hat bis dahin einen Job gefunden, der ihm finanzielle Unabhängigkeit garantiert, oder es ist aus. In der Kita trifft Alexandre auf Arcimboldo, sein überdrehtes Alter Ego und ein Lebenskünstler, der mit seiner Ich-AG "personalisierte Dienstleistungen" anbietet und ein wenig wie die Fee in diesem Märchen wirkt. Alexandre findet eine Anstellung in einem Start-up, wenngleich er die Aufgabenstellung nicht ganz verstanden hat. Das Unternehmen namens The Box kultiviert eine gewisse Form von Selbstbestimmung - so kann er sein eigenes Gehalt festlegen -, erwartet aber eine Verfügbarkeit 24/7 und verfolgt eine strikte Kein-Kind-Politik ... Um die Existenz seiner Kinder und der zwei Alfreds (zwei Kuscheltieren) zu verbergen, muss Alexandre zahlreiche Verrenkungen machen - mit tatkräftiger Unterstützung Arcimboldos. Dabei entdeckt er, dass die gefürchtete Séverine, die ständig am Rande eines Nervenzusammenbruchs zu stehen scheint, tatsächlich die Mutter von Suzie ist, einer Praktikantin im Unternehmen, und dass auch andere Kollegen sorgfältig verbergen, dass sie Kinder haben. Auf Anregung von Suzie beschließen sie, die wöchentliche Konferenzschaltung zu nutzen, um sich als Eltern zu outen und die Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen ... In dieser witzigen und scharfsinnigen Komödie verwandelt Bruno Podalydès ein hypervernetztes Start-up-Unternehmen in ein kleines Theater des Absurden und erzählt in einer gekonnten Mischung aus Anklage und Poesie von den Irrwegen der heutigen Arbeitswelt.

Wie unser Gehirn uns austrickst 21:45

Wie unser Gehirn uns austrickst: Mein Hirn und ich

Dokumentation

Nehmen wir die Wirklichkeit tatsächlich so wahr, wie sie ist? Um die Welt, in der wir leben, leichter zu verstehen und mit der Flut an Informationen und Reizen aus unserem Umfeld umzugehen, greift unser Gehirn kontinuierlich auf mentale Abkürzungen, Vorhersagen und Interpretationen zurück. Alle Informationen, die das Gehirn erfasst, werden gefiltert. Diese Automatismen sind essenziell für unsere Entwicklung: Sie bilden die Grundlage unserer Lern-, aber auch unserer Leistungsfähigkeit, denn sie ermöglichen es dem Gehirn, mit minimalem Ressourcenaufwand zu reagieren. Doch diese Mechanismen sind alles andere als unfehlbar. Sie können auch zu Verzerrungen in Wahrnehmung, Einschätzung oder Auslegung führen. Optische Täuschungen und Zaubertricks machen sich genau diese Mechanismen zunutze, um uns hinters Licht zu führen und mit unserer Wahrnehmung der Realität zu spielen. Der Neurowissenschaftler, klinische Psychologe und Amateurzauberer Albert Moukheiber entführt die Zuschauerinnen und Zuschauer auf eine faszinierende Reise in die Welt des menschlichen Gehirns, auf der wir dessen Stärken, aber auch Schwächen entdecken. Mit spielerischen Experimenten zeigt er, wie kognitive Verzerrungen funktionieren und welchen Einfluss sie auf unsere Wahrnehmung der Welt und unser Verhalten haben. Sich dieser Verzerrungen und Automatismen bewusst zu sein, bedeutet zu verstehen, wie sehr sie unsere Gedanken und Entscheidungen prägen. Sie können zu scheinbar logischen, aber dennoch fehlerhaften Schlussfolgerungen oder auch Vorurteilen führen. Albert Moukheiber lädt ein, sich mit den Grenzen unseres Gehirns auseinanderzusetzen, damit wir uns selbst besser verstehen und unseren freien Willen gezielter ausüben können.

Wie unser Gehirn uns austrickst 22:40

Wie unser Gehirn uns austrickst: Mein Hirn und die anderen

Dokumentation

Der Mensch denkt und entscheidet nicht völlig unabhängig: Er ist auf andere angewiesen und sein Gehirn ist auf das Leben in Gemeinschaft ausgelegt. In dieser Folge zeigt der Neurowissenschaftler und Psychologe Albert Moukheiber, wie stark unser Denken, Verhalten und unsere Entscheidungen von der Anwesenheit anderer beeinflusst werden - so sehr, dass uns unser Gehirn mitunter in die Irre führt. Von Geburt an sind andere für unser Überleben unverzichtbar. Zwischenmenschliche Beziehungen formen unsere kognitiven Fähigkeiten und das "soziale Gehirn". Doch der Blick der anderen kann auch lähmen: Sozialer Stress blockiert unser Potenzial, während die Angst vor Ausgrenzung Entscheidungen beeinflusst. Moukheiber macht deutlich, wie sehr wir zu Konformismus neigen und unbewusst vereinfachende Denkmuster nutzen. Diese Mechanismen sind überlebenswichtig, machen uns aber auch anfällig für Manipulation und Betrug - oft mit schädlichen Folgen. Soziale Netzwerke nutzen diese Automatismen gezielt aus, um Aufmerksamkeit zu binden. Dabei untergraben sie mitunter die Fähigkeit, unterschiedliche Meinungen gelten zu lassen und eigenständig zu denken. Gerade in Zeiten Künstlicher Intelligenz und des digitalen Wandels ist es wichtiger denn je zu verstehen, was zwischenmenschliche Beziehungen ausmacht.

When the Waves Are Gone 23:35

When the Waves Are Gone

Drama

Lieutenant Hermes Papauran gilt als einer der besten Ermittler der Philippinen und unterrichtet an der Polizeihochschule. Doch seit Beginn des staatlichen Anti-Drogenkriegs wird er täglich mit Leichen, Angst und einem Staatsapparat konfrontiert, der Gehorsam über Recht stellt. Hermes erlebt die Gewalt aus nächster Nähe und spürt, wie sie ihn von innen zersetzt. Die verdrängten Schuldgefühle, Teil des Systems zu sein, werden körperlich sichtbar: Ein aggressives Ekzem überzieht seinen Körper. Fieber und Juckreiz treiben ihn in die Isolation. Gleichzeitig drängt seine angestaute Wut immer häufiger nach außen, was auch sein Privatleben aus dem Gleichgewicht geraten lässt. Als sein Zustand unerträglich wird, verlässt Hermes die philippinische Hauptstadt und zieht sich in sein Heimatdorf an der Küste zurück. Das Meer verspricht Ruhe und Genesung, doch die Rückkehr bedeutet vor allem auch Konfrontation: mit einer Familie, die alte Versäumnisse nicht vergessen hat - und mit der Frage, was von ihm bleibt, wenn Uniform und Rang keinen Halt mehr geben. Zeitgleich will Hermes' früherer Mentor und Weggefährte Primo Macabantay mit seiner Vergangenheit aufräumen, nachdem er aus langer Haft entlassen wurde - eine Haft, für die Hermes mitverantwortlich ist. Getrieben von religiösem Wahn und Rachedurst nähert sich Primo Hermes' Umfeld und zwingt ihn in eine Konfrontation, in der persönliche Abrechnung zum Spiegelbild des politischen Ausnahmezustands wird.