05:00
Faszinierende Landschaften, eine artenreiche Tierwelt und abenteuerliche Geschichten: Das sind die 7.000 Inseln der Karibik. Die Karibik mit ihren Inseln und Atollen ist für heutige Forscher ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis geologischer, klimatischer und biologischer Vorgänge auf unserem Planeten. Kaum eine Region bietet eine solch überwältigende Biodiversität und so viele Superlative. Flora und Fauna sind hier einzigartig: Etwa 72 Prozent der rund 11.000 Pflanzen in der Karibik gibt es nur hier. Im Karibischen Meer tummeln sich etwa 1.400 Arten, darunter allein 76 Haigattungen. Nicht nur Wale suchen die Karibik als Rückzugsgebiet auf. Über 700 Tierarten, die global vom Aussterben bedroht sind, finden hier Lebensraum. Außerdem ist diese Traumregion ein geologischer Hotspot: Vulkane bilden einen kleinen "Ring of Fire". Sie halten die Menschen in Atem. Doch die Karibik war nie das friedliche Paradies, als das es vielen scheint. Katastrophen prägen ihre Geschichte von Anbeginn an: Sei es der Einschlag des Meteoriten, der vermutlich zum Untergang der Dinosaurier führte, oder Erdbeben und tropische Wirbelstürme mit tödlicher Kraft. Grandiose Natur, bewegte Geschichte, so viele Chancen, so viele Risiken. Die Dokumentation "Abenteuer Karibik" beleuchtet ein außergewöhnliches Naturparadies, an dem die Zivilisation nicht spurlos vorübergangen ist.
05:55
In Paris fällt es den fleißigen Insekten leicht, Nahrung zu finden, auch dank der über das ganze Jahr verteilten Blütezeiten. Die abwechslungsreiche Stadtvegetation bietet den Bienen eine Nahrungsvielfalt, die es auf dem Land aufgrund von Monokulturen häufig nicht mehr gibt. Zudem wurde in Paris entschieden, den Gebrauch von Pestiziden ganz einzustellen. Selbst vom Aussterben bedroht, ist die Biene damit zum Symbol des Erhalts der Biodiversität geworden. Eines der Habitate der Honigbienen von Paris existiert schon seit rund 400 Jahren: der Jardin des Plantes, ein botanischer Garten. Hier finden sich, etwas versteckt, Bienenstöcke, die von der Gärtnerin Vanessa Voskoboïnikoff umsorgt werden. Abseits der Öffentlichkeit wähnt man sich weit draußen auf dem Land, und doch ist man mitten im Herzen von Paris. Ruhe ist für die Tiere auch in der Stadt wichtig. Die Honigbiene ist ein sogenanntes staatenbildendes Insekt. Sie kann nur in der Gemeinschaft leben. In der Hochsaison zählt ein Bienenstock etwa 50.000 Bienen und produziert im Schnitt 30 Kilogramm Honig. Um zu wissen, wann es Zeit ist zu ernten, überprüfen die Imker mit Hilfe eines Refraktometers den Feuchtigkeitsgehalt. Auch der Parc de la Villette beheimatet Bienenstöcke in einem Schulbauernhof. Hier betreibt der junge Imker Pierre Merlet ein engagiertes Bienenprojekt. Er gewinnt Honig und klärt nebenher regelmäßig interessierte Gruppen über das Wohl und die Probleme der Honigbienen auf. Pierre hat die aktuellen ökologischen Herausforderungen im Blick. Er liebt es, sein Wissen und seine Leidenschaft mit anderen zu teilen.
06:50
(1): Cicchetti - Venezianische Tapas (2): Ein Biss'chen Heimat: Patrick, ein Venezianer in Nancy (3): Ran an die Töpfe!
