14:00
Raimunda verdient ihren Lebensunterhalt als Putzfrau am Madrider Flughafen. Als Raimundas Tochter ihren Stiefvater ersticht, weil dieser sie vergewaltigen wollte, wissen beide nicht, wohin mit der Leiche.
16:20
Hoch oben auf dem Qinghai-Plateau in Tibet, dem "Dach der Welt", prägen extreme Höhen und lebenswichtige Wasserquellen eine einzigartige Landschaft. Trotz der harschen Bedingungen ist hier eine vielfältige Tierwelt beheimatet. Auf der Flucht vor einem Wolf wird eine junge Familie von seltenen Schwarzhalskranichen getrennt und es braucht viel Geduld und Glück, um sich in den weiten Wüstengebieten wiederzufinden. Wir verfolgen gespannt, wie auf der Ebene ein ganzes Rudel Wölfe tibetische Wildesel jagt. In den hohen Bergen liefern sich Weißlippenhirsche spektakuläre Paarungskämpfe und treiben eine ganze Herde von weiblichen Tieren kilometerweit vor sich her. Und im Quellgebiet des Jangtse, wo acht Monate im Jahr Eis und Schnee das Leben bestimmen, sehen wir Schneegeiern beim Fressen ihrer Beute zu. Die Hackordnung, wer zuerst fressen darf, ist dabei seit Jahrhunderten dieselbe und kann für den ein oder anderen durchaus gefährlich werden. Auf den Graslandschaften schließlich trainieren verspielte tibetische Fuchswelpen die Jagd auf Pikas, ihre Hauptnahrungsquelle.
17:05
Die nebelverhangenen Wälder des Wuyi-Gebirges zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Vielfalt an Lebensformen aus. Viele von ihnen haben erstaunliche Strategien entwickelt, um in diesem abgeschiedenen Ökosystem zu überleben. So lockt eine listige Leichenblume Insekten an, indem sie den Geruch verwesenden Fleisches verströmt. Im Winter wirbt der seltene Liu-Krötenfrosch mit seinen psychedelisch gefärbten Augen spektakulär um ein Weibchen. Bei einer Familie von Elsterfälkchen gibt es einen Stubenhocker, der partout nicht flügge werden will, und eine Malaienadler-Mutter trotzt dem dichtesten Nebel, um zu jagen und ihren Küken Futter zu bringen. Eine gebänderte Blumenmantis verschmilzt optisch fast mit den Blüten der Hortensie, um ihre Beute in Sicherheit zu wiegen, bevor sie sie überwältigt. Und uralte Moose passen sich auf beeindruckende Weise veränderten klimatischen Bedingungen an, während Pilze im Wald eine wichtige Rolle beim Recycling von Nährstoffen spielen.
17:50
Eine der höchstgelegensten Eisenbahnstrecken der Welt für mitten durch die Anden Perus: die Ferrocarril del Sur. Ausgangspunkt ist die historische Hauptstadt Cusco. Von dort aus führen die Gleise in zwei Richtungen: einmal Richtung Norden zur weltberühmten Ruinenstadt Machu Picchu. einmal in den Süden über den Titicacasee und die Hochebene der peruanischen Anden nach Arequipa. Die spektakuläre Strecke zum Machu Picchu führt entlang des Flusses Urubamba durch das "heilige Tal der Inkas". Immer wieder beschädigen Erdrutsche die eng an den Bergen liegende Bahnstrecke. Besonders in der Regenzeit können Geröll- und Schlammmassen eine Gefahr für die Schienen darstellen. Erste Pläne für eine Eisenbahnlinie durch die peruanischen Anden entstanden bereits in den 1850er Jahren, um landwirtschaftliche Produkte aus der Region Cusco an die Küste zu transportieren. Heute erinnert nichts mehr an die Strapazen der Arbeiter, die sich jahrelang mit Spitzhacke durch diese einsame Gegend gequält haben. Entlang der schneebedeckten La Raya-Bergkette in über 4.000 Meter Höhe fährt der Zug durch ein Gebiet von ungezähmter natürlicher Schönheit und weiter zum Titicacasee, einem der höchstgelegenen Seen der Welt. Auf seinem weiteren Weg windet sich der Zug bis auf eine Höhe von 4.470 Metern, um die Hochebene von Imata zu passieren, bis Arequipa erreicht ist, die angeblich schönste Stadt Perus - die Endstation für den Andean Explorer.
