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TV Programm für ARTE am 08.06.2026

Bad Gastein - Die Diva der Alpen 05:10

Bad Gastein - Die Diva der Alpen

Landschaftsbild

Monaco, Manhattan, das Berlin der Alpen - viele Vergleiche hat Bad Gastein schon erfahren. Doch treffender ist ein anderer: "Die Diva der Alpen". Seit Generationen zieht der Kurort prominente Besucherinnen und Besucher an. Sie kommen zur Erholung, lassen sich von der Berglandschaft inspirieren und nutzen den mondänen Rahmen für große Auftritte. Kaiser Wilhelm I. und Kaiserin Elisabeth urlaubten hier, ebenso wie Sigmund Freud und Thomas Mann. Mit dem 20. Jahrhundert kamen Krieg, Enteignung, Verlust. Auch diese Zeit hinterließ Spuren. Doch Bad Gastein blieb nie lange im Stillstand. Auf jede Erschütterung folgte ein neuer Anfang. In den 1960er Jahren reiste der Schah von Persien mit Entourage an, Billy Wilder suchte im Rauschen des Wassers Inspiration. Später entstanden futuristische Gebäude wie das Kongresszentrum oder die Felsentherme und durchbrachen die mondäne Kulisse der Belle Époque. Sie boten Raum für große Shows: Mit Liza Minnelli, Charles Aznavour und Ray Charles brachen die Galajahre Bad Gasteins an. Ende der 1980er Jahre geriet Bad Gastein durch Fehlspekulationen in eine wirtschaftliche Krise. Der Ort verfiel zusehends, wurde aber zum Geheimtipp für jene, die zwischen Ruinen und Verfall seine Zukunft neu erfanden. Damit begann eine Phase, die bis heute anhält. Nun prägen moderne und urbane Strömungen den Ort, der weiterhin prominente Schauspieler wie Hugh Grant oder Philipp Hochmair anzieht. Die vielen Namen von Bad Gastein erzählen von unterschiedlichen Epochen, die den Ort geprägt haben. So entstand jene dramatische Kulisse am Hang, durch die der Wasserfall seit Jahrhunderten unbeirrt rauscht.

360° Reportage 05:55

360° Reportage: Der Duft Indiens

Reportage

Kannauj ist eine der ältesten Städte Indiens und neben Grasse in der französischen Provence einer der wichtigsten Standorte der Parfümherstellung. Düfte sind seit jeher omnipräsent im täglichen Leben in Indien: als Parfüm, als Backzutat oder als Räucherstäbchen. Sadhna Pathak hat das Unternehmen ihres verstorbenen Mannes übernommen und ist gemeinsam mit ihrem Bruder in dritter Generation Attar-Herstellerin von Kannauj. Außerdem besitzt die Familie eine Räucherstäbchenproduktion, in der die Reststoffe aus dem Destillationsprozess verwendet werden. Sadhnas Sohn Aviral soll nun das Unternehmen zukunftsfähig machen, denn die traditionelle Attar-Gewinnung droht zunehmend von synthetisch hergestellten Duftstoffen verdrängt zu werden. Auch Vishal Vijayvargiya, einer der erfolgreichsten Parfümeure in der Bundeshauptstadt Lakhnau, setzt auf synthetische Stoffe, da diese erheblich günstiger und für viele Kunden erschwinglich sind. Außerdem empfinden manche Käufer synthetische Düfte als angenehmer. Der 23-jährige Aviral Pathak setzt darauf, echte und traditionell hergestellte Duftstoffe zu produzieren und daraus attraktive Düfte zu kreieren. Er hofft, dadurch nicht nur das elterliche Unternehmen, sondern auch Kannauj als Parfümhauptstadt zu unterstützen. Wird er sich gegen den Trend zu preislich günstigeren synthetischen Duftstoffen durchsetzen können?

