13:00
Bereits Ende des 19. Jahrhunderts, noch vor der Gründung Europas, verband der Orient-Express den Okzident und den Orient. Seine Passagiere legten in drei Tagen rund 3.000 Kilometer zurück: von Paris über Wien und Budapest bis nach Varna, später auch von den Alpen über Venedig bis zur Donau und auf den Balkan. Er galt als Zug der Könige, Diplomaten, Schriftsteller und anderer legendärer Passagiere wie Mata Hari, Josephine Baker, Marlene Dietrich und Agatha Christie, die sich zu ihrem Roman "Mord im Orient-Express" inspirieren ließ. Mit seinen Schlaf- und Speisewägen bot er einen für damalige Verhältnisse völlig neuartigen Luxus. Von der Einweihungsfahrt 1883 bis zum Ende der historischen Fernverbindung Paris-Istanbul war der Orient-Express ein prunkvoller und ruhmreicher Zug. Doch er erlebte auch Verfall, Revolutionen und Kriege. Als eine der wenigen internationalen Zugverbindungen, die den Eisernen Vorhang durchquerten, wurde er während des Kalten Kriegs zum Transportmittel für Arbeiter und Immigranten Der Dokumentarfilm "Der Orient-Express - Vintage auf Schienen" blickt auf beinahe ein Jahrhundert Eisenbahn-Abenteuer zurück und stützt sich dabei auf Erkenntnisse und Berichte von Historikern, Eisenbahn-Restauratoren und -Sammlern. Der Historiker für industrielles Kulturerbe Arthur Mettetal zeigt nicht nur die Hinterlassenschaften des Luxuszuges in Europa, sondern auch Restaurationswerkstätten und 13 ungewöhnliche Waggons, die an der Grenze zwischen Polen und Weißrussland abgestellt und aufgegeben wurden. ARTE schickt die Zuschauerinnen und Zuschauer auf eine grenzüberschreitende Reise zwischen Mythos und Realität.
14:25
Mitch McDeere ist ein junger und ehrgeiziger Juraabsolvent, der in der renommierten Anwaltskanzlei Bendini, Lambert & Locke eine vielversprechende Anstellung findet. Gemeinsam mit seiner Frau Abby genießt er die Vorteile und das Prestige seines Postens. Die Firma, wie die Kanzlei von den Angestellten genannt wird, bezahlt nicht nur gut, sondern engagiert sich auch für die Familien der Mitarbeiter. Das Leben des jungen Ehepaares scheint perfekt. Dass "die Firma" sich auch um eine andere Art von Familie kümmert, die Mafia, wird Mitch erst klar, als ihm ein FBI-Agent von mysteriösen Todesfällen unter ehemaligen Angestellten berichtet. Demnach würde die Kanzlei mit einem Clan gemeinsame Sache machen. Mitch soll für das FBI geheime Dokumente seines Arbeitgebers beschaffen, um die mafiösen Machenschaften beweisen zu können. Damit würde er jedoch nicht nur gegen seinen Eid als Anwalt verstoßen, sondern auch Gefahr laufen, selbst ins Fadenkreuz der Mafia zu geraten. Mitch muss sich entscheiden.
16:55
Porto liegt an der Mündung des Douro in den Atlantik und war schon unter den Römern eine bedeutende Hafen- und Handelsstadt. Die zweitgrößte Stadt Portugals ist heute unter Gästen aus aller Welt beliebt. In Porto treffen sich Tradition und Innovation. In ihrer über 2.000-jährigen Geschichte gelang es der Stadt, sich immer wieder zu erneuern. Die Meeresnähe hat Porto in der Vergangenheit goldene Zeiten beschert: Seefahrt, Kirche, Handel - sie alle haben prachtvolle Spuren hinterlassen. Und ein bedeutendes Kulturerbe. Dazu gehören sowohl die imposanten Sakralbauten mit teilweise überbordendem Blattgold-Interieur als auch der neoklassizistische Börsenpalast, die ikonische Eisenstahlbrücke, die an den Pariser Eifelturm erinnert, der Bahnhof São Bento mit seinen rund 20.000 Azulejos-Fliesen, die schmalen, bunten Häuser, die sich entlang des Flusses reihen und sogar die weltberühmten Portweinlager am gegenüberliegenden Ufer. Im Film erzählen Restauratorinnen und Mitarbeiterinnen der Stadtentwicklungsgesellschaft Porto Vivo auch, welche enormen Herausforderungen die Erhaltung der historischen Substanz mit sich bringt, die von der Unesco als Weltkulturerbe klassifiziert wurde. Dabei zehrt Porto nicht nur von seiner Vergangenheit, sondern steht inzwischen genauso für eine äußerst lebendige Kulturszene. International hat sich die Stadt als Hochburg moderner, wegweisender Architektur einen Namen gemacht und als Hotspot der Urban Art. Was als Stadt der Kontraste erscheinen mag, hat sich - und das zeigt die Dokumentation eindrücklich - tatsächlich zu einem faszinierenden Ganzen gefügt.
