17:40
Europa ist sicherlich der letzte Ort auf Erden, wo man Wildkatzen erwarten würde. Im vergangenen Jahrhundert ging ihr Bestand so weit zurück, dass sie als vom Aussterben bedroht galten. Dank jüngster Erhaltungsmaßnahmen konnten einige emblematische Spezies gerettet werden, etwa die in Spanien und Portugal vorkommenden Arten Pardelluchs und Waldkatze. Zu Beginn der 2000er-Jahre gab es vom Pardelluchs nur noch knapp hundert Exemplare, und die letzten Waldkatzen überlebten im Schatten verstreuter Waldfragmente. Heute hat sich der Bestand beider Arten verzehnfacht und man trifft sie sowohl tagsüber als auch nachts in freier Wildbahn an. Dies bietet die Gelegenheit, ihre außergewöhnlichen Jagdtalente, ihre lautstarken Liebesspiele und ihr Familienleben zu beobachten. Aber auch die Hauskatze kommt in dieser Folge der Dokumentationsreihe zu Ehren - in einem besonders feindlichen Umfeld: beim Vulkanausbruch auf der Kanareninsel Palma. Der selbstlose Einsatz von Helferinnen und Helfern, die ihr Leben für die Rettung der Samtpfoten riskieren, beweist, dass die Katzen uns Menschen gezähmt haben - und nicht umgekehrt!
18:35
Das Leben einer jungen Maus ist ein Balanceakt zwischen Überleben und Fortpflanzung. Kaum hat sie das Geburtsnest in einem Steinbruch verlassen, beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Sie muss sich ein eigenes Territorium suchen - doch überall lauern Feinde. Eulen, Falken, Füchse und Ginsterkatzen machen Jagd auf die kleinen Nager. Als sie einem Artgenossen begegnet, entwickelt sich eine kurze Romanze. Doch die Idylle währt nicht lange: Eine Eule reißt das Männchen, und sie bleibt allein zurück. Und schon bald steht sie vor einer neuen Herausforderung: Sie erwartet Nachwuchs. Mäuse haben eine Tragzeit von nur 19 bis 21 Tagen, und die Zeit drängt. Nach einer gefährlichen Begegnung mit einer Gruppe Mangusten beginnt die Suche nach einem sicheren Nest - warm, dunkel und versteckt. Freilebende Mäuse haben eine kurze Lebenserwartung von nur sechs bis zwölf Monaten. Mit etwa sechs Wochen sind sie geschlechtsreif, und Weibchen bringen im Schnitt achtmal im Jahr fünf bis zwölf Junge zur Welt. Auch diese junge Maus wird bald eine Großfamilie haben - wenn sie die Gefahren der Wildnis übersteht. Die Dokumentation begleitet die Maus bei ihren ersten Schritten ins Erwachsenenleben. Sie zeigt, wie sie lernt, sich zu behaupten, ein Zuhause zu finden und Verantwortung für den Nachwuchs zu übernehmen. Ein Film über Anpassungsfähigkeit, Instinkt und den Überlebenskampf in der Natur.
19:20
ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.
19:40
Rom: Mitten im Trubel, an einer chaotischen Hauptstraße des hippen Viertels Trastevere, befindet sich ein ganz besonderer Ort, der weit mehr ist als ein herkömmliches Seniorenzentrum. Es ist ein Ort der Gemeinschaft und der Möglichkeit für einen Neuanfang. Ehrenamtlich geleitet von Gianfranco, bietet das Zentrum für einen kleinen Jahresbeitrag und günstige Kursgebühren ein breites Programm: Ob Schach, Aquarell, Pilates oder Tango - die Angebote sind gefragt. Die Mitgliedschaft kostet nur 15 Euro im Jahr, die Kurse höchstens 30 Euro monatlich. Irene hat sich für den Aquarellkurs entschieden, genau wie Maurizio, ein pensionierter Physiker und Meteorologe. Nach leichten Schlaganfällen trainiert Maurizio seine Koordination auch mit dem Tangokurs. Irene nutzt das Zentrum, um neue Freundschaften zu knüpfen. Die Gemeinschaft der Tagesstätte steht vor einer Bewährungsprobe: Eine neue Leitung muss gewählt werden. Gianfranco führt die Tagesstätte seit zwei Amtszeiten und die Stadt erlaubt keine Verlängerung. Darum endet seine Amtszeit endgültig in vier Wochen. Doch zunächst steht am Ende des Kursjahrs das Theaterstück "Tango der Erinnerungen" an - ein Abend über ein Lebensgefühl, das hier alle kennen. Die Reportage zeigt einfühlsam, dass alles im Leben im stetigen Wandel ist - gerade beim Altern - und dass es für neue Wege nie zu spät ist.