07:20
(1): Kalabrien: Gianni Versace im Reich der Frauen (2): Jüdische Schicksale in Moldau (3): Argentinien: Ezequiels geröstetes Zicklein (4): Biarritz: Ein Erfinder zähmt die Sonne
08:05
(1): Tunesien: Salihas Stimme (2): Schweiz: Alpennation oder Hexenreich? (3): Paris: Marjolaines Salat à la Violette (4): Spanien: Kleider machen keine Bräute
08:55
Im Laufe der Evolution ist es den Greifvögeln gelungen, sechs der sieben Kontinente zu erobern. Wegen ihrer Jagdkünste werden sie bewundert und gefürchtet. Die Gruppe der Greifvögel ist mit rund 300 Arten äußerst vielfältig und hat einige kuriose Mitglieder. Die Dokumentation beginnt mit einem der mächtigsten Vertreter der Greifvögel, dem afrikanischen Kronenadler. Seine Krallen sind so lang wie die eines Grizzlybären und können stärker zupacken als das Gebiss eines Rottweilers. Seine bevorzugte Beute sind Grünmeerkatzen und Antilopen, die bis zu 30 Kilogramm schwer sein können. Das in Südostasien lebende Finkenfälkchen wird dagegen nur 14 bis 17 Zentimeter groß. Im schnellen Flug erbeutet der Vogel geschickt Schmetterlinge und andere Insekten. Trotz der enormen Unterschiede in Größe, Ernährung, Lebensraum und Lebensweise haben alle Greifvögel drei Merkmale gemeinsam: einen gebogenen Schnabel, eine Vorliebe für Fleisch sowie Krallen, die perfekt an das Jagdverhalten der jeweiligen Art angepasst sind. Die kurzen Krallen der Eule zerquetschen Nagetiere, die langen Fänge des Falken ermöglichen es, die Beute in der Luft zu greifen, und die gebogenen Krallen des Fischadlers sind im wahrsten Sinne des Wortes Angelhaken. Mit diesen Fähigkeiten können Greifvögel fast jeden Lebensraum erobern. In South Dakota nutzt eine Prärieeule den Dung von Bisons, um Insekten für ihre Jungen anzulocken. Und auf ihrem Flug in den Süden legen hunderttausende Amurfalken in Nagaland im Nordosten Indiens einen Zwischenstopp ein, um sich für einen der größten Vogelzüge zu stärken. Doch auf die geborenen Jäger lauern auch Gefahren. Ein Jahr lang begleitet der Film die Tiere und zeigt, wie sie Herausforderungen erfolgreich meistern.
09:35
In der Arktis steht der Winter vor der Tür. Die Temperaturen sinken auf bis zu minus 60 Grad Celsius. Dieser unwirtliche Ort ist das Zuhause einer jungen Schnee-Eule. Auf ihren Beutezügen legt sie viele Kilometer zurück; ihre ständige Suche nach Nahrung führt sie manchmal sogar in bewohnte Gebiete. Doch nicht nur die Schnee-Eule hat sich perfekt an extreme Lebensbedingungen angepasst. Die Federn des Wespenbussards, der in den Bergen Taiwans Hornissennester plündert, sind mit einer speziellen Beschichtung versehen, die ihn vor Stichen schützt. Der Sekretär wiederum, der im afrikanischen Grasland lebt, scheint auf Stelzen zu laufen. Mit seinen langen, kräftigen Beinen kann er Beutetiere packen, die fünfmal so schwer sind wie er selbst. Greifvögel entwickeln oft unerwartete Fähigkeiten und sind erfinderisch, wenn es darum geht, neue Nischen zu erobern. Waldkäuze prägen sich ihre Umgebung genau ein, um auch bei völliger Dunkelheit ihre bevorzugten Jagdplätze zu finden. Andere Arten setzen auf soziales Miteinander: Während die meisten Greifvögel Einzeljäger sind, schließen sich auf den Falklandinseln junge Falklandkarakaras zu Banden zusammen. Die Höhlenweihe kommt in fast allen Lebensräumen Afrikas südlich der Sahara zurecht. Mit ihren äußerst beweglichen Beinen kann sie die Nisthöhlen anderer Vögel inspizieren und die Küken herausholen. In Texas warten verschiedene Greifvögel jeden Abend geduldig darauf, dass rund 20 Millionen Fledermäuse die Höhle Bracken Cave verlassen, um ihre Beute zu machen, und der Riesenseeadler zieht im Winter an die entlegenen Küsten Nordjapans, um vom Beifang der Fischerboote zu profitieren. Greifvögel scheinen immer eine Lösung für extreme Herausforderungen zu finden. Doch wie sieht ihre Zukunft aus?