17:45
Auch 2026 findet das Concerto per Milano am 13. Juni als großes Open-Air-Ereignis in der Mailänder Innenstadt statt. Riccardo Chailly steht am Pult des Orchestra Filarmonica della Scala, als Solist ist der Pianist Hayato Sumino zu erleben. Wie immer bildet die Piazza del Duomo den Schauplatz des Konzerts, eingerahmt von der nächtlich beleuchteten Fassade des Mailänder Doms. Hayato Sumino spielt George Gershwins "Concerto in F". Den Abschluss bilden Leonard Bernsteins symphonische Tänze aus der "West Side Story".
18:35
(1) Marina Rumjanzewa ist Wahlschweizerin. Sie erzählt uns von einem kleinen Gegenstand, der für sie unverzichtbar geworden ist. (2) Celia Schütt ist eine junge Deutsche, die vor kurzem nach Frankreich umgezogen ist und eine Sache fehlt ihr besonders. (3) Isabelle Cossin ist ein Kind der FFA, der französischen Streitkräfte in Deutschland. (4) Und wie immer - das Rätsel.
18:45
Das österreichische Mühlviertel ist bekannt für seine lange Brautradition. Hier wird Hopfen angebaut, eine unverzichtbare Zutat für das Bieraroma. Edeltraud Jungwirth und ihre Freundin Janina Wegscheider haben die Felder stets im Blick, doch gekocht haben sie mit Hopfen noch nie. In diesem Jahr wagen sie zum ersten Mal einen Versuch. Aus frischen Hopfendolden entstehen dabei Gerichte wie Hopfen-Bruschetta, gefüllte Hopfenblätter und Hopfenblüten im Bierteigmantel. Auf den Tisch kommen zudem traditionelle oberösterreichische Spezialitäten wie sogenannte Wespennester mit Spinat- oder Apfelfüllung sowie Bauernkrapfen mit Aprikosenmarmelade. Getafelt wird in historischer Kulisse: Auf Burg Reichenstein, einer Anlage mit Museum und Wohnturm, dem Lebensmittelpunkt von Edeltraud.
19:20
"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.
19:40
Die Kaserne der Schweizergarde befindet sich auf einer Fläche von 500 Quadratmetern auf dem Territorium des Vatikanstaates. Seit Jahrhunderten Jahren wird hier eine Gruppe junger Männer rekrutiert, deren Aufgabe es ist, den Heiligen Vater, seine Kardinäle und den Vatikan zu schützen. In der historischen Renaissance-Uniform sichern die jungen Männer die Eingänge zum Vatikan und dem Apostolischen Palast, in dem der Papst mit seinen Kardinälen lebt, sie sind immer präsent bei den Gottesdiensten und Audienzen auf dem Petersplatz. Tag und Nacht stehen sie auf ihren Posten, stundenlang harren sie in Uniform und Rüstung aus. Lukas und Dominique stammen, wie alle Gardisten, aus der Schweiz. Aus ihren kleinen Dörfern kommend, haben sie sich entschlossen, der kleinsten Armee beizutreten, eine strenge und anstrengende Ausbildung in Kauf zu nehmen, Sprache und Kultur Italiens zu verinnerlichen. Nach einem Jahr der Ausbildung fiebern alle dem großen Moment der Vereidigung entgegen - mit einem Schwur besiegeln sie, sich in den Dienst des Schutzes des Heiligen Vaters zu stellen. Und wenn die Situation es erfordert, auch ihr Leben dafür zu geben. Was bewegt diese jungen Männer zu solch einem Schritt? Diesen und anderen Fragen folgt "360° Reportage" bei einem exklusiven Blick ins Herz des Vatikans.
20:15
Während der ersten Tage der deutschen Invasion Frankreichs im Zweiten Weltkrieg erhält der junge Schriftsteller Frédéric Auger einen Anruf von seiner Jugendliebe Viviane Denvers, die inzwischen ein Filmstar ist. Sie fleht ihn an, schnellstmöglich zu ihr zu kommen. Auf ihrem Sofa liegt eine Leiche. Viviane erklärt ihm, dass der Mann von der Galerie ihres Schlafzimmers einen Stock höher gefallen sei. Frédéric, aus dem Stand wieder in Viviane verliebt, ist einverstanden, die Leiche verschwinden zu lassen. Doch das Ganze geht schief und Frédéric landet wegen Mordverdachts im Gefängnis. Im Juni 1940, als sich die deutschen Truppen Paris nähern, wird das Gefängnis, in dem er einsitzt, evakuiert. Frédéric kann mit seinem Zellennachbarn Raoul fliehen. Im Zug nach Bordeaux lernen die beiden Camille kennen, die am Collège de France studiert und zusammen mit dem Professor Kopolski um jeden Preis verhindern möchte, dass angereichertes "schweres Wasser" in die Hände der deutschen Besatzer fällt ...