18:35
Über Jahrmillionen hat sich der Colorado River tief ins Gestein des amerikanischen Westens gegraben und dabei den Grand Canyon geformt. Über eine Strecke von 445 Kilometern erstreckt sich dieses einzigartige Naturwunder. 1919 als Nationalpark unter Schutz gestellt, beherbergt er trotz unwirtlicher Lebensbedingungen eine beeindruckende Artenvielfalt. Die Steilhänge des Canyons bieten Lebensraum für den erfolgreich wieder angesiedelten Kalifornienkondor, der Ende der 1980er Jahre kurz vor dem Aussterben stand. Am trockenen Südrand liegt das Revier von Felsenzieseln, Eulen, Dickhornschafen und Pumas. Der kühlere, bewaldete Nordrand mit einem der letzten Gelb-Kiefernwälder ist Heimat für Bisonherden, Wapitis, Maultierhirsche und Waschbären, und an den Flussufern der inneren Schlucht tummeln sich Biber und zahlreiche Vogelarten. Gleichzeitig steht der Grand Canyon vor ernstzunehmenden Bedrohungen: Fünf Millionen Besucherinnen und Besucher jährlich, der Bau eines Staudamms, Uranabbau und der Klimawandel bedrohen sein fragiles Gleichgewicht. Der Schutz dieses geologischen Naturdenkmals mit seinen diversen Ökosystemen erfordert konkrete Aktionen. Darauf drängen insbesondere die elf indigenen Stämme des Gebiets. Über das indianische Kulturerbe hinaus steht der Grand Canyon vor allem für die Artenvielfalt und gleichzeitig das fragile Gleichgewicht unserer Umwelt, die für die künftigen Generationen erhalten werden muss.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:35
19:40
"Ich weiß nicht, ob es Hoffnung gibt", sagt Fischer János Tóth resigniert. Obwohl Viktor Orbáns Regierung 2014 die kommerzielle Fischerei in Ungarn verboten hat und János seinen Beruf an der Theiß seitdem nur noch sehr eingeschränkt ausüben kann, verliert er kein gutes Wort über den Machtwechsel in Ungarn. Auch seine Frau Judit fragt, was hat das alte System denn falsch gemacht. Sie betreibt die Dorf-Kneipe in Tiszadorogma, nach wie vor eine Hochburg von Orbáns Fidesz-Partei. Ganz anders ihre Enkelin Martina. Sie schöpft erstmals Hoffnung. Die 21-jährige Anglistikstudentin ist unter Orbán aufgewachsen und war fest entschlossen, ihre Heimat bei der erstbesten Gelegenheit zu verlassen - gegen den Willen ihres Großvaters. Doch seit Péter Magyars Wahlsieg im April will sie sehen, ob in Ungarn ein politischer und gesellschaftlicher Neuanfang tatsächlich möglich ist. Wenn ja, will sie bleiben. 16 Jahre Fidesz-Herrschaft haben an der ungarischen Theiß sowohl Landschaft als auch Lebensentwürfe geprägt. Nun prallen Enttäuschung und Aufbruch, Misstrauen und Hoffnung unmittelbar aufeinander. Während die Älteren an den Glaubenssätzen der Vergangenheit festhalten, ringt die junge Generation um die Chance auf ein anderes Ungarn.