Zu Tisch mit Lucie - Kitchen Hacks 06:50

Zu Tisch mit Lucie - Kitchen Hacks: Bananen

Essen und Trinken

Sie ist gelb, krumm und in jeder Obstschale zu finden: Die Banane hat eine erstaunliche Karriere hingelegt. Als Millionen-Dollar-Kunstwerk an der Wand oder als Symbol der deutschen Wiedervereinigung - kaum eine Frucht hat so viele Geschichten zu erzählen. Auf Madeira bewirtschaftet die Familie Fernandes ihre Bio-Plantage und zaubert aus den Früchten traditionelle Gerichte. Moderatorin Lucie erforscht die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten: Sie macht aus Bananenschalen veganen Bacon und bereitet herzhafte Kochbananen mit Chili zu. Überraschender Fun Fact: Die Banane zählt botanisch gesehen zu den Beeren.

Stadt Land Kunst 07:20

Stadt Land Kunst: José Luján Pérez' Kanaren / China / Italien

Magazin

(1): José Luján Pérez' gottesfürchtige Kanaren (2): China: Die Kunst der Kalligrafie (3): In Kolumbien: Luisas Eintopf (4): Italien: Ein Museum der besonderen Art

Stadt Land Kunst 08:05

Stadt Land Kunst: Henry Millers Big Sur / Côte d'Azur / Usbekistan

Magazin

(1): Big Sur: Henry Millers Paradies (2): Côte d'Azur: Labor der Moderne (3): Costa Rica: Denzells karibische Fischsuppe (4): Usbekistan: Eine Bildergalerie in der Steppe

Tito 08:55

Tito: Der Mann, der Jugoslawien war

Dokumentation

Es war einmal ein Land, das es nicht mehr gibt: Jugoslawien. Mehrere Jahrzehnte lang hielt Josip Broz Tito unangefochten die Zügel in der Hand. Bis zu seinem Tod 1980. Er hinterließ ein Machtvakuum, das die kommunistische Partei nicht füllen konnte. Der Staat Jugoslawien zerfiel. Millionen Menschen wurden in den Kriegen vertrieben, Hunderttausende getötet. Die Dokumentation erzählt neben der Lebensgeschichte Titos auch die Geschichte eines gescheiterten Staatswesens. Historiker, Künstler, ehemalige Partisanenkämpfer begeben sich dafür auf Spurensuche. Sie sind Serben, Kroaten, Bosniaken, Slowenen, überall auf der Welt verstreut. Viele beschäftigt die Frage, wer dieser Mann wirklich war. Ihre persönlichen Erinnerungen und Analysen verschmelzen zu einer Erzählstimme, die mit selten gezeigten Archivmaterial den Weg Titos nachzeichnet. Vom gelernten Schlosser zum kommunistischen Untergrundkämpfer und charismatischen Partisanenführer bis hin zum autokratischen Herrscher des Staates Jugoslawien, den es ohne ihn vermutlich so nie gegeben hätte. Zu Wort kommen unter anderem der Politikwissenschaftler Dejan Jovic, die Performancekünstlerin Marina Abramovic sowie der Historiker Joze Pirjevec und die Historikerin Marie-Janine Calic. Es entsteht das komplexe Bild eines Mannes, der vielen Menschen Hoffnung und Stabilität versprach, der internationale Anerkennung gewann, Jugoslawien zwischen Ost und West positionierte und die Bewegung der Blockfreien Staaten mit ins Leben rief. Zudem legt die Dokumentation die Bruchlinien frei, an denen der jugoslawische Staat später zerbrechen wird.