10:20
Rotfußfalke, Brandgans und Kampfläufer sind die Hauptdarsteller dieser aufwendig gedrehten Dokumentation. Ausgangspunkt des Films sind die individuellen Zugrouten einzelner Vögel, die von Ornithologen mit GPS-Sendern ausgestattet wurden. Nie zuvor konnten diese Routen im Fernsehen mit Genauigkeit dargestellt werden. Neben eindrucksvollen Naturaufnahmen bietet die Dokumentation auch überraschende Einblicke in ein komplexes Naturphänomen: Denn das Wunder des Vogelzugs beschränkt sich keineswegs auf Frühling und Herbst. Und die Bewegungen der Vögel sind weit vielschichtiger als die bloße Pendelbewegung zwischen Nord und Süd. Der Vogelzug hat unzählige Varianten. Die Dokumentation beleuchtet das faszinierende Phänomen von einer neuen Seite. "Zugvögel - Ein Jahr vergeht im Flug" porträtiert Vogelarten, die im Lauf des Jahres einen wichtigen Knotenpunkt des internationalen Vogelflugverkehrs besuchen - oder ihn klimabedingt überhaupt nicht mehr verlassen: den Neusiedler See.
11:25
Was Europa bewegt
11:55
(1): Festessen aus den Anden: Chiriuchu mit Meerschweinchenfleisch (2): Ein Biss'chen Heimat: Cecilia, eine Peruanerin in Toulouse (3): Ran an die Töpfe!
12:25
(1): Ardèche: Die Bäuerinnen schlagen zurück (2): Die Spreewaldgurke, Nostalgieprodukt der Ostdeutschen (3): Bulgarien: Tanchas Kachamak (4): New York: Weißbrot - aber bitte in Scheiben!
13:10
(1): Madagaskar: Ein Blick in die Seele der Roten Insel (2): Frankreich: Der Flachs von Mayenne (3): Schottland: Alisons Rinderbraten (4): Deutschland: Jazz im "Ätherkrieg"
14:00
Theresa Osborne arbeitet als Journalistin bei einer Zeitung in Chicago und findet ihr Glück in der Erziehung ihres Sohnes. Während eines seltenen Urlaubs allein auf Cape Cod findet sie am Strand eine Flaschenpost. Darin befindet sich ein Liebesbrief an eine verschwundene Frau, der in seiner Poesie und Intensität in Theresa die Hoffnung erweckt, den Verfasser ausfindig zu machen. Zurück in Chicago begeistert sie ihre Kolleginnen mit dieser Geschichte. Ein paar Tage später veröffentlicht ihr Chefredakteur den gefundenen Brief in der Zeitung. Es folgen Hunderte Leserbriefe, darunter einer, in dem der Autor behauptet, eine ähnliche Botschaft gefunden zu haben. Analysen des Papiers und des Zustands der Flasche deuten darauf hin, dass sie etwa zwei Jahre im Atlantik trieb. Die verschiedenen Spuren führen Theresa zu einem kleinen Ort an der Küste der Outer Banks und zu einem einzigen Mann: Garret Blake. Dieser wohnt bei seinem alten Vater am Meer und trauert seit zwei Jahren um seine verstorbene Frau Catherine. Die Begegnung löst bei dem einsamen Segler überraschende Gefühle aus. Theresa hat sich Hals über Kopf in den Mann hinter den bezaubernden Worten verliebt. Ihre aufblühende Liebe ist dennoch fragil, sie steht im Schatten der verstorbenen Catherine: Das traumhafte Haus am Meer ist voller Erinnerungen an sie, außerdem befindet sich Garret in einem andauernden Konflikt mit seiner früheren Schwiegerfamilie. Und Catherine hat dem Segler noch nichts von dem Auslöser ihrer Begegnung - der gefundenen Flaschenpost - erzählt.