20:15
Halberstadt, im Sommer 1990: Robert (Max Riemelt), Volker (Ronald Zehrfeld) und Maren (Sandra Hüller) kennen und lieben sich seit ihrer Kindheit. Eher zufällig finden sie heraus, dass ganz in ihrer Nähe in einem alten Stollen die Millionen der DDR eingelagert werden. Dort soll das Geld verrotten, genau wie der Rest der Ideale dieser bis dato sozialistischen Gesellschaft. Als Roberts Onkel Markowski (Peter Kurth) ihnen Zutritt verschafft, schmuggeln die drei Rucksäcke voller Geld heraus. Denn jetzt ist es ja nur noch Spielgeld, oder? Doch die drei haben da eine ganz andere Idee. Gemeinsam mit ihren Freunden und Nachbarn entwickeln sie ein ausgeklügeltes Tauschsystem und immer mehr Möglichkeiten, um das inzwischen wertlose Geld in Waren zu tauschen und den anrauschenden Westlern und ihrem Kapitalismus ein Schnippchen zu schlagen. Das führt bald zu Konflikten in der Gemeinschaft. Jeder hat eine andere Vorstellung, was man mit so einem wortwörtlichen Haufen Geld alles machen kann. Und dies bringt auch Unruhe in die Dreiecksbeziehung, die besonders bei Robert zu Eifersucht führt. Aber Markowski sagt: Wenn man jetzt ein bisschen schlau ist, kann dieser Sommer nicht nur ein großes Abenteuer, sondern auch der endgültige Wendepunkt in ihrem Leben sein. Und so wird es ein großes Fest, bis einer das Rad zu weit dreht und Geld in Umlauf bringt, das es vorher gar nicht gab ...
22:05
Philosoph und Poet, Suchender und Fragender, Frauenschwarm und Mönch: Leonard Cohen war eine vielseitige Persönlichkeit. Das machte ihn zu einem großartigen Songwriter. Mit "Hallelujah" verband Cohen viele Jahre spiritueller Sinnsuche. Doch als er nach mehr als 150 Überarbeitungen endlich mit seinem Opus magnum zufrieden war, entschied sein Hauslabel Columbia Records, das Album in Amerika nicht zu veröffentlichen. Was Cohen zunächst in eine tiefe Schaffenskrise stürzte, entpuppte sich als Beginn seiner großen Songwriter-Karriere. Sein "Hallelujah" war nicht mehr aufzuhalten und schaffte es mit Hilfe von Coverversionen von John Cale, Bob Dylan und Jeff Buckley bis auf Platz eins der Charts. Als im Film "Shrek - Der tollkühne Held" eine eigene Version des Songs auftauchte, war sein Erfolg nicht mehr zu bremsen. Inzwischen gilt Leonard Cohens "Hallelujah" als Hymne, die generationenübergreifend die Herzen der Menschen berührt. Mit einer großen Fülle von bisher unveröffentlichtem Archiv- und Interviewmaterial zeichnet das US-amerikanische Regie-Duo Dayna Goldfine und Dan Geller ein vielschichtiges Porträt des Schöpfers des weltberühmten Songs. "'Hallelujah': Leonard Cohen, ein Leben, ein Lied" verbindet zahlreiche Konzertausschnitte, vom Beginn seiner Karriere bis zu seinem letzten Auftritt, mit Interviews seiner Wegbegleiter. Zu Wort kommen seine langjährige Partnerin Dominique Issermann, sein Produzent John Lissauer und der Rabbi Mordecai Finley. Leonard Cohen selbst reflektiert über seinen Schaffensprozess, Sinnkrisen und das Göttliche.
23:55
Leonard Cohen ist unvergessen, viele seiner wundervoll emotionalen Songs zählen zu den Klassikern der Popgeschichte. Sie gehen unter die Haut und zeugen von seiner spirituellen Suche nach dem Sinn des Menschseins angesichts von Katastrophen und des Leids, das Menschen über Menschen bringen. Seine Stimme ist unverwechselbar. Als Leonard Cohen am 17. Juli 2008 im Alter von 73 Jahren nach einem mehrjährigen Aufenthalt in einem buddhistischen Kloster und dem Verlust seines Vermögens nach langer Konzertpause wieder auf die Bühne zurückkehrt, begeistert er die Fans in der Londoner O2 Arena mit seinem sanften Charme und leisen Witz. Auch seine größten Hits wie "Suzanne", "Hallelujah" oder "Dance Me to the End of Love" stehen auf dem Programm der einstündigen Konzertfassung.