Serbien - Land des Wassers 10:25

Serbien - Land des Wassers

Dokumentation

Serbien ist geprägt von Wasser. Die Donau und die großen Flüsse Save, Morava, Drau und Theiß tragen Wasser in das Land hinein. Dort, wo vor Millionen von Jahren ein riesiges Binnenmeer die Ebene bedeckte, entstand ein einzigartiger Lebensraum mit vielfältigen Ökosystemen und ein Hotspot für Biodiversität. Das Eiserne Tor ist die größte Flussklippenlandschaft Europas und Unesco-Weltnaturerbe. Hundert Kilometer lang hat sich die Donau einen Weg durch die Südkarpaten zum Schwarzen Meer geschaffen. Die dichten Wälder der Tara gehören zu den letzten Rückzugsgebieten des Braunbären auf dem Balkan. Bevor der Schnee die Gebirgshänge in eine dichte Decke hüllt, begibt er sich auf die Suche nach einem Ort, wo er die kalten Wintermonate überstehen kann. In den Ausläufern der Karpaten hat das Wasser tiefe Karsthöhlen in die Gebirgsregion gegraben. Die Lazareva-Höhle ist mit ihren 9.818 Metern die längste Höhle in ganz Serbien und Lebensraum für Arten, die nur hier vorkommen. In den Steilklippen des Uvac-Canyons lebt der Gänsegeier. Der Greifvogel galt in Serbien bereits als ausgestorben. Doch intensive Schutzmaßnahmen konnten seinen Bestand bewahren. Im Herbst, wenn das Wasser zurückkehrt, erwacht das Naturreservat Slano Kopovo zum Leben. Jahr für Jahr rasten hier Zehntausende Zugvögel. Sie kommen aus Skandinavien, Russland, dem Baltikum und ziehen weiter nach Griechenland und Nordafrika. Rund 200 Vogelarten wurden hier bereits gesichtet. Kraniche, Wildgänse, Enten - sie finden hier alles, was sie für ihre strapaziöse Reise benötigen.

Re: 11:25

Re:

Reportage

Was Europa bewegt

Küchen der Welt 11:55

Küchen der Welt: Louisiana: Boiled Crawfish

Essen und Trinken

(1): Boiled Crawfish, der berühmte Flusskrebs aus den Südstaaten (2): Nostalgiegeschmack: Adrian, eine Amerikanerin in Paris (3): Ran an die Töpfe!

Stadt Land Kunst 12:25

Stadt Land Kunst: Les Arcs à la Ruben Östlund / Usbekistan / Notting Hill

Magazin

(1): Les Arcs: Familientherapie à la Ruben Östlund (2): Auf dem Pferd in Usbekistan (3): In Italien: Michaelas gefüllte Endivie (4): Der Galgenprozess von Notting Hill

Stadt Land Kunst 13:10

Stadt Land Kunst: Muchtar Äuesows Kasachstan / Neukaledonien / Großbritannien

Magazin

(1): Kasachstan: Muchtar Äuesows literarisches Vermächtnis (2): Neukaledonien: Kaneka, der Klang der Freiheit (3): Kroatien: Vis?njas Trüffelomelette (4): Großbritannien: Schüler im Streik

Minari: Wo wir Wurzeln schlagen 14:00

Minari: Wo wir Wurzeln schlagen

Familienfilm

Mit "Minari" legt Regisseur Lee Isaac Chung ein feinfühliges Familiendrama vor, das universelle Themen von Migration, Identität und Hoffnung auf leise, eindringliche Weise verhandelt. In den 1980er-Jahren zieht die koreanisch-amerikanische Familie Yi von Kalifornien in das ländliche Arkansas, um dort den Traum von wirtschaftlicher Unabhängigkeit zu verwirklichen. Vater Jacob setzt alles auf den Erfolg seiner Farm, während Mutter Monica die Unsicherheit und Isolation des neuen Lebensortes zunehmend belasten. Aus der Perspektive des jungen David entfaltet sich eine Geschichte voller zarter Beobachtungen, in der sich kulturelle Unterschiede, familiäre Spannungen und liebevolle Nähe miteinander verweben. Die Ankunft der Großmutter bringt unerwartete Dynamik und Humor in den Alltag und wird zum emotionalen Anker der Familie. "Minari" besticht durch seine ruhige Erzählweise, authentische Figuren und poetische Bildsprache. Der Film wurde international gefeiert und mehrfach ausgezeichnet, unter anderem für seine herausragenden schauspielerischen Leistungen. Ein zutiefst menschliches Werk über Verwurzelung und Wachstum - so widerstandsfähig und hoffnungsvoll wie die Pflanze, die ihm seinen Namen gibt.