16:10
Die untergehende Sonne färbt die schneebedeckten Gipfel des Himalaya leuchtend rot. Auf schmalen Gebirgspfaden ist ein Schneeleopard unterwegs und springt leichtfüßig von einem Felsvorsprung zum anderen, unter ihm der Abgrund. Seinen langen, dicken Schwanz setzt er dabei geschickt als Steuerruder ein. Er nimmt eine Herde Blauschafe ins Visier, die unruhig werden und aufschauen. Sie spüren die nahende Gefahr, können sie jedoch nicht ausmachen. In der Felsenlandschaft ist die Raubkatze mit ihrem cremeweißen, dunkel gefleckten Fell perfekt getarnt. Schneeleoparden sind selten und lassen sich nur schwer beobachten, geschweige denn filmen. Die renommierten indischen Filmemacher Naresh und Rajesh Bedi haben das Leopardenmännchen Karma - beziehungsweise nach dessen Tod seinen Nachfolger Namka - und seinen Harem aus einigen Weibchen fünf Jahre lang begleitet. Dabei konnten sie bisher kaum dokumentierte Verhaltensweisen beobachten: das Markieren des Reviers, das Werbe- und Paarungsverhalten, die Jagd sowie das Aufwachsen zweier Jungtiere in ihrer Höhle. Die Dokumentation gibt zudem Einblick in das Leben von weiteren Bewohnern des schroffen Gebirges, wie dem Sibirischen Steinbock, dem Blauschaf, dem Rotfuchs, dem Steinadler, dem Gänsegeier und dem Himalaya-Königshuhn. Nicht zuletzt wird deutlich, wie schwierig die Dreharbeiten in einem so lebensfeindlichen Umfeld sind. Enttäuschungen und Rückschläge der Filmemacher und ihres Teams aus einheimischen Fährtenlesern werden ebenso miterlebbar wie schließlich die Freude über den Erfolg.
16:55
Die Menschheit entstand vor mehr als zwei Millionen Jahren in Afrika. Seit Jahrzehnten suchen und untersuchen Wissenschaftler die Überreste der ersten Menschen, um die Geschichte unserer Evolution zu rekonstruieren. Doch eine wesentliche Frage bleibt: Wo genau tauchten unsere Vorfahren auf diesem riesigen Kontinent auf? Mittlerweile gilt die Vorstellung von einer einzigen Wiege in einem begrenzten Gebiet als überholt. Die Suche nach unseren Ursprüngen wird nunmehr auf ganz Afrika ausgedehnt. Dabei folgt die Dokumentation den Spuren, die unsere direkten Vorfahren hinterlassen haben: den Australopithecinen. Ein Forscherteam aus Archäologen und Paläontologen unter der Leitung des französischen Wissenschaftlers Laurent Bruxelles hat sich zum Ziel gesetzt, uralte Fossilien aufzuspüren, vor allem in Gebieten, in denen bisher noch nie welche gefunden wurden. Das ist das Projekt Human Origins. Jahr für Jahr durchkämmen seine Spezialisten ganze Regionen auf außergewöhnlichen und bisweilen riskanten Expeditionen im Süden und Osten Afrikas. Gemeinsam mit dem Taucher Frédéric Swierczynski begibt sich Lauren Bruxelles auf die Suche nach den Ursprüngen der Menschheit. Die beiden sammeln wissenschaftliche Hinweise für die Theorie, dass sich die Wiege der Menschheit über ganz Afrika erstreckt und nicht, wie lange Zeit angenommen, auf den Großen Afrikanischen Grabenbruch in Äthiopien und auf Südafrika beschränkt, wo bislang die einzigen relevanten Fossilien gefunden wurden. Bei zahlreichen Ausgrabungen und Tauchgängen erkunden sie unterirdische Welten und suchen nach Antworten auf eine bedeutende Frage: Haben die Vorfahren der Menschen schon vor über drei Millionen Jahren das über die heutigen Landesgrenzen hinausgehende südliche Afrika bevölkert?
17:50
Die Ästhetik von Mutter Erde spiegelt sich besonders in einem Mineral unverkennbar wider: Sandstein. Das aus Sandkörnern bestehende poröse und zugleich widerstandsfähige Gestein hat eine fast organische Beziehung zu allem Lebendigen, besonders zu Mensch und Tier. Die heutige Reise führt an einen Strand in Südengland - zurück zu den Ursprüngen des Minerals, denn Sandstein entsteht aus Sand. Um besser zu verstehen, was den Menschen und das Mineral verbindet, begleitet das Kamerateam unter anderem einen Meeresbiologen in die prächtigen Landschaften des amerikanischen Westens. In Frankreich und Indien gewinnen und bearbeiten die letzten Baumeister den Stein nach uralten Methoden. Und welchen Einfluss die Sandsteinlandschaften auf die Wildtiere haben, wird in Namibia deutlich. Überall macht Sandstein das Leben schöner und trägt ein Stückchen zur Geschichte dieser Welt bei.