20:15
Es ist Mittsommernacht: für schwedische Jugendliche ein guter Anlass, den Sommer zu feiern. Auch der 16-jährige Victor fährt mit seinen Freunden nach Sandhamn, wo am Strand eine große Party stattfindet. Er feiert ausgelassen mit Tobbe, Christoffer, Felicia und Ebba - sogar zu ausgelassen, denn er verärgert den Dealer, bei dem er Drogen kauft. Als dieser das Geld verlangt, das Victor ihm noch schuldet, kommt es am Strand fast zu einer Schlägerei. Auch unter den Freunden gibt es Streitereien, und so verabschiedet sich die Hälfte der Gruppe auf eine andere Feier. Später wacht Felicia allein an einem anderen Strand auf und wankt orientierungslos durch die Straßen von Sandhamn. Von Polizisten wird sie zum Ausnüchtern auf die behelfsmäßige Polizeistation der Insel gebracht, wo sie am nächsten Morgen auch ihre Freundin Ebba wiederfindet. Nora Linde wird von ihrer Ex-Schwiegermutter gebeten, die beiden Mädchen eine Weile bei sich unterzubringen. Auch für Noras neuen Freund Jonas lief die Mittsommernacht nicht wie geplant: Seine 14-jährige Tochter Vera ist von der großen Party am Strand nicht zurückgekommen. Je länger sie fortbleibt, desto beunruhigter werden Nora und Jonas. Der fürsorgliche Vater hält es schon bald nicht mehr aus und stellt einen Suchauftrag bei der Polizei. Zur selben Zeit macht ein Sommergast am Meer einen grausamen Fund: Ein Junge liegt erschlagen unter einem Busch. Es handelt sich um Victor, Felicias Freund. Nun rückt das bewährte Ermittlerteam Thomas und Mia an, um den Fall aufzuklären. Und das erweist sich als eine wahre Herausforderung, denn jeder der Freunde hat eine andere Version des Abends zu erzählen ...
20:55
Thomas und Mia ermitteln im Mordfall des 16-jährigen Victor im Kreis seiner engsten Freunde. Felicia, Victors Freundin, ist von der Nachricht seines Todes erschüttert - wie Victors Eltern, die sich gegenseitig die Schuld am Schicksal ihres Sohnes geben. Der junge Christoffer gibt zu, dass sein Bruder Tobbe für mehrere Stunden von der Feier an Mittsommernacht verschwunden war und Streit mit Victor hatte. Aber auch der Drogendealer Patrik, der Victor Ecstasy und Kokain verkauft hat, gerät ins Fadenkreuz der Kommissare: Er gibt an, Victor nur ein Handy verkauft zu haben, doch als Thomas und Mia sein Zuhause durchsuchen, finden sie eine große Cannabis-Zucht. Immer tiefer dringen sie nun in die Drogenszene ein: Patrik verkaufte eigentlich gar kein Kokain - hatte also noch ein zweiter Dealer, zum Beispiel der äußerst brutale Minosevitch, seine Hände im Spiel? Plötzlich taucht Jonas' Tochter Vera wieder am Hafen auf: Am Abend der Feier habe sie das Boot verwechselt und sei von einem alten Mann aus Versehen mit aufs Meer genommen worden. Doch Jonas und Nora glauben nicht, dass Vera ihnen die ganze Geschichte erzählt. Unterdessen zieht Pernilla mit ihrer Tochter wieder in die Stadt, da es ihr auf Harö - wo sie bei Thomas eingezogen war - zu einsam wird. Thomas trifft ihre Entscheidung unvorbereitet; er muss aufgrund der Ermittlungen in der Nähe Sandhamns bleiben. Für Nora und Thomas gibt es nun mehr Gelegenheiten, sich wieder etwas näherzukommen ... Die Polizisten möchten noch einmal mit Tobbe und Christoffer reden, doch deren Vater ist Anwalt und beschützt seine Söhne so gut es geht vor den Befragungen. Dann überschlagen sich die Ereignisse: Aus dem Nichts kommt es zu einem zweiten Mord ...