Geschichte der Landwirtschaft 15:50

Geschichte der Landwirtschaft: Der Kampf um Grund und Boden

Dokumentation

Lange Tage, kaum Freizeit und viel Schufterei - Landwirtschaft war schon immer ein harter Job. Mit ländlicher Idylle hat das Leben auf dem Bauernhof auch heute wenig zu tun. Die Produktion unserer Lebensmittel hat sich im vergangenen Jahrhundert zunehmend industrialisiert. Die Landwirtschaft in Deutschland und im Nachbarland Frankreich hat sich seit dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1990er Jahre dramatisch verändert. In den harten und entbehrungsreichen Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg dienten noch Pferde und Ochsen als Zugtiere, und ein Großteil der Arbeit auf den Feldern wurde von Hand erledigt. In den 1950er und 1960er Jahren erleichterte der Einsatz von Traktoren, Mähdreschern und Melkmaschinen die bäuerliche Arbeit und führte zu einer erheblichen Steigerung der Erträge. Gleichzeitig brachte die Mechanisierung eine drastische Reduzierung der in der Landwirtschaft beschäftigten Personen mit sich, was sich auch auf das Leben in den Dörfern auswirkte. Historische Aufnahmen und emotionale Berichte von Zeitzeugen beleuchten, wie unterschiedlich die Entwicklung in Ost und West verlief. Während man in der Bundesrepublik und in Frankreich vor allem auf kleinere, familiengeführte Betriebe setzte, wurden in der DDR Großgrundbesitzer entschädigungslos enteignet und das konfiszierte Land wurde neu verteilt. Für mehr als 200.000 Landlose und ihre Familien bot sich so die Chance, eine Existenz als selbstständige Kleinbauern aufzubauen. Später wurden jedoch alle selbstständigen Bauern zum Eintritt in landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften gezwungen. Um dieser Zwangskollektivierung zu entgehen, flohen viele Bauern in den Westen, wo die rasche Modernisierung der Landwirtschaft erheblich zum sogenannten Wirtschaftswunder beitrug.

Geschichte der Landwirtschaft 16:35

Geschichte der Landwirtschaft: Die Industrialisierung

Dokumentation

Seit den 1960er Jahren hält moderne Technik Einzug in die Landwirtschaft. Auch in der DDR spielen Maschinen eine immer größere Rolle. Immer größere Flächen, immer leistungsstärkere Maschinen - nur auf diese Art, so scheint es, können landwirtschaftliche Betriebe überleben. Durch die Mechanisierung nimmt die Zahl der Beschäftigten in der Landwirtschaft immer mehr ab. Das hat auch Einfluss auf das Leben in den Dörfern. "Wachsen oder weichen", war das Motto in Westdeutschland - und wer bei diesem Modernisierungsrausch nicht mitzog, blieb auf der Strecke. Jeder musste mit anpacken, selbst die Kinder. So erging es auch Ewald Frie, der einen Bestseller über seine Familie und das Landleben veröffentlichte. Doch trotz Mechanisierung musste in den 1970er Jahren jeder fünfte landwirtschaftliche Betrieb in der Bundesrepublik aufgeben. Daran änderten die Subventionen der EU-Agrarpolitik nichts. Auch in der DDR schritt die Industrialisierung der Landwirtschaft unaufhaltsam voran: Bereits in den 1960er Jahren entstanden dort gigantische Anlagen, in denen Tausende Nutztiere auf engstem Raum gehalten wurden. Doch die Massentierhaltung sowie der starke Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden schadeten der Umwelt - im Osten wie im Westen. Anfang der 1980er Jahre kam es bei einigen zu einem Bewusstseinswandel: Inspiriert durch die aufkommende Öko-Bewegung entschlossen sich die ersten Landwirte, ganz auf den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel zu verzichten. Es ist der Beginn des Bio-Booms in der Landwirtschaft.