18:35
Er ist der Ursprung mythischer Landschaften und uralter Legenden: Basalt. In geologischen Zeiträumen gemessen, ist er ein besonders junges Gestein, das aus dem Inneren der Erde stammt und bei Vulkanausbrüchen entsteht. Seit jeher begleitet er die Evolution der Tier- und Pflanzenarten, die auf und mit ihm leben. Die Basaltformationen des Giant's Causeway in Nordirland haben zahllose Künstler, Maler und Poeten inspiriert. An der Beziehung zwischen Basalt und der belebten Welt forscht aktuell ein Team französischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Dieses hat erst kürzlich herausgefunden, dass sich in dem porösen Mineral die Entstehung des Lebens abgespielt haben könnte. In Indien wird anschaulich, wie Pflanzen und Edelsteine ihren Ursprung im Basalt finden. Die Reise geht weiter nach Frankreich und in die USA, wo die ersten Menschen und die Modoc-Indianer eine besonders innige Beziehung zu dem Mineral pflegten. Währenddessen könnte der Basalt auf Island dabei behilflich sein, eine der größten Herausforderungen der Gegenwart zu meistern. So schwarz der Basalt auf den ersten Blick auch sein mag - für das Leben strahlt er heller als gedacht.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Als nach 1990 Rumäninnen und Rumänen auf der Suche nach Arbeit ins Ausland gingen, wurde das für viele Familien zur Zerreißprobe. Vor allem in ländlichen Gegenden blieben nicht nur verwaiste Dörfer zurück, sondern auch Kinder, die bei ihren Großeltern aufwuchsen, und alte Menschen ohne Angehörige. Auch Antoanela Andonescu, kurz Coca genannt, verließ Rumänien in den 1990er Jahren. In Italien arbeitete sie als Altenpflegerin, immer mit dem Gedanken: "Je härter ich arbeite, desto schneller kann ich zurückkehren." Doch das dauerte. Ihre Schwestern folgten ihr, das Zuhause wurde zur Erinnerung. Als Coca schließlich in ihre Heimat, die ostrumänische Kleinstadt Bicaz, zurückgeht, bringt sie Ersparnisse mit und eine neue Idee von Verantwortung: Sie eröffnet ein Pflegeheim - für all die alten Menschen, die allein in Rumänien geblieben sind. Fast alle Bewohnerinnen und Bewohner ihres Pflegeheims haben Angehörige im Ausland. Vasile, ehemals Arbeiter in einer Zementfabrik, lebt hier, nachdem seine Kinder emigriert sind. Bei einem Ausflug mit den Bewohnern zum Bicaz-See wird Coca nachdenklich: "Ich weiß nicht, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich geblieben wäre." Doch während Coca ihren Weg zurück nach Hause gefunden hat, leben ihre Nichten in Italien - in einer neuen Welt, mit einer neuen Sprache. Die Region rund um Ostia bei Rom, wo sie wohnen, ist Heimat für eine große rumänische Auslandscommunity, rund 250.000 Menschen. Auch Cocas Nichte Andra ist hier heimisch geworden. Sie fragt sich, wie viel Rumänien in ihrer kleinen Tochter Gizelle weiterleben wird - und was Heimat heute überhaupt bedeutet.
20:15
In den Bergen des Schweizer Jura dringt ein schriller Schrei durch den winterlichen Nebel. Ein Eurasischer Luchs streift majestätisch zwischen Buchen und Tannen umher und ruft nach seinem Weibchen. Das Paar findet zusammen und gründet eine Familie. Das Leben der Luchse folgt dem Rhythmus der Jahreszeiten: Die Jungen kommen zur Welt und erlernen die Jagd; sie müssen sich ein eigenes Revier erobern und so manche Gefahr bestehen. Die größte Raubkatze Europas lebt in einer Welt, die der menschlichen Zivilisation nah ist und dennoch fremd erscheint. Ein natürliches Umfeld, das der Luchs mit Gämsen, Wanderfalken, Füchsen und Hermelinen teilt. Luchse sind für das Gleichgewicht des Ökosystems Wald unverzichtbar, doch durch das Eingreifen des Menschen in die Natur ist die Art nach wie vor stark bedroht. Der Fotograf und Filmemacher Laurent Geslin kennt Luchse im Schweizer Jura wie kein anderer. Neun Jahre lang hat er unzählige Tage und Nächte damit verbracht, den Spuren des scheuen Jägers zu folgen und ihn zu beobachten. Luchssichtungen in freier Wildbahn sind äußerst selten, was diese Dokumentation über das Leben der Raubkatze besonders wertvoll macht.