21:40
Unerwartet klärt sich der Mord an Patrik auf: Am Morgen kommt ein Mann aufs Polizeirevier, der die Tat gesteht. Thomas vermutet zwar, dass der Dealer Minosevitch seine Hände im Spiel hat und jemanden vorschickt, um den Verdacht von sich abzulenken, doch der Mordfall ist nun offiziell gelöst. Also können sich die Ermittler auf den Fall Victor konzentrieren. Die Polizisten erfahren von Felicia, dass sie Tobbe am Tatort gesehen hat, der so zum Hauptverdächtigen wird. Tobbe gibt zu, am Tatort gewesen zu sein, doch habe er weder Victor noch Felicia getroffen. Victors Vater Johan versöhnt sich inzwischen mit seiner Frau. Er ist weiter außer sich vor Wut und Trauer und will seinen Sohn rächen. Bei Victors Beerdigung kommt es zu einer dramatischen Szene. Jonas' Tochter Vera fasst neues Vertrauen zu Nora und erzählt ihr von der Mittsommernachtsfeier: Mit Mattias, einem älteren Jungen, war sie in ein leerstehendes Haus gegangen, wo er jedoch aufdringlich wurde. Als Mattias ihre Abwehr ignorierte, habe sie sich übergeben, um ihn von sich fernzuhalten. Nora bringt Vera ins Polizeirevier, denn die Kommissare waren auch schon auf das Haus gestoßen, in das an Mittsommernacht eingebrochen wurde. Die Kommissare wollen nun Mattias befragen, doch der rennt vom Fußballtraining weg, als er sie kommen sieht. Thomas und Mia nehmen die Verfolgung auf. Dann wird ein weiteres Indiz am Tatort gefunden: ein Stofffetzen von einer Polizeiweste. Bald erfahren die Ermittler, dass an der Weste ihres Kollegen Harry ein identisches Stück Stoff fehlt: Könnte die Polizei selbst in den Mordfall verwickelt sein?
22:30
Vincent führt ein unauffälliges Leben als Grafikdesigner in Lyon. Doch sein Alltag gerät aus den Fugen, als ein Praktikant im Büro plötzlich brutal auf ihn losgeht. Kurz darauf folgen weitere Angriffe: Kollegen, Fremde, selbst zufällige Begegnungen auf der Straße werden zur tödlichen Bedrohung. Auslöser scheint jedes Mal ein Blickkontakt zu sein. Warum Menschen in Vincents Gegenwart wie von einem unkontrollierbaren Impuls erfasst werden, bleibt rätselhaft. Je mehr sich die Vorfälle häufen, desto stärker zieht sich Vincent zurück. Das Homeoffice bietet nur vorübergehend Schutz, denn die Gefahr lauert überall, wo Begegnungen im Alltag passieren. Mittlerweile auf der Flucht entdeckt Vincent, dass er mit seinem Schicksal nicht allein ist. Auch andere Betroffene versuchen, sich der Gesellschaft zu entziehen und in digitalen Gemeinschaften Strategien des Überlebens zu entwickeln. Aus der individuellen Bedrohung wird eine allumfassende soziale Krise. Als Vincent unterwegs Margaux kennenlernt, verändert sich seine Situation grundlegend. Zwischen Vorsicht, Misstrauen und dem Wunsch nach Nähe entsteht eine Beziehung, die ihm neuen Halt gibt. Doch das Miteinander bleibt prekär, denn auch in der Zweisamkeit lauert Gewalt. Stéphan Castang verbindet in seinem Spielfilmdebüt Paranoia-Thriller, Gesellschaftsparabel und Liebesgeschichte. Die Atmosphäre ist von Suspense, absurden Szenen und latenter Endzeitstimmung geprägt. Karim Leklou ("Die Geschichte von Jim") trägt die Handlung mit großer physischer Präsenz.