Pakt mit der Natur 17:20

Pakt mit der Natur: Die Mediterrane Garrigue wiederentdecken

Natur und Umwelt

Seit 50 Jahren widmet sich Jean-Paul Salasse dem Erhalt der Garrigue. Er kennt die Pflanzen hier und ist mit den typischen Gerüchen der Strauchheide vertraut. Auf geführten Wanderungen sensibilisiert er die Menschen für die Schönheit dieser wenig bekannten Landschaft und wirbt so für ihren Schutz. Eric Prioré durchstreift die Garrigue mit seiner Rove-Ziegenherde. Die Gemeinde Septème-les-Vallons hat ihm für die 125 Tiere insgesamt 600 Hektar Land zur Verfügung gestellt. Rove-Ziegen ernähren sich von Büschen und Pflanzen, halten die Vegetation kurz und verhindern so die Ausweitung von Bränden. So findet die lokale Ziegenrasse, die schon fast ausgestorben war, in der Garrigue wieder ihren Platz. Im Herzen der korsischen Macchia ernten Sophia und ihr Vater Albrecht italienische Immortellen. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach den für die Region so symbolträchtigen Blumen sind die beiden vom Sammeln wilder Exemplare der gelben Strohblumen auf nachhaltigen Anbau umgestiegen - ganz ohne Bewässerung und Dünger. Yves Elie und seine Frau Chantal wollen das Gleichgewicht zwischen Pflanzen und Bienen wiederherstellen. Dazu haben sie die Wildform der Dunklen Europäischen Honigbiene erfolgreich wieder angesiedelt, um die Flora auf den Heideflächen zu erhalten und der Garrigue so neues Leben einzuhauchen.

Azoren - Tanz um den Vulkan 17:50

Azoren - Tanz um den Vulkan: Tanz um den Vulkan

Natur und Umwelt

In den Gewässern um die Azoren tummeln sich die größten Tiere der Welt: Blauwale. Sie treffen auf ihrer Reise aus der Arktis in wärmere Bereiche des Atlantiks auf ihre Verwandten, auf Finnwale, Buckelwale und Pottwale. Die Meeressäuger begegnen auch den größten Fischen der Ozeane: Walhaien, Blauhaien und dem seltenen Mondfisch, dem größten Knochenfisch der Weltmeere. Wie Wesen aus einer anderen Welt wirken die Salpen, die aus großer Tiefe an die Oberfläche aufsteigen. Sie sind walzenförmig, fächerartig oder langgestreckt. Manche hängen zusammen und bilden meterlange Bänder. An der Südküste der Insel Pico, wo der Meeresboden nur wenige Seemeilen vor der Küste bereits in 2.000 Meter Tiefe liegt, leben weitere fremdartige Wesen. Die Azoren haben mehr als das Unterwasserspektakel zu bieten: Auf den Inseln gibt es zahlreiche Basalthöhlen und Wasserfälle sowie grüne, teils von Seen und Teichen durchzogene Vulkankrater. Sie sind ein Süßwasserreservoir für die hier lebenden Vögel, aber auch für Zugvögel. Nur wenige der riesigen Lavahöhlen sind für Besucherinnen und Besucher zugänglich. Die Hunderte Meter, ja oft mehrere Kilometer langen Höhlenröhren verlaufen in Fließrichtung der einst flüssig-heißen Lava von den Vulkanen talwärts. Irgendwann erreicht der Höhlenschlund das Meer, einen Sammelplatz für Unterwassertiere. Corvo ist die kleinste Insel der Azoren. Sie liegt so weit westlich, dass sie ebenso wie Flores schon Teil der amerikanischen Kontinentalplatte ist. Der riesige Krater des erloschenen Vulkans erhebt sich direkt aus dem Meer. Im Oktober wird Corvo von Birdwatchern aus aller Welt belagert. Sie erwarten das Erscheinen der Zugvögel.