21:35
Sarah ist sich immer sicherer, dass Minexore in schmutzige Geschäfte verwickelt ist. Während sie die Umweltaktivisten befragt, die Minexore die Vergiftung des Trinkwassers in Minengebieten vorwerfen, stößt Kommissar Lebeau auf eine weitere Leiche. Der Tote war in der Nähe der Bascan-Mine der letzte Grundbesitzer, der sich geweigert hatte, sein Land an Minexore zu verkaufen. Überzeugt, dass der Fall mit der toten Rigoberta Flores zusammenhängt, will Lebeau gegen Minexore ermitteln - doch da wird er plötzlich vom Fall abgezogen. Der Grund: Ein vorbestrafter Mexikaner wurde als mutmaßlicher Mörder von Rigoberta Flores verhaftet und soll auch schon gestanden haben. Für seinen Boss ist der Fall damit abgeschlossen - nicht aber für Lebeau. Unterdessen sorgt das Thema Minexore für Streit zwischen Sarah und Jared. Sie ist tief enttäuscht, dass ihr Freund sie hintergangen hat, und stellt ihre Moral infrage, die eigene und seine. Haben sie für ihre Karriere ihre Werte geopfert? Weil Sarah und Lebeau ihren Vorgesetzten mit den unerlaubten Nachforschungen jeweils ein Dorn im Auge sind, werden beide schließlich gezwungen, sich eine Auszeit zu nehmen. Die perfekte Gelegenheit für eine heimliche Reise nach Südamerika ...
22:15
Sarah und Kommissar Lebeau folgen der Spur von Rigoberta Flores über Mexiko bis nach Guatemala. Dort spüren sie deren Enkelin Lucia auf, die ihnen eine Datei von ihrer Großmutter übergibt - doch auf den ersten Blick sind darin keine Details zu erkennen. Wen wollte Rigoberta damit belasten? Sarah und Lebeau müssen etwas übersehen haben. Währenddessen versuchen sowohl Minexore als auch die Umweltaktivisten, Politiker auf ihre Seite zu ziehen. Minexore will die standardmäßige Umweltuntersuchung in der neuen Mine verhindern; die Aktivisten wollen sicherstellen, dass sie stattfindet. Auch Jared setzt Sarah unter Druck. Bei ihrer Rückkehr nach Kanada fängt er sie am Flughafen ab und stellt ihr ein Ultimatum. Sarah muss sich entscheiden, wie viel sie auch privat opfern möchte, um für ihre Prinzipien einzustehen. Noch mehr dunkle Wolken ziehen auf: Die Aktivistengruppe wurde unterwandert und Minexore bekommt nicht nur Wind davon, in welchem Team ihre Anwältin tatsächlich spielt, sondern auch, was sie vorhat und wo sie sich versteckt ...
23:00
Sarah und die Umweltaktivisten planen bei der Einweihung der Bascan-Mine von Minexore einen großen Coup - doch ein Maulwurf in der Gruppe sabotiert den Plan. Alles geht schief, die Ereignisse überschlagen sich und es gibt weitere Tote. Die Aktivisten Krista und Maikan werden verhaftet und angeklagt. Während sich Minexore nach den Geschehnissen als Opfer geriert, werden die Mitglieder der Gruppe als Terroristen abgestempelt. Sarah, die fliehen konnte, muss nun alles daransetzen, die notwendigen Beweise gegen Minexore zu finden, um sich und ihre Freunde zu entlasten. Gemeinsam mit Jared und Lebeau verfolgt sie alle verfügbaren Spuren. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn währenddessen gibt Minexore sich größte Mühe, alle Spuren und Mitwisser loszuwerden ...