22:05
Verschollen geglaubtes Filmmaterial und bislang unbekannte Briefe von Romy Schneider ermöglichen neue Einblicke in ihr Leben - insbesondere in die Beziehung zu ihrer Mutter, Magda Schneider. Das Verhältnis der beiden Frauen gab immer wieder Anlass zu Spekulationen. So soll es etwa 1958 zum Bruch gekommen sein, als Romy spontan zu ihrer ersten großen Liebe, Alain Delon, nach Paris zog. Damit kehrte sie dem deutschen Nachkriegsfilm den Rücken - jenem Genre, in dem Mutter und Tochter zuvor als populäres Gespann die Kinokassen hatten klingeln lassen. Floh Romy regelrecht zu Alain, wie oft behauptet wurde? Hängte die Tochter ihre alte Karriere an den Nagel, weil sie unter dem Einfluss der Mutter litt? Zu Beginn von Romy Schneiders Karriere galt Magda Schneider als omnipräsente Helikopter-Mutter, als "Wachhund", der den Jungstar keine Sekunde aus den Augen ließ. Eifersüchtig soll sie verfolgt haben, wie Romy zum gefeierten Kinostar aufstieg und die Karriere der Mutter in den Schatten stellte. Und nicht nur das: Magda soll rigoros moderne Rollenangebote für die Tochter abgelehnt haben, damit die Minderjährige in Schmonzetten spielte und so das Familieneinkommen sicherte. Romys Briefe zeigen: Die beiden Schauspielerinnen waren zeitlebens engste Vertraute. Romy erzählte Magda viel Persönliches, vertraute sich ihr an und suchte Rat und Trost bei ihrer Mutter - etwa, als Alain Delon sie nach fünf Jahren über Nacht verließ oder nach der komplizierten Geburt ihrer Tochter Sarah.
23:00
Céline Dion, Jahrgang 1968, ist eine der berühmtesten Diven der Popmusik und fünffache Grammy-Gewinnerin. Ihre Aufnahme von "My Heart Will Go on" (1997) für den Blockbuster "Titanic" war ein Welterfolg, der Song wurde mit dem Oscar ausgezeichnet; und auch ihr Titelsong für "The Beauty And the Beast" (1991) erhielt einen Oscar. Damit gelang ihr Anfang der 1990er Jahre der Durchbruch in den USA. Zuvor hatte sie 1988 den Eurovision Song Contest (ESC) für die Schweiz gewonnen, obwohl sie selbst aus Québec stammt, wo sie bereits mit mehreren französischsprachigen Alben bekannt war. Dies verrät viel über Dions Karriere und ihre etwa 40-jährige Beziehung zu ihrem Manager und Ehemann René Angélil. Beim ESC in Dublin entdeckten 600 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer die junge Sängerin, und Céline Dion entwickelte sich vom jungen Mädchen mit altmodischem Look und schiefen Zähnen zu einem zielstrebigen Popstar. Im Jahr 2007 landete sie auf der Forbes-Liste hinter Madonna und Barbara Streisand, und ihr fünfjähriger Aufenthalt in Las Vegas brachte ihr 400 Millionen Dollar ein. Gleichzeitig betonte sie als Jüngste von 14 Geschwistern immer, dass ihr Familienleben wichtiger sei als das Singen. Die Dokumentation blickt mit viel Humor und Empathie zurück auf den legendären Eurovision Song Contest, den Céline Dion in einem spannenden Finale für sich entschied, und zeigt, wie ihr Auftritt für die Schweiz den Grundstein für ihre Weltkarriere legte.
23:55
Marcel Marceau ist der wohl berühmteste Pantomime der Welt. Als tragikomischer Clown "Bip" im Ringelhemd mit dem weiß geschminkten Gesicht, dem zerbeulten Seidenhut und der roten Blume begeisterte er die Menschen rund um den Globus. Doch der tragische Hintergrund seines Schaffens blieb lange verborgen. Marcel Marceau, gebürtig Marcel Mangel, stammt aus einer jüdischen Familie in Straßburg. Sein Vater Karl Mangel betrieb dort eine koschere Metzgerei und gab als Opernliebhaber nebenher Konzerte in seinem Laden. 1944 wurde der Vater nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Sein Sohn Marcel schloss sich der französischen Résistance an und schmuggelte zusammen mit seinem Cousin Georges Loinger jüdische Kinder über die Grenze in die Schweiz. Mit Gesten und Pantomime brachte er ihnen bei, in Gefahrensituationen zu schweigen. Stille konnte Leben retten. Beeinflusst durch Stummfilmgrößen wie Buster Keaton und Charlie Chaplin schuf Marcel Marceau nach dem Krieg eine einzigartige Kunstform, die seine Familie und Weggefährten bis heute weiterführen. In "Die Kunst der Stille" vereint der Schweizer Filmemacher Maurizius Staerkle Drux exklusive Archivmaterialien aus dem facettenreichen Leben von Marcel Marceau mit einem persönlichen, zeitgenössischen Blick auf die Kunst der Stille. Die Dokumentation feierte ihre Weltpremiere auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis und war danach in den Kinos zu sehen.