Die Insel der Giganten 18:35

Die Insel der Giganten

Tiere

Im Jahr 2008 hört der Unterwasserkameramann und Tierfilmer Nuno Sá von Thunfisch-Fischern von riesigen Tieren mit Mustern auf dem Rücken. Für ihn ist klar: Es kann sich nur um Walhaie handeln, die in dieser Region jedoch noch nie gesichtet wurden. Nuno und die Fischer stellen fest, dass die Meeresriesen die Thunfische anziehen. Um diese Entdeckung zu dokumentieren und das Verhalten der Walhaie zu verstehen, arbeitet Nuno fortan mit dem Meeresforschungsinstitut Okeanos zusammen. Ziel ist es, Sender an den Walhaien anzubringen, um ihre Herkunft und Wanderrouten nachzuvollziehen. Trotz aller Anstrengungen gelingt es nicht, die Tiere zu markieren. So plötzlich, wie sie aufgetaucht waren, verschwinden sie auch wieder - und mit ihnen die Thunfische. Die Forschenden formulieren mehrere Hypothesen. Wahrscheinlich nähern sich die Walhaie aufgrund der steigenden Meerestemperaturen den Azoren und finden hier außergewöhnliche Nahrungsquellen. Folglich ist ihr Verhalten nicht natürlich, sondern eine direkte Folge menschlichen Einflusses. Die Azoren sind ein strategischer Knotenpunkt im Atlantik, an dem die kalten Gewässer des Nordens auf die wärmeren Strömungen des Südens treffen. Das Gebiet weist eine außergewöhnliche Artenvielfalt auf: Meeresbewohner aus kalten, temperierten, tropischen und subtropischen Gewässern kommen auf ihrer Wanderung hier vorbei. Ein Drittel aller Wal- und Delfinarten sowie Schildkröten, Haie und im Sommer auch tropische Arten durchqueren diese Gewässer. Walhaipopulationen wurden bisher allerdings nur an etwa 20 Orten weltweit beobachtet. Nuno und das Okeanos-Team arbeiten mit Ingenieuren des CEiiA-Forschungsprojekts an der Entwicklung effizienterer Messgeräte. 2019 kehren die Walhaie noch zahlreicher zurück. Dank der ausgereifteren Modelle gelingt es ihnen, einem Walhai ein Geschirr mit drei Kameras anzulegen. So entdecken sie, dass Walhaie und Thunfische nicht nur Reisegefährten sind, sondern aktiv bei der Nahrungsjagd zusammenarbeiten. Sie treiben kleinere Fische zusammen, umzingeln und attackieren sie - eine Taktik, von der beide Arten profitieren. Die Dokumentation zeigt die weltweit ersten Bilder dieser außergewöhnlichen Symbiose.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.

Re: 19:40

Re:: Spaniens Edelkäse in Gefahr

Reportage

Seit Hunderten von Jahren wird der spanische Cabrales-Käse auf traditionelle Art produziert. Doch industrielle Produzenten drohen den Markt zu übernehmen, während kleine Betriebe wie jener der Familie Martinez-Noriega zunehmend ins Hintertreffen geraten. Im Örtchen Tielve, hoch in den Bergen Asturiens, stellt die Familie seit 150 Jahren Cabrales her. Zweimal am Tag werden mehrere hundert Liter frische Milch angeliefert, die von Salud, der Tochter der Chefin, sofort "dickgelegt" wird. Bis zu 16 Stunden arbeitet die 58-Jährige am Tag. Die Käselaibe müssen regelmäßig gewendet und gesäubert werden, oft in schwer zugänglichen Höhlen in den Bergen Nordspaniens. Viele sind bis heute nur mit dem Pferd erreichbar. Die harte Arbeit schreckt die meisten jungen Menschen heute ab. Jedoch nicht alle: Im Örtchen Asiegu, mit 45 Einwohnern, haben Sandra und Nacho vor zwei Jahren die einst aufgegebene Familien-Käserei wiedereröffnet. Dafür sind sie aus dem trubeligen Santander hergezogen und leben nun mit ihren zwei kleinen Töchtern in der abgelegenen Region. Wenigstens einmal im Jahr ist hier richtig was los: Ende August wird in Arenas de Cabrales der beste Höhlenkäse der Saison gekürt und direkt im Anschluss versteigert - für bis zu 30.000 Euro. Dann sind dem Käse, den immer weniger Menschen traditionell herstellen wollen, internationale Schlagzeilen sicher. Reicht das aus, um sein Überleben zu sichern?