23:40
1974 wurden die US-amerikanischen Nachrichten vom Ende des Vietnamkriegs und vom Rücktritt Präsident Nixons nach der Watergate-Affäre dominiert. Doch zugleich versetzte das rätselhafte Verschwinden mehrerer junger Frauen den Nordwesten des Landes in Angst und Schrecken. 1976 wurde ein 30-jähriger Mann verhaftet: Ted Bundy, einer der brutalsten Mörder der Kriminalgeschichte. Der Fall Bundy legte den Grundstein zur sogenannten True-Crime-Literatur: Seit Beginn der 1980er Jahre gehören Sensationsberichte von wahren Kriminalfällen zum Standard des amerikanischen Fernsehens. Bundy avancierte neben anderen Serienmördern wie Jeffrey Dahmer und Ed Kemper zum Superstar der Popkultur. Die Dokumentation rollt die Geschichte aus einer sehr persönlichen Perspektive wieder auf. Den Aufhänger bildet ein Buch, das 1980 erschien: In "The Stranger Beside Me" schildert die Kriminalreporterin Ann Rule den Fall Ted Bundy aus ihrer Sicht. Rule war mit Ted Bundy vor dessen Verhaftung befreundet gewesen und erzählt, was mit ihr passierte, als sie begriff, dass dieser Freund ein Mörder war. Chronologisch werden die drei großen Phasen der Beziehung zwischen Ann Rule und Ted Bundy erzählt. Der Film kehrt an die Orte des Geschehens im Bundesstaat Washington zurück und lässt Kenner des Falls sowie Zeitzeugen zu Wort kommen, darunter Rules Tochter Leslie. Archivmaterial, Auszüge aus Rules Buch und aus einem wenige Jahre vor ihrem Tod geführten Interview zeigen die Wandlung einer Frau, die in ihrem Selbstverständnis als Mutter und Reporterin zutiefst erschüttert wurde, sich aber letztendlich als erfolgreiche Romanautorin positionieren konnte und zeitlebens von Tötungsverbrechen und Frauenmorden besessen blieb.
00:35
(1): Pippa und Leo, Kurzfilm von Abeille Tard, Kanada 2025 (2): L'étrange humeur adolescente, Kurzfilm von Frank Ternier, Frankreich 2024 (3): Ich habe eine Raupe verschluckt, Kurzfilm von Basile Khatir, Frankreich 2024 (4): Short Cuts, Animation von Clémence Taveau zu "Twelve Monkeys"
01:40
Der junge Daniel träumt davon, sich zu Weihnachten einen dicken Mantel zu kaufen, unter dem er seine ärmliche Kleidung verbergen kann. Er erklärt sich bereit, für einen Fotografen in den Straßen von Narbonne als Weihnachtsmann zu posieren. Unter seinem weißen Bart unkenntlich gemacht, spricht er Passanten - und vor allem Passantinnen - an und bietet ihnen an, sich für ein Foto an ihn zu schmiegen.
02:25
Jeder Mensch kann seine Heimat verlieren. Zu jeder Zeit und überall auf der Welt. Jeder kann vertrieben werden und gezwungen sein, in einem fremden Land Zuflucht zu suchen. Für Millionen von Menschen ist das die einzige Möglichkeit, zu überleben. Vor mehr als 80 Jahren waren es Hunderttausende, die sich unter Lebensgefahr aus Deutschland retten mussten. Der deutsche Dichter und Theatermacher Bertolt Brecht war einer von ihnen. Er floh vor Adolf Hitler und den Nationalsozialisten durch zahlreiche Länder. Was folgte, war das abrupte Ende einer vielversprechenden Karriere - und eine ständige Konfrontation mit fremden Sprachen und Ländern, in denen der staatenlose Flüchtling nicht willkommen war. Die besondere Daseinsform des Exils und seine persönlichen Gedanken beschreibt Brecht auf seine unvergleichlich humorvolle Weise in den "Flüchtlingsgesprächen" - einem autobiografischen Schlüsselwerk in Dialogform, das er im Winter 1940/41 in Helsinki begann, in der wohl tiefsten Krise seines Exils. Zu diesem Zeitpunkt befand er sich bereits seit acht Jahren auf der Flucht - und es sollten noch sieben weitere folgen. Die Reise führte ihn von Frankreich über Dänemark, Schweden und Finnland, durch die Sowjetunion bis in die USA. Entlang dieser Stationen fragen namhafte Theatermacherinnen und -macher sowie Autorinnen und Autoren - darunter Can Dündar, Jürgen Kuttner, Shermin Langhoff, Éric Ruf und Katharina Thalbach -, inwiefern Brecht das Erleben von Fremdheit und Exil auch künstlerisch für sich nutzbar machte. Die Dokumentation ist eine bewegende Zeitreise, die direkt in unsere Gegenwart führt.
03:25
03:30
Fotos können unser Weltbild beeinflussen. Und jedes Foto hat eine Entstehungsgeschichte. Das Magazin "Mit offenen Augen" ordnet Bilder ein und erklärt Hintergründe. Moderatorin Sonia Devillers liefert faszinierende Aufschlüsse, die über den ersten Blick hinausgehen.
03:40
Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.