Ich habe keine Angst 20:15

Ich habe keine Angst

Drama

Italien, 1978: Das gesamte Leben im süditalienischen Apulien scheint in der brütenden Hitze des Sommers fast stillzustehen. In einem kleinen Dorf, dessen wenige Häuser wie verloren zwischen endlosen Weizenfeldern liegen, lebt der neunjährige Michele mit seinen Eltern und seiner Schwester Maria. Während die Erwachsenen vergeblich versuchen, der Hitze zu entgehen, durchstöbern Michele und seine Freunde die Gegend nach Abwechslung und Abenteuern. Auf einem dieser Streifzüge entdeckt der Junge beim Spielen in der Nähe eines verlassenen Gutshauses ein tiefes Loch im Erdboden. Neugierig inspiziert Michele die geheimnisvolle Grube - und macht in der Dunkelheit plötzlich eine gespenstische Gestalt aus. Voller Entsetzen ergreift er die Flucht. Doch die bizarre Begegnung lässt ihm keine Ruhe. Vorsichtig schleicht er sich zu dem Loch zurück und erkennt: Ein Junge wird wie ein Tier in der dunklen Grube gefangen gehalten. Die Finsternis, die Isolation und die Angst haben den Jungen zermürbt; er kann sich kaum mehr klar ausdrücken und ist überzeugt davon, bereits tot zu sein. Michele, der den verwilderten Filippo fortan mit Nahrung versorgt, traut sich nicht, mit seinen Eltern oder seinen Freunden über seine unheimliche Entdeckung zu sprechen. Schließlich kommt er dahinter, dass Männer aus seinem Dorf, darunter auch sein Vater Pino, hinter der ebenso grausamen wie mysteriösen Tat stecken. Fest entschlossen, dem Jungen zu helfen, startet Michele eine gefährliche Rettungsaktion.

Es war einmal in Amerika 21:50

Es war einmal in Amerika

Kriminalfilm

40 Jahre umspannt die Handlung des monumentalen Gangster-Epos (1984) von Sergio Leone. Im Mittelpunkt stehen die Freunde Noodles und Max, die schon als Jugendliche während der Prohibitionszeit mit ihrer Gang die Lower East Side von New York unsicher machen. Als mit Ende des Alkoholverbots ihre größte Einnahmequelle versiegt, kommt es zu einem folgenreichen Streit ... New York: Schon als Jugendliche beschaffen sich die Freunde Noodles, Max, Dominic, Patsy und Cockeye in der Lower East Side der 1920er Jahre ihr Taschengeld durch Diebstahl und Erpressung. Ihre kriminelle Karriere bekommt einen Schub, als sie einen korrupten Cop mit einer Prostituierten überraschen und ihn fortan mit Beweisfotos nötigen, über ihre kriminellen Aktivitäten hinwegzusehen. Aber so werden sie langsam Bugsy, der mit seiner Gang das Viertel kontrolliert, zu mächtig. Der setzt seine Leute auf die Jungs an, und es kommt zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung, bei der Dominic erschossen wird. Völlig außer sich über den Tod des Freundes, ersticht Noodles Bugsy. Nach zehn Jahren kommt Noodles aus dem Gefängnis frei. Er wird von Max erwartet, der inzwischen eine Verbrecherorganisation aufgebaut hat und viel Geld mit illegalem Alkoholhandel verdient. Kurz vor dem Ende der Prohibition plant Max einen letzten großen Coup: Er will die Federal Reserve Bank ausrauben. Noodles fürchtet, dass der Überfall scheitern und seine Freunde in den Tod führen wird. Um sie zu schützen, verrät er den Plan an die Polizei. Doch als diese einschreitet, richtet sie ein Blutbad an. Noodles fühlt sich schuldig und flieht aus New York. Erst Jahrzehnte später kehrt er zurück und erfährt, dass Max das Massaker überlebt hat. Aber die Freundschaft lässt sich nicht kitten ...